Centurion - Fight or Die

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Centurion - Fight or Die

Beitrag von McClane » 14.07.2018, 08:52

Centurion - Fight or Die

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Originaltitel: Centurion
Herstellungsland: Großbritannien/Frankreich
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Neil Marshall
Darsteller: Michael Fassbender, Dominic West, Olga Kurylenko, Noel Clarke, Liam Cunningham, David Morrissey, Riz Ahmed, JJ Feild, Dimitri Leonidas, Imogen Poots, Ulrich Thomsen, Lee Ross, Axelle Carolyn, Andreas Wisniewksi, Dave Legeno u.a.

Bei „Centurion“ konnte Regisseur und Drehbuchautor Neil Marshall seinem Faible für harte Genrefilme über kleine Gruppen in Extremsituationen frönen. In diesem Falle ist es eine Schar römischer Legionäre, die von Pikten durchs antike England gejagt werden. Das inszeniert Marshall nicht als klassischen Sandalenfilm, sondern als Action-Abenteuer vor historischer Kulisse.

:liquid5:,5

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Beitrag von StS » 14.07.2018, 10:08

Aus meinem FTB von vor einiger Zeit...

Mit „Centurion“ hat Regisseur Neil Marshall („the Descent“) zwar beileibe nicht gerade seinen besten Film abgeliefert – wohl aber (erneut) einen ebenso harten wie unterhaltsamen Streifen, bei welchem die nicht sonderlich ausgeprägte Story ganz klar verschiedenen anderen Dingen (wie etwa Tempo und Action-Gehalt) untergeordnet wurde. Entsprechend gibt es für das Werk inhaltlich keinerlei Preise zu gewinnen: Die Handlung und Dialoge kommen simpel gestrickt daher und weisen jeweils so einige „historische Freiheiten“ auf – was u.a. die Sprache an sich betrifft, in deren Rahmen beispielsweise diverse Fucks und sonstige „modernere“ Formulierungen/Schimpfwörter zu vernehmen sind.

Die schauspielerischen Leistungen gehen (speziell innerhalb des groben Kontexts verortet) insgesamt in Ordnung: Die Hauptrolle verkörpert Michael Fassbender anständig, Dominic West würde ich als „passabel agierend“ noch so durchwinken und selbst Olga Kurylenko ist als Badass-Chick durchaus zu gebrauchen (u.a. sieht sie ganz nett aus und hat zudem keine einzige Zeile Text zu bewältigen).

Optisch weiß der Film zu gefallen: Die gewählten Farbfilter sind zwar mal wieder die inzwischen gängigen bläulich-gräulichen, doch „aufdringliche Schnitt- und Kamera-Mätzchen“ gibt es dafür so gut wie keine zu vermelden und die gebotenen Naturkulissen sind teilweise echt beeindruckend anzusehen. Kommen wir nun zu der offerierten Gewalt, welche nicht gerade zimperlich arrangiert wurde: Da spritzt das Blut literweise durch die Szenerie, werden Gliedmaßen abgetrennt und tiefe Wunden in menschliche Körper geschlagen – unglücklicherweise aber nicht selten mit Hilfe von CGIs, was leider des Öfteren ins Auge fällt und daher doch als „schade“ zu werten ist.

In seinen ersten zwei Dritteln hangelt sich der Film zügig von einem Schlachtengetümmel zur nächsten Verfolgungsjagd, was einen ebenso straffen wie schön temporeichen Verlaufsfluss erzeugt – wohingegen im letzten diese aufgenommene Fahrt auf einmal merklich gedrosselt wird: Eine neue zentrale Figur (verkörpert von der hinreißenden Imogen Poots) wird plötzlich eingeführt, was in so einigen ruhigen Momenten resultiert, bevor an diese dann zwei finale Konfrontationen anschließen, die in ihrer Art allerdings (primär im Vergleich zu den meisten Ereignissen in den ersten beiden Akten) leicht antiklimaktisch anmuten.

Die Inszenierung ist gut, wobei eine „individuelle Handschrift“ jedoch bestenfalls nur sporadisch zu erkennen ist, und zu keiner Zeit wird es je langweilig. Sprich: Wer die schlicht gestrickte Story ausblenden kann sowie einfach nur mal wieder Lust auf blutige Auseinandersetzungen in dem betreffenden zeitlichen und geographischen Kontext hat – der kann getrost mal einen Blick riskieren…

:liquid7:

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Beitrag von Vince » 14.07.2018, 11:59

Habe auch noch einen alten Kurzkommentar vom 07.10.2010 in meinem Tagebuch gefunden... ob der so noch gilt, weiß ich nicht, da ich den Film seither nicht mehr gesehen habe. Meine Meinung zum Hauptdarsteller hat sich aber zwischenzeitlich offenbar gewandelt. ;)

"Sehr simpel gestricktes Hunting Movie, das selbstzweckhaft brutal ist und sich selbstgefällig in Herr-der-Ringe-Landscape-Shots suhlt. Bleibt immerzu an der Oberfläche und zeigt hier ebenso wie der Hauptdarsteller ein Gesicht ohne Profil. Der Versuch, mit der Tiefe der Schnitte in Römerleiber unter diese Oberfläche zu dringen, bleibt erfolglos. Zum einmaligen Konsum brauchbar, aber eine einzelne erstaunlich gut funktionierende Olga Kurylenko reicht da nicht aus."
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Beitrag von SFI » 14.07.2018, 14:08

Blutiger und simpel gestrickter "Kill and Run" Streifen, der nicht nur optisch an King Arthur erinnert, sondern auch dessen Plot rund um die Pikten nutzt und sogar mit Olga eine ebenso spindeldürre Piktenführerin besitzt. Auch ansonsten bietet Centurion nichts Neues und besitzt im Gegensatz zum charistmatischen Clive Owen auch den schwächeren Hauptdarsteller. Da hilft es auch nichts mit Pathos geladenen Off-Kommentaren "300" Atmosphäre erzeugen zu wollen. Der Score hat Druck, pumpt ordentlich, ein großes Leitthema vermisst man allerdings. Was storytechnisch und inszenatorisch fehlt, wird dann wie oft mit viel CGI Blut kaschiert. Trotz der Schwächen durchaus ansehbar und zudem deutlich besser als ähnliche Streifen wie die letzte Legion.

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