Filmtagebuch: Vince

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gelini71
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Beitrag von gelini71 » 25.08.2013, 15:45

Nein, der Pilotfilm ist ja der Einstieg in die Serie. Es geht um konkret "Twin Peaks - Der Film", der ist wie gesagt ein Prequel aber sollte keinesfalls vor der Serie angeschaut werden.
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von Sir Jay » 25.08.2013, 16:02

ja wer macht denn solche sachen? ;)

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Beitrag von gelini71 » 25.08.2013, 16:07

Im alten Visionforum gab es mal einen - k.A. wer das damals war. Der dachte halt "Prequel - schaue ich den halt als erstes" und dann...tja, war der Spaß dahin :lol:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Vince
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Beitrag von Vince » 15.09.2013, 11:23

Hat sich viel angesammelt zuletzt:

Die Qual der Wahl
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Wie die meisten Ferrell-Filme folgt auch dieser vor allem der Grundidee, die in erster Linie viel Reibungspotenzial bieten muss und diverse Szenarien auf dem Silbertablett servieren sollte, bei denen die Darsteller szenenweise bis zum Kragen in Peinlichkeiten versinken. Das war bei „Stiefbrüder“ so, bei „Die Eisprinzen“, „The Anchorman“ und natürlich ist das auch so, wenn zwei Kandidaten um ein politisches Amt aufeinandertreffen. Ferrell und Galifianakis begegnen sich – abgesehen von der Körpergröße – dabei voll und ganz auf Augenhöhe, und das ist es gerade, wovon der Film lebt – er eröffnet einen unberechenbaren Schlagabtausch und schiebt jedem mal den schwarzen Peter zu, so dass beide mitunter wie Vollidioten aus jeder Runde gehen. Das von der Anlage her schon versprochene Kabinett der Peinlichkeiten lässt auch nicht lange auf sich warten, die Haupdarsteller wissen durchaus, wie sie sich angemessen zu blamieren haben. Als Politsatire lässt „Die Qual der Wahl“ allerdings den notwendigen Biss und auch die Tiefe vermissen; eher werden Allgemeinplätze gestreift als konkrete Bezüge vorgenommen. Man sollte also schon reinen Klamauk erwarten, dann lässt sich „Die Qual der Wahl“ trotz teils schwankender Mittel und Wege des Humors und einer daraus entstehenden Disharmonie durchaus gut konsumieren, zumindest bis zum schlaffen Hollywood-Ende.
:liquid6:

Warm Bodies
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Die Sozialisierung des Zombies hat schon Romero selbst längst in die Wege geleitet, als er mit “Day Of The Dead” den dritten Teil seiner Zombie-Reihe drehte; in den Comedy-Sektor ist der umgängliche Zombie auch spätestens mit “Fido“ bereits eingedrungen. „Warm Bodies“ geht den Ansatz dennoch wieder ganz neu an, immerhin ist seither die „Twilight“-Trilogie geschehen und Romantik hatten wir in dieser Form mit Zombies noch nicht. Also ran mit den Jungstars and den verwesenden Speck, ein hübsches Mädel mit einem Zombie-Emo auf engen Raum gepackt und genug Zeit gegeben, damit beide sich über das „Geh weg, du ekliger Untoter“ hinaus mal besser kennenlernen. John Malkovich hat in einer Nebenrolle die Aufgabe, das Feld nicht ganz den Teenagern zu überlassen.
Nun weiß „Warm Bodies“ in den Anfangsminuten ja immerhin einige Zombie-Klischees geistreich zu verarbeiten und liefert auch manchen Insider-Gag (nie aber so pointiert wie etwa der Animationsfilm „Para-Norman“), macht aber gleichzeitig schon viel früher als erwartet einen großen Fehler: Er gliedert „nette“ Zombies und „böse“ Zombies fein säuberlich auf, um also trotz der lieben Untoten noch ein bequemes Feindbild zu haben. Anstatt das Wagnis einzugehen, einen natürlichen Verfallsprozess zu zeigen, bei dem die im Inneren noch lodernde Menschlichkeit irgendwann für immer erloschen ist, stehen die klassischen geschminkten Darsteller einer CGI-Meute entgegen, die eher an klassische tanzende Skelette erinnern als an Zombies.
Mit dieser Anlage lässt sich langfristig leider kein Blumentopf gewinnen; dass es später melodramatisch und kitschig werden würde, ließ sich ja schon aus dem Trailer lesen, hier war also ohnehin nicht viel zu erwarten, allerdings hätte man doch gehofft, dass der Fisch auch schon an der Flosse stinken würde.
Eine nette Alternation eines mittlerweile ganz offensichtlich in den Mainstream übergegangenen Subgenres, leider viel zu zahnlos umgesetzt.
:liquid4:

End Of Watch
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Nihilistischer Copthriller, der seinen Nihilismus aber auch daraus bezieht, dass er entgegen des Eröffnungsmonologs aus dem Off am Ende keine moralische Erkenntnis verbreiten kann oder will. „End Of Watch“ ist - soweit inzwischen ein typisches Charakteristikum für den Polizeifilm - aus Authentizitätsgründen fast vollständig in Handkamera oder anhand von installierten Kameras (etwa im Polizeiwagen oder über Überwachungsvideos) gefilmt, wobei neben belanglosem Small Talk auch wichtige bis existenzielle Fragen zwischen den beiden Freunden ausgetauscht werden, die als Hauptcharaktere fungieren. Dramaturgische Kniffe bleiben selbst in bedeutungsvollen Szenen komplett außen vor, die Ereignisse reihen sich gleichberechtigt nebeneinander und dem Zuschauer wird die Aufgabe zuteil, die Bedeutung der Szenen selbstständig zu gewichten. Am Ende kann man aber gerade angesichts privater Szenen wie den Aufnahmen von der Hochzeit nur mit negativen Gedanken in den Abspann gehen, weil das Übel auf den Straßen scheinbar durch kein Ereignis eine Wendung nehmen kann. „End Of Watch“ lässt sich schwer verarbeiten, und es mag Monate brauchen, bis sich seine Qualitäten endlich entfalten.
:liquid7:

Alamo
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John Waynes einzige volle Regiearbeit ist ein aufwändiges und imposantes Westernepos von stolzen zweieinhalb Stunden Lauflänge, dem eigentlich nur die eigene Ambitioniertheit im Weg steht; manchmal wirkt der Film fast schon zu ausgefeilt. Jede Szene voller Bedeutung, nichts scheint wirklich dem Zufall überlassen, und das Moment der Überraschung wird einfach zu selten angewandt. Davon abgesehen brennt Wayne aber ein wahres Feuerwerk ab, die Verteidigung des Forts von Alamo erweist sich als packend, auch weil hinter den Attacken nicht einfaches Gut und Böse steht, sondern eine als differenziert zu bezeichnende Betrachtung der Gegenseiten. Von besonderem Interesse ist die Zusammenstellung der Verteidiger Alamos, die sich zuerst selbst zusammenraufen müssen, um gegen den gemeinsamen Gegner bestehen zu können.
:liquid7: ,5

Jack And The Giants
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Zuschnitte auf eine Altersgrenze fallen leider meistens ziemlich auf, in diesem Fall so deutlich wie lange nicht mehr: “Jack And The Giants” ist herzloser, wahllos zu einem Häufchen Elend gekürzter Blockbuster-Müll mit einer langweilig interpretierten Geschichte, fahlen Darstellern (nicht mal Ewan McGregor kann die Kohlen aus dem Feuer holen) und extrem unschön animierten Riesen. Nicht nur hat man permanent das Gefühl, dass etwas fehlt (nicht nur an der Stelle, an der für Deutschland tatsächlich geschnitten wurde); das, was noch da ist, erweist sich für den einstmaligen „X-Men“-Regisseur als Armutszeugnis, auch wenn man durch den ähnlich redundanten „Superman“ hätte gewarnt sein können. Die ungefähr zeitgleich gestartete „Oz“-Neuverfilmung habe ich noch nicht sichten können, im direkten Vergleich kann sie aber eigentlich fast nur gewinnen.
:liquid3:

To Rome With Love
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Ein weiterer Altmeisterstreich Woody Allens, der eine Art von europäischer Spätromantik mit jedem Film weiter entdeckt und alles, was er findet, praktisch verlustfrei an den Zuschauer weitergibt. „To Rome With Love“ mag durch den von Alec Baldwin verkörperten Meta-Erzählbogen formell unorthodoxe Methoden anwenden (aber doch auch wieder nicht viel anders als die Zeitsprünge von „Midnight In Paris“ oder die Totenwelt von „Scoop“), in seinen Aussagen ist es aber immer noch ein typischer Allen, mit all der intellektuellen Begeisterung für Kunst, dem verzeihenden Blick auf Affären, der Unverbindlichkeit im Umgang mit fremden Menschen und der kurzen Halbwertszeit von Ist-Zuständen. Ebenso wie vorher Barcelona, London und Paris wird auch Rom ein ganz exklusiver Blick zuteil, mit Farben und Beleuchtungswinkeln, bei denen man am liebsten gleich die Koffer packen und nach Italien fliegen würde. Eine besondere Erwähnung hat einmal mehr Roberto Benigni verdient, der in einem Nebenstrang als „Promi ohne Grund“ eine herrliche Performance aufs Parkett legt.
:liquid8:

Spieglein Spieglein
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Es scheint, als habe Tarsem Singh endlich seine wahre Bestimmung gefunden. Haben zumindest „The Cell“ und „The Fall“ noch vorgeben müssen, hinter den Bilderfluten einen tiefen Inhalt zu verbergen (bei „Krieg der Götter“ kann man das schon nicht mehr mit Überzeugung behaupten), so ist dies bei seiner Schneewittchen-Verfilmung nicht mehr nötig. Er versucht gar nicht erst, dem Märchen neue Subtexte abzuringen, sondern konzentriert sich darauf, einfach einen perfekt arrangierten Kostümfilm zu basteln. Und das gelingt ihm natürlich mühelos. „Spieglein Spieglein“ ist voll von verrückten Visuals, eine zuckersüße Kalorienbombe von Film, die den angestrengt düsteren „Snow White And The Huntsman“ gerade visuell ohne Probleme abhängt, ihm aber eben auch sonst den Rang abläuft, weil eben auch inhaltlich nichts verkorkst wirkt. Klar, dass das Mädel im Abspann zu tanzen anfängt, wo soll die ganze Energie auch sonst hin? Und Julia Roberts, ob man sie mag oder nicht, hat einen Riesenspaß daran, die fiese Mistkuh aus dem Sack zu lassen. Viel hängen bleibt zwar nicht (abgesehen von dem ein oder anderen Lolly), aber hey, besser eine ehrliche Kitschbombe als ein verquaspeltes Starvehikel.
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Carnival Of Souls
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Minimales Budget, maximaler Effekt: Mag der Plot von “Carnival Of Souls” ebenso wie die ganze Bildsprache – grell geschminkte Schattengesichter vor unheimlicher Kulisse – drei Jahre nach „House On Haunted Hill“ ein typisches Produkt der William-Castle-Scary-Welle sein, besticht der Film aber doch mit originellen Sequenzen voller unheimlicher Momentaufnahmen und absonderlicher, rätselhafter Handlungsabfolgen. Eigentlich ein typischer Film, bei dem die Gefahr in der Nacht kommt, besticht das Drehbuch aber zusätzlich mit dem Kniff, dass die Protagonistin auch im Hellen und in der Gesellschaft von Menschen in Gefahr scheint: Ihr einziger menschlicher Bezugspunkt ist nämlich ein anderer Hotelgast, der einerseits Sicherheit vor den gruseligen Heimsuchungen bedeutet, andererseits für seine Gesellschaft aber (unausgesprochen) einen vielleicht zu hohen Preis fordert. Sidney Berger spielt diesen penetranten Mann so überzeugend, dass man sich nicht sicher ist, ob er wirklich das geringere Übel als der Geist ist. Candace Hilligoss wirkt in der Hauptrolle manchmal wie Barbara aus „Night Of The Living Dead“ und weiß die Verwirrung und Hilflosigkeit angesichts einer zerbrechenden Welt hervorragend zu transportieren. Viele Einstellungen scheinen übrigens auch einen inspirierenden Effekt auf David Lynch gehabt zu haben, als er „Lost Highway“ drehte – die Autowerkstatt, der spärlich beleuchtete Blick auf den Highway, der langsame Gang des Untoten auf die Kamera zu mit ausgestreckter Hand…
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Beasts Of The Southern Wild
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Die Kamera wackelt aufgeregt über eine kleine Insel irgendwo in den Südstaaten und bekommt Armut und Verfall zu fassen, überschwemmte Wellblechhütten, bröckelnden Putz, rostige Autos und eine giftige Erste-Welt-Industrie am weit entfernten Horizont, doch weder die Kamera noch die Bewohner, die hier und da mal durch ihr Bild laufen, scheinen sie noch bewusst wahrzunehmen. Ebenso beiläufig wird die Schönheit dieses Fleckchens Erde eingefangen: Palmen, Sandstrände, Menschen mit gehärmter Haut, die dies ihre Heimat nennen. Dennoch ist der Blick auf die Lebensumwelt der kleinen Hauptfigur „Hushpuppy“ ein zutiefst romantischer. Ein Feuerwerk explodiert gleich in den ersten Filmminuten und wirft ein Spektrum an unglaublichen Farben auf die Insel. Ähnlich dynamisch die Szene, in der einer großen Familie aus Verwandten und Freunden ein gigantischer Korb voller Meeresfrüchte vor die Füße gekippt wird. Bis zum Berg stehen diese Menschen plötzlich in Krabben. Eine Metapher für die Relativität von Reichtum, denn würde der Betrachter aus der westlichen Welt diese Szene nicht unbedingt mit Reichtum in Verbindung bringen, so sieht man der Zufriedenheit in den Gesichtern dieser Leute doch an, dass genau dies zutrifft.
Kontroversen Stoff hat sich der studierte Soziologe Benh Zeitlin für sein Spielfilmdebüt ausgesucht. Insbesondere, da er das Leben in Armut, das durch den Hurrikan Katrina in einschneidenderweise verändert wurde, so inszeniert, dass beim Betrachter starkes Fernweh eintreten kann, bestärkt dadurch, dass natürlich ausgerechnet ein kleines Mädchen die Hauptrolle spielt, das durch die Ereignisse selbstverständlich stark geprägt wird. „Beasts Of The Southern Wild“ ist ein zutiefst manipulativer Film, der sich märchenartiger Erzähltechniken annimmt, in der letzten Konsequenz aber doch die allzu strikte Ausformulierung einer moralischen Komponente meidet. Das bewahrt ihn allerdings nicht davor, zu bewährten Tränendrückern in Form ethischer Fragestellungen zu greifen, die aus dem Lehrbuch der Pro-und-Kontra-Argumentation stammen.
Dennoch kann man sich der Sogkraft der teilweise überwältigenden Bilder wohl kaum entziehen, sie werden aber immer von einem bitteren Geschmack begleitet, der aber nicht anders auch Filme wie „Slumdog Millionaire“ betrifft.
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Veronika beschließt zu sterben
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Sarah Michelle Gellar, von der ich sonst nicht allzu viel halte, liefert hier die beste Leistung ab, die ich jemals von ihr gesehen habe; die Mischung aus Melancholie und Passivität bringt sie hervorragend rüber und sorgt damit für ein stabiles Zentrum, das im Film für eine philosophische Betrachtung der Todessehnsucht genutzt wird. Ohne die Möglichkeiten moderner Medizin würde die Handlung von „Veronika beschließt zu sterben“ nicht stattfinden können, und so ist es auch eine kontroverse Diskussionen der Optionen und des moralischen Dilemmas, das in dem Komplex des Selbstmordgedankens, der unabwendbaren Sterblichkeit und dem sozialen und psychologischen Umgang (in Verbindung mit der Einrichtung, in die Veronika nach ihrem Selbstmordversuch eingeliefert wird) aufgeht. Das Filmende allerdings führt viele Diskurse, die das Drehbuch mühsam aufbereitet, völlig ad absurdum. Ob die Wendung der Ereignisse dem Zuschauer gefällt, muss er wohl für sich entscheiden. Mir persönlich fehlt hier ein wenig die Poesie, die zuvor heraufbeschworen wurde.
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Lachsfischen im Jemen
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Was wie eine wirtschaftspolitische Satire beginnt, die ein ökonomisch unhaltbares Vorhaben zum Zentrum macht, das auf den Wünschen eines Einzelnen mit viel Geld beruht, und was diesen Sachverhalt seitens der von Ewan McGregor gespielten Hauptfigur mit herrlich bissigen Kommentaren quittiert wird, formt das immer schwächer werdende Drehbuch bald in eine konventionelle Liebesgeschichte, die alles beinhaltet, was die romantische Vorstellung hergibt: Zwei Kollegen mit unterschiedlichen beziehungstechnischen Problemen finden inspiriert auch durch die wunderschöne Umgebung nicht nur den Sinn in ihrer Arbeit, sondern auch langsam zueinander. Ist dieser Werdegang einmal besiegelt, kann sich die Romanverfilmung nur noch über die traumhaften Drehorte, die Euphorie des Scheichs (der immerhin ganz anders gezeichnet wird als man es normalerweise gewohnt ist), Ewan McGregors wie so oft lebendiges Spiel und die auch weiterhin treffsicheren Dialoge retten, indes man inhaltlich kaum mehr anderes erwarten kann als die zuverlässige Erfüllung von Klischees. „Lachsfischen im Jemen“ ist ein schöner Film, allerdings wäre er ungleich schöner gewesen, hätte man sich den kritischen Ton der ersten halben Stunde beibehalten.
:liquid6:

Die Goonies
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Ein waschechter Abenteuer-Klassiker in einer Art, wie nur die 80er ihn hervorbringen konnten, mit einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen in den Hauptrollen, die automatisch einen Hauch Coming-Of-Age in das ansonsten strikt nach Indiana Jones konzipierte Drehbuch bringen. Insgesamt wird der Fokus etwa gegenüber „Stand By Me“ deutlicher auf den Abenteueraspekt gelegt; Richard Donner interessiert sich vor allem für die Magie der Entdeckung verborgener Türen und Wege und der Geheimnisse, die sich auf dem unentdeckten Pfad ergeben. Typisch für die Zeit ist, dass nicht nur die aufwändigen Bauten bis hin zum großen Piratenschiff in der verborgenen Bergaushöhlung dieses besondere Flair des Phantastischen ausstrahlen, sondern bereits die gemütlich wirkenden ersten Szenen im Haus, das die Goonies praktisch bereits erobert haben (der Garten ist ein Labyrinth aus mechanischen Vorrichtungen zur Ausführung vergleichsweise einfacher Funktionen, damit also bereits voll im Besitz der Kinder, und die Mutter schaut nur kurzzeitig hinein, um gleich darauf wieder von dannen zu ziehen). Donner vermeidet damit unschöne atmosphärische Brüche und erlaubt es dem Zsuchauer, komplett in die Welt einzutauchen. Dass angesichts der Wettjagd um den Piratenschatz zwischen Kindern und Ganoven die tieferen Momente, wenn überhaupt, nur in kleinen Verschnaufpausen Platz finden, mag bedauerlich sein, ist aber angesichts des flüssigen Ablaufs durchaus verschmerzbar.
:liquid8:

Unzertrennlich - Inseparable
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Werbeträchtig in Anlehnung an „Kick-Ass“, „Super“, „Defendor“ etc. vermarktet, geht die chinesische Produktion mit freundlicher Beteiligung von Kevin Spacey und Peter Stormare in Wirklichkeit einen komplett anderen Weg. Eine Superheldenparodie ist dies nicht, eher ein humoristisch aufbereitetes psychologisches Portrait eines Mannes (Daniel Wu), der privat und beruflich vor Trümmerhaufen steht und daran zu zerbrechen droht.
Kevin Spacey spielt seinen Nachbarn, und interessanterweise ist es nicht er als Amerikaner, der sich in eine fremde Kultur integrieren muss. Diese Figur ist mit sich selbst vollkommen im Reinen, und Spacey nutzt das, indem er auf den zu Tode betrübten Nachbarn mit flapsigem Humor reagiert und hochernsten Themen mit ungeahnter Leichtigkeit ihren Schrecken nimmt. Es ist eine Freude, dem Zweigespann in diesen Momenten zuzusehen, allerdings ahnt man auch, dass die Leichtigkeit nicht lange vorhalten wird. Und so geschieht es dann auch, dass der Film zum Ende hin einen ernsteren Ton anschlagen möchte, was der logische Folgeschluss sein mag, für den Film aber nicht die beste Entscheidung. Zumal man den diversen Plottwists als Zuschauer sowieso immer meilenweit voraus ist (der Film streut hier so viele Hinweise ein, dass man vermuten muss, es sei sogar gewollt, dass man vor den Figuren Bescheid weiß; andererseits inszeniert er aber doch immer aus der Perspektive der Hauptfigur, was ein narratives Dilemma zur Folge hat), verhaspelt sich das Drehbuch zunehmend in schwerfälliger Aufbereitung vergangener Ereignisse. Insgesamt noch ein vergnüglicher Film, der aber deutlich mehr Potenzial gehabt hätte.
:liquid5:

The Watch – Nachbarn der 3. Art
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Das „Evolution“-Syndrom: Irgendwie wirkt es so, als habe jemand ein Drehbuch für einen Horrorfilm geschrieben, bei dem eine Nachbarschaftswache einer Alieninvasion auf die Spur kommt, und als der Drehbuchautor sein Werk einreicht, meint der Produzent, Nachbarschaftswachen sind zu lächerlich für einen Horrorfilm, also machen wir doch einfach eine Komödie draus. Ben Stiller sieht sich nun also der Aufgabe ausgesetzt, mit aller Macht der Komik gegen einen klassischen SciFi-Horror-Plot anzukämpfen, und die Mühe steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein Panoramaweitblick auf das Sonnensystem mit verballhornendem Off-Kommentar soll witzig in den Film einleiten, der Ton bleibt aber merkwürdig ernst, inklusive ekligem Aliendesign. Subtiler Humor würde da einfach umgehen, und subtil ist sowieso eher weniger die Sache Stillers, Vaughns & Co., entsprechend platt, teilweise auch geschmacklos kommen die Gags daher, um überhaupt auffallen zu können. Das amerikanische Bürgerwehr-Syndrom hätte dagegen durchaus noch offensiver thematisiert werden können, denn manchmal blitzt kurz auf, was hier rauszuholen gewesen wäre.
:liquid4:

Breaking Bad – Season 2
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Die Serie steigert sich etwas und wird langsam zumindest ein schönes guilty pleasure, wenn man die Entwicklungen der haarsträubenden Ereignisse mal nicht zu sehr unter die Lupe nimmt. Es ist aber auch viel style over substance im Spiel: Walts Drogendealer-Outfit nimmt ja beinahe schon Tarantino-Ausmaße an. Stark immerhin nach wie vor die Leistung von Aaron Paul, der es schafft, alles Mitleid der Welt auf seine Seite zu ziehen, obwohl er für die meisten seiner Schlamassel selbst verantwortlich ist. Als vielversprechender Neuzugang erweist sich auch der von Bob Odenkirk gespielte schmierige Anwalt. Angesichts des Unterhaltungswertes der Serie (die merkwürdigerweise dennoch hier und da Tempoprobleme aufweist) sei es dann auch verziehen, dass die Schlinge, die sich um Walt zwischen Krankheit, Familie und Drogengewerbe zuzieht, zunehmend konstruierter wirkt.
:liquid7:

30 Rock – Season 5
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Auch im 5. Jahr ist 30 Rock noch auf der Höhe seiner Zeit, das Konzept trockener Office-Slapstick ohne Lachkonserven immer noch frisch (und erstaunlicherweise unkopiert). Aufhänger sind die Cliffhanger-Fortführung der 4. Staffel mit Liz-Lemon-Love-Interest Matt Damon sowie die kurzzeitige Abwesenheit die Serienträger Jack McBrayer und Tracy Morgan, die sich teilweise vom Sender abkapseln (um außerhalb ihren Spökes zu treiben) und damit aufzeigen, was das Rockefeller Plaza ohne sie wert wäre. Schade, dass inzwischen das Ende der Sitcom bekannt geworden ist.
:liquid8:

Weitere Sichtungen:
Elysium
GI Joe – Retaliation
The Bay
Red Dawn
Death Race 3
Twixt
Hänsel & Gretel – Hexenjäger
The Informers

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Beitrag von Vince » 22.09.2013, 16:55

Robot & Frank
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Eine sehr nahe Zukunftsvision, in der sich oberflächlich betrachtet gegenüber der heutigen Zeit wenig verändert hat, abgesehen davon, dass vollfunktionale Roboter das Leben insbesondere alter Menschen vereinfacht haben. Die alten Menschen im Film, das sind die heutigen 30er, so wird ein direkter Bezug hergestellt. Jake Schreiers Film bleibt durchgehend minimalistisch und ruhig, entsprechend unspektakulär fällt auch das Ende aus. Schreier ist vollständig damit beschäftigt, in die Gedankenwelt der von Frank Langella gespielten Hauptfigur einzudringen und zu veranschaulichen, wie die Roboter als Verlängerungen der Talente von einstmals (in diesem Fall: Diebstahl und Raub) eingesetzt werden können. Der Film erzählt also im Kleinen darüber, wie sich die Handlungs- und Rezeptionsmöglichkeiten des Menschen durch die Fortentwicklung der Technik verlagern. Bücher indes werden nur noch als nostalgisches Relikt gehandelt. Seinen wahren Reiz übt der Film im großen Kontext aus, der aber nie gezeigt wird: Wenn ein kleiner Gauner wie Frank schon so viel mit dem Roboter anstellen kann, was mag dann auf Regierungsebene möglich sein?
:liquid6:

From Beyond
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Die vielen aufwändigen und besonders ekligen Spezialeffekte im Film beschwören mühelos den frühen Cronenberg herauf, indem sie die Redundanz des Fleisches betonen, das sich in vielen Sequenzen wie Knetmasse nach Belieben verformen lässt und immer wieder unmotivierte Wülste schlägt und gar neue, der Natur spottende Kreaturen hervorbringt. Für Stuart Gordon und Jeffrey Combs ist es sowieso ein Archetyp von Film: Lovecraft-Exploitation, ungewöhnlicherweise mit viel Respekt vor dem Sujet und ohne es allzu sehr zu verformen, aber eben vor allem interessiert am Ekelfaktor. Gerade weil die Sets so wunderbare Erinnerungen an die alten Universal-Frankenstein-Filme wecken, überrascht es dann doch, dass sich die Charaktere nicht unbedingt den Schablonen gemäß entwickeln; vor allem Barbara Crampton sorgt für unvorhergesehene Ereignisse.
Sehr gelungen übrigens auch die Neuauflage als BR im 3-Disc-Digipak, die für das neu gegründete ofdb-Label ja das Debüt darstellt.
:liquid8:

The Dinosaur Project
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Als Dinofilm-Herbeisehner nimmt man ja, was man kriegt (wenn es nicht gerade Asylum-Ware ist), da schwang sich das „Dinosaur Project“ in offene Arme. Digicam zur Steigerung der Authentizität? Ich hätte zwar lieber lange Panoramaaufnahmen gesehen, da ich mich danach sehne, dass mal wieder jemand Dinosaurier richtig zelebriert, aber ignorieren wir den Kniefall vor dem Trend mal und lassen uns drauf ein… und finden Licht und Schatten vor. Licht, weil die Drehorte schick aussehen und die Dinoeffekte gar nicht mal so schlecht sind. Auch manch kleinere Plansequenz (bedingt durch die langen Kamerafahrten ohne Schnitt) wissen zu erfreuen. Schatten: Teils recht seltsam anmutende Verhaltensweisen der Figuren aus der Gruppe und eine absurde Kameraführung. Authentizität hin oder her, bei dem Gewackel wird einem zeitweise speiübel, außerdem sollte man von Dokumentarfilmern (selbst von solchen, die es werden wollen) etwas mehr Fingerfertigkeit erwarten können. Und so geht das lange Warten auf den nächsten großen Dinofilm seit 1993 (!) – die JP-Sequels zählen wir mal nicht mit – weiter. Kann das denn wirklich so schwer sein oder ist schlichtweg kein Interesse da?
:liquid5:

Toxic Avenger IV
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Troma empfiehlt, die ersten beiden Fortsetzungen des „Toxic Avenger“ einfach auszulassen, und entschuldigt sich auch noch mit flapsigem Ton für diese Filme. Der Vierte sei das einzig wahre Sequel. Ob sich die Wissenslücken wirklich empfehlen, kann ich nicht beurteilen, da ich der Troma-Empfehlung – wenn auch aus anderen Gründen – gefolgt bin: „Citizen Toxie“ ist erst mein zweiter Film mit dem mutierten Antihelden und es fühlt sich in der Tat nicht so falsch an. Dass Troma sich 11 Jahre nach dem letzten Teil und gar 16 nach dem Original selbst an Geschmacklosigkeiten übertreffen wollten, ist an jeder Ecke spürbar. Insbesondere in der ersten halben Stunde wird der Bildschirm mit einem wahren Shitload an kleinen Anspielungen überhäuft, dass man nur mit Zeitlupe nachkommt. Dies allerdings wäre angesichts der grafischen Widerwärtigkeiten eine äußerst unangenehme Erfahrung, denn die verführen schon in Normalgeschwindigkeit zum luftdichten Verschluss der Popcorn- und Chipstüten. Appetitlich ist bereits die erste Szene nicht, als eine Gruppe von Behinderten, die gerade auf ekligste Art und Weise Nachos verspeist, von einer kaum bemittelteren Gang in Babykostümen geentert wird. Und das ist nur die Spitze eines ganzen Berges aus Blut, Gedärmen, Kot, Urin und Schleim, der nahezu zwei Stunden lang nicht zu versiegen scheint.
Der Plot um das böse Paralleluniversum (Toxie aus Tromaville vs. Noxie aus Amortville) ist spätestens seit „Mario vs. Wario“ und „Springfield vs. Shelbyville“ allerbestes Trash-Fundament und wird hier insofern nochmal aufs Äußerste ausgereizt, dass der böse Noxie bescheuerterweise in Rap-Montur inkl. Goldkettchen aufkreuzt.
Der darauf folgende Verwechslungsplot rechtfertigt dann wohl auch die mit knapp 2 Stunden lange Laufzeit, auch wenn der Film nach 80 Minuten massiv mit Längen zu kämpfen hat; die volle Ladung Bullshit hält man eben nur eine begrenzte Zeit lang aus. Ansonsten aber ein wahres Feuerwerk der Grenzdebilität, das die Abwesenheit memorabler Momente wie im ersten Teil durch ein Dauersperrfeuer des schlechten Geschmacks ausgleichen will. Das gelingt zumindest in Teilen.
:liquid6:

Sinister
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„Sinister“ ist in erster Linie ein formalästhetisch spannender Film: Fast durchgängig werden nur Teile des Bildes beleuchtet, wodurch insbesondere die Super-8-Sichtungsszenen wirken wie modernes Raumcollagendesign. Das Haus mit den sterilen Fluren und Tapeten in dunklem Aquamarin trägt das seine dazu bei; die grobkörnigen Super-8-Zwischensequenzen, die starke Assoziationen zu „8MM“ wecken, passen sich der ausschnitthaften Kamera- und Beleuchtungsarbeit an und erschaffen durch ihre Diffusität doch einen schönen Kontrast.
In den anderen Kategorien wird zwar nicht versagt, aber es müssen doch deutliche Abstriche gemacht werden: Die Schockeffekte sind entgegen mancher Berichte spärlich gesät und werden meist einfach nur über das Sounddesign erzeugt (Rasenmäher), noch dazu werden sie einmal mehr durch unlogische Handlungen der Figuren begünstigt, die dadurch massiv an Glaubwürdigkeit einbüßen. Entsprechend austauschbar wirken sämtliche Beteiligte, auch wenn man gerade Ethan Hawke nicht mal unbedingt eine schlechte Leistung unterstellen möchte. Der Plot selbst ist nicht zwingend genug, ja nach Auflösung erscheint er sogar recht beliebig, die Stärken sind tatsächlich eher in der bedrückenden Authentizität der „Home Videos“ zu finden. Und wer sich bei „Insidious“ über Darth Maul beschwert hat, sollte eigentlich auch mit Mr. Black Metal seine Probleme haben (insbesondere, wenn er sich ein, zweimal effekthascherisch vor die Kamera wirft).
Sicher aufgrund der Bildkompositionen und der dichten Atmosphäre ein guter Beitrag zur aufkeimenden Welle, ich habe mit „Insidious“, „Die Frau in Schwarz“, „The Pact“ und „The Innkeepers“ aber mindestens schon vier bessere gesehen.
:liquid6:

Mr. Poppers Pinguine
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Eigentlich soll man bei Kinderfilmen ja nicht so kritisch sein mit dem Verhalten der Figuren; bei dieser Jim-Carrey-Chose, dessen subversiver Gehalt darin liegt, Geschäftsmänner in schwarzen Anzügen als Pinguine zu entlarven (nicht umsonst ähneln die Geschäftspartner Carreys in ihrer Erscheinung den antarktischen Seevögeln), fällt das absonderliche Verhalten nicht nur der Hauptfigur, vor allem seines Umfelds stark auf. So scheint es die Familie gar nicht zu stören, dass Carrey in seinem Luxus-Apartment sechs Pinguine hält – kein Wort darüber, dass die Haltung nicht artgerecht sein kann. Bemerkenswert dann auch, dass der Zoowärter letztlich als Bösewicht gezeichnet wird, nachdem er versucht, die Vögel aus der ungeeigneten Umgebung zu befreien. Und so nimmt der Film immer absonderlichere Bahnen an, bis er die Haltung exotischer Tiere im eigenen Heim geradezu bewirbt (die als vernünftig gezeichnete geschiedene Frau und Mutter seiner Kinder, um die Carrey genreüblich in einem Nebenstrang wirbt, ist geradezu enttäuscht, als der Familienvater gerade zur Vernunft gekommen scheint und sein Apartment wieder vogelfrei gemacht hat). Was „Findet Nemo“ als unbeabsichtigten Nebeneffekt mit sich brachte, forciert „Mr. Poppers Pinguine“ geradezu, und Tierschützern, denen sich bei der kurzlebigen Begeisterung für Clownfische schon der Magen umdrehte, werden hier wohl Zeter und Mordio schreien. Da Pinguine nicht so einfach zu beschaffen sind, hält sich die Problematik wohl in Grenzen, dennoch fragt man sich irgendwo, ob die Macher einen an der Waffel haben.
Davon abgesehen bleibt die übliche Carrey-Slapsticknummer mit animierten Watschlern, deren Verhalten mal bemühte, dann aber auch schon mal natürliche Lacher hervorbringen.
:liquid3:

Paranormal Activity 4
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Soll das hier jetzt ein Epos werden? Die Digicam-Filmerei in High-End-Häusern geht jetzt schon in die vierte Runde, und wenngleich Teil 3 erstaunlich spannend war, begräbt „Paranormal Activity 4“ die Franchise jetzt hoffentlich endgültig, denn langweiliger wurde nicht mal im zähen Zweiten gepoltert. Fixpunkt ist ein blondes Mädel mit ihrer Laptopkamera, die im Haus ihrer Eltern unheimliche Entdeckungen machen muss, wobei ihr dauergeiler Freund ihr behilflich ist. Die Chose ist die ewig gleiche: Gegenstände verschieben sich oder verschwinden, fallen auf den Boden und hinterlassen Verwunderung, Decken werden weggezogen, schlafende Körper in die Luft gehoben, Geistererscheinungen formen sich aus dem Nichts. In Sachen Aufnahmetechnik will auch der Vierte nicht hinten anstehen und präsentiert erstmals die Aufnahme via Kinect-Kamera, die sorgt aber allenfalls dafür, dass das Wohnzimmer in neongrüne Punkte getaucht wird. Als Instrument zur Spannungserhöhung, wie die Schwenkkamera im dritten Teil, taugt sie leider nichts. Der inhaltliche Bezug zu den Vorgängern fällt auch äußerst flach aus und so wird ein fünfter Teil hoffentlich nicht mehr das Licht der Kameratechnik erblicken.
:liquid3:

Weitere Sichtungen:
Riddick – Dead Man Stalking
Cusack der Schweigsame

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Beitrag von MarS » 24.09.2013, 10:30

Vince hat geschrieben: The Dinosaur Project
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Als Dinofilm-Herbeisehner nimmt man ja, was man kriegt (wenn es nicht gerade Asylum-Ware ist), da schwang sich das „Dinosaur Project“ in offene Arme. Digicam zur Steigerung der Authentizität? Ich hätte zwar lieber lange Panoramaaufnahmen gesehen, da ich mich danach sehne, dass mal wieder jemand Dinosaurier richtig zelebriert, aber ignorieren wir den Kniefall vor dem Trend mal und lassen uns drauf ein… und finden Licht und Schatten vor. Licht, weil die Drehorte schick aussehen und die Dinoeffekte gar nicht mal so schlecht sind. Auch manch kleinere Plansequenz (bedingt durch die langen Kamerafahrten ohne Schnitt) wissen zu erfreuen. Schatten: Teils recht seltsam anmutende Verhaltensweisen der Figuren aus der Gruppe und eine absurde Kameraführung. Authentizität hin oder her, bei dem Gewackel wird einem zeitweise speiübel, außerdem sollte man von Dokumentarfilmern (selbst von solchen, die es werden wollen) etwas mehr Fingerfertigkeit erwarten können. Und so geht das lange Warten auf den nächsten großen Dinofilm seit 1993 (!) – die JP-Sequels zählen wir mal nicht mit – weiter. Kann das denn wirklich so schwer sein oder ist schlichtweg kein Interesse da?
:liquid5:
Manchmal ist die Kameraführung wirklich sehr wackelig. Ich empfinde das aber nicht so problematisch wie du. Vielleicht habe ich mich inzwischen auch einfach daran gewöhnt. Zumal hier die Wackelei nicht nur dazu dient, schlechte Effekte zu kaschieren. Ich fand diese nämlich wirklich gut. Vom Ansatz her hat mir der Streifen sogar richtig gut gefallen. Nur hat er genau da aufgehört, wo er richtig interessant wurde ... bei den Dinosauriern. Das drückt den positiven ersten Eindruck mächtig nach unten.

Ich glaube, dass es tatsächlich am fehlenden Interesse liegt. Der große Dino-Boom ist einfach vorbei und wird ohne neuen Impuls nur schwer wieder in Gang kommen. Und da die Filmindustrie aktuell lieber auf bewährte Sachen zurück greift, vermute ich hier kurzfristig keine Besserung. Was wirklich schade ist.

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Beitrag von Vince » 24.09.2013, 15:43

Mich hat das bei dem Film schon sehr gestört mit dem Gewackel, aber vielleicht ist das auch von der Tagesform abhängig; V/H/S beispielsweise, der für freeman ja beispiellos wackelig war, mit dem hatte ich vergleichsweise wenig Probleme.

Und ja, der Dino-Hype ist schon lange vorbei, das war er schon, als Jurassic Park 3 gedreht wurde (ich erinnere mich noch genau an die damalige mir-doch-egal-Atmosphäre rund um den Filmstart). Gerade lange genug, dass ein guter neuer Dinofilm ihn wieder entfachen könnte. ;)

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Beitrag von freeman » 25.09.2013, 08:51

Ihr könnt ja Jurassic Park einfach in 3D angucken! ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 13.10.2013, 18:00

Die Drei Musketiere (1948)
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Wenn es den perfekten Mantel- und Degenfilm gibt, „Die Drei Musketiere“ kommt diesem wohl recht nahe. Gene Kellys D’Artagnan startet als Trottel in einer Slapstick-Komödie und wacht auf in einem unbehaglich ausgeleuchteten Drama. Den radikalen Genre-Wandel, den George Sidney dabei wagt, bekommt man als Zuschauer nicht einmal bewusst mit; dem Regisseur gelingt es oft in nur wenigen Sekunden, die Stimmung komplett umschlagen zu lassen, ohne dass dies als störend auffallen würde. Behilflich sind ihm dabei das Spiel mit Schatten und dank Technicolor auch Farben oder auch schnelle Einschübe von vorzüglich choreografierten, artistisch äußerst sehenswerten Fechtsequenzen, an deren penibler Umsetzung sich mit Sicherheit später auch der Eastern-Kampfsportfilm orientiert hat. Ob Kamera, Schauspieler, Regie oder auch das unerwartet vielschichtige Drehbuch, „Die Drei Musketiere“ spielt in jeder Kategorie in den obersten Rängen.
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Der rote Korsar
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Burt Lancasters Nussknackergrinsen könnte ganze Galeeren zerschellen lassen. Als Kapitän Vallo schmitzt er sich mit sichtbarer Spielfreude durch die liebevoll zum Leben erweckten Sets, immer mit seinem Offizier (Nick Kravat) im Anschlag, als habe man es mit Don Quijote und Sancho Panza zu tun. Der erzählerische Rahmen, der ursprünglich noch ein Drama begleiten sollte, wird von Robert Siodmak als Komödie aufgezogen, der Ton gebildet durch das bewusste Spiel mit Lug, Trug und Illusion, das seit jeher so ein wenig den Charme eines guten Piratenfilms ausmacht. Obwohl sich im Mittelteil leichte Längen einschleichen, gelingt es dank des frech aufspielenden Hauptdarstellertrios (Lancaster, Kravat und Eva Bartok als Rebellentochter), eine gewitzte Leichtigkeit heraufzubeschwören, die in einer großen Enterszene mündet.
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Circus der Vampire
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Die Hammer Studios hatten immer den Ruf der konservativen Filmschmiede, die sich bevorzugt auf klassische Gruselthemen stützte, die sich meist in unmittelbarer Nähe von Schlössern abspielten, gelegentlich mal unterbrochen für den ein oder anderen Psychothriller. „Circus der Vampire“ ist in dieser Tradition ein schrilles Ei voller Überraschungen: Die an „Freaks“ erinnernde Wanderzirkusthematik setzt bereits ein dickes Ausrufezeichen, was die Studios hier aber an Sex und Gewalt auffahren, sucht innerhalb des Studios wohl seinesgleichen. Blut und Ekeleffekte, nackte Brüste in gefühlt jeder zweiten Szene und als Highlight die Tanzaufführung einer auf den ersten Blick vollkommen nackten Artistin mit animalischem Body Painting. Vampirismus und Gestaltwandlung werden ganz ungezwungen in einen Topf geworfen, Erotik, Mystery und Horror ohne Rücksicht auf das Endresultat miteinander vermischt. Das Ergebnis ist eine ungeordnet wirkende und leicht anbiedernde Groteske, die aber ihren ganz eigenen Charme hat und einen Mordsspaß macht.
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Haus des Grauens
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Einer der Hammer-Streifen, die mal vollkommen ungewohntes Terrain betreten. Wohl auch bedingt durch den zwei Jahre zuvor entstandenen „Psycho“ steht „Haus des Grauens“ ganz im Zeichen des Psychothrillers. Ein anderer Hitchcock steht sogar ganz direkt Pate: Der Plot ist eine Abwandlung von „Im Schatten des Zweifels“, ein kriminalistischer Betrugsfall wird subtil mit Mystery-Elementen verknüpft und verbreitet unheilvollen Nebel über dem Schauplatz. Ein kleiner, intimer Film, visuell eher unspektakulär und voll auf das Drehbuch zugeschnitten, das einmal mehr die Vertrautheit der eigenen vier Wände dramatisch zusammenfallen lässt.
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In The Electric Mist
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Wenn etwas zusammengehört, dann ist es Louisiana und der Serienkillerfilm. Wo schließlich kann man Leichen noch so gut verbergen, Geheimnisse so gut konservieren wie in dessen Sümpfen? Völlig unaufgeregt leitet Bertrand Tavernier seinen Hauptdarsteller durch den Tag und lässt ihn sein eigenes Tempo finden, um seine Arbeit zu erledigen. Nicht viele Filme dieser Art lassen dem Alltag so viel Platz zum Atmen neben den Ermittlungen; „In The Electric Mist“ ist aber auch eine Erzählung von den Figuren und deren Platz an einem Ort, an dem die Zeit selbst dann stillsteht, wenn eine Leiche ins Spiel gerät. Tommy Lee Jones ist dafür selbstverständlich genau der richtige Mann, niemand weiß die Agonie des Schicksals schließlich augenzwinkernder auszudrücken. Fast gerät dabei die Qualität des Drehbuchs in Vergessenheit, beziehungsweise sie macht kaum mehr einen nennenswerten Unterschied, weil Tavernier sein Hauptaugenmerk darauf legt, besondere Momente einzufangen.
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Back In The Game
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Der Sportfilm hat ein dramaturgisches Problem: Er endet jeweils entweder mit dem Sieg oder der Niederlage. Meist jedoch mit einer Niederlage, die ein moralischer Sieg ist. Wie schön, dass sich „Back In The Game“ von den dichotomen Gedankenspielen um den Ausgang der Geschichte nicht leiten lässt, sondern am Rande des Sports stattfindet, dort, wo Entscheidungen gefällt werden. „Back In The Game“ liefert zuverlässig an alle Zielgruppen: Schmachter bekommen ihren Timberlake-Kitsch, Anachronisten bekommen ihren spätestens mit „Gran Torino“ zur Marke avancierten Spätwerk-Eastwood. Robert Lorenz inszeniert nicht viel anders als sein Freund und Hauptdarsteller, etwas lethargisch eben, schön fotografiert, den Blick auf die guten alten Werte gerichtet, setzt sich durch die vielen Ebenen seiner Erzählung aber hohe Ziele. Erstaunlich gut gelingt es ihm, menschliches Drama, Sport, Geschäft und Gefühl unter einen Hut zu bringen, das Drehbuch schwächelt aber dennoch im hakeligen Ausgang, der ein Ende ans nächste setzt und schließlich doch wieder beim Status Quo auskommt, einem versöhnlichen Schlussstrich, der scheinbar alles gut ausgehen lässt.
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Crazy, Stupid, Love
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“Crazy Stupid Love” zeigt Rollenstereotypen auf, möglicherweise in einer gesellschaftskritischen Absicht, um zu zeigen, wie stark gewisse Bereiche menschlichen Handelns verkümmern können, wenn man sich allzu einseitig auf ein Rollenmuster fixiert; das gilt nicht nur für den spießigen Mittvierziger mit Midlife-Crisis, sondern – so viel Gleichgewichtssinn wird immerhin bewiesen – auch für den Frauenhelden, der im späteren Filmverlauf unter Beweis stellt, dass auch er kein bedingungslos erstrebenswertes Ideal ist. So plädiert der Film für ein gesundes Gleichgewicht in allen Lebenslagen und lässt zwei ungleiche „Komplizen in Liebesdingen“ voneinander lernen – und dabei die ganze Familie ins Chaos stürzen. Das macht es dann doch noch zur erwartungsgemäßen Ensemble-Chaoskomödie voller unseliger Verwechslungssituationen und dummer Zufälle. Carell, Gosling, Moore & Co. harmonieren nicht wirklich miteinander, gerade das macht es aber dann auch wieder so interessant.
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City Of The Living Dead
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Ohne Zweifel ein Fulci. Kein roter Faden zu erkennen, die Kamera hält mit Lust auf schleimige, verwesende Körper und mit dem immergleichen Griff wird an den Hinterkopf gegriffen und das Gehirn wie Spielknete herausgequetscht. Vorbilder sind natürlich unzählige zu erkennen, ob diese dabei aber gemeinsam in einen Film passen, interessiert Fulci natürlich nicht. So springt „City Of The Living Dead“ von einem Ansatz zum nächsten, sprunghaft strukturiert durch Gore-Höhepunkte, die mitsamt des hoch fiependen Soundtracks brutal abgeschnitten werden und zur nächsten Szene leiten, bis der Spuk irgendwann ein Ende hat. Ein Film voller Dilettanz, und dennoch von erstaunlich hohem Unterhaltungswert, weil der Mann es immerhin verstand, spektakulär auf Grund zu laufen. Ein Gespür für stimmige Bildkompositionen war bei ihm immerhin zumindest im Unterbewusstsein immer da.
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Cockneys vs. Zombies
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Nach all dem Lob fällt der Rentnerkampf gegen die Untoten doch enttäuschend aus. Mit dem Wettrennen Zombie vs. Krückenopi ist ein Kracher an Bord, der die Prämisse sehr bildlich in die Tat umsetzt, davon abgesehen gibt es leider nur die übliche Aufmüpfigkeit und Senilität von Altenheimbewohnern zu sehen, deren Stursinn ihnen in so mancher Situation das Leben rettet. Gemischt mit typisch britischer Attitüde ergibt sich ein oftmals zähes Gebräu, das unter den Klischees des ausgelutschten Zombiegenres eher leidet als sie – ähnlich wie „Juan Of The Dead“, ganz zu schweigen von „Shaun Of The Dead“ – für sich zu verwenden. Darüber hinaus ist die Farbgebung grell und unschön und die Darsteller kaum erinnerungswürdig. Lediglich über das Wiedersehen mit Alan Ford kann man sich freuen, obwohl auch der in „Snatch“ seinerzeit deutlich bissiger agierte.
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Le Mac
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Klassische Verwechslungskomödie aus dem Ottokatalog mit reichlich Franzosenhumor. Getrennt aufgewachsene Brüder? Check. Charakterlich vollkommen unterschiedlich? Check. Gangstermilieu? Check. Peinliche Situationen en masse? Check. Bling-Bling-Goldkettchenoptik? Check. Dumme Sprüche? Check. José Garcia lässt mächtig die Sau raus, wobei man ihm die großmäulige Gangstertype eher abnimmt als den verunsicherten Angestellten, der in seinem bisherigen Leben nur wegen Banalitäten mit dem Gesetz in Berührung kam. Die „Taxi“-Reihe bekommt eine ebenbürtige Ablösung, allerdings fehlt das freundschaftliche Element und damit auch ein bisschen die Wärme, die diese Filme jenseits der Action verströmt haben. Trotz seiner Massenkompatibilität ist „Le Mac“ am Ende auch ein wenig zu aggressiv, um wirklich als sympathischer Film in Erinnerung zu bleiben, ansatzweise schon wie in einem schlechten Gangster-Rap-Video.
:liquid4:

Die Rechnung ging nicht auf
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Jeder virtuelle Kleingangster, der gerade das neue GTA spielt und ein wenig Respekt vor Kulturgeschichte zeigt, sollte diesen Film einmal gesehen haben. Ebenso jeder, der Quentin Tarantino fälschlicherweise für einen Innovator hält. Stanley Kubrick bietet eine Metaperspektive auf einen breit angelegten und weit gesponnenen Coup, der über eine Erzählerstimme fragmentarisch aufbereitet wird und zahlreiche Personen einbezieht, die untereinander zum Teil kaum einen Bezug haben, sondern erst durch den Schnitt miteinander in Verbindung gebracht werden. Der ständig wechselnde Blickwinkel ist der große Trumpf dieses Autorenfilms, in dem man den Kubrick von „Dr. Seltsam“ bis „Full Metal Jacket“ noch gar nicht erkennt.
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South Park Season 16
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Die jährliche Dosis South Park eben, mit Episoden unterschiedlicher Qualität. Zu den Highlights gehört sicherlich die mit Geisterfilm-Elementen spielende Episode über Videostores und die kurze Halbwertszeit von Medien, andere Folgen wiederum fallen durch ihre ungewöhnliche Machart auf, etwa „I Should Have Never Gone Ziplining“, eine im Stil von Katastrophenreportagen aufgezogene Folge über unangenehme Zwangssituationen innerhalb von Gruppen, oder „Cash For Gold“, das Werbesender auf die Schippe nimmt und auch mal eben minutenlange Aufnahmen von sich drehenden Schundartikeln zeigt. Einige Themen drehen sich im Kreis bzw. erinnern stark an frühere Episoden (etwa „Sarcastaball“ oder „Faith Hilling“), was für einen gemischten Gesamteindruck sorgt.
:liquid7:

Breaking Bad – Season 3
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Die Prologe der meisten Episoden kokettieren mit dem experimentellen Kunstfilm, oft mit der exzessiven Verwendung von Nahaufnahmen, die zunächst wie abstrakte Gebilde aussehen und deren wahre Gestalt sich erst nach und nach ergibt. Auf ebendiese Weise werden in Episode 1 auch die Haupt-Antagonisten der dritten Staffel eingeführt – mitten in der Wüste im Anzug und mit Totenkopf-Stiefeln aus einem Auto steigend und sich dann zu Dorfbewohnern gesellend, die gerade aus unerklärlichen Gründen durch den Staub robben. In den folgenden Szenen mit den beiden Männern, die offenbar auf der Jagd nach „Heisenberg“ sind, erfährt man immer ein wenig mehr über ihre Geschichte, so dass sich bald ein Bild zusammensetzt. In Parallelmontage erzählt, bahnen sie sich langsam ihren Weg zum Ziel vor, bis… na jedenfalls nicht bis zum Ende der 13 Folgen, denn dieser Teil füllt irritierenderweise nur zwei Drittel der Staffel und lässt noch einen ganzen Rattenschwanz an weiteren Ereignissen folgen, die sich nur bedingt, jedenfalls nicht allzu natürlich, aus der Präsenz der stillen Anzugträger ergeben. Tatsächlich ist mit der Jagd auf die Fliege sogar eine Füllepisode dabei, ein Kammerspiel mit Walter und Jesse, im besten Fall ein kathartisches In-sich-gehen, das die Handlung aber keinen Deut weiterbringt. Es bleibt dabei: Die Serie hat gewaltige Tempo- und Strukturprobleme, so stark die Darsteller (vor allem Aaron Paul und Bryan Cranston) auch spielen mögen und mit welchem Auge für Kompositionen der grellblaue Himmel an der Grenze nach Mexiko auch eingefangen werden mag, der Ablauf von Season 3 zeigt auf, warum „Breaking Bad“ so sehr überschätzt wird.
:liquid6:

Weitere Sichtungen:
Mama
Spartacus - Vengeance
Gravity

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Beitrag von gelini71 » 13.10.2013, 18:19

Die Fliegenepisode in Staffel 3 ist wirklich das letzte - ich habe schon damals bei der Erstsichtung ihre Daseinsberechtigung nicht verstanden, bei zweiten mal schauen habe ich nebenbei auf dem Nintendo DS meiner Frau gespielt :lol:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von Vince » 23.11.2013, 11:29

Evil Dead (2013)
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Puristen werden natürlich reichlich Grund zum Mosern finden, meines Erachtens gehört das Remake zum Fan-Heiligtum „Evil Dead“ aber gerade wegen der anders gesetzten Schwerpunkte zu der seltenen Art, die einen echten Mehrwert bietet. Schon der Opener setzt die Regeln des Spiels neu auf, bevor der Film einen ähnlichen Verlauf nimmt wie zuletzt „Cabin in the Woods“: Erst gibt er vor, ein 08/15-Teenieslasher zu werden, bevor es mit jeder Sequenz abgedrehter wird und schließlich ein infernalischer Anhang die Krönung bildet, nachdem man schon kurz denken konnte, dass der Film jetzt vorbei sei, weil eigentlich schon genug gezeigt wurde. Die Szene nach dem Abspann ist zwar komplett aus dem Zusammenhang gerissen, aber schwamm drüber.
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Der Mieter
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„Das Fenster zum Hof“ mit dem authentischen Schmutz des europäischen Kinos: Polanski zeichnet das Gemeinschaftsleben im überbevölkerten Großstadtraum des Frankreichs der 70er Jahre ähnlich wie David Lynch mit „Eraserhead“ als eine infinite Endlosspirale der psychologischen Belastung des Individuums, das von der Gesellschaft in eine Rolle gezwängt wird, die ihren Erwartungen entspricht und nicht denen des Einzelnen. Lange Kamerafahrten durch karge Miethausflure stellen Verknüpfungen zwischen den Parteien her. Die Beschneidung jeglicher Freiräume führt letztlich zu einem Wahn, der in ähnlicher, aber übersteigerter Form wenige Jahre zuvor auch in Kubricks „Clockwork Orange“ zu sehen war, wenn auch hier schon organisiert und keineswegs auf den psychischen Zustand des Einzelnen fixiert. Der Regisseur selbst stellt sich mit unschuldiger, schüchterner Miene als ideale Besetzung heraus und erlaubt sich mit zunehmender Zeit ein Abdriften in den Wahnsinn, der vom Zuschauer zwar bereits vorausgeahnt werden kann, doch gerade das intensiviert die Wirkung des Films noch. Nur gelegentlich legt Polanski es zu sehr darauf an, den Horror zu bebildern anstatt ihn so subtil sich ausbreiten zu lassen, wie es in den meisten anderen Szenen des Films der Fall ist.
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La Strada
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Fellinis letztes großes Ausrufezeichen des italienischen Neorealismus klagt eine Unerfülltheit in den Raum, dass es einem das Herz zerreißen kann. Von der Heimatlosigkeit der Gaukler, deren einziger Zufluchtsort die Straße ist, über die Ungewissheit der Beziehungsart zwischen dem Schausteller und seiner Assistentin bis hin zum tragischen Ausgang der Geschichte ist „La Strada“ erfüllt von unvollendeten Akten; sei es, weil die Figuren sich zum Handeln nicht durchringen können oder weil sie vom Leben zu falschen Entscheidungen gedrängt werden. Ein wichtiger Film, der sich spätestens mit der letzten Szene in die Geschichtsbücher einträgt.
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Lords Of Salem
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Nicht mehr vordergründiges Popkulturzitieren, sondern bedächtiges Erinnern an die Vorbilder praktiziert der Regisseur, wobei sein Film in einem Seiteneffekt selbst zu einer vollwertigen Geschichte avanciert, die den Anspruch hegt, eigenständig existieren zu können. Obwohl Kameraperspektiven, optisch-ästhetische Merkmale und Plot-Versatzstücke die gerne und viel zitierende Natur ihres Schöpfers verraten, erhebt sich das große Ganze zu einer zwar nur selten wirklich gruseligen, aber in ihrer Nachwirkung dennoch beeindruckenden Kreation voller stiller Momente, die den Cineasten aufgrund der soghaften Szenenarrangements mit der Zunge schnalzen lassen sollten. Der von Autorenfilmerkollege Ti West unlängst bereits mit "House Of The Devil" und "The Innkeeper" errungene ästhetische Minimalismus hat nun also auch Zombie erreicht, der in seinen "Halloween"-Adaptionen allerdings bereits eine Tendenz dahingehend erkennen ließ. Frei von Kritik bleibt zwar auch dieses Werk nicht (so kann man beispielsweise die frei gelebte Heterogenität bemängeln, die für ein stilistisch höchst wechselhaftes und inkonsequentes Filmerlebnis sorgt), dennoch ist "Lords Of Salem" Rob Zombies bis dato bestes und reifstes Werk.
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The Bayton Outlaws
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Nichts erwartet und viel bekommen. Eigentlich ist „The Bayton Outlaws“ eine typische Gangstergroteske, wie sie vor allem in den 00er Jahren am Fließband gedreht wurden, schön grell und stylish gefilmt, gespickt mit schrägen Vögeln und einer von Zufälligkeiten geleiteten und daher immer ein Stück weit unvorhersehbaren Story. Aber dieser hier macht einfach mehr Spaß als die anderen. Das liegt einerseits an den knuddeligen Charakteren, aber auch daran, wie gängige Konventionen – etwa die der Gruppe von starken Frauen – mit einem Hakenschlag einfach gebrochen werden. Hervorhebenswert auch die Originalität, was die Gegnerwellen angeht – von der Piratenbande bis zum Indianerstamm wird alles aufgefahren, was gerade Freude bereitet.
:liquid6: - :liquid7:

After Earth
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Mit der Smith-Familienproduktion hat sich der ohnehin seit Jahren angeschlagene Shyamalan mal wieder keinen Gefallen getan: Zwar fällt die Story endlich mal wieder ansprechend aus und auch die Regie zaubert ein paar schöne Momente, aber „After Earth“ ist ein Film, der mit seinem Hauptdarsteller steht und fällt, und hier findet sich dank der geballten Macht der einflussreichen Eltern der ausdrucksloseste Nachwuchsdarsteller, den man in den letzten Jahren ertragen musste. Smith Junior ist nicht dazu imstande, auch nur eine Emotion adäquat darzustellen, schon gar nicht das den Film bestimmende Motiv, die Angst. Fatal für einen Film, der sich die gesamte Laufzeit über an die Fersen des Jungen heftet, dessen Lauftraining wohl den Hauptteil der Vorbereitung gekostet haben dürfte, indes die Mimik größtenteils geschont wurde. Rückblickend stört außerdem die allzu deutliche Computerherkunft der Angreifer; das Moment der Bedrohung kommt niemals wirklich zur Geltung.
:liquid4:

The Great Gatsby
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Von der Tragödie bleibt bei Baz Luhrmanns bewährter Hochglanz- und Spektakelverfilmung erwartungsgemäß nicht mehr viel übrig. Trotz einiger guter Momente (besonders herausragend: Der mit Off-Kommentar präsentierte, an Hitchcocks „Fenster zum Hof“ erinnernde Schwenk um die Häuserfassaden und die darin hervorgehobene Anonymität Tausender Einzelgeschichten sowie die Unterscheidung der Perspektive des Beobachters und des Teilnehmenden) wird das Meiste einfach vom Kitsch und Prunk verschluckt. Luhrmann versucht den Zuschauer in ein Mittendrin-Gefühl zu manövrieren; der Surrealismus der riesigen Parties, die ausufernden Produktionswerte, der Cast von Welt und die Auswahl des gerade in der ersten Hälfte modernen Soundtracks spricht hier eine klare Sprache. Das mag dem Unterhaltungswert genügen, für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Vorlage oder mit den Roaring Twenties im Allgemeinen ist das allerdings nicht ausreichend.
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Warrior
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Anfangs etwas zähes Familiendrama, eingefangen in unschönen Sepiatönen, das seinen Unterhaltungswert leider etwas zu spät gewinnt, dann nämlich, wenn die Kämpfe beginnen, die in der Tat hart, schnell und in ihrem Ablauf manchmal unerwartet auf das letztlich doch zu Erwartende hinauslaufen. Insofern ist der „Rocky“-Vergleich schon nachvollziehen, allerdings bot dieser die bei weitem überzeugendere und auch rührendere Charakterzeichnung. Die Leistungen von Hardy, Edgerton und vor allem Nolte gehen absolut in Ordnung, es ist eher das Drehbuch, das manche Schwäche offenbart und für die simple Auflösung im Ring eigentlich zu viel bieten möchte. Denn am Ende denkt man irgendwie: Das tat gut, aber wozu das lange Blabla am Anfang?
:liquid6:

Fringe – Season 1
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Abrams’ „Akte X der neuen Generation“ ist in Zeiten hochwertig produzierter Qualitätsserien, die selten mehr als 13 Folgen pro Staffel aufweisen, wieder altmodische Feierabendunterhaltung mit dem bewährten Mix von Monster-of-the-Week-Schemata und einem übergreifenden Plot, der überall Zusammenhänge herstellt. Letzteres geschieht durchaus zwingender als bei der Mutter aller Mystery-Serien (nur wenige Ereignisse in „Fringe“ haben letztendlich nichts mit dem großen Ganzen zu tun), im Umkehrschluss wirkten Mulders und Scullys Abenteuer aber im Einzelnen pointierter und chemisch ausgewogener. Das mag auch daran liegen, dass „Fringe“ „nur“ den ausgeflippten Professor und zwei nur bedingt charismatische Co-Stars hat (wobei Anna Torv mit der Zeit an Charisma gewinnt), während die Chemie zwischen Mulder und Scully unschlagbar bleibt. Auch atmosphärisch lässt „Fringe“ mit seinen unterkühlten, verfremdeten Bildern gegenüber dem großen Vorbild deutlich Federn. Dennoch verliert die erste Staffel trotz einer gewissen Gleichförmigkeit nie ganz an Spannung. Eignet sich gut als Ausgleichsprogramm zu High-Standard-Formaten (etwa von HBO), besser jedenfalls als Quatsch wie „Grimm“.
:liquid6:

Breaking Bad – Season 4
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Zugegeben, diese Serie zieht von Staffel zu Staffel merklich an. Die alten Probleme haben zwar immer noch Bestand (die schönen Weiten der amerikanisch-mexikanischen Grenzlandschaft scheinen den Kameramann doch arg abzulenken, anders sind die gelegentlich zu lang ausgewalzten Kameraeinstellungen nicht zu erklären), verlieren aber an Gewicht, weil die Story ohne jede Rücksicht auf Glaubwürdigkeit den Turbo anschmeißt. Jetzt wird endlich bad abgebreakt. Das Dreigespann Bryan Cranston, Aaron Paul und Giancarlo Esposito bildet immer noch einen schauspielerischen Fels in der Brandung und liefert sich in Staffel 4 einen besonders heißen Tanz, der bis zur allerletzten Einstellung der letzten Folge voller kleiner Handlungsbomben steckt.
:liquid8:

American Horror Story – Asylum
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Für eine Horrorserie steckt auch weiterhin erschreckend wenig Horror in “American Horror Story”; wenn überhaupt, kann man von einer Art komfortabler Spannung reden, wie man sie auch von einem Krimi erwarten würde.
Davon mal abgesehen, hat die Serie natürlich ganz andere Qualitäten; dazu gehört das unkonventionelle Konzept, die gleichen Schauspieler pro Staffel unterschiedliche Charaktere in unterschiedlichen Stories aufzubieten. Abgesehen vom Inszenierungsstil (schizophrene, schnelle Bildabfolgen mit vielen Schnitten und Störbildern) und eben dem Darstellerstamm hat die zweite Staffel mit der ersten praktisch nichts zu tun. Verbunden sind die Plots nur dadurch, dass sie beide die dunklen Geheimnisse amerikanischer Geschichte aufrollen. Davon abgesehen widmen sie sich komplett unterschiedlichen Themen, was zu einer jeweils anderen Grundstimmung führt. „Asylum“ kann auf dem Papier mit Psychopathen, Geistlichen, Aliens und Dämonen überladen wirken, löst das tatsächlich aber weitgehend geschmackvoll. Bei dem Setting hätte man sich sogar fast noch mehr ausgeflippte Szenen wie die „Name Game“ Musicalnummer gewünscht. Zum Ende hin werden so ziemlich alle geöffneten Handlungsstränge fein säuberlich geschlossen und ein insgesamt zufrieden stellendes Ende geboten, so dass man gar nicht sagen möchte, welche Staffel die bessere war; sie sind einfach anders.
:liquid7:

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Man Of Steel
Pacific Rim
Curse Of Chucky

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Beitrag von Sir Jay » 23.11.2013, 16:26

zu "The Warrior":

die Einmarschmusikl von dem bösen Russen am Ende übrigens war ein Lied von Vladimir Vysotsky. Ich hab echt abgefeiert :D
http://www.youtube.com/watch?v=857vy90Yb60

die stimmengewalt ist einfach unerreicht :D

achja den film selber fand ich auch ganz gut ;)

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Beitrag von Vince » 31.12.2013, 14:26

Cold Blood
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Die Zielgruppe ist klar vorgezeichnet: Natürlich sollen Freunde der Blaupausen „Fargo“ und „Ein eiskalter Plan“ angelockt werden. Der Einstieg ist abrupt, die Fäden aus etwa drei Subplots verknüpfen sich kontinuierlich, bis es zum intimen Finale kommt. Eric Bana als Fiesling ist schon einen Blick wert; ihm und den meisten anderen Darstellern (abgesehen von Charlie Hunnam, der abseits seiner „Sons of Anarchy“ bislang als Passivling verheizt wird) werden erfreulich undurchsichtige Charaktere spendiert, die nur leider in ein allzu selten zu Ende gedachtes Drehbuch eingebettet werden. Oft fehlen ganze Sequenzen, deren Phantomexistenz man spürt und die viele Motivationen der Figuren erklären würden, die aber offenbar einfach nicht gedreht oder rausgeschnitten wurden. Das schwächt leider auch die atmosphärische Stilsicherheit ein wenig ab. Im Zweifel entscheidet man sich für den ähnlich aufgebauten, aber ungleich intensiveren „Killer Joe“, wobei „Cold Blood“ als Coen-Ersatzdroge durchaus seinen Zweck erfüllt. Knappe
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Movie 43
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Der größte Gag des Films ist seine Besetzung: Wie kann es gelungen sein, dass ein derartiges Ensemble sich für einen Film verpflichtet hat, dessen Drehbuchlektüre doch dringend vom Mitwirken abgeraten haben muss? Das Argument „Ich bin jung und brauche das Geld“ gilt für die meisten Darsteller jedenfalls längst nicht mehr. Vielleicht ist die Scary-, Date- und Fantastic-Movie-Mafia schuld?
Obwohl das Humor-Niveau jedenfalls nur bedingt über die Klone der Klone von „Scary Movie“ hinauskommt, gibt es von den Schauspielern eine ironische Breitseite der härtesten Sorte zu bestaunen, die diesen Episodenfilm bizarr und fast surreal anmuten lässt: Ob Hugh Jackman seine Halshoden kratzt oder Halle Berry Guacamole mit ihren Brüsten macht, oft kann man nicht so ganz glauben, wer sich da dermaßen für einen platten Gag erniedrigt. Ob man da noch anerkennend mit dem Kopf nicken kann, weil die Schauspieler jeden Scheiß mitmachen und so Sympathien erzeugen, ist so die Frage; immerhin ist „Movie 43“ damit aber ein Stück weit diskussionswürdiger als die eigentlich Gleichgesinnten aus den Niederungen der US-Comedy.
:liquid4:

S-VHS
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In etwa gleichauf, vielleicht insgesamt etwas mehr auf Nummer sicher zeigt sich der zweite “VHS” gegenüber seinem Vorgänger, angefangen bei der Rahmenhandlung, die der vorigen zwar recht ähnlich ist, aber durch die stärkere Verwebung mit den gesichteten Filmen etwas mehr Spannung erzeugt.
Adam Wingards Eröffnungsfolge ist dabei eine dreiste Kopie eines Beitrags aus John Carpenters „Body Bags“, allerdings so effektiv gefilmt, dass die Schocks ihr Ziel wahrlich nicht verfehlen. Den Horror des Fremdkörpers, der für übersinnliche Dinge empfänglich ist und dem man, da er nun zum eigenen Körper gehört, nicht entfliehen kann, nutzt der Regisseur für einige fiese First-Person-Sequenzen, bei denen sich der Zuschauer dazu gezwungen sieht, die Position der Hauptfigur einzunehmen.
„A Ride In The Park“ wiederum ist reiner Perspektiven-Experimentalismus, derweil das Themenfeld konservativer nicht sein könnte: Der gemeine Zombie muss also mal wieder herhalten, nur dass diesmal der Zuschauer über eine am Fahrradhelm befestigte Kamera seine Perspektive einnimmt und die Attacken auf die Opfer damit von den besten Sitzen verfolgen kann. Der Unterschied zu einer richtigen Egoperspektive bzw. zur gängigen „Monster View“ nach „Predators“-Schema ist der, dass man sich nicht mit der Kreatur verbunden sieht, sondern lediglich aus deren Blickfeld beobachtet – ähnlich wie bei einer Naturdokumentation, wenn man einem Tier eine Kamera angebracht und es dann wieder in seine Gruppe gelassen hat. Im Resultat gibt es einige interessante Einstellungen zu bestaunen, wobei mit Gore nicht gegeizt wird, bewusst aber doch mit einer richtigen Handlung.
Der wohl gewagteste Beitrag wird mit „Safe Haven“ geboten – nicht nur wegen des streitbaren Sekten-Themas, sondern auch wegen des dokumentarischen, trockenen Beginns, der abrupt in ein surrealistisches Gemetzel mündet, das absurde Ausmaße annimmt. Die allerletzte Einstellung ist leider einen Hauch zu viel, ansonsten hätte man sich genug Angedeutetes bewahrt, um das Ganze zu einem stimmigen Ende zu bringen.
Der „Hobo With A Shotgun“-Regisseur wendet sich dann zum Ende noch den unvermeidbaren Aliens zu und bedient sich dazu der althergebrachten Schablone grauer, dünner Männchen mit überdimensionalen Insektenaugen, die begleitet von Lichtexplosionen auf den Plan treten und Menschen entführen. Die überwiegend bei Nacht gedrehte Episode nutzt eine Hundekamera, bevorzugt um mit Lichtquellen zu experimentieren und die Besucher als Phantomgestalten zu inszenieren, die sich in den Lichtblumen verstecken. Die Fokussiertheit auf den Menschen ist in dieser Folge besonders greifbar: Die Aliens als göttliches (?) Abbild des Menschen, der sich nur für jenen zu interessieren scheint, indes dem Hund nur die dokumentierende Funktion zukommt.
Insgesamt eine Sammlung durchweg guter, wenn auch kaum überragender Kurzfilme, die weniger Gefälle aufweist als die wechselhaften Episoden des ersten Films.
:liquid7:

Beautiful
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Stark fotografierte Kleinstadtgroteske nach Vorbild von “Blue Velvet” und “American Beauty”, die allenfalls ein paar Faszinationen zu viel auf einmal ausloten möchte und am Ende alle Hände voll zu tun hat, einen runden Abschluss zu stemmen. Auf den Grund gebohrt eine psychologisch motivierte Kriminalgeschichte, geht es Regisseur Dean O’Flaherty vor allem um die schönen Blätter über dem Gewusel: Regen lässt er auf eine Bikinischönheit niederprasseln, vernachlässigte Hausgärten inszeniert er mit einer trockenen Romantik für Dornen und Gestrüpp, Unschuld konterkariert er mit überkreuzten Machtverhältnissen verschiedener Figuren zueinander. Nicht immer agieren die Charaktere vollkommen glaubwürdig, am Ende setzt sich aber doch ein verhältnismäßig stimmiges Gesamtbild zusammen, das vor allem über seine besondere Ästhetik überzeugt, indes inhaltich bereits alles von den Vorbildern gesagt wurde.
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7 Days
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Eine manchmal zu dick mit dem Holzhammer vorgetragene Rachephantasie, die den Zuschauer direkt mit seinen moralischen Vorstellungen zu Recht und Vergeltung konfrontiert. Die Prämisse wurde bewusst auf eine simple Zeile zusammengestutzt: Was, wenn du eine Woche Zeit hättest, dem Vergewaltiger und Mörder deiner Tochter zu geben, was er verdient? Die notwendigen Mittel, um dieses Szenario zu erreichen, handelt der Film mit viel Improvisation in Kürze ab (sie könnten auch jedem x-beliebigen Actionfilm entstammen), auch wird kaum die Frage über Schuld oder Unschuld des Angeklagten gestellt. Die faktentechnisch klare Ausgangssituation wird genutzt, um sich ganz auf die Beziehung zwischen Killer und Vater zu konzentrieren. Darstellerisch führt das zu einer Tour de Force vor allem für den Killer, der fast den gesamten Film über nackt und in erniedrigenden Posen verbringen muss, indes dem Vater eine starke Persönlichkeitsentwicklung während der sieben Tage bevorsteht. Das Kammerspiel wird leider unnötigerweise immer wieder unterbrochen, um redundante Fortschritte bei den Ermittlungsarbeiten der Polizei zu zeigen; eine vollständige Konzentration auf das Treiben in der isolierten Waldhütte hätte, vor allem in Kombination mit den metaphorisch zu verstehenden Bildern toter Wildtiere im umliegenden Gebiet, die Intensität erhöht.
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Hunger
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Filme über menschliche Gruppendynamik sind immer ein bisschen problematisch; die Bedingungen schaffen kann jeder Drehbuchautor mühelos. In diesem Fall einfach ein Psychopath mit Kindheitstrauma herbeigedacht, ein Loch mit vier Fässern voller Wasser und einer Handvoll Fremder, die man zusammensteckt, und schon geht das große Hungern los. Die Kunst ist nun, etwas daraus zu machen, glaubwürdigere Charaktere zu erschaffen und dabei Sinnvolles über das menschliche Wesen zu sagen, und hier bleibt „Hunger“ zumindest teilweise einiges schuldig; nicht nur wurde die Motivation des Experimentators auf dem Reißbrett zusammengebastelt, auch geht es im Film um das reine Hervorkitzeln des Monsters im Menschen. Der Kampf gegen die fallende Menschlichkeit scheint in erster Linie ein Vorwand zu sein, und das nicht etwa wegen selbstzweckhafter Goreszenen, die allenfalls im Dunkeln stattfinden, sondern wegen des Mannes außerhalb des Tunnels, der genau wie der Film ein Problem hat, zu erklären, was er bezwecken möchte. „Hunger“ bleibt nicht ganz frei von Diskurs, das ist aber weniger Verdienst des Films als vielmehr des Szenarios per se.
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Den Letzten beißen die Hunde
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Ein junger Jeff Bridges und ein Clint Eastwood, der schon damals als knorriger alter Mistkerl gezeichnet wurde, als Buddy Couple in einem wilden Genremix, bei dem irgendwie nur die majestätisch und mit ruhiger Hand eingefangenen Landschaftspanoramen eine gewisse Konsistenz versprühen. Alles andere folgt unberechenbaren Mustern, weil einmal das Heist Movie persifliert wird, ein anderes mal die Buddy-Dynamik im Vordergrund steht und auch das Drama wie eine unbarmherzige Naturgewalt immer wieder über die komischen Momente rollt und ihnen einen bitteren Beigeschmack verleiht. Die Inkonsistenz ist Fluch und Segen des Films zugleich; einerseits wirkt Michael Ciminos Regiedebüt dadurch ein wenig unentschlossen, andererseits behält es sich immer das Moment der Überraschung.
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Die Monster Uni
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Endlich nochmal ein Prequel, das dem Hauptfilm eine sinnvolle Erweiterung beschert, was gerade angesichts der momentanen Ideenlosigkeit überrascht, die sonst gerade bei Disney / Pixar herrscht. Man merkt, dass seit „Die Monster AG“ einige Zeit vergangen ist und man hier keinen Schnellschuss gewagt hat. Vielleicht funktioniert „Die Monster Uni“ so gut, weil es bei diesem Film in erster Linie nicht einmal darum geht, die bekannten Figuren mit einem Hintergrund zu versehen, sondern vielmehr, ein ganz neues thematisches Gebiet zu illustrieren. Das Campusleben genügt ja nicht nur einer Filmhandlung, sondern einer ganzen Unterkategorie von Film. Dass Mike und Sully eher als Nebeneffekt eine Vorgeschichte spendiert bekommen, tut den Figuren gut und eröffnet die Chance zu einem ganz eigenen Filmerlebnis, das sich überhaupt nicht mit dem 2001er Film messen muss. So werden diverse Klischees des Campusfilms auf Pixar-eigene Art aufgegriffen und in meist größeren Plansequenzen, hier vor allem den Wettbewerben zwischen den Studentenvereinigungen, verarbeitet, wobei der Action- und Spektakelwert angenehm niedrig und unaufdringlich bleibt. Der Dialog genießt also in der Regel höchste Priorität, und die Themenkomplexe zwischen Freundschaft, sozialer Organisation und Einbettung bzw. Vorbereitung auf die Arbeitswelt wird tatsächlich als Komplex dargestellt. Auch wenn manchmal doch der moralische Zeigefinger obsiegt, ist „Die Monster Uni“ einer der besseren aktuellen Filme der Disney/Pixar-Schmiede und jedem Film über sprechende Autos, Flugzeuge oder Schiffe unbedingt vorzuziehen.
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Bay Of Blood
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Nicht nur ist “Bay Of Blood” einer der ersten Slasherfilme überhaupt, auch steckt er in Sachen Intelligenz die meisten seiner Nachfolger locker in die Tasche. Das führt so weit, dass man hinter dem abstrakten Killer-Modell eine poststrukturelle Erfindung vermuten könnte, wüsste man nicht, dass die eigentliche Ausdefinierung des Subgenres noch bevorstand. Obwohl man Bava vorwerfen könnte, dass seine Bildsprache gegenüber seinen früheren Werken an Ausdruckskraft verloren hat, so hat er doch mit diesem Film ganze Schemata vorgeprägt, ja sogar Mordszenen inszeniert, die explizit imitiert wurden (Teenies im Bett am Spieß / Machete im Kopf – siehe „Freitag der 13., Teil 2“). Natürlich finden sich diverse strukturelle Schwächen im Film, die vor allem durch das Grüppchen feierwütiger Jugendlicher eingetragen werden, die offensichtlich bloß als Kanonenfutter dienen. Von der raffinierten, doppelbödigen Grundidee, die bereits im Prolog ihre Unberechenbarkeit unter Beweis stellt, nimmt das jedoch nichts.
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Weitere Sichtungen:
Bait - Haie im Supermarkt
Hangover 3
World War Z
Star Trek 1 - 3
Der Hobbit – Smaugs Einöde
Olympus Has Fallen
Lone Ranger

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Beitrag von McClane » 31.12.2013, 18:32

Zum Thema "Movie 43": Ich habe gehört, dass der in Segmenten über einen ganzen Zeitraum gedreht wurde und man dann immer wieder Stars mit den Namen jener geködert hat, die schon mitgemacht hatten. Nach dem Motto: "Wenn Jackman/Gere/Winslet/Promi bitte einsetzen, dann kann es ja gar nicht so schlimm sein". Ich persönlich fand den durch und durch unlustig, mit Ausnahme des iBabe-Meetings, das Sexismus in der Werbung und der Geschäftswelt plump, aber irgendwie witzig auf die Schippe nimmt.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von Vince » 03.01.2014, 11:50

Stimmt, die iBabe-Sache war noch einer der besseren Momente...

So, hier noch die letzten Sichtungen von 2013:

Eden und danach
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Der erste Farbfilm des Autoren und Filmregisseurs Alain Robbe-Grillet, der die Farbe Grün auf der Leinwand hasste und deswegen bis dato nur Schwarzweißfilme gedreht hatte. Die neue Dimension nutzt er vorzüglich, um die selbstreferenzielle Popart der auslaufenden Studentenbewegungen einzufangen und in geometrische Zylinder und Quadrate zu bannen, von denen im Film auch eines zum Objekt der Begierde erklärt wird. Farben werden wie verlorene Tupfer auf weißen Grund gesetzt, sowohl die Studentenbar zu Beginn als auch die tunesischen Kalkgebäude werden von nihilistisch wirkendem Weiß dominiert. Dazwischen werden immer wieder surreale Collagen aus verstörenden Bildern gesetzt, in deren Mittelpunkt meist nackte Frauen stehen und deren Inszenierung einer Ausstellung von lebendigen Skulpturen ähnlicher sieht als der mise-en-scene eines Films. Die Aufregung aus Horror und Erotik wird bewusst mit einer Monotonie fehlender Zusammenhänge verschnitten, so dass der Film mit einer einzigartigen Mischung aus Irrsinn und Langweiligkeit aufwartet, begonnen bei der Phrasierung mathematischer und physikalischer Formeln bis zu den Handlungen der Akteure, die mitunter nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar sind. Eine schwierige, aber ganz besondere Filmerfahrung.
:liquid8:

Legacy
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Starke One-Man-Show von Idris Elba, dessen Leistungen in anderen Filmen und Serien ich bislang als stark überschätzt abwinken musste, der mich hier aber endlich eines Besseren belehren konnte. Als klaustrophobischer Kammerspielthriller überzeugt „Legacy“ mit einem minimalistischen Drehbuch samt effektiver Schlusspointe. Kamera und Schnittechnik verdienen sich Sonderlorbeeren; das Hotelzimmer verströmt eine dreckige Atmosphäre und das Trauma des Ex-Soldaten wird mit assoziativen Bildeinschüben wunderbar zur Geltung gebracht. Der ähnlich geartete „Bug“ mit Michael Shannon war zwar in jeder Kategorie nochmal eine ganze Nummer besser, aber „Legacy“ spielt immerhin in derselben Liga.
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Frankenhooker
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Frank Henenlotter, vielleicht eine verkannte B-Horror- und Trash-Ikone der späten 80er und frühen 90er. Seiner wohl bekanntesten Arbeit „Basket Case“ lässt er parallel zu dessen Fortsetzung „Frankenhooker“ folgen, eine verquere Bodyhorror-Komödie über eine Frankenstein-Kreatur aus den Leichenteilen von Prostituierten. Selig gesprochen seien die Zeiten, in denen prosthetische Effekte, Masken und richtiges Filmblut noch so offensichtlich zelebriert wurden: Explodieren die Körper der Nutten auf Supercrack, so sieht das überdeutlich nach einer Neujahrsparty von Kakerlaken im Hohlkörper von Schaufensterpuppen aus – und das ist gut so. Was Henenlotter je anfasste, sah immer nach Gummi, Mechanik und Gips aus, aber gerade dadurch atmet das Phantastische in seinen Filmen. Der Begeisterung für biologische Abnormitäten in Tradition von „Freaks“ lässt der Regisseur diesmal vor allem im absurden Finale von der Leine. Bis dahin ist ihm New York wieder ein treuer Begleiter, das erneut wie ein dreckiger Moloch in grauem Matt erstrahlt; da kann sich auch mal ein abgehalftertes Ersatzteillager im Minirock auf den Time Square verirren, einen willigen Kunden wird sie dennoch abschleppen. Und seien wir ehrlich, der hierbei zur Schau getragene Sexismus macht in diesem Kontext einen Höllenspaß, zumal die Hauptdarstellerin, ein Penthouse-Pet, eine großartige Comedy-Show aufs Parkett legt. Ihr gekeiftes „Wanna date?“ ist eigentlich ein potenzieller Oneliner für die Hall Of Fame der B-Movies.
:liquid6: ,5

Strafpark
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Nicht unbedingt inhaltlich, aber doch zumindest stilistisch ist „Strafpark“ heute wieder absolut zeitgemäß, insofern er ein rein fiktives Szenario unter dem Deckmantel des radikal Dokumentarischen verkauft. Dabei hat er im Laufe der Jahre aber so viele Entwicklungen vorweggenommen, dass er bedingungslos mit der Realität verknüpft ist – ein Ziel, dass der Regisseur wohl auch mit ziemlicher Sicherheit verfolgt hat. Die Unerbittlichkeit, mit der sich die Handlung jeden Anflugs von Eskapismus verwehrt und wie er den Zuschauer praktisch zur Stellungnahme zwingt, muss zwangsläufig hitzige Kontroversen hervorrufen; insofern ist der Film beim gleichnamigen Label sehr gut aufgehoben. Peter Watkins arbeitet mit Parallelschnitten zwischen zwei Handlungssträngen, wobei die eine Ebene der anderen bereits ihr Schicksal weist, und erzeugt damit durchaus Spannung, die eigentlich in dem Wust aus feindseligen Konfrontationen auf grobkörnigem Zelluloid aufgehoben scheint. Eigentlich muss man den penetranten Aktivismus anprangern, den die Bilder verströmen (insbesondere, als im Abspann die Gefangennahme eines Darstellers kurz nach den Dreharbeiten erwähnt wird), ein interessantes sowie empfehlenswertes Zeitdokument ist Watkins’ Arbeit aber dennoch, sofern man dazu in der Lage ist, sich ein eigenes Urteil zu den Geschehnissen im Film zu machen und den Diskursen, die daraus folgen.
:liquid5:

Frankensteins Tochter
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Vergnügliche Trash-Verwurstung des Universal-Vermächtnis, die hektische Traumrealitäten in die Jetztzeit der 50er Jahre bettet und das Monster wie die Jugend der damaligen Zeit gleichermaßen lächerlich wirken lässt. Eröffnet wird der Lachreigen von einer Frau mit Gesichtsmaske inklusive Latex-Glupschern, die im Nachthemd durch die Hecken fremder Vorgärten irrt und die Nachbarschaft auf Trab hält, später löst ein faszinierend männlich wirkendes Frankensteinmonster ab, das eigentlich weiblich sein soll, dies aber allenfalls durch aufgemalten Lippenstift signalisiert (tatsächlich MUSS sich unter der Maske ein männlicher Stunt-Kollege verbergen). Auf philosphische oder gesellschaftskritische Elemente verzichtet das Flickwerk gerne, dafür wird einer peinlichen Jugendfete mit Gesangseinlage Raum geboten. Und als die jungen Menschen das Treiben schlussendlich überlegen, fragt man sich, wofür. Um weiter feiern zu können?
:liquid5:

Der Schlitzer von London
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Eine Neuinterpretation der Saga um “Jack The Ripper”, von der eine frühe (Stummfilm-)Form bereits in den 20ern durch Alfred Hitchcock realisiert wurde. Die John-Brahm-Variante hält sich an Geheimniskrämerei nicht groß auf; sobald Laird Cregar auf der Bildfläche erscheint, ist dem Zuschauer im Gegensatz zu den anderen Figuren seine Existenz bereits klar, was gerade in Verbindung mit den Nebel-, Pflasterstein- und Laternen-Sets für eine gehörige Portion Suspense sorgt. Um den geheimnisvollen Mieter wird eine Vorgeschichte gestrickt, von der nach und nach mehr Puzzleteile preisgegeben werden, bis die unbedachte Kitty (Merle Oberon) unabwendbar in seine Fänge gerät, was in einem spektakulären Finale am Set einer Tanzaufführung auch entsprechend ausgekostet wird. Obwohl Cregar eine etwas plumpe Vorstellung gibt (und nicht bloß wohlständig, sondern regelrecht träge und fett wirkt in seinem zu eng geschnittenen Nadelstreifenanzug) und die Musik gerade im ersten Drittel nicht aufhört, die Gefahr überzubetonen, ist „Der Schlitzer von London“ durchaus noch ein sinnvoller Beitrag zum Thema, dem 10 Jahre später noch ein Remake folgen sollte, bevor im Jahr 2009 die bislang letzte Umsetzung gewagt wurde.
:liquid6:

Wir sind die Millers
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Formelhafte Persiflage auf die perfekte amerikanische Familie im Roadmovie-Gewand, so wie es der US-Amerikaner gerne sieht: Da werden Anarcho-Fässer aufgemacht, bis die Glückseligkeit eines versöhnlichen Endes alle vereint. Bis das Unvermeidliche geschieht, hat Jason Sudeikis als „Familienoberhaupt“ natürlich alle Hände voll zu tun. Es gibt viele klassische Missverständnis- und Verwechslungssituationen im Verlauf der Drogenschmuggelaktion über die mexikanische Grenze (wobei der eigentliche Grenzübergang relativ schnell abgehandelt ist und damit nicht lange als Spannungselement dienen kann), teilweise genug übersteigert, dass es wirklich witzig ist, teilweise gehen die Pointen aber auch nicht auf. Außerdem ist Jennifer Aniston eine miserable Stripperin. Macht einmal akzeptable Abendunterhaltung ohne Garantie auf Wiederholungswunsch.
:liquid5:

Fantasia
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Walt Disneys vermutlich bester Film. Mir ist auch kein Film bekannt, der Musik als emotionales Zentrum derart zu würdigen weiß wie „Fantasia“. Aufgrund der großen Bandbreite der Bebilderung klassischer Stücke von abstrakten, rein rhythmisch zu verstehenden Zeichnungen bis hin zur Ausformulierung konkreter Geschichten bietet er natürlich eine Vielseitigkeit, die das große Publikum trotz der zugänglichen Moderation durch den Musikkritiker Deems Taylor überfordert, so dass der damalige Misserfolg nicht verwundert, aber der Erfindungsreichtum und die Harmonie zwischen Bild und Ton ist unermesslich. Geometrie, Farbenspiel, Lichteinfall, Bewegung, Bildaufteilung liegen all den Komponisten von Bach über Tschaikowski zu Beethoven und Schubert zu Füßen und stellen eine Verbindung her, die nie wieder getrennt werden kann, zumal die gewählten Themen derart ursprünglich sind, dass sie oft nur in einem universellen Gesamtzusammenhang begriffen werden können.
:liquid9: (vielleicht mehr)

Thale
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Krude gefilmtes und schlecht gespieltes Kammerspiel, das den skandinavischen Faible für mythologische Figuren und kriminalistische Skurrilitäten unter einem Hut vereint, dabei aber in verschiedenen Bereichen scheitert. Trotz der Kürze ist „Thale“ durchzogen von lang gestreckten Monologsequenzen, deren Behäbigkeit aber leider keine positive Wirkung hinterlässt, was auch damit zusammenhängen mag, dass insbesondere einer der Darsteller nicht dazu fähig ist, auch nur einen emotionalen Funken rüberzubringen. Auch bei der Darstellung der Kreaturen hat man sich leider für schwache Computeranimationen entschieden anstatt für Kostüme und Kameratricks. Selbst der Vorteil der schönen norwegischen Landschaft kann kaum genutzt werden, weil der Großteil des Films in einem Keller spielt. Dann doch lieber „Troll Hunter“.
:liquid4:

Ich, Einfach Unverbesserlich 2
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Schema-F-Fortsetzung mit einem viel zu netten Gru. Die Animationen sind erwartungsgemäß state-of-art, die Regie schnell und dynamisch, die Sets atmen James-Bond-Geist und die Gags kommen wie aus der Pistole geschossen, aber der Vorteil der bösen Hauptfigur ist dahin und damit auch jeglicher Reiz an der Reihe. Noch dazu kann kaum eine der neu eingeführten Figuren überzeugen (schon gar nicht Grus hibbeliges Love Interest), es sind doch eher die laufenden Ü-Ei-Männchen, die die Kohlen aus dem Feuer holen, und dabei mag ich die nicht mal besonders.
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Sherlock - Season 1 & 2
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Ein frisches neues Konzept, das neue dramaturgische Möglichkeiten vor allem im Wechsel von der 1. zur 2. Staffel auslotet (3 Episoden im Filmformat = 1 Staffel, nicht uninteressant), eine erfolgreiche Adaption der klassischen Figuren ins London der Gegenwart, aufgepeppt mit innovativen visuellen Einfällen (Sichtbarmachen von Handy-, Bildschirm- und Papierkommunikation über Pop-Ups im Bild), zwei wunderbar harmonierende Hauptdarsteller, denen extrem spritzige Dialoge in den Mund gelegt werden, ein Moriarty mit herrlichem Overacting… aber warum zum Dreizack müssen britische TV-Serien immer so schrecklich fad aussehen? Gerade bei „Sherlock“ muss doch auch die Atmosphäre zählen, insbesondere, wenn man auch noch Folgen wie „The Hounds Of Baskerville“ dreht, die in von nichts anderem leben. Doch das in ausgeblassenen Farben eingefangene moderne London mit seinen hässlichen neuen Skyscrapern frisst leider jeden Ansatz von Atmosphäre auf. Weil alles andere stimmt, komme ich noch zu einem positiven Fazit, allerdings macht dieser eine Mangel deutlich höhere Wertungen zunichte.
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Sons of Anarchy – Season 5
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„Sons Of Anarchy“ hat sich zu einer der besten Dramaserien der Gegenwart gemausert. Rückblickend erscheinen selbst die Soap-Anteile aus der Anfangszeit wie ein notwendiges dramaturgisches Mittel – einmal mehr ein Beweis, dass Sendeanstalten auf den Langzeiteffekt vertrauen und einer Serie die nötige Zeit zur Entfaltung geben sollten. Der vermeintliche Seelenfrieden, der einige Zuschauer nach ein paar Folgen der ersten Staffel zu dem Fehlurteil führte, die Serie verherrliche das Leben in einer Motorradgang, ist natürlich längst in Trümmern, und die fünfte Staffel erzählt vom Umgang der Figuren mit den lebensbedrohlichen Verletzungen, die der Club vor allem sich selbst von innen heraus zugefügt hat. Neue Darsteller wie Jimmy Smits werden sinnvoll integriert, alte entwickeln sich in unvorhergesehene Richtungen oder werden auch einfach mal erbarmungslos geopfert, und dies auf drastische Art und Weise. In jeder Folge aber ist ein Gefühl der Erleichterung vorherrschend, dass man selbst nicht in der Haut der Figuren steckt, die auf dem Bildschirm einen knallharten Überlebenskampf führen müssen. Großartig.
:liquid9:

Weitere Sichtungen:
Odd Thomas
Star Trek IV


DAMIT ERGIBT SICH FÜR 2013 FOLGENDE STATISTIK:

Gesehene Filme: 350
Gesehene Serienstaffeln: 45
Filme im Kino: 15, davon nur 3 im 2. Halbjahr - wohl Zeichen einer zunehmenden Enttäuschung vom Kinojahr.

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Beitrag von Hannibal » 03.01.2014, 12:53

Vince hat geschrieben: Sons of Anarchy – Season 5
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„Sons Of Anarchy“ hat sich zu einer der besten Dramaserien der Gegenwart gemausert. Rückblickend erscheinen selbst die Soap-Anteile aus der Anfangszeit wie ein notwendiges dramaturgisches Mittel – einmal mehr ein Beweis, dass Sendeanstalten auf den Langzeiteffekt vertrauen und einer Serie die nötige Zeit zur Entfaltung geben sollten. Der vermeintliche Seelenfrieden, der einige Zuschauer nach ein paar Folgen der ersten Staffel zu dem Fehlurteil führte, die Serie verherrliche das Leben in einer Motorradgang, ist natürlich längst in Trümmern, und die fünfte Staffel erzählt vom Umgang der Figuren mit den lebensbedrohlichen Verletzungen, die der Club vor allem sich selbst von innen heraus zugefügt hat. Neue Darsteller wie Jimmy Smits werden sinnvoll integriert, alte entwickeln sich in unvorhergesehene Richtungen oder werden auch einfach mal erbarmungslos geopfert, und dies auf drastische Art und Weise. In jeder Folge aber ist ein Gefühl der Erleichterung vorherrschend, dass man selbst nicht in der Haut der Figuren steckt, die auf dem Bildschirm einen knallharten Überlebenskampf führen müssen. Großartig.
:liquid9:
Endlich auch mal ne höhere Wertung für die Sons ;) Die 5. Staffel war echt heftig. Insgesamt war mir das sogar etwas zu viel Abwärtsspirale, denn irgendwann hat das dann auch nichts mehr mit Dekonstruktion organisierter Kriminalität zu tun, sondern nähert sich mit der Häufigkeit von kleinen und großen Katastrophen wieder dem erhobenem Zeigefinger an. Geschrieben und inszeniert ist es aber immer noch auf umwerfend hohen Niveau, kommt aber nicht ganz an die frische 3. Staffel ran, die bisher mein Favourit im Sons-Kanon ist. Wirklich abgefallen sind aber weder die 4., noch die 5. was man der Serie definitiv hoch anrechnen muss..

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Beitrag von Vince » 16.01.2014, 18:48

Hannibal hat geschrieben: Endlich auch mal ne höhere Wertung für die Sons ;) Die 5. Staffel war echt heftig. Insgesamt war mir das sogar etwas zu viel Abwärtsspirale, denn irgendwann hat das dann auch nichts mehr mit Dekonstruktion organisierter Kriminalität zu tun, sondern nähert sich mit der Häufigkeit von kleinen und großen Katastrophen wieder dem erhobenem Zeigefinger an. Geschrieben und inszeniert ist es aber immer noch auf umwerfend hohen Niveau, kommt aber nicht ganz an die frische 3. Staffel ran, die bisher mein Favourit im Sons-Kanon ist. Wirklich abgefallen sind aber weder die 4., noch die 5. was man der Serie definitiv hoch anrechnen muss..
Jau, die hohe Wertung für die Fünfte resultiert auch eher aus dem Gesamten raus, da profitieren gewissermaßen auch die vier vorherigen Staffeln von, auch wenn ich die niedriger bewertet habe... ähnlicher Fall wie in der folgenden Serie:


Breaking Bad – Season 5.1 / 5.2
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Schließlich hat sie mich doch noch gekriegt. Da sieht man mal wieder, wie wichtig gute Enden sind. In Kenntnis der gesamten Serie muss ich meine anfänglichen Bedenken relativieren: Der frisch gebackene Golden-Globe-Sieger gehört zu jenen Seltenheiten, die im Gesamtbild ein durchgängiges Konzept ohne längeren Leerlauf vorzuweisen haben und im Ausspielen ihrer Karten so effektiv wie nur irgend möglich bleiben. Rückblickend ist die Serie doch noch der anfangs kaum für möglich gehaltene Kracher geworden, eine Demonstration schreiberischer und darstellerischer Extraklasse… die Nuancen, mit denen Bryan Cranstons Walter White in ein Monster verwandelt wird, gehen so fließend ineinander über, dass man von der Entwicklung ähnlich radikal überrumpelt wird wie jene Charaktere, die ihm erst sehr spät auf die Schliche kommen. Wo White zwischenzeitlich sogar zum nervigen Störfaktor der Serie zu werden drohte, steigt er gerade in den letzten Folgen zu einer der wohl wichtigsten Figuren der TV-Geschichte auf – einer zutiefst kathartischen Aufbereitung seines Schicksals und dem all seiner Opfer (und insbesondere seines größten Opfers, dargestellt von einem kongenialen Aaron Paul) zum Dank. Dass die Serie überdies zum Ende hin noch einige der interessantesten Figuren aufleben oder auch untergehen lässt, sichert ihr noch weiteres Ansehen. Über formalästhetische Gesichtspunkte kann man m.E. nach wie vor streiten, inhaltlich hat man sich mit dem Abschluss aber ein Denkmal geschaffen, anstatt sich wie so viele andere gute Serien unnötig den Abgang zu vermiesen.
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The Big Bang Theory – Season 1-5
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Es ist natürlich das konditionierte Mode-Bild eines Nerds, das von Johnny Galecki (Roseanne), Jim Parsons & Co. gezeichnet wird, eines, das sich für Massenkompatibilität eignet, aber schließlich handelt es sich hier um eine Sitcom, und als solche bringt „The Big Bang Theory“ frischen Wind in die Studio-Apartments. Mag der Humor insgesamt an ein sehr breites Publikum gerichtet sein und daher einer einfachen Rezeptur folgen (e=Nerds spielen nicht nur gerne mit Spielzeug²), kann die Serie dennoch mit viel Intertextualität glänzen, wobei reichlich Wissenschafts-Trivia ausgeschüttet wird. Die WG aus IQ-Leuchten harmoniert prächtig mit der huscheligen Kaley Cuoco, wobei Jim Parsons Leistung als sozial inkompetenter Über-Physiker Sheldon Cooper stets als besonders herausragend gelobt wird. Kann man so unterstreichen. Wie so oft erscheinen die ersten Staffeln spritziger, indes das zwanghafte Integrieren weiblicher Gegenstücke gerade zum Ende der fünften Staffel einmal mehr dem Gesetz der Mainstream-Komödie gehorcht, dass gerade die hoffnungslosesten Töpfchen irgendwann vor dem Traualtar ihr Deckelchen aufgesetzt bekommen.
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Die Farbe
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Innovative deutsche Genre-Filme… ja, das gibt’s! Huan Vus 2010er-Adaption der Lovecraft-Geschichte findet im Schwarz-Weiß, das gelegentlich von einem rosa leuchtenden Element außerirdischer Substanz durchbrochen wird, einen sehr eigenständigen Federstrich. Die nunmehr vierte Adaption des Stoffes gilt als die ambitionierteste, was an dem sichtbaren Bemühen liegen mag, Lovecrafts morbides, abgründiges Schreiben durch die Sogkraft intensiver Bilder wiederzugeben. Durch das deutsche Dorfbürgertum, all die Wiesen und alten Bauernhäuser, atmet auch wieder ein wenig der Geist der Universal-Klassiker von „Frankenstein“ bis „Dracula“ mit, unterstützt von einer guten Portion 50er-Jahre-Science-Fiction. Experimentell und darin sehenswert.
:liquid7:

Die Fantastische Welt von Oz
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Einem visuell ebenso gewagten wie gelungenen Start in Schwarzweiß und 4:3 folgt ein überwältigender Aha-Moment, als die Farbe das Zepter übernimmt, bevor Raimi sich dann doch von erzählerischen Konventionen überrumpeln lässt und wie neuerdings Tim Burton mit den Farben nur so kleckert. James Franco grimassiert tapfer gegen den Zucker, wird schlussendlich aber doch von ihm überhäuft, obwohl seine überdrehte Zauberer-Interpretation durchaus haften bleibt. Das Prequel-Konzept um den „Zauberer von Oz“ ist interessanter als gedacht, jedenfalls so lange, wie der Magier sich noch in der Rolle des Fremdlings wähnt und nicht des Erlösers. Erstaunlich auch, wie flüssig sich dieser Film an das stolze 74 Jahre ältere Original schmiegt; als hätte es die Zeit dazwischen nie gegeben. Das löst den Frust über die finalen Minuten ein wenig, denn so angreifbar sich Raimi mit diesem Film macht, letztlich stellt er sich dabei nur in eine Reihe mit dem liebenswerten Garland-Klassiker. Um Welten besser jedenfalls als die Totalgurke um die Bohnenranke und auch Willy Wonkas Schokoladenfabrik wird in die Schranken verwiesen.
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Planet des Schreckens
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Idealer Stoff für den SciFi-B-Movie-Abend: Sid Haig und Robert Englund als Besatzungsmitglieder unter Kommando einer ripleyhaften Grace Zabriskie, das kann nur heiter werden. Der Film bewegt sich unter Verwendung von Pseudopsychologie pyramidisch auf seinen Klimax zu, verbraucht dabei haufenweise offensichtlicher (und gerade deshalb so toller) Matte Paintings und verliert ein Crewmitglied nach dem anderen an die eigenen „Urängste“ in Form handgemachter, billig wirkender und doch unheimlich aufregender Special Effects, wobei der Zuschauer mitunter erst durch die Attacken erfährt, wovor sich die Attackierten gefürchtet haben (welch Intensitätsgewinn wäre hier möglich gewesen, hätte sich der Film großzügige Charaktereinführungen erlaubt). Das alles ist natürlich strohdoof und wird nicht klüger, nur weil die Weltraumabenteurer da plötzlich in die Spiegel ihrer selbst blicken, aber der Unterhaltungswert spricht für sich.
:liquid6:

R.I.P.D. – Rest In Piece Department
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Hier liegt eine Studio-Totgeburt vor, die dem Begriff der kreativen Bankrotterklärung ganz neue Ebenen abgewinnt: So werden Filme wohl mal in einer mittelnahen Zukunft aussehen, in der wahrhaft schon jede erdenkliche Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch poststrukturell auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt wurde, so dass als letzte verfügbare Option eigentlich nur noch übrig bleibt, alte Burgen mit neuen Bausteinen wieder aufzubauen. Zugegeben, aktuell mag „RIPD“ zumindest flott, bunt, trashy und unterhaltsam sein, zum Verdrängen der grausamen Realität wie gemacht, aber das soll der einzige Vorteil dieser grotesken MIB-Nachmache bleiben und selbst der verfliegt, sobald sich mal wieder die Sehgewohnheiten verändern. Die Kiste tut auch deshalb so weh, weil viele Handlungselemente gerade nur deswegen da sind, damit sie eben an „Men in Black“ erinnern, obwohl sie gar nicht in die Handlung passen. Oder wie anders ist zu erklären, dass hochgeheime Geheimcops, deren Job es sein sollte, unauffällig zu sein, für die Außenwelt wie Aliens in mieser Verkleidung aussehen? Nichts gegen einen unterhaltsamen Trittbrettfahrer, aber die Selbstzweckhaftigkeit muss man „RIPD“ erst mal nachmachen. Noch dazu wirkt der Film völlig zerfahren, als hätte man Regisseur Schwentke alle Rechte entsagt, und die Darsteller spielen auf Sparflamme: Reynolds ist wieder zurück auf erbärmlichem „Blade 3“-Niveau, Bacon reißt seine Baddie-Routine runter und Bridges ist seine eigene Parodie.
:liquid3:

Fantasia 2000
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Eigentlich sollten dem Original jährlich neue Kurzfilme folgen, die dem „Fantasia“-Konzept gehorchten, animierte Kurzfilme in verschiedenen Abstraktionsgraden an klassische Musikstücke anzupassen. Es sollte dann doch bis zur Jahrtausendwende dauern, bis tatsächlich eine Fortsetzung in die Wege geleitet wurde. Diese wirkt nun leider im Ganzen nicht mehr ganz so ausgewogen, trotz der straffen Kürzung auf nicht einmal mehr 80 Minuten, von denen auch noch die unverständliche Wiederholung der originalen „Zauberlehrling“-Episode abgezogen werden muss, die hiermit wohl zum Herzstück aufgebaut werden soll – unnötig, da die Episode doch ohnehin längst ikonischen Charakter erreicht hat. Das Drumherum weist größere stilistische Brüche auf und ist von ausgesprochen wechselhafter Qualität; natürlich muss Publikumsstar Donald seinen Auftritt bekommen, nur der Arche-Noah-Rahmen wirkt als „Fantasia“-Element zu banal, und die New-Age-Sequenz mit den fliegenden Walen ist schon heute dank ausrangierter Computereffekte schlechter gealtert als der gesamte 1940er-Film. Die manga-inspirierte Abschlussfolge indes gehört zu den besten überhaupt, ebenso wie die leider ins Bonusmaterial verbannte Kooperation zwischen Walt Disney und Salvador Dalí, ein Lehrstück über Perspektiven und (A-)Symmetrie mit Mann-Frau-Motivik.
:liquid6:

Bernie
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Ein dank zahlreicher posthumer Interviewschnipsel dokumentarisch wirkender Spielfilm nach realen Geschehnissen, der sich um einen Mord dreht, welcher sich in einem kleinen Ort an der texanisch-mexikanischen Grenze ereignet hat. Man weiß nicht so ganz, was man von alldem halten soll. Fest steht wohl, Jack Black ist in der Hauptrolle voll in seinem Element, mit Ehrgeiz und Elan hängt er sich voll rein, um der von ihm dargestellten Person gerecht zu werden, wobei er einen breiten Spagat zwischen Drama und Komödie versucht und vor allem mit seinem bei „Tenacious D“ erprobten Gesang glänzt, den er in zahlreichen Sequenzen anwenden darf (tatsächlich dachte ich kurz, dass sein Tenacious-D-Kollege Kyle Gass in einer Nebenrolle als Bestatter zu sehen ist, bis jenem Schauspieler namens Rick Dial vor dem Abspann gewürdigt wurde, weil er 2011 an einem Herzinfarkt verstorben war).
Allerdings überstrapaziert der Film die Intervieweinblendungen in der ersten Hälfte zu sehr, während er sich in der zweiten Hälfte nicht so ganz entscheiden kann, ob er den dummen Vorstadttexaner auf dem Geschworenensitz bzw. im Vorgarten seines Eigenheims, das amerikanische Justizsystem und dessen Marionetten (-> das selten dämliche Abschlussplädoyer des McConaughey-Anwalts!) oder auch die Hauptfigur auf den Arm nehmen soll, dessen Verhältnis zu der alten, knorrigen Shirley McClane im Miss-Daisy-Modus definitiv als schräg und freaky dargestellt wird. Die Richtungslosigkeit löst der Film auch bis zum Ende nicht auf; stattdessen irritiert er im Abspann noch weiter mit einem Foto, auf dem sich der echte Bernie und Jack Black treffen, so als wolle man sagen: Seht nur, wie viel uns an der Person liegt. Also was nun, ist Bernie ein Verbrecher, ein normaler Mensch, eine Cartoonfigur oder womöglich ein Held? Der Film über ihn lässt die Frage offen, ohne dass das so richtig gewollt ist.
:liquid5:

Dogtooth
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Zombies sind gelbe Blumen. Eine Muschi ist eine große Lampe. Und in der Welt von „Dogtooth“ verschieben sich Regeln und Paradigmen einer abgeschottet lebenden Familie nach dem freien Willen des Oberhaupts.
Dabei interessiert den extrem nüchtern und emotional starr bis teilnahmslos inszenierten Film nicht, warum die Eltern ihre Kinder von der Welt abschotten und ihnen eine eigene Grammatik des Lebens beibringen. Vielmehr ist „Dogtooth“ eine Analyse inzestuöser und autarker Lebenszustände, die folgerichtig in ein bizarres Verhalten der Kinder münden, die nie etwas anderes kennen gelernt haben.
Dabei bleibt der Film dramaturgisch flach, so dass nicht nur Langeweile entstehen kann, sondern auch der Eindruck, es werde unmotiviert eine Szene voller Absurditäten an die nächste gereiht. Tatsächlich entstehen aber schnell kausale Ereignisketten, und aus einzelnen Wortbausteinen entsteht bald eine ganze Sprache. Natürlich wirken die Geschehnisse fataler, je intensiver man in die Privatsprache der Familie eindringt, und umso unangenehmer wird die Wirkung des Films, der den Knoten erst in der letzten Szene platzen lässt, mit jeder Minute.
:liquid8:

Ponyo
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Miyazaki lässt die Dinge inzwischen endgültig auf sich selbst referieren. Sein „Ponyo“ ist ein Alterswerk, das mit sich selbst vollkommen im Reinen ist und daher die Zeit findet, sich auf die Ästhetik des Wasserelements zu konzentrieren. Der Wellengang bewegt sich in einer unermesslichen Vielfalt an zeichnerischer Struktur fort: Mal transparent, dann eine dicke Linie, wuselnd von Leben und dann doch wieder klinisch rein, sich kräuselnd und dann wieder vollkommen eben. Kreaturen schälen sich aus dem Nichts, schöpfen wiederum neue Kreaturen, bis die ganze Schöpfung wieder zusammenfällt. Animationstechnisch ist „Ponyo“ eine Ode an das Meer als Lebensschöpferin, und trotz des hohen Abstraktionsgrads, der wohl nur vom Erwachsenen bemerkt wird, birgt er das Potenzial für einen endlos niedlichen Kinderfilm, der es nicht nötig hat, moralische Formeln zurechtzuschneidern, um Klein und Groß gleichermaßen mit seiner Einfachheit zu begeistern.
:liquid7:

Sanctum
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Vermutlich angestachelt durch James Camerons Mitwirken, versucht es „Sanctum“ auf die dokumentarische Tour, will dummerweise gleichzeitig aber ein nach allen Regeln des Spiels ablaufender Thriller sein. Dumm nur, dass sich der gewählte Stil mit der gewählten Dramaturgie beißt. Die Höhlentour hat ein paar schöne Aufnahmen zu bieten, verschwendet diese aber an ein banales Drehbuch, das nur den Vorwärtsgang kennt und letztlich als Thriller zu drucklos, als Dokumentarfilm zu hollywoodesk ist.
:liquid4:

Europa Report
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Gegenüber dem deutlich angesagteren Konkurrenzprodukt „Gravity“ ist „Europa Report“ der nachhaltigere Film. Das liegt auch daran, dass er aufwendigen Plansequenzen, überwältigenden Bildern und bombastischer Dramatik lieber Kopfwelten vorzieht, die sich im Oberstübchen jeden einzelnen Zuschauers zusammenbrüten. Die Found-Footage-Kameras – hier ausnahmsweise mal sinnvoll und ohne logische Schwächen angewendet – zeigen nur wenig, gerade ausreichend viel, dass die eigenen Zahnräder beginnen, sich zu drehen. Der Edellook von „Gravity“ hat die Instrumente und den Blick ins Weltall nicht so nachfühlbar gemacht wie es diesem Film über weite Strecken gelingt. So wird der dem Menschen innewohnende Erkundungsdrang richtig erfahrbar gemacht; man wähnt sich selbst in der Raumkapsel, und wer sich jemals gefragt hat, was einen Astronauten dazu treibt, sein Leben aufs Spiel zu setzen, bekommt hier einen Geschmack der Antwort, die ein solcher Astronaut geben würde. Schade, dass der „Europa Report“ eine Millisekunde zu lange dauert, denn jener letzte Moment in der Handlung nimmt leider viel von der Wirkung, die bis dahin so sorgfältig und voller Ruhe aufgebaut wurde.
:liquid8:

Chained
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Sehr ungewöhnlich aufgebauter und strukturierter Serienkillerfilm, der gerade deswegen so ungemein sehenswert ist. Jennifer Lynchs Film umfasst einen Zeitraum, in dem ein Kind zum Teenager heranwächst, und sie verwendet die verstrichene Zeit dazu, die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren, einem Entführer / Frauenmörder und seinem Gefangenen, zu verformen. Aus der Geiselkonstellation entwickelt sich über die Sklaven- und Nutzhaltung ein forciertes Schüler-Lehrer-Verhältnis – eine Entwicklung, die Spannung entfacht, weil Eamon Farren ein interessantes neues Gesicht ist und Vincent D’Onofrio mal wieder so viele Nuancen in sein Schauspiel legt, dass jeder seiner Shots vor Informationen überquillt. Über das Ende kann man geteilter Meinung sein, weil es mit dem gemächlichen, rein psychologischen Aufbau von zuvor radikal bricht und weil es mit seinem ausgeprägten Mindfuck-Stil relativ plump erscheinen mag, blickt man allerdings auf die zurückliegenden Geschehnisse, so scheint alles am Drehbuch und auch an der ganzen Art des Serienkillers auf genau dieses Ende zugesteuert zu haben.
:liquid7: ,5

Trance – Gefährliche Erinnerung
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Danny Boyle, der alte Kopfficker. Da hat er uns aber gekriegt. Und wieder. Und wieder. Und wiederwieder. Ein Film, der so straight und simpel begann, hat sich zuguterletzt dermaßen oft um die eigene Achse gedreht, dass man am Ende eigentlich wieder bei der Ausgangsposition angekommen ist. Mit viel- und doch wenig sagenden Phrasen, einem ultradramatischen Soundtrack und Rosario Dawsons rasierter Mumu bekommt man die ultimative Gehirnwäsche verpasst und ein aufregender Abend ist garantiert, so viel steht fest. Als Paranoia-Thriller ist „Trance“ ein fest, so hell und freundlich in der Farbgebung und doch so bitterböse, aber allzu nahrhaft ist das nicht mehr in einer Zeit des Poststrukturalismus, die schon so ziemlich jedes Hemd in den letzten 20 Jahren auf links gebügelt hat. Und am Ende hat man einen grandiosen Filmabend gehabt. Und die Erkenntnis, dass einem keine der drei Hauptfiguren geheuer ist. Davon abgesehen steht man allerdings irgendwie mit leeren Händen da.
:liquid6:

Weitere Sichtungen:
Star Trek V
Kick-Ass 2
Redemption – Stunde der Vergeltung
Only God Forgives
Pain & Gain

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Beitrag von McClane » 17.01.2014, 15:59

Vince hat geschrieben:Mag der Humor insgesamt an ein sehr breites Publikum gerichtet sein und daher einer einfachen Rezeptur folgen (e=Nerds spielen nicht nur gerne mit Spielzeug²), kann die Serie dennoch mit viel Intertextualität glänzen, wobei reichlich Wissenschafts-Trivia ausgeschüttet wird.
Wobei jede Referenz für die Blöden noch ausgiebig erklärt wird. Halte die Serie für ganz amüsantes Mittelmaß, trotz fehlender Euphorie hab ich auch schon nach und nach ganze 5 Seasons davon gesehen, aber die allgemeine Begeisterung kann ich echt nicht nachvollziehen. Maßlos überhypt IMO.
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Beitrag von gelini71 » 17.01.2014, 16:41

Bei "Breaking Bad" war es bei übrigens genau umgekehrt - die Serie fand ich am Anfang richtig gut aber durch die zweigeteilte Staffel 5 mußte ich mich richtig durchquälen. Und ehrlich gesagt bin ich froh das es vorbei ist...

Den Hype von der Theorie um den großen Knall kann ich auch nicht nachvollziehen :lol:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von SFI » 18.01.2014, 07:09

Hype ist vielleicht auch ein zu großes Wort. Für mich ist es auch keine Überserie, aber dennoch herzlich erfrischend. Man muss vielleicht selbst ein wenig Nerd sein ... nicht in intellektueller Hinsicht, aber vom Spieltrieb her, dann kann man sich über viele Handlungsmuster ggf. einen Tick mehr amüsieren. Für mich als Trek Nerd gibts da einfach so viel mehr.... :lol:

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Die letzte Wahl - Vom Ende des politischen Urteils

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Beitrag von Montana » 18.01.2014, 12:43

Breaking Bad war vorallem eine sau coole darbietung von Brian Cranston die in definitive in den Hollywood Olymp gehivt hat. Von der Serie bin ich irgendwie zweigeteilt. Die Entwicklung von Walter Whit ist einerseits vorallem am anfang etwas an den haaren herbeigezogen. Danach konnte man eigentlich davon ausgehen das er niemals die Wahrheit sagte was teils schon sehr nervenaufreiben war. Andererseits ist die entwicklung von ihm nach dem Anfang recht plausibel gehalten und er giebt einen der geilsten Bösewichte ab die das Serienfernsehen und vielleicht der Film allgemein je gesehen hat. In der 5ten Staffel überschlagen sich dann aber die ereignisse etwas zu sehr. Zudem wird mir viel zu früh sehr viel Luft herausgeholt. Ohne Cliffhanger in 5.1 hätte die Serie schon da ein Ende gefunden. 5.2 Beschäftig sich dann aussschliesslich mit den "Konsequenzen". Leider überfährt das Finale einen mit einer für die Serie ungewöhnlichen Geschwindigkeit doch etwas. Daraus hätte die Serie ohne fixiertem Ende nochmals eine ganze Staffel generiert. Das sind aber zum glück nur kleine Schönheitsfehler und man muss die Serie einfach für ihre Konsequenz honorieren und dafür das sie beinahe keine Handlungsstränge offen lässt. Ich sage nur "Hail to the King" :wink:

Dito zu SFI: The Big Bang Theory finde ich auch eine sehr geile Serie. Ab der 2ten Staffel zeichnet sich vorallem auch eine für eine Sitcom erstaunliche entwicklung der Charackteren ab. Auf diese Chrackterentwicklung wird dann auch mehr Wert gelegt und der Humor tritt etwas kürzer. Allgemein ist die Qualität der folgen ein Auf und Ab. Anfangs und Ende Staffel meist durchschnittlich wobei die Highlights meist in der mitte liegen.

Dito zu Trance: Allerdings fand ich das jetzt keinen so grossen Mindfuck. Hatte mir davon wessentlich mehr erhofft. Ein schwächeres Werk von Danny Boyle.

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Beitrag von Vince » 02.02.2014, 08:41

Red, White And Blue
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Ziemlich harte Kiste, thematisch wie auch teilweise grafisch. „Red, White And Blue“ mixt Vergewaltigungs-, Psycho- und Rachedrama im White-Trash-Milieu zu einem wenig verträglichen Cocktail, der sich tief in den Gedärmen einnistet. Der Plot springt auch gerne mal von einem Fokus auf den nächsten und lässt immer mal wieder eine neue Figur im Rampenlicht der Hauptrolle aufleuchten; eine innovative Methode, ihre Schicksale miteinander zu verknüpfen, ohne deswegen direkt zum Episodenfilm zu zerfallen. Gedreht mit reichlich Filmkorn, werden Schmutz und Intimität gleichermaßen greifbar. Schaut man vielleicht nie wieder, sollte man aber zumindest einmal gesehen haben, wenn man mal wieder Lust auf etwas Kontroverses hat.
:liquid8:

Das ist das Ende
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Erstaunlich witzige Gaudi mit überdrehtem Weltuntergangsflair à la „Little Nicky“. Der Coup, die Darsteller sich selbst spielen lassen, sorgt nicht nur für eine Menge Spaß, den Baruchel, Rogen, Hill, Franco & Co. am Set gehabt haben müssen, sondern auch für launiges Sich-gegenseitig-auf-die-Schippe-Nehmen, etwa so wie man es bei einer Samstagnacht-Show erwarten würde, die beim Lästern über Stars und Sternchen kein Blatt vor den Mund nimmt. Und nicht zuletzt ist der Einbruch dunkler Mächte, die teilweise wirklich bedrohlich oder zumindest imposant in Szene gesetzt werden, in die heile Welt der Schauspieler ein hübscher Kommentar zur Luftblase Hollywood. Neben dem herrlich aufgelegten Kern machen auch die zahlreichen Cameos kurzen Prozess mit ihrem eigenen Image. Sauber!
:liquid7:

Lars und die Frauen
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Unverkennbar skandinavisches Flair versprüht diese Groteske von Craig Gillespie, zumindest, solange Einsiedler Lars seinem Bruder und dessen Frau seine neue Freundin vorstellt und den kauzigen Einsiedlertum frei auslebt. Frauenmagnet Ryan Gosling spielt den Einzelgänger im Schneckenhaus sehr beachtlich und wird letztlich nur durch die Präsenz seiner „Freundin“ zurückgedrängt, die den gesamten Film über wie ein unkommentierter Elefant im Raum steht – amüsant ist es folglich, die Reaktionen seiner nächsten Verwandten zu beobachten, zugleich aber auch dramatisch.
Amerikanisch wird’s erst, als die gesamte Stadt sich an Lars’ Freundin gewöhnt hat und beschließt, ihm zu helfen. Das gebündelte Gutmenschentum kann einem die so sorgfältig aufgebaute Tragikomödie schon ein wenig vergrätzen, wenngleich es nicht ganz so penetrant übersteuert wird wie in einer waschechten US-Comedy. Insgesamt sehenswert, jedoch in Dänemark oder Norwegen entstanden, hätte man das Ding wohl auch bis zum letzten Meter voll durchgezogen.
:liquid6:

Licht im Winter
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Der Mittelteil der Bergman’schen „Kammerspiel-Trilogie“ ist eine meditative Reise ins innere Selbst. Ein Aufbruch wartet am Ende der Handlung, jedoch verharrt die Handlung selbst unerbittlich in der Szenerie dieser kleinen Kirche, die dem Gemeindepastor als Ort einer Offenbarung dient. Ohne dass Bergman deswegen weitschweifende Bilderreisen verwenden müsste, zieht in den knapp gehaltenen 80 Minuten praktisch ein gesamtes Leben vor den Augen des Zuschauers vorbei. In Hanekes „Das weisse Band“ wird man später viele Elemente dieses Films wiederfinden. Als leeres Gefäß ein ausgesprochen inspirierender Film, ob man nun theologisch interessiert ist oder nicht, denn auch anthropologisch betrachtet gibt Bergman wie so oft wieder viel preis.
:liquid7:

Taffe Mädels
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Hinter der wohl bescheuertsten Verdeutschung eines Filmtitels 2013 verbirgt sich eine Komödie vom Reißbrett, die aber immerhin mit einem spielfreudigen Duo aufwarten kann, das zumindest für ein paar witzige Slapstickeinlagen gut ist. Bei Bullock ist das kein Wunder, denn die Trottelin beherrscht sie spätestens seit „Miss Undercover“ aus dem FF, doch selbst McCarthy muss man zumindest den ein oder anderen Moment bescheinigen. Was sich um diese gelegentlich amüsanten Ausflüge an Handlung ergibt, ist weniger von Belang, auch in Sachen Atmosphäre lässt der im Original „The Heat“ benannte Film einiges vermissen, hätte man doch hier eine gute alte Buddy-Komödie nach 80er-Strickmuster erwartet. Kann man sehen, tut nicht weh, hält bei Laune, ist schnell wieder abgehakt.
:liquid5:

The Nun
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Unnatürlich gegen den Strom fließendes, klares Wasser, das kalte Steinmauern benetzt, knüpft ohne Umschweife an die Ästhetik des Asia- und dann US-Remake-Gruslers „Dark Water an, insbesondere, wenn sich eine düstere Nonnengestalt darin windet. Dabei gelingt es der Yuzna-Produktion aber weder glaubhaft, eine Phobie vor Nonnengestalten zu visualisieren noch überhaupt furchterregend zu wirken oder auch nur echte Spannung zu erzeugen. „The Nun“ ist optisch geleckt wirkender, vorwiegend in Dunkelheit spielender Twen-Horror, dessen Gewaltspitzen noch harmloser wirken als jene der Dark-Castle-Produktionen,d ie sich als Vergleichsobjekt gut dienen. Wirres Umherschleichen durch Kirchengemäuer wechselt sich ab mit Flashbacks, in denen zahnlos die Strenge kirchlicher Erziehung gezeigt wird, bis dann irgendwann mühsam eine Special-Effects-Sequenz vorbereitet wird. Richtig schlecht ist das nicht gemacht, es hält auch gut bei Laune, lässt aber so kalt wie sich der Look des Films anfühlt.
:liquid4:

Mr. Moto und die Schmugglerbande
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Peter Lorre begründet in dieser ersten „Mr. Moto“-Episode einen neuen Typus von Detektiv: Exotisch, höflich, undurchschaubar, auch liebenswürdig, aber hart, wenn es sein muss. Lorres Wandlungsfähigkeit gehört zu den Highlights der Filme, die angemessen mit einer Schiffsfahrt zwischen Orient und Okzident eingeleitet wird und dort allerhand an Verschwörung aufdeckt.
:liquid7:

Defiance – Season 1
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Western-Attitüde im SciFi-Gewand – das hatten wir schon mal bei “Firefly”, dort allerdings mit mehr Klasse. „Defiance“ untergräbt alle Erwartungen, die sein großspuriger Trailer geweckt hatte… von exotischen Alienplaneten und gigantischen Schlachten zwischen den Spezies, die tatsächlich aber in dieser ersten Staffel gemeinsam ihren Alltag in einer Kleinstadt meistern und sich dabei miteinander arrangieren müssen. Das Aliendesign schwankt zwischen ganz nett und albern (einige Figuren wirken anbiedernd an bestimmte Zielgruppen, etwa die Teenager der Albino-Alienrasse, die Visual-Kei-Merkmale zur Schau tragen), die Handlung streift bisweilen Soap-Zustände und rappelt sich erst gegen Ende der Staffel, als es tatsächlich mal etwas interessanter wird. Immerhin aber hat die politische und soziale Organisation der Gemeinde ihren Reiz… da kann die Bürgermeisterin auch mal die Schwester einer Prostituierten sein. So zeigt „Defiance“ unter dem Banner des ikonischen Torbogens durchaus gelungene Ansätze für politisch anspruchsvolle Ränkespiele auf „Battlestar Galactica“-Niveau, die aber zumindest in der ersten Staffel noch sehr unterentwickelt bleiben, weil sich die Drehbücher lieber auf alberne Balgereien zwischen den Rassen konzentriert und auch die Gefahr von außen zu wenig thematisiert. Immerhin verspricht das Finale, dass letzteres in der zweiten Staffel stärker in den Vordergrund rückt.
:liquid5:

American Dad – Season 2
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Das war mal wieder ein Experiment, wieviel Irrelevanz ich ertragen kann... der Klon eines Klons in seiner zweiten Staffel, da häuft sich schon eine Menge Redundanz an. Dass Seth MacFarlane den Fokus in seiner Zweitserie ein wenig weg vom Familienleben hin zur Politik setzt, hält ihn aber nicht davon ab, weiterhin Sitcom-Settings zu verwenden. Hier hampelt letztlich doch wieder nur ein „Family Guy“ umher, nur dass er eben anstatt eines Arbeiterhemdes einen Anzug trägt. Am Resultat ändert das nicht viel, Liebesdinge genießen bei Nebenschauplätzen um das chamäleonhafte Stewie-Ersatz-Alien nach wie vor eine hohe Priorität. Witzig ist das alles nicht. So stellt sich die Frage, wofür man das eigentlich braucht und wie das so viele Staffeln überlebt hat, wo doch selbst Family Guy zeitweise mit Existenzproblemen zu kämpfen hatte.
:liquid3:

Weitere Sichtungen:
Lovelace
White House Down
Passion Play
Fright Night 2 (2013)
Give ‘Em Hell, Malone
Machete Kills
Zero Dark Thirty

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Beitrag von Vince » 22.02.2014, 11:18

Madagascar 3
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Mit dem Ursprungsgedanken um Madagascar hat der dritte Teil dieser ebenso populären wie von Anfang an überschätzten Animationsserie nichts mehr gemein. Er ist nur noch an einer Ausdehnung der zoologischen Gruppendynamik interessiert und wagt sich dafür jetzt sogar nach Europa, das vollkommen aus der Luft gegriffen scheint, wo die afrikanische Savanne des zweiten Teils wenigstens noch durch die Suche nach dem eigenen Ursprung motiviert war. Umgesetzt ist das Dreamworks-Zugpferd natürlich mit den höchsten verfügbaren Maßstäben, der inhaltliche Mehrwert beschränkt sich allerdings auf den Erlebnisfaktor einer Achterbahnfahrt, aus der leider nichts Langfristiges bezogen werden kann. Rasanter Klamauk ohne Seele.
:liquid4:

Demons
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Bavas Dämonensause bringt alle Voraussetzungen für einen vergnüglichen B-Movie-Abend mit: Das abgesteckte Setting stimmt (ein Berliner Kino), das Thema und dessen handgemachte Umsetzung ebenfalls. Leider versteht sich der Film darauf, diverse Aspekte qualvoll in die Länge zu ziehen; reitet etwa Dario Argento in „Suspiria“ minutenlang auf dem gleichen „Goblin“-Thema herum, so gewinnt er daraus unbestreitbar eine bedrückende Terror-Atmosphäre, Bavas ähnlich repetitiv angewandter Soundtrack dagegen nervt schon in der eröffnenden U-Bahn-Szene. Nachfolgend reizt die Handlung mit einem doppelten Boden zwischen dem Geschehen auf der Kinoleinwand und dem im Saal (und Scream 2 hatte seine helle Freude daran, all das in seiner Opening Sequence zu zitieren), allerdings scheint etwa die Gattin des blinden Besuchers endlos lange mit einem anderen Mann hinter den Gardinen rumzumachen, bevor ihr endlich die überfällige Quittung in Form blutgieriger Dämonen serviert wird. Die Verwandlungsphasen der infizierten Gäste dauern unterschiedlich lange, eine Inkonsistenz, die durchaus zu verschmerzen wäre, würden damit nicht so viele Tempoprobleme entstehen. So klammert man sich dann an die minimalistisch gestalteten, aber durchaus gelungenen Masken- und damit verbunden Goreeffekte und die alberne, aber spaßige Verwandlung eines Gastes zum Helden sowie an den netten Twist in den End Credits.
:liquid4:

Blood Simple
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Bis heute ein zeitloser Film, auf den sich alle anderen Werke der Coens reduzieren lassen. Das Noir quillt zwischen schmutzigen Dielenrillen über und benetzt symbolisch die dreckige Verstrickung der vier zentralen Figuren in einem kriminell motivierten Handlungsnetz, über dem der Zuschauer wacht und dessen negativen Ausgang er jederzeit vorhersagen kann, was den depressiven bis zynisch-schwarzen Grundton festigt. Und trotz des Wissens um ein fehlendes Happy End überrascht das Drehbuch mit heftigen Brüchen und Wendungen bereits in der Filmmitte, um schließlich einen neuen Turn zu nehmen. Dabei laufen die Coens nie in Gefahr, die Spur aus den Augen zu verlieren; im Gegenteil, nur wenige Filme schaffen es, so aufs Wesentliche konzentriert zu bleiben wie „Blood Simple“.
:liquid8: ,5

Silver Linings
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Lawrences One-Woman-Show. Und das fast ein bisschen zu spektakulär, denn die von ihr entworfene Figur springt den Zuschauer in ihrer zur Schau gesetzten Schrägheit und Ziemlich-Beste-Freunde-Compatibility geradezu an, was dann, weil alles auf die junge Dame zugeschnitten ist, auch gleich ein Problem des gesamten Films wird. So ist „Silver Linings“ zwar um Klassen besser als etwa der übliche RomCom-Backkatalog aus Timos Filmtagebuch, aber doch in seiner Unangepasstheit auch wieder so anbiedernd wie der französische Kinosaalbesetzer oder auch die Wonneproppenkomödie „Little Miss *Fügen Sie hier ihre Beleidung nach Wahl ein*“. Eine gute Nebendarstellerriege (inklusive einem endlich mal wieder guten Robert De Niro) macht etwaige Bedenken aber wieder teilweise wett.
:liquid7:

The World’s End
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“The World’s End” steht nicht nur in Konkurrenz mit der eigenen (losen) Trilogie (Shaun Of The Dead, Hot Fuzz), sondern auch mit dem thematisch ähnlich gelagerten “This Is The End” aus dem gleichen Jahr – und beide Vergleiche werden verloren. Dennoch hat Peggs Sauftour eine Menge zu bieten, sofern man dem Film seinen radikalen Bruch in der Mitte vom Kleinbürgerrealismus zur Phantastik verzeihen kann, doch müssten Cornetto-Jünger einen solchen Bruch eigentlich mühelos verkraften können. „The World’s End“ hat zwar etwas weniger Unterhaltungspotenzial, immerhin aber mehr gesellschaftskritische Tiefe als „This Is The End“, der allenfalls den Personenkult um Hollywood etwas auf die Schippe nahm. Dieser hier jedoch kann sich nicht mal so recht entscheiden, was er überhaupt alles veralbern möchte – Menschen, die der großen weiten Welt den Mittelfinger zeigen oder Menschen, die ihrem kleinen Herkunftsort den Mittelfinger zeigen und in die große, weite Welt aufbrechen, sobald ihnen Sackhaare gewachsen sind. So oder so, die an „Die Körperfresser“ angelehnten Alien-Zombie-Gestalten verkörpern recht unverhohlen die Gleichschaltung durch überregionale Medien (Facebook! Facebook!). Der hektische, Lens-Flare-verspielte, überproduzierte Grundton der Trilogie bleibt dabei erhalten, nur die One-Shots und die bissigen Charaktere werden eben langsam etwas knapper.
:liquid6:

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Beitrag von McClane » 22.02.2014, 21:05

Volle Zustimmung bei "World's End", Wertung eingeschlossen. War auch leicht enttäuscht, die letzten 10 bis 20 Minuten fand ich richtig schlecht und sie schließen dann auch noch an den besten, warmherzigsten Moment des Films an (als Andy erkennt, wie schlecht es Gary wirklich geht). Bis auf "This is the End", denn fand ich ähnlich solide bei ähnlich verschenktem Potential.
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Beitrag von Cinefreak » 23.02.2014, 23:24

schließe mich den etwas enttäuschten Worten an...hätte mir auch mehr erwartet...viele Gags waren doch arg flach :roll: :wink:

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