Ein Dorf rockt ab
Am Wochenende hatte ich etwas zum berieseln lassen gesucht. Da kam mir "Ein Dorf rockt ab" in den Sinn, welchen ich mal günstig im Stream erstanden habe.
"Ein Dorf rockt ab" orientiert sich lose an größere Metalfestivals wie Wacken. So suchen ein Metaller um Hannes Jaennicke eine Ausweichlocation für ihr Festival und die Tochter der Bauernhofbesitzer Familie Leonard treibt sich genau in dem Moment mit Backstage rum und schlägt prompt die Wiese ihrer Eltern vor. Da die Kohle brauchen, stimmt zumindest die Mutter zu. Was dann folgt sind die üblichen Klischees und Vorurteile um Metaller und Dorfler, welcher nach und nach ein wenig abgebaut werden bis zum Happy End. Zwischendrin gibt es noch ein paar Beziehungs- und Familienprobleme zu bewältigen und die Mitbürger müssen auch noch überzeugt werden.
Das klingt jetzt alles ein wenig negativ, ist es wahrscheinlich auch, hat mir aber ganz gut gefallen und war genau das was ich als filmisches Erlebnis in diesem Moment brauchte. Woran lag es? Es geht um Metal. Das ist prinzipiell schon mal gut. Klar es kam vom ZDF, was heißt das doch einiges von dem Gezeigten eher das war was man sich unter Metal vorstellt als das was Metal ist. Aber egal, denn man hat sich bei der Darstellung doch sichtlich bemüht, was man auch an der Musikauswahl merkte. Und hier kommt schon das erste Ausrufezeichen (!). Denn die war gar nicht schlecht un neben ein paar Klassikern von AC/DC, Alice Cooper und Metallica gab es auch Ausschnitte von derberen Bands zu hören. Dazu kommt, dass die Schauspieler scheinbar Spaß an der Sache. hatten. Besonders Daniel Zillmann als Pulle hat mir sehr viel Freude bereitet. So ein Typ gehört tatsächlich in jede Metalbande. Absolut köstlich. Und seinen Spruch "Das ist ein Weizensmoothie." für alkoholfreies Bier muss ich mir unbedingt merken. Aber auch insgesamt stimmte die Chemie zwischen den Schauspielern. Vielleicht lag es daran, dass sie endlich mal gute Musik hören, sich in den Schlamm schmeißen und vor der Kamera einen kiffen durften. Und da kommt dann das zweite Ausrufezeichen (!). Ein solch entspannter Umgang mit Drogen wie bei "Ein Dorf rockt ab" war bei einer ZDF-Produktion nun wahrlich nicht zu vermuten.
Am Ende stelle ich mir nur die Frage wer die eigentliche Zielgruppe für den Film sein soll. Dem gemeinen ZDF-Zuschauer dürfte der Film zu metallisch sein und dem gemeinen Metaller nicht metallisch genug. Bleiben also nur Typen wie ich, die gewaltsam durch Weib, Kind und Arbeit in die spießige Welt gepresst wurden, keinen Kasten Bier mehr alleine schaffen und sich vor dem in das Bett gehen noch die Zähne putzen.
Und so attestiere ich den Film, dass ihn durchaus unterhaltsam fand und weniger Kritikpunkte feststellen konnte als ich vorher vermutet hätte. Wohlwollende
