mal was ganz anderes:

Musik, die ich normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde oder zumindest getrost ignoriere. Aber ein Trainingskollege und ich haben wieder eine alte Tradition aufkommen lassen und uns in der Umkleidekabine gegenseitig je ein Album pro Woche empfohlen für ein Kurzreview. Tja da muss ich dann halt durch.
Wie wenig Ahnung ich von der aktuellen deutschen Musikszene habe, merkt man schon daran, dass ich erstmal nach "Alligator" gegooglelt habe und nichts brauchbares fand

Und es fühlt sich sehr komisch an, sowas alleine im heimischen Wohnzimmer zu hören.
Es ist zwar deutlich erträglicher und sympathischer als das ganze Gangsta-Aggro-zeugs, dennoch schimmert diese widerspenstige, abstoßende Note heraus, die Deutsch Rap in meinen Ohren nun mal hat. Dabei kann deutscher Sprechgesang wie im Falle von Fanta4 auch sympathisch,freundlich klingen Hier schwingt aber wieder diese leichte, überhebliche Prolligkeit mit, die mich die Zähne zusammenbeisen lässt.
Doch das hält sich zum Glück etwas in Grenzen, da hier kein reinreassiges Hip Hop Album, sondern eher ein Hybrid aus jenem Genre und Indie-Rock angestrebt wurde.
Und zwischenzeitlich ist das ganze dann sogar wirklich gut. Die Münchhausen-nummern sind echte Ohrenschmankerl und "Fick ihn doch", so sehr mich die Attitude des Songs etwas annervt hat sich dennoch (oder gerade deswegen?) gut im Kopf verankert nach nur einmal durchhören.
Generell mag ich auch den Konzeptalbum-Charakter und die künstlerischen Ambitionen, die hier ganz sicher nicht zu leugnen sind.
Alles in allem bin ich positiv überrascht über so einige unvergessliche Momente (Nach nur einem Durchlauf gleich zwei Ohrwürmer am nächsten Tag wiederzufinden ist schon ne Leistung). Vllt schnuppere ich in Zukunft noch ein wenig mehr rein, aber im Moment fühlt es sich dennoch noch nicht richtig an, das als Freizeitmusik anzuhören
