Bei "Never Back Down" kommen in mir gemischte Gefühle auf.
Zum einen begrüße ich es, dass mal wieder ein Martial Arts Streifen im High School Setting gedreht wird doch zugleich rolle ich auch schon die Auge über dasselbige. Hier wird wirklich die Story strikt nach Lehrbuch Schritt für Schritt heruntergeackert mit vorhersehbaren Dialogen und Entwicklungen und auch wirklich gar kein Klischee ausgelassen, dass einem fast schon das kotzen kommt.
Eigentlich will ich mich gar nicht über die allesamt supersexy richkids und ihrer natürlichen Freude an MMA Veranstaltungen aufregen, aber Sean Faris hat es mir mit seinem hitzköpfigen und unglaubwürdigen Charakter schwer gemacht Sympathien für ihn aufzubauen.
Der Wandel von "Kämpfen ist nicht mein Ding" zu "ich will hier unbedingt trainieren und nicht erst bei den Anfängern starten" kam wie aus dem nichts und ist nur eines von vielen Beispielen wie wenig glaubwürdig hier Charaktere geschrieben wurden. Da fand ich Jason Stillwell aus Karate Tiger deutlich glaubwürdiger und sympathischer!
Das alles mal beiseite gelassen, hatte das ganze dennoch irgendwie einen gewissen Charme und sei es weil man sich einfach gerne über das O.C. California Gehabe beömmelt. Wirklichen Mehrwert aber bietet der Film bei seinem Herzstück - den Kampfszenen.
Und dabei meine ich jetzt nicht die ausgefeilte Choreographie - die ist nämlich nicht vorhanden - und ebenso ist der Schnitt und die Wackelkamera scheiße.
Einen richtig wuchtigen, spektakulären Klopper braucht man hier nicht erwarten, da ist man mit der Fließbandware aus Hong Kong deutlich besser bedient.
Nein was mich hier positiv überrascht hat, ist dass hier gerade weil es sich hier eigenltich um einen modernen Teenie/Highschoolfilm handelt die Kampfszenen jetzt nicht durch die Blume gezeigt werden.
Der Film schafft es trotz mäßigem Schnitt und unspektakulärer Choreo die rohe Härte des Sports MMA zu zeigen und geht dabei keine Kompromisse ein.
Schläge, Tritte und Griffe, Würfe - das alles wird wunderbar authentisch gezeigt - und die Trainingsszenen machen richtig Laune. Auf Leute wie mich wirken sie gar schon inspirierend.
Genauso hätte ich mir eigentlich auch seinerzeit auch ein Karate Kid gewünscht!




