Drive (Nicolas Winding Refn)

Der Actionfilm der 80er, der 90er und heute.
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John_Clark
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Drive (Nicolas Winding Refn)

Beitrag von John_Clark » 06.02.2012, 14:50

Drive

Bild

Originaltitel: Drive
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2011
Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Albert Brooks, Bryan Cranston, Ron Perlman, Christina Hendricks, Oscar Isaac, Kaden Leos, u.a.

Es passiert nicht mehr so häufig, dass ich mich auf einen Film dermassen freue wie auf "Drive". Zuviel liebloser Schrott wird in den Lichtspielhäusern dieser Welt gezeigt. "Drive" verspricht dem Zuschauer jedoch einen hochstehenden benzinhaltigen Actionthriller.

Inhalt:
Ein namenloser Hollywood-Stuntman arbeitet nachts noch als Fluchtfahrer für bezahlendes kriminelles Gesindel. Als er seine Nachbarin Irene und ihren Sohn Benicio kennenlernt, kommen in dem kalten Fahrer Liebesgefühle hoch. Als jedoch Standard, der Mann seiner Angebeteten, aus dem Gefängnis entlassen wird und zusammen mit seiner Familie von dem örtlichen Mafiamob bedroht wird, sieht der Fahrer nur eine Möglichkeit um Irene und Benicio zu schützen...

Wer Anfang des Millenniums im Kino war und sich "Remember the Titans" angesehen hat, hätte wohl nicht gedacht, dass aus dem polkasingenden blauäugigen Grinsetypen dereinst ein grosser Schauspieler entwächst. Ryan Gosling spielt die Hauptrolle in diesem Werk, welches die Zuschauer eventuell ein wenig hinters Licht führt, deutet der Filmtitel doch eher auf einen Kracher im Stile von "Fast & Furious" hin, was jedoch gar nicht der Fall ist. Gosling, der im Film gefühlte hundert Worde spricht, hinterlässt der Filmwelt eine Performance, welche Seinesgleichen sucht. Fast unmenschlich anmutig agiert Gosling, um Worte verlegen, mit seiner Mimik mehr aussagend als zehn Frauen mit ihren Stimmen. Wahnsinn. Ein ganz grosser Auftritt eines Hollywood-Stars, dessen Stern noch immer erst am Aufgehen ist.

Neben Gosling wurde eine Truppe von Schauspielern gecastet, welche nicht die ganz grossen Namen Hollywoods repräsentieren, jedoch schauspielerisch eine gute bis sehr gute Leistung in ihre Vita aufnehmen dürfen. Allen voran Carey Mulligan als Gosling's Love Interest, welche ihre Rolle überraus süss spielt. Kaden Leos spielt deren Sohn Benicio und gehört glücklicherweise zu den Kinderdarstellern, deren Schauspiel nicht zu nerven, sondern zu gefallen wissen. "Malcolm in the middle" und "Breakind Bad"-Star Bryan Cranston wirkt leider ein wenig verschwendet, aber es war schön, ihn in einer Nebenrolle zu entdecken. Ron Perlman hat zwar einige Lowlights in seiner Filmografie (z.B. Police Academy 7), ist aber ein Darsteller, welcher alleine durch seine Präsenz in den Zuschauerreihen unbehagen auslösen kann. Schön, ihn in "Drive" agieren zu sehen. Starker Auftritt. Mir völlig unbekannt war Albert Brooks, welcher der Bad Guy des Films schauspierisch so richtig zelebriert. Eine beinahe unheimliche Performance einer Figur, welche zu extremen Gewaltausbrüchen neigt.

Und hier sind wir zur Weggabellung: Gewalt. "Drive" ist ein äusserst stiller Film, der zu Beginn einen ganz netten Weg geht. Der Zuschauer springt in der ersten Hälfte des Films auf den Romantik-Zug und wird durch äusserst rabiate Gewalt aus dieser schönen Welt herausgerissen und durch optisch klar dargestellte Morde so richtig geschockt. Wer Blut nicht verträgt, sollte den Kinosaal besser gar nicht erst betreten.

Mir sind vorherigen Filme vom dänischen Regisseur Nicolas Winding Refn noch unbekannt, doch ich werd jetzt sicher mal einen Blick auf die "Pusher"-Reihe, "Valhalla Rising" oder "Bronson" werfen. Seine ruhige Art einen Film zu präsentieren und sein Gespür für den richtigen Soundtrack weiss sehr zu gefallen.

Fazit: Wer "Fast & Furious" sehen will, soll zu Hause bleiben. "Drive" ist ein anspruchsvoller Actionthriller mit vielen stillen Momenten, einigen äusserst coolen, wiederrum einigen äusserst brutalen Szenen - und einem Soundtrack, welchen ich wärmstens empfehlen kann.
:liquid9:

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C4rter biegt einmal falsch ab:

Tagsüber arbeitet Driver (Ryan Gosling) als Stuntman für Filme. Doch das scheint ihm nicht zu reichen und so erwacht er erst Nachts zu vollem Leben. Als begandeter Fahrer von Fluchtfahrzeugen für bewaffnete Einbrüche verdient er sich seinen wahren Lohn.
Eines Tages lernt Driver zufällig seine neue Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen und entwickelt Gefühle für die alleinerziehende Mutter. Doch als Irenes Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast entlassen wird, lässt sich Driver von ihm zu einem vermeintlich todsicheren Ding überreden. Durch das dadurch erbeutete Geld will Standard seine Schulden abbezahlen und Irene eine gesicherte Zukunft bieten. Doch der Coup geht schief, Standard wird erschossen und die Killer sind nun hinter Driver und Irene her...

Es gibt Filme, die entführen den Zuschauer auch heute noch in eine Zeit, als Filme irgendwie noch etwas anderes waren als heute. Der Däne Nicolas Winding Refn präsentiert mit „Drive“ seinen Beitrag zum Filmstil Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Allein schon der Schriftzug des Filmtitels und der Stil der Pre-Credits spricht hier Bände, kommt er doch in grellem Pink daher und wirkt durch seine geschwungene Art ziemlich stylisch.

„Drive“ stellt sich anschließend als Retro Action mit Arthouse Flair heraus. „Drive“ ist düster, verdammt düster. Der Soundtrack schwingt in hohen, depressiven Wellen und drischt die gute Laune zügig aus dem Film. Es geht um schweigende Gangster, Fluchtwagenfahrer und blutige Schusswechsel. Die depressive Grundstimmung wird immer wieder von Gewaltexzessen durchbrochen, die einen ein ums andere Mal zu schocken vermögen.

Doch irgendwie verliert „Drive“ in der zweiten Filmhälfte auch etwas die Bodenhaftung. Der Soundtrack vermag nun auch nicht den ganzen Film zu verzaubern, ganz gleich wie gut er ist. Irgendwann müssen auch die Figuren zeigen was sie drauf haben, doch dieser Punkt wird leider nur selten erreicht. Ryan Gosling und Carey Mulligan funktionieren als Pärchen besser als erwartet, aber sind sich doch irgendwie zu fremd um den Zuschauer wirklich mitzureißen. Gosling allein, als schweigsamer, etwas einfach gestrickter Driver hingegen funktioniert wunderbar. Er kann der Rolle ähnlich viel abgewinnen wie einst Ryan O'Neal in Walter Hills „The Driver“. Unnahbar, schweigsam, abgeklärt, berechnend und beinahe mechanisch. Eine faszinierende Darstellung, die ihren Höhepunkt aber auch schon in der ersten Filmstunde hat.

Für einen Film mit dem Titel „Drive“ gibt es insgesamt dann auch einfach zu wenig Driving-Szenen. Abgesehen vom beeindruckend gefilmten Coup zu Beginn des Films, gibt es im weiteren Verlauf nur selten Szenen, die nochmal derart nah auf den „Beruf“ des Fahrers eingehen. Das wird wahrscheinlich so gewollt sein, ist insgesamt aber trotzdem schade.
Die Actionszenen waren dafür hübsch rau, dreckig und ohne Rücksicht auf irgendwas inszeniert. Das Blut spritzt, die Brutalität ist jederzeit spürbar und verachtenswert. So muss ein fieser Film aussehen.

Nicolas Winding Refn strengt sich wirklich an, dass man bei der Sichtung von „Drive“ eine dicke Ladung dieser vergangenen Filmperiode atmen darf. Das funktioniert insgesamt auch gut, wirkt aber mit zunehmender Laufzeit auch etwas bemüht. Die ständige Depression wirkt im Finale ebenso ein wenig aufgesetzt wie der durchweg extrem negativ klingende Soundtrack, der ohne Frage stark ist, aber einen derart tief runterzieht, dass man glaubt die Darsteller müssten gar nichts mehr tun damit man weiß was abgeht. Carey Mulligan nahm dies wohl sogar wörtlich, denn von ihr ist man doch besseres gewöhnt. Zudem kommt ihre Figur ziemlich kurz, was ebenfalls nicht förderlich ist. Aber auch Gosling verliert im letzten Drittel an Ausstrahlung und Tiefe. Dass das Ende simpel und ohne Kniff daherkommt, mag so gewollt sein, unterstreicht andererseits aber nur nochmal die Ideenlosigkeit der Geschichte.

Der Film hat Stil, einen tollen Soundtrack und gute Darsteller. Leider reicht dies hier nicht, um einen durchweg überzeugenden Film abzuliefern. Nichts desto trotz ist es schön, mal wieder einen Film der alten Schule zu sehen.
:liquid7:

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Beitrag von StS » 06.02.2012, 15:39

Ron Perlman hat im Grunde doch fast ausschließlich "Lowlights" in seiner Filmographie, wenn man sich diese mal anschaut - aber zumindest mit einigen (wenigen) Glückstreffern, so wie dieser hier. :lol:

Hört sich gut an, das Gelesene - deckt sich von der Meinung her ja mit so ziemlich allen anderen (glaubwürdigen) Stimmen da draußen. Ich "zelebrier" ihn morgen endlich... :wink:

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Beitrag von Vince » 06.02.2012, 18:13

Nochmal Eintrag aus dem Filmtagebuch:

Ich taufe den gestrigen Kinotag unter dem Namen "einfach mal die Fresse halten!". Erst der Stummfilm "The Artist", dann der neue Refn - so gesehen ein Konzeptabend, denn "Drive" rafft mit der Ästhetik eines Takeshi Kitano oder eines späten David Cronenberg haufenweise Szenen zusammen, bis sie in einen einzigen kurzen Satz passen. Das ist unheimlich wohltuend in Gegenwart des redseligen Gegenwartskinos. "Drive" nimmt mühelos mit seiner Atmosphäre gefangen, lullt den Zuschauer praktisch ein und führt ihn dann in exploitative Entladungen der herbsten Art. Diese Entgleisungen verzeiht man dem Film aber sofort, dazu genügt nur ein Blick in Goslings Gesicht, der sofort wieder diese benebelnde Melancholie verströmt. Eine hervorragende (wenn auch eher defensive) Leistung, die ich von ihm nicht erwartet habe. Melancholie geht auch von dem Bombensoundtrack aus. Hätten die 80er wirklich so ein Feeling gehabt, ich wäre mit Freuden in ihnen aufgewachsen. Also, was für eine Ausbeute gestern - neben dem nur zwei Stunden zuvor gesichteten "Artist" ein heißer Anwärter auf den Film des Jahres. In Sachen "beste Eröffnung" hat er den Award schon fast sicher. Und das Jahr, das ist zwar noch lang, darf sich jetzt aber an zwei Vertretern der Spitzenklasse die Zähne abwetzen.
:liquid9:

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Beitrag von Hannibal » 06.02.2012, 18:17

Einen Cannes-Gewinner, der gerade bei den populären Plattformen ungewöhnlich viel Kritik einstecken muss, hat man nicht oft. Doch die Vermarktungs-Strategen bei Universum hätten "Drive" vielleicht nicht mit einem Action-aufgepumpten Trailer, der leicht auf's "Fast and the Furious"-Publikum schielt, vermarkten sollen, denn nicht nur Rechtschreib-Fehler-verseuchte Youtube-Kommentare der Marke "Langweilig, schaut euch besser The Fast and the Furious an!" zeigen, dass dieser Streifen eher wenig Schnittmenge mit dem Schnitt-Stakkato-verwöhnten Mainstream-Publikum aufweist.
In erster Linie ist "Drive" langsam....im Erzählstil, im Inszenierungsstil und in der Dialogführung. Ein Film, der bewusst auf extrem wenig Worte setzt, der Einstellungen genüsslich auskostet, ohne die Ästhetik im modernen Schnitt-Bombardement untergehen zu lassen, ein Film, der Musik extrem behutsam, aber schon fast mit einer Lynch-igen Präzision nutzt, ein Film, der sich auf einen höchst minimalistisch aufspielenden Hauptdarsteller verlassen kann, der mit minimalsten Nuancen eine ganze Emotionspalette meisterhaft zu beherrschen scheint. "Drive" ist unglaublich gut, wenn man sich auf das langsame Tempo eingestellt hat, wenn man bereit ist, sich in sorgfältig komponierten Bilderreigen mit 80ies-Flair zu suhlen und sich langsam in den Gewaltstrudel reinsaugen zu lassen, der immer wieder in extrem brutalen Eruptionen kulminiert. Aus diesem Wechselspiel gewinnt "Drive" eine ungeheure Dynamik, die spätestens seit Tarantino und Takeshi Kitano (ein seltsamer Vergleich, schon klar) zwar nichts neues mehr ist, aber selten so überwältigend funktioniert wie hier. Die Story ist alles andere als neu, bildet aber einen glaubwürdigen Kosmos mit tiefgründigen Charakteren, der ebenfalls auf den Punkt funktioniert.
Wie der Trailer suggeriert, gibt es natürlich auch Action zu sehen, aber die wenigen - dafür aber hervorragend umgesetzten - Verfolgungsjagden machen nur einen verschwindend geringen Teil in dem zähflüssigen, aber ungeheuer faszinierenden Gewaltstrudel aus.
Eine Perle der Langsamkeit, mit beeindruckender Coolness auf die Leinwand gebracht...ein kleines Meisterwerk!
:liquid9:

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Beitrag von McClane » 12.02.2012, 11:14

Kann mich dem Tenor nur anschließen, ein grandioser Film zum Drinversinken, trotz aller Gewalttätigkeit unheimlich schön, wobei er mich im Gegensatz zu anderen mir bekanntenn Refn-Filmen auch emotional abgeholt hat. So viel funktioniert über Bildkompositionen und Gesten, gerade die Beziehung zwischen dem Driver und Irene kommt beinahe dialogfrei aus. Gosling spielt das auch super, lässt Raum zur Interpretation seiner Figur, die vom romantischen Hero bis zum Psychopathen in jede Richtung gedeutet werden kann (mein Ansatz: Ein Soziopath, dessen Motive durchaus edel sein mögen, deren Umsetzung fern jeder menschlichen Konvention liegt). Das krasse Zusammenspiel aus 80er Retro-Chic mit geilem 80er Retro-Soundtrack (Highlights: "Nightcall" und "A Real Hero") und regelrechter Splatterästhetik ist ungewohnt, überrascht selbst hartgesottene Filmgucker, aber funktioniert wunderbar. Sicher, das Storyfahrgestell kennt man zur Genüge, aber um die Geschichte geht es hier ja auch nicht. Einfach, schön, einfach schön.

:liquid8:,5
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Beitrag von C4rter » 12.02.2012, 12:09

Nehme mich da mal etwas raus.

umgetopft

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Beitrag von StS » 10.03.2012, 19:10

So, nach der Zweitsichtung nun mein finales Urteil... :wink:

Im Grunde wurde ja bereits alles zu dem Film gesagt bzw. geschrieben: Nicolas Winding Refn´s „Drive“ ist ein höchst stimmungsvoller dramatischer Crime-Thriller, bei dem der Regisseur zahlreiche altbekannte Elemente des Genres auf eine ebenso clevere wie „frisch“ anmutende Weise „neu aufgearbeitet“ hat. Handwerklich extrem kompetent arrangiert, vom Tempo her perfekt abgestimmt, toll bebildert sowie mit einer starken Musikuntermalung und einigen geradezu schockierenden Gewaltspitzen versehen, lebt der Streifen von seiner dichten Atmosphäre und reißt den Zuschauer im Zuge dessen unweigerlich mit sich – was auch der durchweg klasse agierenden Besetzung zu verdanken ist, allen voran Ryan Gosling als wortkarger Antiheld (kriminell, psychisch gestört, aber nett), gefolgt von der charismatischen Carey Mulligan sowie dem vortrefflich agierenden Albert Brooks in einer für ihn ungewohnten Rolle („My hands are a little dirty.“„So are mine…“ ist dabei ganz klar ein neues „Zitat für die Ewigkeit“). Einzig und allein die Tatsache, dass die Story insgesamt doch recht vorhersehbar und nicht sonderlich originell gestrickt daherkommt, sorgt für einen Punktabzug in der Gesamtwertung, denn auf diese Weise kann (bzw. muss) man den Film letztlich durchaus ein Stück weit der Kategorie „Style over Substance“ zuordnen – wenn auch auf äußerst hohem Niveau…

knappe :liquid9:

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Beitrag von Sir Jay » 22.07.2012, 19:33

Ja so einen Film hatte die Industrie dringend nötig, denn ich dachte schon, dass Hollywood außer flotten, prolligen Hochgalnz Fast-Food Action mit wirren Schnitten und furchtbar übertriebenen Stunts gar nichts mehr kennt.

Leute, die den Film als langweilig abwinken und auf "Fast and the Furious" verweisen dürfen getrost als beschränkt abgestempelt werden, denn die haben nicht verstanden, dass der Film zu keiner Sekunde auch nur annähernd diesem Mainstream Quark nacheifert.

Ich bin der Erwartung rangegangen einen Film zu sehen, der Michael Bay und Paul Anderson Fans vergrault und vollkommen unbeirrt seinen eigenen Stil auffährt und all diejenigen abholt, die durch das langsame Erzähltempo die eigentlichen Qualitäten des Filmes begreifen und in sich aufsaugen können. Es gibt wunderschöne, langgezogene Einstellungen die komplett ohne Dialogszenen auskommen und von einem behutsam eingesetzten Score getragen werden, die dadurch schließlich mehr Charakterentfaltung offenbaren als die komplette Transformers Trilogie :lol:

Der Hauptcharakter, irgendwo angesiedelt zwischen Altruismus und Wahnsinn, weiß in jeder Szene zu überzeugen, fällt dann zwar bei einigen Gewaltausbrüchen etwas aus der Rolle, aber genau das macht ihn irgendwie umso interessanter. Einzig und allein am Ende war ich ein ganz klein wenig Enttäuscht, als doch etwas zu naiv und unvorsichtig war, was das sonst so souveräne und professionelle Auftreten des Charakters ein wenig ad absurdum führt.

Aber das ist nur ein Detail am Ende, ansonsten hat man es hier ganz klar mit einem kleinen Juwel zu tun, das sich konkurrenzlos in jedes anspruchsvolle Filmherz schließt.
:liquid8:

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Beitrag von Hannibal » 22.07.2012, 19:37

Yeah, Jay! Zeig's der Lady! ;)

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Beitrag von LivingDead » 22.07.2012, 21:07

Achja, hab den nu ja auch endlich gesehen. Schließe mich weitestgehend dem allgemeinen Tenor an und behaupte einen der besten Filme des Jahres gesehen zu haben. Das liegt nicht nur an der Noir-angelehnten Inszenierung, die durch ihr langsames, geradezu morbides Pacing, einem klasse Soundtrack und der minimalistischen, auf's absolut Nötigste reduzierten Geschichte besticht. Vor allem der - von mir bisher eher beiläufig aufgenommene - Gosling macht seine Sache sehr gut, gibt der fast schon autistisch angelegten Figur einen glaubhaften Charakter und besticht durch sein zurückhaltendes, in den richtigen Momenten geradezu implodierendes Spiel.
:liquid9:
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 26.07.2012, 22:28

Endgeiler Streifen, sofort einer der Lieblingsfilme geworden.

:liquid10:
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Beitrag von Dr Dolph » 03.08.2012, 15:57

Auch endlich gesehen. Wirklich fantastische Bildsprache, ein herrvorragender Ryan Gosling und auch sonst eine Top-Besetzung.
:liquid9:

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