Actionikone Jean-Claude van Damme hat sich in vergangenen Jahren immer wieder an ernsteren Rollen versucht. An Charakteren, die ihm mehr abverlangt haben, als ein Spagat oder einige nette Kicks. We die Young ist der nächste Versuch des Belgiers in der Filmindustrie ernst genommen zu werden.
Inhalt:
Lucas schlägt sich als Drogenkurier für die brutale Gang MS-13 in den Slums Washingtons durch. Als Boss Rincon seinen zehnjährigen Bruder Miguel rekrutieren will, beschliesst Lucas, mit Miguel zusammen zu verschwinden. Auf der Flucht vor den Gangmitgliedern stossen die beiden auf den abgehalfterten Kriegsveteranen Daniel. Eine glückliche Fügung, denn Daniel entscheidet sich zu helfen und hat sein tödliches Kriegshandwerk nicht vergessen.
Ich halte dem Werk zugute, dass der Film sich nicht wie ein lieblos abgefilmtes Trashvehikel anfühlt. We die Young präsentiert uns eine authentische Atmosphäre, einen nicht uninteressanten Trip in den kriminellen Untergrund von Amerikas Hauptstadt.
Dies ist kein Actionfilm. Wer den Streifen schaut, weil er JCVD gegen dutzende böser Schergen kämpfen sehen will, soll bitte gleich das Programm wechseln. Im Mittelpunkt des Films steht die Figur Lucas, gespielt von Elijah Rodriguez, der verhindern will, dass die ortsansässige Gang Hand an seinen kleinen Bruder legt. Das gewalttätige Geschehen und die parallel dazu stattfindende Hochzeit gibt der Geschichte ein passendes Yin & Yang hinzu.
Und, so leid es mir tut es zu sagen, Van Damme gehört nicht in diesen Film. Seine Figur passt hier nicht rein. Vielleicht jedoch nur durch Van Dammes Mittun konnte dieser Film produziert werden. Reine Vermutung meinerseits. Zudem nervt mich Van Dammes Acting hier sogar sehr. Dass er durch einen Kriegsunfall nicht mehr sprechen kann, okay, kann ich akzeptieren. Aber sein „Gekeuche“ konnte ich kaum mitanhören.
Fazit: We die Young ist ein ordentliches Gangsterdrama geworden, welches ohne den vermeintlichen Star wesentlich besser sein würde.
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