The Blacklist - Season 1
Interessant, dass ausgerechnet eine Networkserie eine ist, bei der ich das Gefühl hatte, dass man sich da erst einmal reingucken muss. Liegt vielleicht auch daran, dass die Pilotfolge derart viele Fässer aufmacht, dass irgendwie nichts so richtig wirken kann. Und zu einem gewissen Grad bleibt dies auch das Problem der Serie, denn dass das Ganze irgendwo Kokolores ist, wird wohl niemand leugnen wollen: Die gefährlichsten Verbrecher FBI-Watchlist werden in Rekordschnelle festgesetzt, oft braucht der Blacklister der Woche noch nicht einmal die vollen 40 Minuten der Folge um ins Netz zu gehen - Doppelfolgen sind eher selten. Kann man mit diesem Grad an Unglaubwürdigkeit leben, dann zieht das Ganze aber bald in seinen Bann, vor allem durch James Spaders grandiose Vorstellungen als Red Reddington, die nur nach und nach enthüllte Hintergrundgeschichte, die kreativ erdachten Blacklister und die spannende Frage, ob Lizzies Ehemann wirklich der ist, der er vorgibt. Die Action ist (budgetbedingt?) etwas durchwachsen, gerade die Pilotfolge stinkt da trotz Inszenierung durch Joe Carnahan, der dafür in der Mitte der Staffel eine unglaublich knallige, von "Die Hard" inspirierte Doppelfolge abliefert, die ihn wieder rehabilitiert. Ein Procedural, dass man gut weggucken kann, auch wenn man es besser nicht so ernst nimmt.

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]