Nachdem wir uns im Zuge der "Ballerina"-Diskussionen über den Film gezofft haben und ich von Wiseman sonst alles, was ich bisher gesehen habe, mochte, habe ich dem Remake in der Extended Version nochmal eine Chance gegeben.
Total Recall (2012) - Extended Version
Meine Erstsichtung ist jetzt schon 12 bis 13 Jahre her, kann also keine Direktvergleiche anstellen, sondern musste mich mit der Lektüre des Schnittberichts begnügen. Alles in allem wird aber kein wahnsinnig neuer Film daraus, auch sonst kann ich mich auch in der Extended hinter
meine Einschätzung von damals stellen. Eine Sache ist mir bei der Zweitsichtung noch aufgefallen, nämlich dass TR 2012 in Sachen physikalische Unglaubwürdigkeit sogar den 50-Meter-Sprung aus "Vertical Limit" in die Tasche steckt, wenn Quaid und Melina auf einer Außenleiter ungesichert am Erdfahrstuhl rumklettern, der mit einer Geschwindigkeit brettert, dass man in kurzer Zeit die komplette Erde durchquert hat.
Ansonsten sind mir noch ein bekannte Gesichter aufgefallen, die ich in der Kinofassung nicht bemerkt hatte, etwa John Cho als Rekall-Mitarbeiter oder TBBT-Raj als Nachrichtensprecher. Kommen wir zu den Änderungen, die den Film wieder doppelbödiger und etwas intelligenter macht. Dass hier auch noch eine Gesichts-OP als Quaid/Hauser stattfand, ermöglicht eine Ethan-Hawke-Nebenrolle und wird filminhärent erklärt, hat aber wenig Bewandtnis, da alle relevanten Figuren den neuen Quaid/Hauser sofort erkennen und annehmen, kein Misstrauen, keine Paranoia (Eine Szene leicht paraphraisiert: "Isser das wirklich?" - "Jup" - "Alles klar, darf mitkommen"). Die "Intervention" durch Harry dagegen wird in der Extended so dermaßen ausgewalzt, dass man nicht mehr weiß, ob man es albern oder nervenzehrend finden soll. Ein paar kleinere Härten sind hinzugekommen, letzten Endes ist das aber nur leicht aufgemotztes PG-13-Kino, was ja nicht schlimm wäre, wenn die Actionszenen mehr Druck und Dringlichkeit hätten.
Aber auch nach der zweiten Sichtung kann ich TR 2012 da bestenfalls als durchwachsen bezeichnen. Die ganzen Jagden durch die Stadt (vor allem die Sprünge auf die Fahrstuhl-Quader) sehen aus wie Super Mario mit "Blade Runner"-Skin. Die Schießereien sind okay, am meisten punktet der Film in den Nahkämpfen der Bourne/MMA-Choreo, vor allem wenn Beckinsale und ihre Stunt Doubles dabei sind, aber davon gibt es nur eine Handvoll. Insgesamt verbessert sich der Film minimal in meiner Gunst, aber schwach bleibt der immer noch.

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