[TV] Banshee (Season 1)

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[TV] Banshee (Season 1)

Beitrag von StS » 05.01.2014, 19:34

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Originaltitel: Banshee
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2013
Regie: Greg Yaitanes, S.J. Clarkson, Ole Christian Madsen, Dean White, Miguel Sapochnik
Darsteller: Antony Starr, Ivana Miličević, Ulrich Thomsen, Ben Cross, Lili Simmons, Rus Blackwell, Ryann Shane, Frankie Faison, Hoon Lee, Matt Servitto, Trieste Kelly Dunn, Demetrius Grosse, Gabriel Suttle, Daniel Ross, Matthew Rauch, Russell Means, Anthony Ruivivar, Odette Annable, Kevin Gage, …

Bei "Banshee" handelt es sich um eine knallharte Action-Crime-Drama-Serie aus dem Hause des amerikanischen Pay-TV-Senders "Cinemax", deren erste (hier im Folgenden besprochene) Season am 11. Januar 2013 ihre Premiere im US-Fernsehen feierte…

Zur Besprechung der ersten Staffel geht´s hier!

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Beitrag von StS » 05.01.2014, 19:42

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Beitrag von Nachtwaechter » 06.01.2014, 15:05

Sehe ich insgesamt ähnlich, auch wenn ich manchmal noch das Gefühl hatte, das da sehr viel in der Entwicklungsphase ist und man noch nicht so genau weiß /wusste, wohin die Reise geht!
Während die Nebenplots in den ersten Folgen noch recht eng an die "große" Geschichte geklebt werden (der Rave, der Vergewaltiger), wirken manche spätere (der missglückgte Raubüberfall) doch recht mit der "heißen Nadel" gestrickt und etwas ungelenk integriert, da man sich eigentlich mehr um den Hauptplot kümmern wollte, aber auch 10 Folgen voll bekommen wollte.
Denn im Ernst: Viel erzählt wird in der ersten Staffel nicht.

Besonders das Auseinanderdriften der Storystränge um Hood/Ana/"Rabbit" und Proctor/Amish/Indianer wirkt auf mich recht zerfahren, wenn auch nicht unspannend!
Aber dem gegenüber stehen die schicken, nie in ihrer Größe überzogenen Actionszenen, die immer im kleinen Kreise stattfinden (damit meine ich "Mano a Mano-" oder auch "Mano-a-2Mano-Kämpfe" (auch mal mehr, wie bei der Rockergang)), und ihr mangelndes Spekatkel mit einer gehörigen Maß an Härte aufgepeppen (vor allem der Fight gegen den MMA-Kämpfer sei hier genannt!)

Auch darstellerisch gibts nichts auszusetzen (Ulrich Thomson ist aber mit Abstand am charismatischsten, Anthony Starr kämpft für mich ein bißchen mit seiner doch recht "arschlochmässigen" Figur, Ivana Milicevic mochte ich noch nie, aber hierbelehrt sie mich auch aufgrund vollen Körpereinsatz eines besseren!).


Im großen und ganzen eine saubere, nicht allzu komplexe (was ich positiv meine, denn man versucht nicht sich mit jeder Wendung zu übertreffen!), fast schon simple "Fremder in der Kleinstadt"-Fabel ohne echte Sympathieträger, die auf jedenfall Aufmerksamkeit verdient...

Ich freu mich auf Staffel 2!!!


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Beitrag von McClane » 07.01.2014, 09:43

Season 1

Ein Freund von mir drückte mir vor kurzem die erste Season mit den Worten "Das dürfte dir auch gefallen" in die Hand - Recht hatte er, auch wenn ich das ähnlich gelagerte "Justified" doch etwas besser finde, wobei die FX-Serie ihre dauerhafte Tauglichkeit mit Folgeseasons beweisen konnte - das kann "Banshee" ja auch noch machen.

Die etwas trashige Showtime-Produktion punktet anfangs vor allem mit einem wohligen "Mensch, ist das asozial"-Gefühl, wenn der Protagonist einem Kontrahenten eine Saucenflasche in den Rachen kloppt und mit Verbrechern kurzen Prozess macht, ohne dass das Ganze dann zu geschmacklos wirkt - die pulpigen bis comichaften Einschübe, die Stefan erwähnt, lassen solche Aktionen dann nicht zu grimmig wirken, wobei "Banshee" wenig offenen Humor besitzt. Etwas unfreiwillig komisch sind die unmotivierten Sexszenen, in denen der Protagonist fast alle weiblichen Hauptfiguren knattert - und eine von den anderen macht ihm im Dialog klar, dass es bei ihr früher oder später auch soweit sein wird. Gewalt wird natürlich auch groß geschrieben, man muss den Zuschauern ja zeigen warum das hier im Pay-TV läuft, also werden Leichen nicht nur im See versenkt, sondern man sieht auch noch wie Fische sich an den Augen bedienen - passt aber gut zum pulpigen Charakter der Serie. Auch reichlich überzogen sind die Fähigkeiten der Protagonisten, etwa wenn Carrie Lucas mal eben mit ihrem Familienauto in einer anderen Stadt vorbeibraust um Lucas vor den Cops zu retten oder die im Review erwähnte Schlägerei, die mit Unterbrechungen sich über eine halbe Folge hinzieht.

So ist es dann der etwas andere Ansatz, der "Banshee" schmackhaft macht, die ambivalente Procter-Figur beispielsweise, der zwielichtige Held und Nebenfiguren wie Sugar und Job - gerade Hoon Lees Performance ist ein echter Knüller. Teilweise wirkt das Ganze wie ein düsteres Police Procedural, in dem Bikern, Vergewaltigern und anderem Kroppzeug in jeder Folge der Garaus gemacht wird, während die übergreifenden Storyfäden noch in der Entwicklungsphase verharren - war bei "Justified" ähnlich, ich hoffe auf Besserung in der zweiten Season, da die erste Staffel gegen Ende doch etwas auf der Stelle tritt und man nur wartet bis Rabbit dann endlich in Banshee auftaucht. Spaß macht's trotzdem und ich freu mich ebenfalls auf die nächste Season.

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Beitrag von Vince » 18.12.2014, 08:36

Season 1

Unverbindliche Themenwechsel, sich willkürlich ablösende oder auch ineinandergreifende Plotstränge und primitive Apelle ans emotionale Zentrum machen das Kleinstadt-Whatever zur unwiderstehlichen Trashbrause, die im Bauch wild und unberechenbar prickelt. Visuell-handwerklich allerdings ist von Trash nur selten etwas zu spüren; der ständige Adrenalinbedarf zieht wahlweise hervorragend inszenierte und punktgenau getimte Actionsequenzen nach sich, die so manchen ernstzunehmenden Genrevertreter alt aussehen lassen, oder packende David-gegen-Goliath-Konstellationen, deren totale Durchschaubarkeit überhaupt erst den Spaß an der Sache ausmachen. Hinzu kommen total überdrehte Gewaltexzesse, die aber so dicht mit Augenzwinkern eingepackt sind, dass sie ausgelassenes Abfeiern ermöglichen.

Antony Starr ist eher noch eine Unbekannte, sein offenbar in Mode gekommener Haupthaar-geht-in-Bartwuchs-über-Affenlook lässt ihn auch weiterhin nicht zwangsläufig aus der Reihe tanzen, allerdings beherrscht er das Modell Boxsack nach Stirb-Langsam-Manier (Motto „Fresse polieren lassen und dabei noch cool aussehen“) 1 a. Die Unglabwürdigkeit seiner Figur bedient er mit bestmöglicher Glaubwürdigkeit, was ihn nicht zwangsläufig zu einem sympathischen Charakter macht, aber doch zu einem hochinteressanten Satz Sprengstoff.

Mit der Verteilung von Sympathien wird der Zuschauer über 10 Folgen generell eher sparsam bleiben, spielt doch auch Ivana Miličević einen sprichwörtlichen Eisblock, und dies ausgerechnet in der Rolle einer zweifachen Mutter. Allenfalls Frankie Faison strahlt als loyaler Helden-Sidekick etwas Liebenswertes aus, insbesondere in Kombination mit dem hervorragenden Hoon Lee, der als schlagfertige Killertunte sogar Nelsan Ellis’ „Lafayette“ aus „True Blood“ in den Schatten stellt.

Alleine aufgrund der Richtungslosigkeit der ersten Staffel gleitet sie automatisch in Case-Of-The-Week-Muster ab, muss sie doch gleichzeitig den komplizierten Werdegang des Hauptdarstellers aufrollen, sich mit Machenschaften in Indianer-Casinos und auf Amish-Farmen auseinandersetzen, mindestens zwei Hauptbösewichte beleuchten (herausragend und ambivalent: Ulrich Thomsen) und natürlich pro Folge nicht nur einen fiesen Antagonisten (Highlight und beinahe schon Spartacus-arenawürdig: Der hünenhafte Albino in Episode 6) mindestens eine ausgiebige Sexszene einbauen, wobei der Selbstzweck dieser Sequenzen lediglich aus der Handlung hervorgeht; tatsächlich ist man darum bemüht, Charaktereigenschaften in die Akte einzubauen, weshalb sie oft deutlich mehr über eine der Figuren verraten, als wenn die gerade ihre Kleidung trägt.

Schnellebiges „Campy-Tainment“ also, das scheinbar gar keine Ordnung finden möchte und mit seiner hochtourigen Fahrweise zumindest über das kurze 10-Episoden-Format als schrille Abendunterhaltung sehr gut funktioniert. Es wird spannend sein zu beobachten, ob die zweite Staffel ein wenig hinter der ersten aufräumen wird oder selbst noch mehr Chaos verursacht. Beide Wege bergen ihren Reiz.
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Beitrag von SFI » 09.10.2015, 18:00

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Beitrag von SFI » 07.02.2016, 15:11

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Beitrag von McClane » 21.06.2016, 09:30

Season 2

Da war den Showrunnern wohl klar, dass sich der Novitätenbonus in Sachen skurrile Figuren und derbe Gewalteruptionen irgendwann abnutzen würde, weshalb Season 2 wesentlich enger verzahnt ist: Kaum noch spontan auftauchende Bedrohungen von außen, stattdessen wird mehr mit dem Gefüge in Banshee gespielt, wenn sich verschiedene Parteien beharken und diverse Verbrechen Ventil für offene Schlagabtausche sind. Die Figuren sind gewohnt stark, wie sich das Verhältnis zwischen Hood und Procter ändert gehört zu den interessanten Entwicklungen der Staffel, die weniger "What the fuck"-Momente produziert - vielleicht ist sie zahmer als die erste Season, vielleicht hat man sich auch nur an die Härte gewöhnt.

Gewohnt pulpig geht es immer noch zu, wenn hier Supermänner und -frauen ganze Gegnerhorden umnieten oder die Kavallerie in Form von Gangsta-Typen mit dicken M60 zur Rettung eilt, Charme hat das immer noch, aber für eine Steigerung des Niveaus hätte man doch das Motto "All Killer, No Filler" berücksichtigen sollen. Leider gibt es hier schon ein, zwei Folgen, die in erster Linie als Filler dienen (Hoods und Carries Ausflug, der Besuch des Geldeintreibers), während andere Handlungsstränge etwas zu schnell abgehandelt werden, z.B. wenn Hood nach einem Leichenfund zu Beginn der Season kurzfristig aufzufliegen droht und die Behörden sich einmischen. In Sachen Pacing seltsam ist die Finalfolge: Lange Rückblende, dann ein doch enttäuschend simpler Showdown, ehe der Rest der Folge dann in erster Linie darauf verwendet wird Konflikte für die nächste Season anzuteasern. Naja, Spaß macht das immer noch und für die Extraportion Gewalt-Action schaut man wieder gern vorbei, aber es wäre schön, wenn Season 3 das vorhandene Potential nach oben ausschöpfen würde.

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Beitrag von StS » 21.06.2016, 10:28

Bei Staffel 2 fand ich auch schade, dass man Odette Yustman irgendwann einfach aus der Story rausgenommen hat.
Ansonsten hat die Season das Niveu des Vorgängers prima halten können - würde sie ebenfalls mit 7/10 bewerten.

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Beitrag von freeman » 22.06.2016, 08:55

Und ich muss die Serie endlich mal anfangen...

In diesem Sinne:
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Beitrag von McClane » 22.06.2016, 13:48

StS hat geschrieben:Bei Staffel 2 fand ich auch schade, dass man Odette Yustman irgendwann einfach aus der Story rausgenommen hat.
Da hatte ich mich auch zwischendurch gewundert, wo sie abgeblieben ist. Kommt aber in der dritte Season wohl wieder vor.
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Beitrag von McClane » 03.11.2016, 09:03

Season 3

Der Konflikt zwischen Fake-Sheriff und lokalem Gangsterboss schwelt langsam nicht mehr, sondern beginnt mehr und mehr zu lodern, während mit einem neuen Bereicherungsziel für Hood und die seinen ein weiterer Plotstrang aufgemacht wird und mit dem bulligen Indianerchef ein neuer Hauptantagonist bereit steht. Damit ist Staffel 3 sicherlich die bisher homogenste, auch wenn zwischendurch immer noch einige Nebenvillains wie der Gangsterboss mit seinem LKW-Hauptquartier auftauchen. Gleichzeitig bietet das Konzept Raum für Variationen, etwa in einer "Assault on Precinct 13"-Folge oder einer Episode, die größtenteils wie ein Heist-Movie mit jeder Menge POV-Einstellungen funktioniert - ein guter Mix aus erzählerischer Kohärenz und genug Abwechslung.

Schön ist auch der Einbau einiger neuer Figuren, gerade mit Bunker kommt ein sehr facettenreicher, interessanter Neuling dazu. Auch die Hintergründe zum Verhältnis von Hood und Job sind interessant, während das gemeinsame Auftreten von Job und Sugar immer wieder für Buddy-Komik der derberen Art sorgt. Von einigen Figuren muss man schon in den vorigen Staffeln Abschied nehmen, hier kommen weitere dazu und das teilweise sehr überraschend. In Sachen Härte knüppelt auch Season 3 wieder ordentlich rein, ist mit rausgerissenen Kehlköpfen, detaillierten Überfahrsequenzen und halb weggeschossenen Köpfen vielleicht die bisher härteste und man merkt, dass die FSK inzwischen sehr, sehr liberal ist, denn die meisten Index-Actioner der 1980er und 1990er sehen im Vergleich dazu wie Kindergeburtstage aus. Doch abgesehen vom gewohnt asozialen wie pulpig-comichaften Charme ist die Action mal wieder knorke inszeniert, auch wenn man den Realismus lieber klein schreibt - gerade das Finale ist mal wieder ein gegen jede Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Frontalangriff gegen zahlenmäßig überlegene und deutlich besser ausgerüstete Gegner. Bin mal gespannt was die Veränderungen am Ende der Season für die Finalstaffel bedeuten - die dritte Season ist die bisher beste (und dürfte es auch bleiben, wenn man die Kritiken zur letzten anschaut).

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Beitrag von McClane » 20.12.2016, 10:27

Season 4

Nach den wenig enthusiastischen Kritiken war ich ja skeptisch ob der vierten Staffel, sehe aber ehrlich gesagt den angeblich so eklatanten Qualitätsabfall nicht, auch wenn es die schwächste Staffel ist. Sicher, die inhaltliche Ausrichtung ist leicht anders, liefert jedoch unter diesen (doch eher kosmetischen) Veränderungen dann in erster Linie den gewohnten "Banshee"-Mix aus Intrigen, harter Action und derben WTF-Momenten. Das Konzept, das mich mit dem Aufhänger der schönen Frauenleiche und den Rückblenden etwas an "Twin Peaks" erinnert hat, zurrt die Staffel tatsächlich mehr zusammen als manche Vorgänger-Season, lässt zum Ende aber nach. Die Satanisten sind nie weit genug in die Banshee-Intrigen verstrickt und die finale Burton-Enthüllung macht zwar Sinn, wird aber nie gut genug vorbereitet.

Zu den Highlights gehören der Bruderzwist unter den Bunkers, Jobs Wiederauftauchen (mitsamt Interaktionen mit Sugar) und eine megafette Actionsequenz am Ende der sechsten Folge - schade, dass es im Finale nichts ebenbürtiges gibt. Sowieso: Das Ende bemüht sich zwar alle Fäden abzuschließen und hat in den Schlussminuten einen großartige Song als Untermalung zu bieten, in mancherlei Hinsicht fragt man sich aber: "Wie? So einfach wird das jetzt beendet? Das war's schon?". Ebenfalls störend: Dass manche neu Figur so lapidar aus dem Spiel genommen wird etwa Procters Spitzel bei der Polizei oder Bunkers Stiefvater.

Insofern fängt Staffel 4 wesentlich reizvoller an als sie aufhört, auch wenn der Abschluss durch seine Rundheit einigermaßen versöhnt. Gleichzeitig gibt es immer noch genug Action, Schauwerte und Pulp-Appeal um den gewohnten "Banshee"-Spirit zu halten.

:liquid6:,5 bis knappe :liquid7:
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