Bei „
Terminator: Genisys“ (2015) handelt es sich um den überwiegend gescheiterten Versuch, die seit dem mauen dritten und belanglos-mittelprächtigen vierten Teil dahinsiechende Franchise neu zu beleben, indem man sich tendenziell in Richtung der ersten zwei Filme (ihres Zeichens ja beidesamt Genre-Klassiker) zurück orientierte, anstatt „individuell voranzuschreiten“. Bestimmte bekannte Inhalte wurden also erneut aufgegriffen, dann (gar nicht mal so ungeschickt) in variierter Form in eine veränderte Storyline eingebettet und schließlich in Gestalt einer „zeitgemäßen Umsetzung“ (sprich: u.a. mit unzähligen CGIs versehen) realisiert. Als Regisseur wurde der „solide Handwerker“ Alan Taylor („Thor 2: the Dark Kingdom“) verpflichtet – als Budget stellte man ihm stattliche 155 Millionen Dollar zur Verfügung…
Angesichts der Tatsache, dass „Star Wars“ und „Jurassic World“ mit ähnlichen Herangehensweisen beim Publikum im selben Jahr deutlich besser zu punkten wussten, lautet natürlich eine zentrale Frage: Was ging schief? An dieser Stelle möchte ich die Filme gar nicht konkret miteinander vergleichen – qualitativ ist „Genisys“ da klar der schwächste – und auch nicht weiter über die „derzeitige generelle Interessenslage“ des Publikums spekulieren (Dinos / Weltall > Krieg der Menschen gegen Roboter?), wohl aber auf diesen „Terminator“-Teil an sich eingehen. Eventuell war es nicht die cleverste Idee, erneut derart prominent auf Arnold Schwarzenegger als „Zugpferd“ zu setzen – schließlich reißt er schon lange nichts mehr an der Boxoffice und hat er seinen ikonischen „I´ll be back“-Spruch inzwischen mehr als nur ein paar Mal zu oft geradezu allerorts (in der Werbung, anderen Filmen, Interviews, bei öffentlichen Auftritten etc. pp.) zum Besten gegeben…
Bevor nun aber jemand gleich aufspringt und „Ach, der konnte den Arnie ja noch nie sonderlich leiden!“ raushaut: Der Ösi hat bei mir hier tatsächlich mal keinen Grund zur Klage hervorgerufen – seine Sache also echt ordentlich gemacht. Für seine Co-Stars gilt das leider nicht – und genau da fangen die Probleme an: Jai Courtney´s Agent muss entweder ein Meister seiner Branche sein oder eine Menge schmutzige Geheimnisse in Hollywood kennen – ansonsten lässt sich einfach nicht erklären, wie er seinem ausdrucksarmen Schützling immer wieder solche „High-Profile-Parts“ an Land zu ziehen vermag. Emilia Clarke kann ebenfalls nicht gerade gut schauspielern und ist als „toughe“ Sarah Connor fast schon lachhaft fehlbesetzt, Jason Clarke pendelt munter zwischen besseren und schlechteren Momenten – worüber hinaus der zu jener Zeit frischgebackene „Oscar“-Preisträger J. K. Simmons in einer banalen Nebenrolle „verschenkt“ wurde. Die übrigen Beteiligten (unter ihnen Lee Byung-hun und Matt Smith) sind indes kaum der Rede wert…
Generell ist unvorteilhaft, dass die „variierten Szenen“ – welche man als Fan der Reihe ja schätzt und entsprechend schnell wiedererkennt – durch die Bank weg schwächer (uncooler, künstlicher, wirkungsärmer etc.) ausgefallen sind als die „Originale“. Vieles wirkt einfach zu „steril“ und „sauber“ (speziell die 1984er Passagen seien da mal erwähnt). Ein markantes Beispiel: Der Anfang mit der Atombomben-Explosion. Tricktechnisch schick anzusehen – aber in Sachen „Wirkung“ nicht halb so effektiv (bzw. atmosphärisch) wie die verwandten Einstellungen Schrägstrich Momente in „T2“. Apropos: Die Qualität der CGIs verteilt sich über die volle Bandbreite in der betreffenden Hinsicht – reicht also von stark über (mehrheitlich) durchschnittlich bis hin zu echt übel (die Hubschrauber-Verfolgungsjagd bspw. ist bei einem Werk dieser Budgetklasse geradezu eine Frechheit)…
Von seiner Story her entfaltet sich „Terminator: Genisys“ annehmbar – allerdings entpuppt sich weder die sich rund um die veränderten Zeitstränge rankende Thematik noch die „Social-Media-vernetztes-Leben“-Kritik als annähernd so clever wie es der Film zu glauben scheint, gibt es immer wieder auffallend dümmliche Gegebenheiten (siehe: Welches Fluchtvehikel wähle ich? Motorräder, einen der vielen zur Verfügung stehenden Pkws… oder einen Schulbus?) und bediente man sich zudem auch noch recht ungeniert bei einzelnen anderen „Vorbildern“ (etwa gibt es hier statt ner „Red Queen“ halt nen „Blue Guy“). Was den Gesamteindruck noch einigermaßen rettet, ist der hohe Action-Gehalt sowie eine damit verbundene Form von Kurzweil. Ach, und „großartig“ übrigens, die einzigen beiden Überraschungen der ganzen Schose (Arnie = Pops = lieb & John Connor --> Baddie) bereits vorab im Trailer und sogar auf dem Haupt-Postermotiv zu ver(b)raten…
