"James Bond" Legacy (Sammelthread) Neu: Spectre

Filme die viel kosten aber meistens nicht das halten, was der Trailer verspricht
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Wallnuss
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Beitrag von Wallnuss » 26.09.2012, 16:19

gelini71 hat geschrieben: Aber ich bin auch der Meinung das man alle Bond Filme Chronologisch abarbeiten sollte , wobei das Original von "Casino Royal" & "Sag niemals nie" nicht als Offizieller Bond Film gelten.
Den Original Casino Royale sollte man als letztes sehen, Sag niemals nie kann man aber ruhig mitschauen, passt am besten in die Moore-Zeit nach Octopussy und vor Im Angesicht des Todes...

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The Punisher
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Beitrag von The Punisher » 26.09.2012, 17:21

Den Original Casino Royale kann man aus lassen, ist eh nur eine unlustige Parodie
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Negan: "Wo willst du denn hin? Ich dachte du willst meine Hilfe"Judith: "Ja aber nur bei Mathe"
Negan: "Warum nur bei Mathe?" Judith: "Weil es den Zahlen egal ist ob du ein guter oder böser Mensch bist"

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Beitrag von Wallnuss » 26.09.2012, 18:08

The Punisher hat geschrieben:Den Original Casino Royale kann man aus lassen, ist eh nur eine unlustige Parodie
Ich meinte die 1954-Version, die Parodie ist überhaupt nicht sehenswert...

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Beitrag von SchizoPhlegmaticMarmot » 26.09.2012, 20:32

also wie ich rausgelesen habe ,sagen die meisten von euch "chronologisch" mal durchgehen,so mach ich das auch. also werd ich mal mit DR.NO anfangen ! :wink: Was mein Geschmack betrifft stehe ich natürlich eher auf Action-betontere sachen,habe aber auch nix gegen etwas "ruhigere" Filme.

Aber Lizenz zum töten klingt auch interessant :)

Zitat:
Lizenz zum Töten ist der einzige Bond-Film, der beinahe in den USA die Altersfreigabe „R“ bekam. Aufgrund marktwirtschaftlicher Aspekte wurde der bislang brutalste Bond für die angestrebte „PG-13“ Freigabe im Vorfeld von der MPAA geschnitten. Bisher gibt es in den USA auch nur diese Fassung zu sehen.

und:
Sowohl Kritiker als auch das Publikum waren sich uneins über diesen Film: Für manche markierte er die Rückkehr zu den klassischen James-Bond-Filmen, da er ernster, sowie spannungs- und actionreicher war. Anderen war der Film durch die drastische Gewaltdarstellung zu extrem. Manche bezeichnen ihn als brutalsten Bond-Film der Reihe (weshalb er gelegentlich auch als „Rambond“ mit Anspielung auf die Rambo-Reihe bezeichnet wird). Einig waren sich die Kritiker des Films nur darin, dass Timothy Dalton dem von Ian Fleming geschaffenen James Bond am nächsten kommt.

"Rambond" klingt doch klasse :lol: :lol:
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2 minus 3 ergibt negativen spaß

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gelini71
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Beitrag von gelini71 » 27.09.2012, 05:46

Erwarte jetzt aber nicht zuviel was Gewalt angeht :wink:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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McClane
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Beitrag von McClane » 27.09.2012, 08:27

"Lizenz zum Töten" finde ich persönlich klasse, aber es ist ein eher untypischer Bond, insofern nicht unbedingt zur Vermittlung eines Ersteindrucks geeignet. Vor allem macht es sehr viel Spaß, wenn man die Vorgänger kennt und man sieht, wo "Lizenz zum Töten" dann andere Wege geht.
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Beitrag von John_Clark » 23.10.2012, 15:22

Skyfall

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Originaltitel: Skyfall
Herstellungsland: UK/Turkey
Erscheinungsjahr: 2012
Regie: Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Bérénice Marlohe, Helen McCrory, Naomie Harris, Ben Whishaw

Was war "Quantum of Solace" doch enttäuschend für mich. Ein höchstens durchschnittlicher Actionfilm präsentierte uns damals Regisseur Marc Forster, mit allen Zutaten, welche ansonsten eher in die Jason Bourne-Reihe passen würden, als in einen klassischen Bond-Film. Es dauerte ganze vier Jahre, bis Daniel Craig sich wieder in den Anzug warf. Doch, nach dem Quantum-Disaster, was konnte man von Bond noch erwarten?

Inhalt:
James Bond (Daniel Craig) ist tot. Offiziell zumindest. Inoffiziell fristet er sein Dasein auf einer Insel in der Karibik, säuft Schnaps und hurt herum. Doch als Terroristen einen Anschlag auf das Hauptquartier des MI6 verüben, kehrt Bond in sein Heimatland zurück...

Ist Daniel Craig nun wirklich ein guter Bond oder nicht? Immer wieder bekomme ich zu hören, wie sehr Pierce Brosnan doch vermisst wird. Brosnans Bond war wesentlich charmanter und unterhalsamer als Craig, der Mann mit den Segelohren, der eher wie ein prügelnder Türsteher mit MMA-Einschlag zu Werke geht, verglichem mit seinem eleganten Vorgänger. Andererseits ist der Hauch Realismus, welcher in Craigs Filmen vorherrscht, vielleicht doch nicht so fehl am Platz.

Die Verpflichtung von Regisseur Sam Mendes, bekannt für eher stillere Werke wie "American Beauty" oder "Revolutionary Road", war doch eher eine Überraschung. "Skyfall" ist die grösste Produktion, an welcher der Brite bisher beteiligt war. Zudem ist "Skyfall" mal wieder ein sogenannter Jubiläums-Bond (50 Jahre James Bond). Schon "Die Another Day" (40 Jahre James Bond) war ein solcher und war voller Anspielungen auf die ersten Abenteuer des britischen Agenten. Hat Mendes sich vielleicht zuviel zugetraut, als er sich auf den Regiestuhl gesetzt hatte?

Nach einer bestens zu Craig-Bonds passenden Eröffnungssequenz und nach dem sehr 60ies angehauchten Skyfall-Intro, gesungen von Adele, zeigt Mendes, wofür er wohl verpflichtet wurde. Er verhalf den Figuren des Bond-Universums zu extremer Tiefe. Selten sah man Bond nachdenklicher, verletzlicher oder eben einfach menschlicher wie in "Skyfall". Craig gab abermals seinen Bond in absoluter Perfektion. Aber eben, wer mit ihm als Bond nicht warm wird, dem wird seine Darstellung auch hier nicht gefallen. Geschmacksache. Javier Bardem wird wohl als einer der besten Bond-Bösewichter Filmgeschichte schreiben. Die Szenen mit Bond und Dench dominierte er, was aber natürlich auch an der Charakterzeichnung lag. Seine Figur des Raoul Silva erinnerte mich zudem in gewissen Szenen an Heath Ledgers Joker. Aber das ist wohl nur meine Ansicht. Judi Dench wurde diesmal wesentlich mehr Screentime eingeräumt als noch in ihren Auftritten davor. Ralph Fiennes hatte etwas weniger Arbeit, aber wirkte in seiner Rolle total souverän. Anderes ist man von ihm sowieso nicht gewohnt. Die beiden Bondgirls sind, wie schon in "Casino Royale" und "Quantum of Solace" nur Beilage. Stören nicht, sind aber auch nicht relevant für den Film. Und mit dem jungen Ben Whishaw wurde der passende neue Q verpflichtet. Besetzung: Top

Wer sich noch daran gestört hat, dass "Quantum of Solace" zu neumodisch daherkam, mit Wackelkamera und schnellen unübersichtlichen Cuts, der wird an "Skyfall" sicherlich seine helle Freude haben. Der Film wirkt herrlich altmodisch inszeniert und modern zugleich und gibt dem Zuschauer das Feeling, das dies auch gerne ein älterer Bond-Film sein könnte. Das Finale ist für Bond-Verhältnisse total untypisch und hinterlässt den Zuschauer mit dem Eindruck, dass 007 wieder da ist - und dass Skyfall wohl einer der stärksten Filme der gesamten Reihe darstellen könnte.

Fazit: Bond is back!

:liquid9: ,5

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Beitrag von StS » 23.10.2012, 18:05

Ähm, Eva Green war in "CR" beileibe nicht nur "Beilage".

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Beitrag von Cinefreak » 28.10.2012, 00:15

James Bond jagt Dr. No

Heute nochmal gesehen. Schwer zu bewerten...auf jeden Fall recht spannend, noch extrem bodenständig und mit einigen guten Einfällen. Die größten Schwächen liegen für mich in dem späten Auftauchen von Dr. No (nach 80 Minuten übrigens!), zudem fand ich den Kampf mit Dr. No einfach zu kurz. Der Film heißt schließlich "James Bond jagt Dr. No"...und dann kämpfen die da keine halbe Minute und dann stürzt Dr. No in seine eigene Pampe..naja...

Nette Girls, einige sehenswerte Szenen - für den Einstieg in die mittlerweile kultige Reihe durchaus nicht übel.

:liquid7:,5 so etwa...


Ist euch eigentlich mal aufgefallen, wie wenig man damals scheinbar über atomare Strahlung wusste?`Von wegen abwaschen bei einer Belastung von 95%....aus heutiger Sicht wirkt das komplett albern...;)
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Beitrag von Wallnuss » 28.10.2012, 20:35

Cinefreak hat geschrieben:
Ist euch eigentlich mal aufgefallen, wie wenig man damals scheinbar über atomare Strahlung wusste?`Von wegen abwaschen bei einer Belastung von 95%....aus heutiger Sicht wirkt das komplett albern...;)
und Spielberg hat auch heute noch keine Ahnung (siehe Indy IV) :wink:

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Beitrag von John_Clark » 29.10.2012, 11:36

Wallnuss hat geschrieben:
Cinefreak hat geschrieben:
Ist euch eigentlich mal aufgefallen, wie wenig man damals scheinbar über atomare Strahlung wusste?`Von wegen abwaschen bei einer Belastung von 95%....aus heutiger Sicht wirkt das komplett albern...;)
und Spielberg hat auch heute noch keine Ahnung (siehe Indy IV) :wink:
Seit Indy 4 hab ich in jedem Zimmer einen leeren Kühlschrank stehen. Wenn die Bombe fällt, ich bin bereit :lol:

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Beitrag von Seemi » 29.10.2012, 19:49

Freu mich auf Skyfall. Am Mittwoch isses soweit.

Und Leute die über den Kühlschrank meckern, sollten sich mal Gedanken über die Bundeslade und den heiligen Gral machen... :roll:
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Beitrag von StS » 29.10.2012, 20:14

Seemi hat geschrieben:Und Leute die über den Kühlschrank meckern, sollten sich mal Gedanken über die Bundeslade und den heiligen Gral machen... :roll:
Nope, ist nicht zu vergleichen. Die Szene mit dem Kühlschrank hat der Indie-Reihe einen fiesen Genickschlag versetzt, von dem sie sich nicht erholte. Nicht umsonst ist die ganze Schose dann auch in die Popkultur-Sprache übergegangen - im betreffenden Kontext hat "Nuke the Fridge" schließlich "Jump the Shark" (seither) abgelöst...

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Beitrag von John_Clark » 30.10.2012, 01:05

Seemi hat geschrieben: Und Leute die über den Kühlschrank meckern, sollten sich mal Gedanken über die Bundeslade und den heiligen Gral machen... :roll:
Also ich find die Szene aberwitzig und find den Film trotzdem ganz okay bis sogar gut oder mehr.

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Beitrag von freeman » 30.10.2012, 08:51

Ich denke, der Kristallschädel hat genug Mankos als dass man sich an der zu keiner Sekunde ernst gemeinten Kühlschrankszene hochziehen müsste ... Die ist doch Serialsstyle pur. Die blöden Aliens sicher net ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Seemi » 01.11.2012, 16:15

Ich sehe den akteuellen Bond-Streifen nicht so euphorisch, gerade im Mittelteil ist er doch recht langatmig und Spannung kommt auch nur in einzelnen Szenen auf, da die eigentliche Bedrohung kaum greifbar wird...
Dafür gibt es tolle Actioneinlagen, haufenweise Anspielungen und eine insgesamt locker-charmante Atmosphäre.
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Beitrag von Wallnuss » 01.11.2012, 18:37

StS hat geschrieben:
Seemi hat geschrieben:Und Leute die über den Kühlschrank meckern, sollten sich mal Gedanken über die Bundeslade und den heiligen Gral machen... :roll:
Nope, ist nicht zu vergleichen. Die Szene mit dem Kühlschrank hat der Indie-Reihe einen fiesen Genickschlag versetzt, von dem sie sich nicht erholte. Nicht umsonst ist die ganze Schose dann auch in die Popkultur-Sprache übergegangen - im betreffenden Kontext hat "Nuke the Fridge" schließlich "Jump the Shark" (seither) abgelöst...
Hatten wir dieses dämliche Thema nicht schonmal? Wie kann man sich an der Kühlschrankszene stören, und trotzdem in Teil 2 übersehen, dass Indy in einem Schlauchboot entkommend aus einem Flugzeug springt und ein Gebirge herunterutscht? Da spielt bei einigen doch zu stark der Nostalgiefaktor mit!
Und die Aliens empfinde ich von der Idee her nicht als störend, die Umsetzung ist bloß völlig misslungen!

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Beitrag von Vince » 02.11.2012, 09:09

Skyfall
Obwohl es rezeptiv immer schwerer fällt, die neuen Bond-Filme als Teil einer alten Traditionsreihe zu akzeptieren, anstatt sie einfach als Installation einer neuen Serie zu verstehen, so stellt "Skyfall" doch wieder unter Beweis, dass die Bond-Reihe eben auch immer ein Produkt ihrer Zeit war. Das macht es legitim, dass Sam Mendes dem modernen Trend zum Ultrarealismus zumindest optisch Tribut zollt. Daniel Craigs dritter Auftritt als britischer Geheimdienstler führt ihn unverhohlen auf die Spur von Christopher Nolans "The Dark Knight", der schon immer mehr Einfluss zu gewinnen scheint: Dramaturgie, Bildsprache und Gegnermodell orientieren sich vollständig an den Mittelteil der Batman-Trilogie.

Dass das nicht zum Abklatsch verkommt, liegt auch an Javier Bardem: Er teilt zwar starke Ähnlichkeiten mit Heath Ledgers Joker und steht in einem ähnlichen Verhältnis zum Protagonisten, zieht aber doch mit sauberem Strich die Linie zum klassischen Bond-Schurken. Die Gesten der Homosexualität behaupten bei ihm nicht etwa eine "Macke" oder "Abnormität", sondern bewusst spielt er sie aus, um dem - in seinen Augen - überholten Modell des harten Außenagenten ein erfolgversprechendes Gegenmodell zu bieten: Das des tastendrückenden Performers und kreativen Lenkers. Dass Mut und Kraft nicht mehr zeitgemäß sind, behauptet dann interessanterweise sogar der neue Q, der eigener Aussage nach an einem Nachmittag zu Hause im Pyjama mehr Schaden anrichten kann als James Bond in seinem ganzen Leben.

Wie Mendes die Veränderungen der Kompetenzanforderungen unserer Welt in die nun 50-jährige Geschichte des Geheimagenten integriert und die Franchise wellengangartig auf eine neue Ära vorbereitet, wie er mit alten Gadgets aus Connery- und Moore-Zeiten spielt und doch den darwinistischen Erfolg zeitgemäßer Methoden behauptet, wie er dann aber wieder die Absurdität dieser Methoden heraushebt und der guten, alten Muskelkraft die Genialität der einfachen Mechanik zuspricht, darin liegt die Klasse seines Films.

Und ja, selbst in den Momenten, in denen der als eher charaktererprobte Regisseur auf Action ausweichen muss, macht er alles besser als sein überfordert auf Bourne'sche Schnittgewitter ausweichender Vorgänger: Die eröffnende Verfolgungssequenz wenigstens ist ein Musterbeispiel an pointierter Bond-Action. Im weiteren Verlauf bleibt Mendes zwar erwartungsgemäß eher auf der Ebene der Figurenausarbeitung und -Verstrickung, setzt aber auch hier starke Akzente wie die schmerzhafte Rückkehr Bonds in seinen Dienst, den zutiefst antiklimatischen Abgang einer mühsam aufgebauten Figur oder natürlich den so unscheinbar beginnenden ersten Auftritt Javier Bardems, der sich in ein böses Spiel steigert. Bemängeln muss man gelegentliche Tempoprobleme im Mittelteil und ein trotz der Explosivität etwas zerrupft wirkendes Grande Finale.
:liquid7: ,5

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Beitrag von Seemi » 02.11.2012, 18:37

Treffend zusammengefasst Vince.

Ich fand die Action zwar, wie gesagt, auch tol,l allerdings hat mich dennoch etwas an der hochgelobten Eröffnungssequenz gestört. Viel zu oft verliert die Kamera hier das eigentliche Motiv aus den Augen und zeigt im Grunde nichts. Hier hätte man sich um etwas mehr Übersicht bemühen oder früher umschneiden können. Das musste mal gesagt werden 8-)
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Beitrag von freeman » 05.11.2012, 09:21

Also mir hat der neue Bond gefallen, weil er sich ziemlich untypisch gab. Bond beherrscht zwar fast jede Szene, dennoch wirkt er wie ein Nebendarsteller in dem Duell M-Bardem, bei dem die Spannung nur so flirrt. Erstaunlich auch, wie sehr Mendes das Tempo in einem Jubiläumsbond herunterschrauben darf und wie er wirklich nur noch highlightartig die Action setzt. Dieser geht in meinen Augen aber einiges an Druck ab. Selbst die größer angelegte Eröffnungsactionsequenz wirkt wie pures Understatement. Der fast schon intime Showdown hätte etwas kompakter sein dürfen, war aber eine coole Abwechslung zum sonstigen Bombast. Allgemein gefielen die Brechungen mit der Reihe (Ich sage nur Gadgets). Auch die zahlreichen Anspielungen an alte Bonds gefielen. In Sachen Bondgirls erlaube ich mir von einem Komplettausfall zu sprechen. Die waren beide sowohl in Anlage als auch Optik ziemlich Panne. Dafür versöhnt dann Mendes absolut souveräne, charaktergetriebene Regie und das Vorgehen, Bardem erst extrem spät im Film auftauchen zu lassen und vorher von der Ahnung von dessen Gefährlichkeit zu zehren. Eine kleine Enttäuschung: Die Kombination des arg klassischen Bondsongs mit dem deutlich abgedrehteren Vorspann. Zu dem hätte der letztmalige Song von Keys und dem White Stripes Kamerad deutlich besser gepasst. Hier wären mal Experimente angesagt gewesen. Dennoch: Cooler Streifen, weit vor den letzten beiden Ergüssen.
:liquid8:

In diesem Sinne:
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Beitrag von McClane » 06.11.2012, 19:52

Ich hab ihn am Freitag gesehen - mit Pause, was die Schwächen des Films leider schon etwas herausstellt, den ich schwächer als "Casino Royale" und etwas besser als (den IMO etwas über Gebühr runtergeputzten) "Quantum of Solace" finde. Die Pause kam an der Stelle, als Bond Bardems Bewacher überwältigt und die Huschrauber anrücken, wodurch der Film in einen rund 80minütigen ersten und einen rund 60minütigen zweiten zerfiel.

Die Anfangsszene ist klassische Bond-Over-the-top-Action mit ordentlich Schmackes, danach hat der Film aber schon so seine Schwierigkeiten, was das Tempo und den Aufbau der Geschichte angeht: Die Casino-Szenen mögen zwar nett anzusehen sein, hätten aber auch gut weggelassen werden können. Daher macht der Film auch den Eindruck eines 120-Minüters, der sich seltsamerweise als 140-Minüter verkleidet hat. Die Girls sind hier suboptimal eingesetzt, aber das kann man auch als Rückgriff auf klassische Bondzeiten sehen, als die Girls gerne mal hübsche Staffage waren und/oder gekillt wurden, damit Bond danach etwas angespornt wurde. Der erste Auftritt von Bardem ist stark, seine Befragung Bonds und das ironisch Belauere bezüglich eventueller homosexueller Erfahrungen Bonds sind eine nette Variation der üblichen Szenen, in denen die Bösewichte Bond fragen oder foltern. Tatsächlich beginnt hiermit ja auch quasi der zweite Teil (zumindest in der von mir gesehenen Vorstellung), der deutlich zackiger und besser ist: Kaum ein Gramm Fett auf den Rippen, stattdessen wird die Geschichte gradlinig vorangetrieben, ohne Charakterisierungen und Subplots ganz außen vor zu lassen - die Hintergrundinfos über Bond und M werden sinnig in die Story eingeflochten. Beim Finale merkt man dann die verhältnismäßig realistische (oder um gehässig zu sein: von Bourne inspirierte) Aursrichtung der neuen Bondfilme, wenn sich Bond und seine Mitstreiter mit Low-Tech-Mitteln gegen ihre Widersacher zur Wehr setzen. Die Actionszenen sind auf jeden Fall eine Wucht, mit Auftakt und Showdown bietet der Film zwei besonders herausragende Spektakel, die einen schönen Rahmen bilden. Insgesamt ein gelungener Bond, mit deutlichen Pacing-Schwächen in der ersten Hälfte, weshalb ich den Hype nicht ganz verstehen kann.

Gute :liquid7:

Ich wusste vorher nicht, dass Judi Dench aussteigt, daher hat mich der Tod von M sehr überrascht. Bin gespannt, was die Zukunft bringt: Mit Moneypenny und einem männlichen M kommt man ja wieder zu dem Bond, den man aus den frühen Filmen kennt, allerdings hatte ich immer sehr große Freude an Denchs Performances als M. Bin gespannt ob Fiennes da ähnliches zustande bringt.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

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Beitrag von freeman » 07.11.2012, 08:41

Hat sich das mit der rapide voranschreitenden Blindheit von Judy Dench eigentlich bewahrheitet?

In diesem Sinne:
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Cinefreak
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Beitrag von Cinefreak » 10.11.2012, 18:28

Anmerkung meinerseits:

Und das möge mir bitte auch keiner übelnehmen...

Ich fände es gut, wenn Wallnuss die Bond-Reviews überarbeiten würde, da sie - wie er selbst sagte - NICHT von ihm sind, sondern von danielcc aus den Bondforen. Sorry, aber das ist meine Meinung und ehrlich gesagt, ist es mir völlig egal, ob man das versteht oder nicht, und auch wenn ich von daniel nicht allzu viel halte, der hat sich stundenlange Arbeit mit seinen Reviews gemacht und wenn du sie schon postet, Michael, hat dein Name beim besten willen da nichts drin zu suchen, schon gar nicht, wenn du die Credits für danielcc dann in mini-Größe schreibst. Und wenn du sagst, das war keine böse Absicht, dann bitte ich dich freundlich, dir die Arbeit zu machen und die Reviews so zu bearbeiten, dass man ganz klar sieht, von wem sie kommen. Ebenfalls fand ich persönlich es nicht besonders gut, dass du uns - bewusst oder unbewusst - so lange in dem Glauben lässt, die Reviews sind von dir, wenn ein anderer sich da die Finger für wundgeschrieben hat. Das habe ich dir seit Wochen versucht, per pn klarzumachen, und ich hoffe, dass du verstehst, dass ich meine Enttäuschung darüber - ungeachtet dessen, dass wir uns ganz gut verstehen und ich NICHTS gegen dich habe, hier jetzt offen schreibe. Ich bitte dich auch, den BEitrag so lange stehenzulassen, bis du die Sache bereinigt hast. Und wie gesagt, das ist nicht böse gemeint, aber fairplay finde ich einfach wichtig.

gruß
michael
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Beitrag von John_Clark » 10.11.2012, 20:40

Cinefreak hat geschrieben:Anmerkung meinerseits:

Und das möge mir bitte auch keiner übelnehmen...

Ich fände es gut, wenn Wallnuss die Bond-Reviews überarbeiten würde, da sie - wie er selbst sagte - NICHT von ihm sind, sondern von danielcc aus den Bondforen. Sorry, aber das ist meine Meinung und ehrlich gesagt, ist es mir völlig egal, ob man das versteht oder nicht, und auch wenn ich von daniel nicht allzu viel halte, der hat sich stundenlange Arbeit mit seinen Reviews gemacht und wenn du sie schon postet, Michael, hat dein Name beim besten willen da nichts drin zu suchen, schon gar nicht, wenn du die Credits für danielcc dann in mini-Größe schreibst. Und wenn du sagst, das war keine böse Absicht, dann bitte ich dich freundlich, dir die Arbeit zu machen und die Reviews so zu bearbeiten, dass man ganz klar sieht, von wem sie kommen. Ebenfalls fand ich persönlich es nicht besonders gut, dass du uns - bewusst oder unbewusst - so lange in dem Glauben lässt, die Reviews sind von dir, wenn ein anderer sich da die Finger für wundgeschrieben hat. Das habe ich dir seit Wochen versucht, per pn klarzumachen, und ich hoffe, dass du verstehst, dass ich meine Enttäuschung darüber - ungeachtet dessen, dass wir uns ganz gut verstehen und ich NICHTS gegen dich habe, hier jetzt offen schreibe. Ich bitte dich auch, den BEitrag so lange stehenzulassen, bis du die Sache bereinigt hast. Und wie gesagt, das ist nicht böse gemeint, aber fairplay finde ich einfach wichtig.

gruß
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Oha. Fiel mir bisher nicht auf. Aber ich bin da echt voll deiner Meinung. Wir sollten nur unsere eigenen Reviews hier reinstellen. Ich wäre echt sauer, würde ich eines Tages meine Reviews von jemand anderem geposted irgendwo online finden.

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