Cheerleader. Blondinen. Zombies. Ein cooles Cover. Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, warum ich mich für „
Zombie Blondes” (2009) aus der Feder von Brian James entschieden habe. Die Geschichte der Teenagerin Hannah, welche mit ihrem Vater in eine abgelegene US-Kleinstadt zieht und in der dortigen Schule Mitglied der überaus beliebten Cheerleader-Truppe zu werden versucht, von denen durch die Bank weg alle
nahezu perfekter Natur sind – also blond, hübsch, athletisch, blass etc. – wird gleichermaßen ersprießlich wie ansprechend aus ihrer Perspektive heraus präsentiert, weshalb einem die Figur von Beginn an sympathisch ist und sie einem auch prompt einen ergiebigen Zugang zu der Materie gewährt…
Nachvollziehbar wird Hannah´s Hoffnung vermittelt, dieses Mal (in diesem Städtchen) eventuell
mit zu den Angesagten zu gehören – ebenso wie alle mit der Situation in Verbindung stehende Faktoren und Gefühle (á la sich in jenen bestehenden „Mikrokosmos“ einfügen zu müssen, der damit einhergehende Druck oder die generellen Unsicherheiten und Selbstzweifel in jenem Alter). Im Sinne einer Betrachtung der „gesellschaftlichen Situation“ unter den Schülern erweckt das Gebotene einen durchaus stimmig anmutenden Eindruck und erfüllt seinen entsprechend angedachten Zweck sehr gut. Auf gleichermaßen inspirierte Weise wird die Frage danach angegangen, ob man lieber
seine Individualität bewahren möchte oder eher zur „uniformen Führungsgruppe“ gehören will – denn u.a. ist es so, dass alle Mädels im Team ihr Aussehen einander angleichen und sogar ihre Namen derart abändern (müssen), damit diese fortan jeweils denselben ersten Buchstaben tragen…
Lange Zeit belässt es die Geschichte im Unklaren, ob es sich bei den Cheerleadern nun
tatsächlich um „Untote“ oder einfach nur um eine
im übertragenen Sinne so zu charakterisierende Clique handelt. Das (männliche) Football-Team steht indes übrigens unter demselben Verdacht. Quasi im Einklang damit verhalten sich die meisten Personen im Ort
irgendwie eigenartig: Wissen sie mehr darüber, haben sie Angst vor den beiden Gruppierungen, sind sie „Komplizen“ oder nur leidenschaftliche Anhänger ihrer erfolgreichen Teams? Die kreierte Atmosphäre hat mich an jene einiger netter B-Movies erinnert, wie z.B. „Disturbing Behaviour“ – inklusive einzelner „Horror-Sequenzen“
der anständigen Art. Das Action-reiche Finale entfaltet sich meiner Meinung nach allerdings etwas zu überhastet, weshalb ich mir da schon rund 25 Seiten mehr gewünscht hätte: Während der Aufbau der Ereignisse angenehm ruhig daherkommt, zieht der letzte Akt dagegen erstaunlich schnell am Leser vorüber – und bleibt im Zuge dessen sowohl hinter der Qualität des Vorangegangenen als auch hinter seinen grundsätzlichen Möglichkeiten zurück…
Fazit: „Zombie Blondes“ ist ein kurzweiliges Buch, das durchaus brauchbar zu unterhalten vermag – dessen „Abwicklung“ (am Ende) jedoch zu oberflächlich und knapp gefasst daherkommt, um dem Werk einen umfassend befriedigenden Abschluss zu verleihen. Zwar erkeimt nie wirklich echte Hochspannung – dafür kann man sich aber (u.a.) prima in die Hauptfigur hineinversetzen und ist die erzählte Story beileibe keine uninteressante…