47 Meters Down + Uncaged

Monster, Tiere, Mutationen
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47 Meters Down + Uncaged

Beitrag von StS » 11.12.2016, 18:03

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Originaltitel: In the Deep
Herstellungsland: GB
Erscheinungsjahr: 2016
Regie: Johannes Roberts
Darsteller: Mandy Moore, Claire Holt, Matthew Modine, Yani Gellman, Santiago Segura, …

Bei "In the Deep" (aka "47 Meters Down") handelt es sich um einen britischen "Haifisch-Thriller" aus dem Jahr 2016, in dessen Zentrum zwei Schwestern stehen, die beim Käfigtauchen vor der mexikanischen Küste in eine albtraumhafte Notlage geraten…

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starke :liquid7:

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47 Meters Down: Uncaged

Beitrag von Vince » 01.01.2018, 09:24

Freeman taucht ab!

47 Meters Down: Uncaged

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Originaltitel: 47 Meters Down: Uncaged
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2019
Regie: Johannes Roberts
Darsteller: Nia Long, John Corbett, Sophie Nélisse, Brec Bassinger, Sistine Rose Stallone, Corinne Foxx, Brianne Tju, Davi Santos, Khylin Rhambo, Axel Mansilla u.a.

Mia und Sasha werden von ihren Freundinnen zu einem Tauchgang zu einer überschwemmten Maya-Kultstätte verführt. Das hätten die beiden sicherlich abgelehnt, wenn sie gewusst hätten, dass extrem gefräßige Haie in dem unterirdischen Labyrinth auf sie lauern.
:liquid6:

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Beitrag von freeman » 09.01.2018, 15:55

Vince hat geschrieben:
01.01.2018, 09:24
Die kleine Schwester von „The Shallows“ nimmt es nicht ganz so genau mit der Glaubwürdigkeit bei Charakterzeichnung, Konstellation und Verhaltensdarstellung der Tiere, Hauptsache, die Fanfaren der Jump-Scare-Attacken ertönen regelmäßig bei aufblitzenden Zahnreihen. Dass Mandy Moores Charakter sich überhaupt nur deswegen zum Tauchgang überwinden kann, damit sie ihren Freund nach frischer Trennung mit Hai-Selfies beeindrucken kann, entschuldigt schon ein wenig dessen Entscheidung, sein Leben künftig ohne die Hauptfigur dieser Geschichte zu planen (was ihn in Abwesenheit und ohne Möglichkeit zur Verteidigung natürlich als Macho-Arsch darstellen soll).

Als der Organisator der Tauchgänge dann von 6- bis 9-Meter-Exemplaren berichtet, weiß man spätestens, dass man eine Dehnung der Realität zugunsten des dramaturgischen Effekts zu erwarten hat. Bevor die Großen Weißen ihren Auftritt haben, werden aber zunächst die bestialischen Anlagen einiger der männlichen Einheimischen angedeutet – auch der geschmackvoller abgefilmte „The Shallows“ kam ohne diese Anleihen aus dem Backpack-Slasherfilm nicht aus. Diesmal sollen ein paar flapsige Sprüche, abschätzige Blicke und Fußballer-Manieren (einfach mal schön einen Klumpen Rotz aus dem Mundwinkel schlonzen) die Operation „Käfig-Tauchen“ fragwürdig erscheinen lassen, noch bevor es unter die Oberfläche geht. Ein rostiger Käfig hilft dabei auch sehr.

Als dann endlich die Kette reißt und das Geschwisterpaar am Grund des Meers seinen Überlebenskampf antritt, bleibt es zwar dumm, aber die Intensität steigt. Das Drehbuch zaubert allerhand Kniffe aus dem Hut, um die prinzipiell beängstigende Situation nicht zu einer Art „Underwater Bus Stop“ geraten zu lassen. Einiges davon ist recht abenteuerlich, aber man kann nun nicht sagen, dass das Schicksal der Schwestern kalt ließe, was zugegebenermaßen weniger an den Hauptdarstellerinnen liegt, sondern vielmehr an der Unmittelbarkeit des Szenarios, in das man sich fürwahr nicht selbst eindenken möchte. Auch wenn die Verhaltensweisen der Haie sehr oft wider ihre Natur gedehnt werden müssen, was im Sinne eines Genrefilms durchaus legitim ist, erzeugen viele Momente unter Wasser ein Gefühl der Beklemmung, sei es durch den ausgehenden Sauerstoff, durch die abgebrochene Kommunikation an die Oberfläche oder durch das geschickte Wechselspiel aus Klaustrophobie und Agoraphobie, die mit der Angreifbarkeit von allen Seiten ausgeht, so dass auch eine Unterwasserklippe trotz nicht vorhandener Fallgefahr zu einem echten Prüfstein wird.

Weil sich Johannes Roberts mit den realistischen Ansätzen eines „Open Water“ oder „The Reef“ nicht lange aufhält, überrascht auch das von Twists durchgerüttelte Finale nicht mehr. Das Vertrauen in die Wirkung des Unsichtbaren hält nie lange an, was dem Film einen oberflächlichen, reißerischen Anstrich gibt. Doch immerhin gelingen dank effektiv inszenierter Haie packende Spannungsmomente. Und ernstzunehmende Konkurrenz gab es im Jahr 2017 ja nicht...
:liquid6:
Meines Erachtens eine absolut solide Nummer, an der eigentlich nur Mandy Moore (ich habe sie dank "This is us" ein wenig gefressen) und die Zeichnung ihrer Figur nerven (es war schon arg billig, immer und immer wieder den gleichen "Motivationsfakt" auszupacken, um sie untypische Sachen tun zu lassen). Zwar wird mir ein wenig zu oft aus dem Käfig gekrabbelt und die Haie schauen doch nur arg sporadisch vorbei, aber hey. Spannende Momente hats zur Genüge. Manch simpler Moment (ich weiß nicht, wo ich bin!) zündet dabei sogar mehr als so mancher CGI-Hai-Angriff. Erstaunlich auch, dass der Film von seinen beiden Heldinnen niemals weggeht. Den Schlussakt fand ich dann richtig gelungen. Wenngleich auch leider sehr vorhersehbar (Immerhin wurde bis dahin JEDE "Vorhersage" von Matthew Modines Charakter irgendwie zum Fakt...)
:liquid6:

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Re: In the Deep (aka "47 Meters Down")

Beitrag von freeman » 16.10.2019, 20:00

Und Concorde bringt es mal wieder fertig, einen Film für eine niedrigere Freigabe zu verstümmeln. Schade um den in Teilen echt sauspannenden Film. Leider enden die Sequenzen häufiger mal wie manche "bruuuudalen" Filme zu Videothekenzeiten - Tonsprung, Bildsprung, Figur weg :lol:

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Re: 47 Meters Down + Uncaged

Beitrag von Vince » 22.04.2020, 13:02

Ich mochte den ersten dann doch deutlich lieber...

Der Titelzusatz „Uncaged“ sagt so einiges aus über die Fortsetzung zum 2017er Haifisch-Knusperspektakel „47 Meters Down“. Zum einen lenkt er davon ab, dass immer noch die Zahl „47“ im Titel steht – reine Markenbildung, denn so tief geht’s nicht mehr unter Wasser. Den Maßen nach wird diesmal in einem Becken für Anfänger fröhliches Brustschwimmen veranstaltet, aber wer würde schon ins Kino gehen, wenn man weniger Meter für sein Ticket bekommt?

Weiterhin verrät „Uncaged“ das neue Konzept: Nicht länger sollen Gitterstäbe den Hai von seinem Opfer trennen, diesmal ist ein Freischwimmer-Buffet angerichtet. Zudem klingt es aus Marketing-Perspektive einfach gut: Wie ein explodierter Käfig, als wären nun alle Hürden freigeräumt und es könne endlich so richtig losgehen.

Vor allem aber lässt sich „Uncaged“ als Selbsteinschätzung des Regisseurs und Drehbuchautors lesen. Er, Johannes Roberts, der als kreativer Kopf fungiert, ist ein Freidenker, dessen Geist von keinem Käfig der Welt in Zaum gehalten werden könnte. Diesen Anspruch unterstrich er spätestens mit dem von Twists und Turns geschüttelten Finale des ersten Teils. Dass er nun nicht einfach den nächsten Bratrost mit abgelaufener TÜV-Plakette auf den Meeresboden fallen lässt, versteht sich von selbst.

Tatsächlich weiß Roberts weitaus mehr Neues zu bieten als vergleichbare Fortsetzungen für das schnelle Geld. Alleine die antike Unterwasserkulisse, die in den „Underwater Studios“ 30 Meilen nordöstlich von London gelegen zum Leben erweckt wurde, sorgt neben einer spürbaren Künstlichkeit trotzdem für abwechslungsreiche Schauwerte.

Der Weg in das Unterwasserlabyrinth führt über eine einfache, mit College-Klischees ausgestopfte Geschichte über eine Patchwork-Familie, die um zwei Adoptivgeschwister herum gestrickt ist. Der Main Cast ist besetzt mit jugendlich-nichtssagenden Gesichtern, unter anderem den Töchtern von Jamie Foxx und Sylvester Stallone in ihren jeweiligen Filmdebüts. Dazu Sophie Nélisse in der Hauptrolle, die eigentlich viel zu hübsch ist für ein Mauerblümchen und dennoch ein solches spielt. Eine Wohltat, dass wenigstens John Corbett in einer Nebenrolle als engagierter Familienvater etwas Gegerbtes in die Besetzung einbringt, in der es ansonsten viel zu kükenhaft zugehen würde; wo bleibt schließlich der Spaß für den Hai, wenn seine Gegner bloß schutzlose Nichtschwimmer sind?

Bevor es in die Höhle geht, warnt eine der erfahreneren Damen (verfügt auch schon über einiges an Schauspielerfahrung: Brianne Tju) noch davor, den Sand unter Wasser aufzuwühlen. Ein Rat, den die Regie leider nicht befolgt: In seinem Hauptakt ist „Uncaged“ ausgesprochen unübersichtlich, und das nicht nur, weil das Quartett aus aufgeschreckten Unterwasserhühnern nach nur wenigen Minuten dafür sorgt, dass Jahrtausende alte Säulen im Dominoeffekt auf den Meeresboden prallen (und schuld war die ruckartige Bewegung eines durchsichtigen Höhlenfisches, der so comichaft aussieht, als sei er vom „Findet Dorie“-Set entflohen). Roberts nutzt wiederholt eine reduzierte Weitsicht, um die Bedrohung als Jump Scare immer wieder unvermittelt im kurzsichtigen Schein der Taschenlampen auftauchen zu lassen. Hinzu kommt ein teilweise nicht nachvollziehbarer Schnitt, mit dem die Darsteller getrennt oder wieder zusammengeführt werden. So schön die Unterwasserfotografie auch geworden ist, sie wird schlichtweg wie Perlen vor die Säue geworfen, denn schöne Weitwinkel und lange Einstellungen, mit denen sich sehr wohl auch Horror erzeugen ließe, werden schlichtweg nicht genutzt.

Mit den Haien hat man sich mal wieder etwas einfallen lassen, um sie optisch von der Masse abzuheben, denn wir haben es hier mit blinden Exemplaren zu tun. Ob die weißen Kugeln über den Zahnreihen nun furchteinflößender aussehen als die toten, schwarzen Löcher des gewöhnlichen Exemplars, sei mal dahingestellt; in jedem Fall sind die Animationen im Gesamten etwas schlampiger geraten als noch im ersten Teil, zumal die vielen Close-Ups jeden Mangel gnadenlos offenlegen.

Vor allem aber gelangt die Fortsetzung nur als zweiter Sieger ins Ziel, wenn es um Thrill und Suspense geht. Nutzte der Vorgänger seine minimalistische Prämisse noch effektiv aus und spielte effektiv mit Zeitdruck und dem Gefühl der Schutzlosigkeit, so besteht die Überlebensstrategie diesmal hauptsächlich darin, kreischend von der Gefahrenquelle wegzuschwimmen. Der kontinuierlich abnehmende Sauerstoff-Vorrat kann seine Countdown-Funktion somit nicht mehr effektiv ausführen, denn letztlich wird sowieso alles von der um sich greifenden Panik angesteckt. Neue Möglichkeiten, die aussichtslose Lage zu überleben, ergeben sich eher zufällig und werden dann zumeist durch schiere Dummheit wieder zunichte gemacht. Insofern überrascht auch nicht die Reihenfolge, in der die Figuren zwischen den Zahnreihen verschwinden: Sie richtet sich zumeist entweder nach der Wichtigkeit für die Handlung oder nach dem jeweiligen IQ.

Wieder schließt Roberts seine Vorstellung mit einer Abfolge von Nägelkauer-Paukenschlägen, die noch einmal mächtig Adrenalin durch den Körper jagen, und man könnte meinen, all das Vorspiel sei nur dazu da, diese letzte Triple-Pointe zu setzen. Das lässt uns aber nicht vergessen, dass „47 Meters Down: Uncaged“ über weite Strecken trotz seiner Alternation durch schicke neue Unterwassser-Sets relativ fahrig geschrieben und ungeschickt inszeniert ist. Mehr Augenmerk auf ein flüssiges Konzept für die Haiattacken und die daraus resultierenden Fluchtstrategien und man wäre mindestens auf einer Höhe mit dem Original gelandet.
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Re: 47 Meters Down + Uncaged

Beitrag von StS » 22.04.2020, 13:40

Vince hat geschrieben:
22.04.2020, 13:02
Ich mochte den ersten dann doch deutlich lieber...
Jip, auf jeden Fall. Die Fortsetzung ist schon ziemlich dumm geraten... alleine das Hören/Kommunizieren der Leute unterwasser :roll:
Wirkt alles wie so ein klassischer "Nachklapp-Film" (im Grunde alles mindestens eine Stufe schwächer). Schade.

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