Baskin

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freeman
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Baskin

Beitrag von freeman » 29.04.2016, 09:01

Baskin

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Originaltitel: Baskin
Herstellungsland: Türkei
Erscheinungsjahr: 2015
Regie: Can Evrenol
Darsteller: Muharrem Bayrak, Mehmet Akif Budak, Fadik Bülbül, Mehmet Cerrahoglu, Elif Dag, Mehmet Fatih Dokgoz, Aslihan Erguvan, Mümin Kaar, Gorkem Kasal u.a.

Als sich fünf Cops in einer kleinen Spelunke auf ihren Feierabend einstimmen, werden sie zu einem Tatort gerufen. Nachdem dieser alles andere als leicht zu erreichen war, mehren sich vor Ort die eigenartigen Vorkommnisse. Doch es kommt noch viel schlimmer. Auf die Cops wartet die Hölle auf Erden! Beeindruckender und atmosphärisch dichter Horror aus der Türkei, der mit einigen krassen Terrormomenten aufzuwarten versteht.
:liquid7:

Zur "Baskin" Kritik

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 29.04.2016, 10:29

Bislang war "Tal der Wölfe" wohl der einzige türkische Film, den ich je gesehen hab - und der war unschön mies.
Der hier könnte mein zweiter werden - auch da sich die Kritiken dieses Mal echt anständig lesen...

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Beitrag von C4rter » 29.04.2016, 19:20

Habe ich damals im Kino gesehen und gefiel mir auch sehr gut. Interessante Geschichte, guter Horror, ordentliche Effekte und ein starkes Ende. Würde mit der 7 wohl mitgehen.

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Beitrag von Vince » 30.04.2016, 08:12

Der ist halt auch deswegen interessant, weil die Kritiken endlich mal wieder einen Film verlauten lassen, der eben kein konventioneller Horrorfilm ist, sondern versucht, sich tiefer in die Psyche zu graben... werd ich mir ziemlich sicher geben. Und ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich überhaupt jemals einen türkischen Film gesehen habe...

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Beitrag von freeman » 02.05.2016, 09:37

Stimmt, das "Tal der Wölfe" habe ich auch gesehen. Ansonsten tue ich mich auch schwer, weitere Filme zu nennen, die ich aus dem Kulturkreis gesehen hätte...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Elkjaer-Larsen » 11.05.2016, 13:34

'Ja geht doch' hab ich mich sagen hören. Can Evrenol beweist mit seinem Spielfilm-Debüt "Baskin" erstaunliches Gespür für effektives und kolossal aussehendes Horror-Kino. Die Story erfordert ein gewisses Maß an Konzentration und eröffnet "Baskin" eine gute Prognose hinsichtlich seiner Halbwertzeit. Eine erneute Sichtung ist fast zwangsläufig, denn der Bilderrausch ist zunächst in gewissser Weise vereinnahmend. Nahezu begeisternd ist die Kamera-Führung, die sowohl enorm fokussiert als auch grazil agiert und großartige Bilder generiert. Die gesamte, sehr edel erscheinende Inszenierung lassen einen hinsichtlich der kolportierten Produktionskosten von 350.000 Dollar fast vom Glauben abfallen, solange man sich zu Vergleichen - auch innerhalb des Genres - hinreissen lässt.

Bei aller Euphorie sind Freemans Kritikpunkte nicht von der Hand zu weisen. Die im Laufe des Films sauber gepellten Qualitätsspitzen verlieren im letzten Drittel fast ihre Wirkung. Die hier eingestreuten Schnitt-Stakkatos drücken "Baskin" zuweilen auf auf Musikvideo-Niveau und nehmen dem ambitionierten Streifen den Schrecken, vor allem weil das Tempo einfach nicht mehr passt. Auch bei den flachen Charakterzeichnungen gehe ich mit. Das nötige Identifikationpotential bleibt fast ausnahmslos liegen. Glücklicherweise liegt Evrenol sein Villian aber am Herzen, denn selten wurde diesem soviel Emphatie und Gastfreundlichkeit zugeschrieben. :lol:

Unterm Strich ist hier aber ein überdurchschnittlicher Genrevertreter vorgelegt worden, der mich ordentlich gerammt hat. Ti Wests "The House Of The Devil" ist mittlerweile 7 Jahre her. Wurde also mal wieder Zeit.

:liquid7: ,5

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Beitrag von Vince » 05.06.2016, 00:15

Ein höchst ungewöhnlicher Vertreter einer Horrorfilmszene, die es bis dato kaum zu internationaler Aufmerksamkeit geschafft hat. Doch „Baskin“ hat den Mut, sich vom einfach replizierbaren Jump-Scare-Prinzip zu distanzieren. Auf die Gefahr hin, keinen unmittelbaren körperlichen Grusel erzeugen zu können, fokussiert sich Can Evrenol auf existenzialistischen Horror nach „Hellraiser“. Ebenso wie in Clive Barkers Klassiker stolpern Bewohner der urbanen Welt in eine religiös pervertierte Paralleldimension. Phantastik und Surrealismus sind die Pinsel des Regisseurs, dessen Sozialisierung in den 80ern stattgefunden haben muss, als Träume noch die Hauptquelle des Horrorfilms waren, nicht die Realität.

Tatsächlich verbirgt sich hinter der Kapuze der ominösen Schreckgestalt keine Fratze mit den Zügen eines Predatoren, die unmittelbare Gefahr signalisiert wie so viele Filmmonster, sondern etwas beinahe Tröstliches, das die dargestellten Gräuel zur metakörperlichen Sinneserfahrung stilisiert. Ihr Antlitz bedient die Mulmigkeit des „Uncanny Valley“-Effektes in der Kombination eines deformierten Puppenkopfes aus der Stan-Winston-Schmiede, der plastikartigen Oberflächenbeschaffenheit einer Computerkreation und der realistischen Mimik eines echten Schauspielers. Für die Ergründung dieser mysteriösen Gestalt nimmt sich Evrenol reichlich Zeit. Ihre philosophischen Diskurse werden im Mittelteil derart ausgedehnt, dass der Kurzfilmursprung spätestens hier manifest wird. In der Konsequenz hakt es mit dem Erzähltempo in diesem Spielfilmdebüt noch; mit dem visuellen Einfallsreichtum insbesondere der geschickt installierten Rückblenden und Zeitsprünge kann es nicht mithalten. Ein etwas stringenteres Drehbuch hätte hier Wunder bewirkt und noch einmal einen ganz anderen Film zur Blüte gebracht.

So lebt „Baskin“, nicht unähnlich dem französischen Indie-Horrorfilm „Horsehead“, ausschließlich von seiner illusionistischen Optik und den betörenden, wenn nicht gar betäubenden Farbcodes, die das Dunkel und die Gestalten darin abwechselnd blau und rot beleuchten.
:liquid6:

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Beitrag von MarS » 26.07.2016, 10:06

Ein absolut herrlich okkulter Horrorstreifen. Keine Ahnung, ob ich so etwas schon mal in der Art gesehen habe. Die lang gestreckte Zeremonie-Szene fand ich sehr gelungen, da man da völlig abtaucht. Angenehm fand ich auch, dass die Cops irgendwo auch Arschlöcher waren. Das gibt so einem Film doch einen enorm anderen Drive als irgendwelche pubertierende Teens. Vom Verhalten her erinnerten mich die Polizisten an ihre Pendants aus Filmen aus Fernost. Kann aber sein, dass ich mich da täusche. Auch den Score fand ich teilweise sehr gelungen. Nur den Sinn des Ganzen hab ich nicht so richtig verstanden. Da macht dann aber wenigstens eine Zweitsichtung umso mehr Freude. :liquid7:

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