Die glorreichen Sieben (2016)

Filme die viel kosten und meistens nicht das halten, was der Trailer verspricht.
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McClane
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Die glorreichen Sieben (2016)

Beitrag von McClane » 15.10.2016, 09:50

Die glorreichen Sieben

Bild

Originaltitel: The Magnificent Seven
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2016
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Denzel Washington, Chris Pratt, Ethan Hawke, Peter Sarsgaard, Vincent D'Onofrio, Byung-hun Lee, Manuel Garcia-Rulfo, Martin Sensmeier, Haley Bennett, Matt Bomer, Cam Gigandet, Luke Grimes u.a.

In seinem Remake „Die glorreichen Sieben“ vermengt Antoine Fuqua Western- und Actionelemente: Ein Starcast aus Revolverhelden um Denzel Washington wird angeheuert, nachdem ein fieser Räuberbaron ein kleines Städtchen bedroht. Das sorgt für bleihaltige Western-Action zwischen Tradition und Selbstreflexion mit ausladendem Showdown und archetypischen Charakteren.

:liquid7:

Hier geht's zur Kritik
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von McClane » 15.10.2016, 09:52

Platzhalter, falls noch irgendwas nachkommt. War beim Original ja auch so.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von freeman » 18.10.2016, 15:31

Stimme in der Wertung weitgehend mit dir überein. Wurde von dem Streifen top unterhalten, fand die Darsteller richtig toll, den aufgefahrenen Humor Klasse und der Showdown ist in seiner ausladenden Anlage sowieso ein echtes Schmuckstück. Um die DVD-VÖ dann mehr von mir.

In diesem Sinne:
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Beitrag von John Woo » 18.10.2016, 19:22

Die Optik, Atmosphäre und Action fand ich auch sehr stimmig. Gerade der Showdown ist sehr gut umgesetzt.
Ich fand aber die meisten Charaktere, nicht nur der blasse Bösewicht, ziemlich schwach geschrieben, irgendwie wirkte das ganze dadurch leider etwas leblos und oberflächlich. Dennoch durchaus kurzweilige Unterhaltung.
:liquid6:

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Beitrag von SFI » 20.02.2017, 15:21

Bei Fuqua bekommt Mann seit 20 Jahren was er bestellt. Eine Ausnahmeerscheinung, die nur Woody Allen gelingt. Doch auch diese Ära geht für mich nun zu Ende. Handwerklich solide, krankt der Streifen an den vielen flachen Charakteren. Denzel spielt routiniert, Chris Pratt spielt eben Chris Pratt, erinnert aber wenigstens optisch etwas an Eastwood. Selbst der Lump, der immerhin zu Beginn eine kurze eiskalte Szene für sich verbuchen kann, taugt nicht viel. Größter Bug ist aber wohl Vincent D'Onofrio als Hodors Zwillingsbruder - in der Synchro, mit seinen seltsamen Lauten, noch passender geraten. Selbst die Rekrutierung, im US-Original imo ein Highlight, verkommt hier zur langweiligen Chose samt absurden Zufällen. Spannung kommt recht wenig auf, musikalisch gibt es nichts zu holen und das Finale, actiontechnisch zwar durchaus ansehnlich, erinnert eher an Schießbuden.

:liquid5:
Der Pfalzbote

"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

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Beitrag von LivingDead » 20.02.2017, 19:48

Ich war von dem Streifen gewissermaßen positiv überrascht:

Das Remake des Western-Klassikers (welches an sich bereits auch ein Remake darstellt) entpuppt sich in Anbetracht der wieder aufgekeimten Neo-Western-Welle als spaßiges Knallbonbon. Unnötiger Ballast in Form vom Reflektieren von Genre-Konventionen werden infolgedessen über Bord geworfen, sodass sich "Die glorreichen Sieben" als das gibt, was schon das Original von John Sturges aus dem Jahre 1961 darstellte: Ein Western-Blockbuster ohne Reue. Mit angesagten Stars wie Chris Pratt, All-Time-Favourites wie Denzel Washington und Ethan Hawke im Schlepptau, lässt Antoine Fuqua es in seinem überaus toll fotografierten Western schnell zur Sache kommen. Nichtsdestotrotz wendet er dennoch immer wieder Zeit auf, um den Figuren etwas Raum zu geben. Zwar entpuppt sich das Rekrutieren der Sieben als etwas vorschnell, was wohl der allgemeinen Dramaturgie des Filmes geschuldet sein mag, doch bleibt das Gefühl eines arg- und zeitlosen Westerns, wie es sie in dieser Form nicht mehr allzu oft gibt. Auf Referenzen in Bezug auf aktuelles Zeitgeschehen wird komplett verzichtet, sodass ein Eintauchen in diese von klassischen Western-Themen dominierten Welt reuelos möglich ist.
Wer sich also zwei Stunden lang einmal der erfrischenden Zerstreuung hingeben möchte, dem sei dieser Film wärmstens empfohlen.
:liquid7:
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 25.02.2017, 21:52

Zu Beginn des Filmes dachte ich noch, was für dämliche Dialoge.
Ich konnte mich dann aber dazu überwinden,
die Gedanken außer acht zu lassen und wurde sodann prima unterhalten. :D
:liquid7:
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
Solang bis du erkennst
Dass meine Pisse keine Fanta ist :D
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Beitrag von Vince » 21.05.2017, 06:31

Anders als die 1960er Version, die ebenfalls ein Remake war, sucht „Die glorreichen Sieben“ von 1960 kaum nach einer künstlerischen Berechtigung für seine Realisierung, sondern schließt sich mit kommentarloser Zustimmung der Adaption des japanischen Konzeptes der „Sieben Samurai“ für das uramerikanische Western-Genre an. Rollennamen werden getauscht und mit ihnen manche Motivation, doch das sägt alles nicht an den Erkenntnissen, die eine Sichtung des Yul-Brynner-Films mit sich führt – es geht darum, ein Publikum von heute mit den Grundlagen von damals auf moderne Art zu unterhalten.
Dass ein Antoine Fuqua für solche Aufgaben ein Händchen hat, ist kein Geheimnis. Er modelliert stilsicher einen dreidimensional zerstörbaren Actionspielplatz mit brennbaren Kirchtürmen und zerlegbaren Saloons und konzentriert sich ganz bewusst auf die Choreografie der Schusswaffen- Dynamit- und Messerschlachten, auf die er in den ruhigeren Sequenzen mit Spannung schürenden Ansagen der charismatischen Sieben gezielt hinarbeitet.

Weshalb sich ein großes Publikum heute für eine staubige Kleinstadtwesternvariante mit Verteidigungstaktiken interessieren sollte? Weil Fuquas Hochglanz-Edelactionstil in Trailern sehr verführerisch geschnitten werden kann und weil der namhafte Cast dieses Ensemblefilms einfach zieht. Zwei Jahre zuvor hatten Regisseur und Hauptdarsteller erst einen großen Hit gelandet, Washington alleine wird eine Menge Zuschauer ins Kino gezogen haben und er liefert genau das, was man von ihm in der Rolle eines Marshals verlangt. Second Man Chris Pratt ist dank „Jurassic World“ und „Guardians Of The Galaxy“ der momentan wohl angesagteste der Darsteller und hält seine Rolle trotz einiger Westernklischees rund um Kartenspielertricks bzw. Sprengstoffexpertise etwas interessanter, weil er mal nicht hundertprozentig den knuddeligen Sympathischen spielt, sondern auch die Seite eines etwas arroganten und selbstsüchtigen Sonderlings abdeckt. Als Dritter im Bunde folgt Ethan Hawke, ebenfalls mit Klischees beschlagen (hier denen des von Selbstzweifeln geplagten Scharfschützen), die er mit seiner herrlichen Charaktervisage aber kraftvoll aus dem Weg räumt. Den Rest besorgen vier Minderheitenvertreter (Vincent D'Onofrio als gläubiger Bergmensch, Byung-hun Lee für das asiatische, Manuel Garcia-Rulfo für das mexikanische und Martin Sensmeier für das native Publikum), auf der Gegenseite wiederum darf Peter Sarsgaard das Ekel raushängen lassen.

Im Gesamtbild ergibt das eine bunte Mischung zugkräftiger Stars, gern gesehener bekannter Gesichter und interessanter neuer Gesichter, die sich auf offener Straße für eine gesichtslose Gemeinde einsetzen und Fieslinge zur Strecke bringen. Dass die Sieben ihre Motive in mitternächtlichen Zwiegesprächen vor dem Zuschauer nur unzureichend analysieren, interessiert den Fluss der Action nicht.
:liquid6:

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Beitrag von McClane » 21.05.2017, 08:18

Nicht, dass ich die neuen Sieben für besonders tiefgründig halten würde oder dir widersprechen, dass es Fuqua und Co. in erster Linie um knallige Action geht, aber zumindest im Punkt Fieslinge finde ich schon, dass der Film sich durchaus als Modernisierung/Kommentierung verstehen lässt: Sind es im Original nach die Ami-Gunslinger, die als eine Art frühe Weltpolizei gute Mexikaner gegen böse Mexikaner verteidigen, so kommt das Böse hier aus der Mitte der kapitalistischen US-Gesellschaft und wendet sich gegen diese. Das mag jetzt auch ein eher abgelutschtes Motiv sein, verortet den Film aber schon im Klima nach der Bankenkrise.
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