Filmkritiken

Welche neuen Blockbuster versprechen viel und taugen wenig? Was gibt es Neues im Actionfilmsektor?
Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Filmkritiken

Beitrag von Vince » 13.03.2021, 16:25

Basierend auf der jüngsten Diskussion im Tenet-Thread hier mal ein eigener Thread zum Thema Filmkritiken und Filmkritiker. Hier können dann gerne eure favorisierten Kritiker besprochen werden, eure generelle Wahrnehmung von Kritiken (sollten es Ratgeber fürs Kino sein oder Nachbetrachtungen, sollten sie ideologiekritisch ausfallen oder analytisch, welche Rolle sollten Spoiler spielen, wie steht es um Subjektivität vs. Objektivität etc.) oder es darf natürlich auch erörtert werden, warum ihr generell vielleicht keine Kritiken lest.

Ausgangspunkt war ein Kommentar von Cinefreak in seiner Tenet-Berwertung:
Cinefreak hat geschrieben:Wäre hier auf Meinungen gespannt, gerade vielleicht auch von Leuten, die INCEPTION oder INTERSTELLAR großartig fanden 😉
und dass gerade Wolfgang Schmidt - für mich der Reich-"Das war doch alles eine große SCheiße..." Ranitzki der Filme - den wohl eher verteidigt....ich will nicht sagen, sagt wohl alles....aber...naja lassen wir das...😉 Ich habe ja schon an anderer Stelle erwähnt, was ich von seinen gewichtigen Reviews so halte
Vince hat geschrieben:Der Hass auf den Schmidt muss aber tief sitzen. Da fragt man sich ja schon, wie deine Wertung ausgefallen wäre, hätte er den als Film bei 6/10 und als Nolan-Werk bei 5/10 verortet. ;)
Sir Jay hat geschrieben:Majästatsbeleidigungen, die richtung König der Löwen oder Zurück in die Zukunft gehen, sind nunmal unentschuldbar :lol:
Aber nochmal, die Einordnung "alle sscheiße" ist doch wirkich einfach nur plump. Gibt so viele Filme, die er lobt, und womit er auch mit der Masse auf Zustimmung stößt (Vertigo, Brazil, Tarantino Filme...), dass ich einfach das Gefühl habe, dass sich der cinefreak persönlich angegangen fühlt, wenn der Schmitt mal über einen gemochten Film herzieht.

Zumal bei deiner Ausführung was du von ihm hälst noch keine Argumentation zu lesen war, warum er wie wo gerade falsch liegt (und das kann man auf jeden Fall, da habe ich auch iniges parat). Einfach nur sagen der ist doof, weil er eine andere Meinung hat als ich, ist halt etwas wenig...
Immerhin brüstest Du selbst dich ja auch gerne mal damit, nicht mit der Meinung der Masse konform zu gehen ;)
Cinefreak hat geschrieben:Ich kann den einfach nicht ab. Ich hatte auch vor ewigen JAhren mal mit Filmfreaks zu tun, die zum Teil wohl Film studieren. Entsetzlcih abgehobenes Volk. Die hätten 90% eurer Helden-Actioner komplett zerrissen.
Schmidt wirkt für mich einfach abgehoben. So als wenn nur er entscheidet, was gut ist. Ja, auch ich - man mag es kaum glauben - habe meine Antipathien. Und TENET mochte ich einfach nicht so richtig, nicht, weil der Typ den gut findet, sondern weil ich ihn einfach aus oben besagten Gründen nicht richtig rund fand ;) Geht aber doch einigen hier so ;)

Und ich betone hier gerne nochmal, das ist nur meine Meinung zu ihm. Ich habe einige Videos gesehen und fand es schon krass, dass Filme wie DIE VERURTEILTEN oder KÖNIG DER LÖWEN von ihm so auseinandergenommen werden. Das ist so einer, dem möchte ich den ganzen Rotz hinschmeißen mit der Bemerkung: "Machs erstmal besser!" - Und es hat nicht nur mit seiner Meinung zu den Filmen zu tun. Hofmann und Hain liegen oft weit neben meinem Geschmack, trotzdem respektiere ich ihre Meinung, einfach weil sie nicht wirken als wäre ihre Meinung sowas wie Gottes Wort...;) Ebenso geht es mir mit Cinema strikes back, auch wenn ich die Aussage, sie wären der beste Filmkanal ein wenig arrogant finde...aber der Rest stimmt da wenigstens
Sir Jay hat geschrieben:
13.03.2021, 15:09
Cinefreak hat geschrieben:
12.03.2021, 13:33
Und ich betone hier gerne nochmal, das ist nur meine Meinung zu ihm. Ich habe einige Videos gesehen und fand es schon krass, dass Filme wie DIE VERURTEILTEN oder KÖNIG DER LÖWEN von ihm so auseinandergenommen werden.
Also das soll jetzt nicht zu einem Schmitt Diskussionsforum ausarten, aber wenn du schon gerade die Beispiele "Die Verurteilten" und "König der Löwen" anführst, dann erhärtet sich mein Eindruck, dass du bei seinen Kritiken wohl nicht zuhörst, sondern dich nur darauf versteifst, dass die Filme offenbar nicht abgefeiert wurden.

im Falle von "Die Verurteilten" hat er sicherlich nicht verrissen, sondern ganz gleich vorausgeschickt, dass er den Film gut findet. Nur eben nicht so gut, dass er den Status als bester Film aller Zeiten verdient hätte. Sein Verweis auf den Filmklassiker "A man escaped" hat mich jedenfalls neugierig gemacht. Habe den Film gesehen und ihn für gut befunden. Mit "shawshank redemption" ist er inhaltich und stillistisch nicht ganz vergleichbar, aber dennoch eine sehr eigenständige Erfahrung. Ein Verriss ist jedoch was völlig anderes.

und König der Löwen. Nun ich bin zwar auch der Meinung, das man nicht grundsätzlich jeden Film aus einer Ideologischen Perspektive betrachten muss, im Falle von The Lion King ist das aber tatsächlich angebracht und eine erfrischend andere Perspektive auf all die anderen Kritiken, die einfach nur Animation, Musik und die emotionale Brechstange loben. Wenn ein Robert Hoffman gar davon schwärmt, dass das sein absoluter Lieblingsfilm sei, dann schlafen mir persönlich die Füße ein und begrüße wirklich solche Analysen wie eben die von Schmitt die eben auf jeden Fall fundiert sind.
Cinefreak hat geschrieben:
12.03.2021, 13:33
Das ist so einer, dem möchte ich den ganzen Rotz hinschmeißen mit der Bemerkung: "Machs erstmal besser!"
Würdest du das wirklich machen? macht das wirklich Sinn? Ich denke nicht, dass es die Aufgabe eines Journalisten ist die Arbeit die Arbeit der Künstler zu machen. Wenn ich Autotester bin und bei einem Auto erhebliche Mängel feststelle muss ich mir auch nicht anhören, dass erstmal selber ein besseres Auto hinbekommen soll. Und ich muss auch kein berufsschaffender Politiker sein, um einem Jens Spahn Inkopetenz vorwerfen zu dürfen, auch wenn ich es vllt erstmal nicht besser hinbekommen würde. Ist eben auch nicht mein Job...

Wie gesagt mögen muss man ihn wirklich nicht, ich verstehe was du mit der arroganten Art meinst, aber ich finde es nach wie vor etwas albern sich einfach nur über die Majestätsbeleidigung ansich zu echauffieren, ohne zu hinterfragen ob die nicht vllt sogar gerechtfertigt ist. Hätte mir jetzt halt gewünscht, dass du anführst, wieso die Faschismus Vorwürfe dem Film gegenüber nicht gerechtfertigt seien, oder (um beim Thema zu bleiben) warum seine pro argumente gegenüber TENET nicht ziehen...

Ich würde TENET auf jeden Fall noch einmal schauen und weiß, dass ich diesmal weniger auf vermeintliche Logiklücken achten werde - die sind mir in letzter Zeit nämlich immer mehr egal :lol:

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 13.03.2021, 16:33

--- und ich kann Jays letztem Posting hier eigentlich nichts Neues mehr hinzufügen, er hat mir da im Grunde jedes Wort aus dem Mund genommen.

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112796
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Filmkritiken

Beitrag von SFI » 13.03.2021, 17:01

Satiriker, Possenreißer oder Kritiker zu zürnen halte ich generell für töricht, denn als parasitäre Elemente einer Gesellschaft, fußt deren Erfolg auf den Steilvorlagen selbiger. Käme mir daher nie in den Sinn mich mit dergleichen zu beschäftigen, egal in welcher Disziplin oder in welchem Medium. :lol: :lol:
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 13.03.2021, 17:21

Mit dergleichen beschäftigst du dich doch permanent. Von nichts anderem als der kritischen Intertextualität leben deine gelben Büchlein. :wink:

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112796
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Filmkritiken

Beitrag von SFI » 13.03.2021, 17:33

Ich wusste, dass das Argument kommt. :lol: Den Unterschied würde ich vielleicht so beschreiben: Einst lachte man "mit", heute lacht man "über". Das "über" missfällt mir.
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 13.03.2021, 17:43

Ich weiß nicht, wo man da einen Unterschied festmachen soll. Bei Filmkritikern ebenso wie bei den gelben Büchlein ist das "lachen über" durchaus salonfähig. Wenn es bei den Büchlein vielleicht auch etwas weniger populistisch umgesetzt ist, sondern eher zwischen den zeilen verborgen. Aber das macht ja nicht jeder, auch nicht bei den Filmkritikern.

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 112796
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Filmkritiken

Beitrag von SFI » 14.03.2021, 07:44

Es ziemt sich wohl eher nicht, Philosophen, die Facetten gesellschaftlicher / moralischer Unterdrückung beleuchteten, mit jenen gleichzusetzen, die ich mit meinem Satz meinte (nehmen wir mal als Satiriker: Böhmermann). :shock: :lol: Dessen Gebaren ist mit "lachen über" und deswegen "nicht zürnen" gemeint. :wink:
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
deBohli
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 10927
Registriert: 15.10.2005, 10:32
Wohnort: Zofingen, Schweiz
Kontaktdaten:

Re: Filmkritiken

Beitrag von deBohli » 14.03.2021, 09:59

Als Nebenbemerkung zur Diskussion: Ein lohnenswertes Buch zum Thema "Filmkritik" erschien vor nicht allzu langer Zeit bei der Stiftung Filmbulletin. "Freie Sicht aufs Kino. Beiträge zur Filmkritik in der Schweiz" gibt es für neugierige Zeitbürger hier zu bestellen und beinhaltet viele spannende Essays.

Meine damaligen Gedanken dazu:
"[...] einen spannenden Überblick der Schweizer Szene, welche Problematiken, Möglichkeiten und Dimensionen aufzeigt. Als Filmliebhaber ist es für mich immer spannend, die theoretischen Aspekte der Kunstform in Betracht zu ziehen, zu der auch die kritische Reflektion des Gesehenen gehört. Dank der zugänglichen Textform ermöglicht sich bei der Lektüre eine weitreichende Verknüpfung. Konsumverhalten und Medienkritik im allgemeinen, Sehgewohnheiten und Geschmacksfragen werden verwoben. Ein spannender Band mit viel Hintergrundwissen, der Lust auf intelligente Diskussionen über Filme und TV-Sendungen macht."
Currently Hot: Best Of Cinema 2023Japanuary 2024

Das brandneue Kulturmagazin: Phosphor Kultur

Benutzeravatar
kami
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5881
Registriert: 10.06.2006, 17:39
Wohnort: Leipzig

Re: Filmkritiken

Beitrag von kami » 14.03.2021, 10:22

Ich habe in den letzten Jahren die Freude an Rezensionen verloren. Der Grund ist nicht in deren Güte oder deren Abwesenheit zu suchen, sondern im Überangebot. In den 90ern Jahren, bevor ich Zugang zum Internet hatte, waren Zeitschriften wie Splatting Image & Co wichtige Ideengeber, die ich heiß und sehnsuchtsvoll erwartet und dann verschlungen habe. Der schmale Zugang zu interessanten Texten motivierte mich, auch Beiträge zu Themen zu lesen, die mich nicht sonderlich zu interessieren schienen, dann aber doch faszinierend waren. Heute gibt es schon zu meinen Lieblingsthemen mehr Lese- und Videostoff, als ich konsumieren kann, weswegen ich selbst da schon zögerlich zugreife und Randthemen noch mehr meide. Eigentlich schade. Ach ja, und dann schreibe ich natürlich selbst noch beruflich Rezensionen, was mein freizeitliches Interesse an ihnen leider nicht erhöhlt.
Prinzipiell schätze ich an Rezensionen aber einen persönlichen, gerne auch selbstironischen, humorvollen Ansatz. Da ich zu Filmkritikern nicht als Authoritäten aufschaue, sondern sie eher Ideengeber auf Augenhöhe wahrnehme, mag ich zu gewichtig formulierte Texte nicht übermäßig. Auch auf billige Leser- oder Publikumslacher ausgerichtete Verrisse oder Rants stoßen mich inzwischen eher ab. Letztlich ist das aber natürlich auch eine Frage der handwerklichen Qualität, denn es gibt durchaus sehr gewichtig formulierte Kritiken und ätzende Verrisse, die trotz allem schätze, aber das bekommen halt nicht viele Autoren hin.
Zur Frage der ideologischen Betrachtung und Kritik: Ich finde es wichtig, Filme auch in diesem Zusammenhang zu betrachten, in einer normalen Gebrauchsrezension hat dergleichen aber meiner Meinung nach nur etwas zu suchen, wenn entsprechende Themen im Film auch dominant sind. Und es sollte auch klargestellt werden, dass die Qualität des Filmes nicht unbedingt etwas mit seiner Meta-Aussage zu tun hat. Ja, der Lion King lässt sich schon als ganz schön xenophobes und konservatives Werk interpretieren, das ändert aber an der meisterlichen Machart des Filmes nichts.

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 14.03.2021, 11:06

Den ersten Absatz kann man natürlich 1:1 auch auf Filme selbst anwenden. Leider eine Begleiterscheinung des Medien- und Informationszeitalters. Früher gab es ja in der schreibenden Zunft sogar noch so etwas wie Stars, heute definieren sich solche allenfalls noch über ihre Social-Media-Abonnentenzahlen. Ähnliches kann mann aber eben zB. auch über Schauspieler sagen. So, wie es kaum mehr Stars gibt, die Menschen in einen Film ziehen, so gibt es auch kaum noch Rezensenten, die alleine durch ihre eigentliche Arbeit Abonnenten anziehen. Ich stimme da vollkommen zu, mir gefiel die selektive Auswahl früherer Zeiten auch besser.

Umgekehrt muss man natürlich auch einräumen, dass die Demokratisierung der Filmkritik zB. sehr viel für Nischenbereiche getan hat. In der Regel findet man inzwischen zu fast jedem Kuriosum im Internet eine Einordnung. Das ist schon auch was Schönes. Vor allem finde ich, das sollte auch eines der Ziele zumindest eines nicht-kommerziellen Autoren sein: jene Bereiche zu erkunden, die zuvor noch niemand zuvor erkundet hat. Vielleicht zieht das dann ja auch den Timo wieder in den Interessentenkreis - Star-Trek-Leitphilosophie und so. ;)

Cinefreak
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5594
Registriert: 26.07.2010, 08:59

Re: Filmkritiken

Beitrag von Cinefreak » 14.03.2021, 14:02

Okay okay okay :cool: :wink:

Also, nochmal, ich kritisiere Wolfgang Schmitt weniger wegen seiner Einstellung zu einem bestimmten Film. KÖNIG DER LÖWEN sowie auch DIE VERURTEILTEN sind für mich sehenswerte Werke, die sicher einen gewissen Klassikerstatus haben, die ich aber ncith als Lieblingsfilme sehen würde.
Mir geht es um die Arroganz. Kami fasst das ganz gut in Worte, die ich hier mal zitieren möchte:

"Da ich zu Filmkritikern nicht als Authoritäten aufschaue, sondern sie eher Ideengeber auf Augenhöhe wahrnehme, mag ich zu gewichtig formulierte Texte nicht übermäßig. "

Schmitt labert leider als wäre seine Meinung das Amen in der Kirche. Nein, solche Leute mag ich nicht. Ich mag keine Arroganz und auch keine Machos, weshalb ich z. B. auch mit COBRA KAI (bin bis Folge 3 mittlerweile, angefangen auf Anraten eines Bekannten)meine Probleme habe. Nicht, dass er ein Looser ist, stört, das macht ihn ja sogar sympathisch, wohl aber, dass er mit Menschen umgeht wie mit Dreck. Würde man wirklich so jemanden um Hilfe bitten, wenn man doch weiß, dass er einen Scheiße fressen lässt, bevor er einem - vielleicht - mal hilft? Ich müsste schon sehr verzweifelt sein, würde dem aber eher vor die Füße spucken (derzeit natürlich nicht :-) als ihn um Hilfe anzubetteln. :00000694 :roll:
Mal schauen, ob sich der Charakter noch wandelt, aber bisher ist mein Eindruck, dass er ne Arschgeige ist.. :wink: :roll:
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien

Benutzeravatar
McClane
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 9043
Registriert: 07.10.2007, 15:02

Re: Filmkritiken

Beitrag von McClane » 14.03.2021, 16:38

Ich kenne kamis und Vince' Problem. Früher bekam man viele Infos über einen Film nur aus Kritiken, heute man mit Imdb, Wikipedia und Co. so viel anekdotisches und nerdiges Wissen zu Filmen, dass man dies gar nicht mehr aus Texten filtrieren muss. Bin auch jemand, der Kritiken oft nach Sichtung eines Films durchliest, um zu sehen, was andere darin gefunden haben. Mit der Blogosphere, den YouTubern, Seiten wie unserer ist man halt überbedient. Ich lese meist Autoren, deren Geschmack ich einordnen kann.
kami hat geschrieben:
14.03.2021, 10:22
Auch auf billige Leser- oder Publikumslacher ausgerichtete Verrisse oder Rants stoßen mich inzwischen eher ab. Letztlich ist das aber natürlich auch eine Frage der handwerklichen Qualität, denn es gibt durchaus sehr gewichtig formulierte Kritiken und ätzende Verrisse, die trotz allem schätze, aber das bekommen halt nicht viele Autoren hin.
Volle Zustimmung. Vor allem wird bei vielen dieser Verrisse ein Schablonendenken bedient, der Marke "Haha, Blockbuster sind doof". Wenn man dann jede Woche einen Text oder ein Video dieser Art raushauen muss ("Everything wrong with...", "Pitch Meeting" und wie die ganze Kacke heißt), dann ist das bald irgendwann nur noch lieblose Fließbandarbeit und dementsprechend unlustig.

Was ich persönlich gar nicht abkann, sind irgendwelche kalkulierten kontroversen Meinungen: Nur weil alle Welt Film A hasst, wird sofort ein Loblieb verfasst, weil alle Welt Film B gut findet, wird der Totalverriss ausgepackt. Dabei muss nicht alles Konsens und Friede Freude Eierkuchen. Es gibt/gab in der deutschen Filmblogger-/Filmkritikerszene beispielsweise eine Crew, die Adam Sandler bis aufs Blut verteidigt hat gegen die universale Schelte, und zwar nicht um des Dagegenseins willen, sondern weil sie den Mann, seine Filme und seinen Humor aufrichtig toll finden. Das finde ich sympathisch, auch wenn ich die Meinung bei vielen Filmen nicht teile.

Ideologiekritik sehe ich sehr zwiespältig. Einerseits finde ich es durchaus interessant, wenn man auch solche Aspekte mal anspricht, einen Film unter diesem Gesichtspunkt betrachtet und vielleicht nicht auf die Dinge eingeht, die jede andere Kritik bespricht. Andrerseits gibt es auch zwei dicke Probleme. Zum einen wird es oft zu einer Masche, die einen Film schnell auf entsprechende Talking Points abklopft und dabei auch sehr schematisch und formelhaft wird. Zum anderen reduziert es einen Film schnell auf ein Korsett: Anstatt vielleicht auch mal zu schauen, was ein Film hat, ob er einen vielleicht mitreißt, obwohl man ideologisch gar nicht mitgeht, wird schnell die Schablone drübergelegt und kurz abgemessen.
Mal ganz abgesehen davon, dass es bei vielen Filmen schwierig ist eine reine ideologische Denkweise zu finden. Oft gibt es Punkte, die sich in mehrerlei Hinsicht lesen lassen, oder einzelne Teile, die sich widersprechen. Siehe etwa "The 2nd", um mal ein kostengünstiges B-Picture zu nehmen: Einerseits könnte man das Ganze als feuchten NRA-Republikaner-Traum sehen, wenn die Schurken 2nd-Amendment-Gegner sind, andrerseits erwähnt der Held ganz bewundernd Bill Clinton, der ja nebst seiner Frau eines der republikanischen Lieblings-Hassobjekte ist. Ideologiekritik blendet dann oft einige Botschaften aus und nimmt nur andere wahr, damit das Kritikobjekt passend gemacht wird.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 14.03.2021, 18:07

McClane hat geschrieben:
14.03.2021, 16:38
Ideologiekritik sehe ich sehr zwiespältig. Einerseits finde ich es durchaus interessant, wenn man auch solche Aspekte mal anspricht, einen Film unter diesem Gesichtspunkt betrachtet und vielleicht nicht auf die Dinge eingeht, die jede andere Kritik bespricht. Andrerseits gibt es auch zwei dicke Probleme. Zum einen wird es oft zu einer Masche, die einen Film schnell auf entsprechende Talking Points abklopft und dabei auch sehr schematisch und formelhaft wird. Zum anderen reduziert es einen Film schnell auf ein Korsett: Anstatt vielleicht auch mal zu schauen, was ein Film hat, ob er einen vielleicht mitreißt, obwohl man ideologisch gar nicht mitgeht, wird schnell die Schablone drübergelegt und kurz abgemessen.
Jep. Es ist letztlich so: Ideologische Aspekte sollten schon ihren Platz in der Filmkritik haben, weil Filme immer in einem gesellschaftlichen, sozialen, politischen Kontext entstehen. Sie sollten allerdings vielleicht nicht unbedingt das Leitargument einer Kritik sein, es sei denn, der Film selbst stellt die Gründe dafür selbst genauso offensiv aus. Wenn ich mir aber manchmal das Echo des Feuilleton zu den neuen Blockbustern durchlese, frage ich mich manchmal, ob die Welt für die Autoren in ihrer kleinen Blase eigentlich schön gemütlich ist.

Cinefreak hat geschrieben:
14.03.2021, 14:02
Okay okay okay :cool: :wink:

Also, nochmal, ich kritisiere Wolfgang Schmitt weniger wegen seiner Einstellung zu einem bestimmten Film. KÖNIG DER LÖWEN sowie auch DIE VERURTEILTEN sind für mich sehenswerte Werke, die sicher einen gewissen Klassikerstatus haben, die ich aber ncith als Lieblingsfilme sehen würde.
Mir geht es um die Arroganz. Kami fasst das ganz gut in Worte, die ich hier mal zitieren möchte:

"Da ich zu Filmkritikern nicht als Authoritäten aufschaue, sondern sie eher Ideengeber auf Augenhöhe wahrnehme, mag ich zu gewichtig formulierte Texte nicht übermäßig. "

Schmitt labert leider als wäre seine Meinung das Amen in der Kirche. Nein, solche Leute mag ich nicht. Ich mag keine Arroganz und auch keine Machos, [...]
Was Jay versuchte zu verdeutlichen ist, dass er zwar versteht, woher du diese Eindrücke bekommst, Schmitt diese Eindrücke nicht unbedingt bestätigt, wenn man sich eingehender mit ihm befasst. Ich verstehe ja zunächst einmal deine Position: Als ich zum ersten Mal auf Schmitt gestoßen bin, habe ich ihn auch erst einmal belächelt und dachte, das wäre so ein typischer Sonntagmorgen-Frühstücks-Kritiker, der sich hin und wieder aus seinem Elfenturm bemüht, um einer niederen Medienform wie der des Films einen Besuch abzustatten. Die Eindrücke haben sich letztlich nicht bestätigt.

Umgekehrt sagst du, dass du David Hain sympathisch findest, der aber in Wirklichkeit immer wieder heftige Anflüge von Arroganz in seinen Äußerungen zur Schau stellt. Ein gerade mal wenige Tage altes Beispiel wäre sein Kurzkommentar zu einem Netflix-Film, den er wörtlich als "Film für Gehirnamputierte" bezeichnet und somit jeden diffamiert, der den Film vielleicht mag. Das tut er aus den von kami genannten Gründen: weil er mit seinen Verrissen und Rants auf billige Leser- oder Publikumslacher abzielt.

Robert Hofmann kann man so etwas in der Tat nicht vorwerfen, er ist dann eher der verständnisvolle Konsensbär. Was wiederum zu dem von Jay hervorgehobenen Umstand führt, dass seine Kritiken oft recht langweilig sind. Deswegen ergänzen sich die Beiden im Team natürlich so gut.

Benutzeravatar
McClane
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 9043
Registriert: 07.10.2007, 15:02

Re: Filmkritiken

Beitrag von McClane » 15.03.2021, 08:39

Vince hat geschrieben:
14.03.2021, 18:07
Jep. Es ist letztlich so: Ideologische Aspekte sollten schon ihren Platz in der Filmkritik haben, weil Filme immer in einem gesellschaftlichen, sozialen, politischen Kontext entstehen. Sie sollten allerdings vielleicht nicht unbedingt das Leitargument einer Kritik sein, es sei denn, der Film selbst stellt die Gründe dafür selbst genauso offensiv aus. Wenn ich mir aber manchmal das Echo des Feuilleton zu den neuen Blockbustern durchlese, frage ich mich manchmal, ob die Welt für die Autoren in ihrer kleinen Blase eigentlich schön gemütlich ist.
Wobei ich beim Feuilleton nicht alle über einen Kamm scheren möchte. Da gibt es auch Leute wie Dietmar Dath bei der FAZ, die da aus einer wesentlich nerdigeren Perspektive mit Begeisterung für das vermeintlich Triviale rangehen. Wenn man natürlich so Plattformen wie Spiegel Online betrachtet, dann ist da oft eine sehr klassische Borniertheit zu finden.

Das finde ich übrigens auch langweilig, wenn Leute eine Meinung haben, die bloß nicht gegen einen vermeintlichen Cineasten-Code verstoßen darf: Adam Sandler ist grundsätzlich kacke (außer er dreht sowas wie "Punch-Drunk Love"), Michael Bay ist grundsätzlich kacke, Blockbuster sind grundsätzlich doof, bis auf eine ausgewählte Handvoll (und dann bitte was von Nolan oder so), während man nie im Traum da zu käme, auch mal eine heilige Kuh wie Alfred Hitchcock, Martin Scorsese oder einen Nouvelle-Vague-Filmer zu kritisieren. Das ist mir zu genormt.

Zum Thema Ideologiekritik als Leitargument sind wir ja einer Meinung. Mir ist da noch ein Beispiel eingefallen. Mit meiner besseren Hälfte schaue ich auch immer mal wieder Klassiker, die sie noch nicht kennt und gern nachholen möchte, letztes Jahr beispielsweise die "Zurück in die Zukunft"-Reihe. Und es fällt einem schon auf, dass die Filme (gerade der erste und beste der Reihe) dann irgendwo klar dem Materialismus der Eighties verhaftet sind. Das kann man ideologisch schon kritisch sehen - aber der Film an sich ist immer noch so toll, charmant und spritzig wie dereinst, weshalb es meine Meinung über ihn nicht ändert.

Zum (Reiz)-Thema Schmitt jr.: Bin eh nicht der große YouTube-Kritiken-Gucker, aber da war ich schnell raus. Da weiß ich manchmal nicht, ob das ernst gemeint oder Parodie ist, mit der Spießerkleidung und der großen Bücherwand im Rücken. Eines der Videos, das ich gesehen habe, war jenes, in dem er "Pets" und "Zoomania" als Appelation in das kapitalistische System besprochen hat (oder so ähnlich), das fand ich dann eine Nummer zu albern. Ich hab den Typen auch schon in einen Kölner PVs rumspringen sehen, z.B. "Mad Max: Fury Road", da kommt er auch zum Termin im gleichen (eventuell sogar exakt gleichen) Outfit, das er auch in den Videos an hat. Sollen andere damit glücklich werden, meins ist es nicht.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11960
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Re: Filmkritiken

Beitrag von Sir Jay » 15.03.2021, 09:12

Es gab Kritiken von Schmitt, da musste ich wirklich abbrechen. Als er bei "Expandables 2" es geschafft hat den Bogen zu "Leihmutterschaft in Indien" zu schlagen, oder bei "Tanz der Teufel" bei der Baumvergewaltigungsszene erstmal Sigmund Freud zu rate ziehen musste, konnte ich mir das nicht mehr zu Ende anhören. Das sind jetzt aber auch fast 10 Jahre alte Reviews. Mittlerweile find eich den nicht mehr so gekünstelt. Gibt zwar immer noch Videos wo eine Art Fließbandkritik seinerseits kommt, aber es gibt auch etliche Analysen, die durchaus einen fundierten neuen Einblick offenbaren.

Außerdem sollte man ihn nicht in der Hinsicht falsch einschätzen zu glauben, dass er nur französisches Arthauskino befürwortet.
Er hat sich aber über Filme wie Predator, die Rambo Filme, Mission Impossible äußert wohlwollend geäußert. Selbst einen "Cyborg" (VAN DAMME!) hat er mal als nüchterne, wertfreie Referenz herangezogen.

Und wenn man ihn mal in Gruppengesprächen z.B. Kino+ erlebt, merkt man, dass er sehr gut mit Leuten reden kann, die nicht aus seinem akademischen Elefenbeinturm stammen. Er hat sogar ein Podcast seitenprojekt mit dem lässigen Skatertypen Michael Kroogmann. Insofern ist er sicherlich nicht ganz so abgehoben, wie man erst meinen möchte. Die nummer mit den Anzügen...nun gut. Er ist halt konsequent in seinem Erscheinungsbild :lol:

Cinefreak
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5594
Registriert: 26.07.2010, 08:59

Re: Filmkritiken

Beitrag von Cinefreak » 15.03.2021, 09:57

Dann antworte ich erstmal dem Vince:
Konsensbär...gefällt mir :cool: :00000694

Die von dir kritisierte AUssage zu einem Netflix-Film von Hain ist mir in der TAt bisher nicht bekannt. Ich habe so viele Kanäle und Interessen derzeit, was das angeht, dass ich gar nicht alles zu sichten und hören schaffe ;)

Von daher kann ich auch den Argumenten des Überangebots hier folgen kann, zumal ich mich in dem Begriff Scannerpersönlichkeit ein wenig wiederfinde. Habe es selten lange an einem Arbeitsplatz ausgehalten, halte selten eine Serie durch ohne eine andere anzufangen, kann mich oft nicht entscheiden, was ich lese, schaue, tue usw...ich denke, das dürfte in den Bereich gehen. Somit ist auch meine Tagesstrukturierung immer wieder eine kleine Aufgabe für mich ;)
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien

Cinefreak
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5594
Registriert: 26.07.2010, 08:59

Re: Filmkritiken

Beitrag von Cinefreak » 15.03.2021, 10:01

Wie gesagt, ich halte Schmitt einfach für einen arroganten Typen...was wohl auch ein Stück weit auf meine frühere Begegnung mit sogenannten Filmstudenten zurückzuführen ist. Ich verteidige auch meine Meinung zu Filmen, aber mir ist es wichtig zu betonen, dass das einzig meiner Tageslaune und persönlichen Empfindung entspricht. Schmitt redet für mich so als wäre er der Herr der Filme...ne, muss ich nicht haben, aber es ist doch ok, wenn er anderen gefällt. ;)
Bei Robert Hofmann mag ich dagegen auch die persönliche Seite. Es ist nicht zwangläufig erwartbar und hat mich damit sehr positiv überrascht, dass man sich als Filmkritiker so klar pro Mensch und gegen Rassismus ausspricht. Wie gesagt, auch mit ihm gehe ich oft nicht d`accord. PARASITE hätte ich ohne seine Review aber beispielsweise wohl genauso verschmäht wie das wundervolle Damengambit oder Headspace ;)
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien

Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11960
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Re: Filmkritiken

Beitrag von Sir Jay » 15.03.2021, 12:19

Cinefreak hat geschrieben:
15.03.2021, 10:01
Bei Robert Hofmann mag ich dagegen auch die persönliche Seite. Es ist nicht zwangläufig erwartbar und hat mich damit sehr positiv überrascht, dass man sich als Filmkritiker so klar pro Mensch und gegen Rassismus ausspricht. Wie gesagt, auch mit ihm gehe ich oft nicht d`accord. PARASITE hätte ich ohne seine Review aber beispielsweise wohl genauso verschmäht wie das wundervolle Damengambit oder Headspace ;)
braucht es wirklich einen Robert Hoffmann, um auf "Parasite" aufmerksam gemacht zu werden? Der Film war in aller Munde und wurde von wirklich allen empfohlen (auch Schmitt). Bei Kino+ z.B. wurde der Film lange im Voraus gefeatured und gespannt erwartet, lange bevor der auf den deutschen Markt kam. Da ich Hoffmann nicht aktiv verfolge, kann ich jetzt nicht sagen, wie sehr er sich nun mit asiatischem Kino oder Filme außerhalb des Radars befasst. Ich tippe darauf, dass Hoffmann den Film "entdeckt" hat, als eben alle darüber sprachen.

Bei Schmitt hingegen bekomme ich Filmtipps, die ich wo anders nun wirklich nicht erhalten hätte. Johnny Guitar, A man Escaped, Le Grande Bouffe...alles Filme die mir auf die ein oder andere Weise gefallen haben, in jedem Falle jedoch mir eine völlig frische Filmerfahrung beschert haben, obwohl sie extrem alt sind. Bei Schmitt kann ich jedenfalls bereichernden, aufschlussreichen Content rausziehen -seien es Filmtipps oder Perspektiven auf bestimmte Themen.

Dass du schmitt arrogant findest, hast du schon mehr als einmal erwähnt, ist angekommen, aber mehr als das ist jetzt bei der Bewertung auch nicht bei rumgekommen. Zumal - wie Vince schon anmerkte - er nicht viel arroganter ist, als eben ein Hain. Das sind halt alles Hardliner, die damit eben anecken und für aufmerksamkeit auch sorgen, und strenggenommen auch gar nicht so schlimm ist, weil letztlich wir alle uns schuldig machen gewisser Pauschalaussagen. Besonders gut sieht man das ja hier in diversen Politthemen, wo z.B. "Querdenker sind alles Idioten". Sehe ich btw ja auch so, aber es ist strenggenommen eben auch "arrogant".

Ich persönlich genieße die Kino+ Episoden, wo er zu Gast, weil da immer interessante Gesprächsrunden bei rumkommen - und wenn so ein "arroganter" Typ, bei so "Normalos" immer wieder gerne eingeladen wird, ist er vllt doch gar nicht so arrogant, wie man anhand nur seiner Filmanalysen meinen möchte...

Ich ich verteidige ihn ganz schön. Ich konsumiere auch seinen Podcast "Wohlstand für Alle" und habe mir auch sein Buch über (bzw gegen) Influencer bestellt.

Nichtsdestotrotz stimme auch ich nicht immer mit ihm überein und möchte ihm vor allem gerne seinen "Phallus" gerne in eine bestimmte Körperöffnung reinschieben, sobald er einen "Kugelschreiber" in einer Filmszene sieht und darin große Symbolik der MÄnnlichkeit entdeckt :lol:

Benutzeravatar
Wallnuss
Action Prolet
Action Prolet
Beiträge: 1782
Registriert: 01.09.2010, 08:04

Re: Filmkritiken

Beitrag von Wallnuss » 15.03.2021, 12:39

Filmkritiker auf YouTube schaue ich mir gar nicht an, da lese ich lieber einen fein formulierten Text. Aber auch da nur sehr ausgewählte Herrschaften, meist keine großen Autoren, sondern Leute in Online-Foren, die sich "bewährt" haben. Und dann lese ich eigentlich nur Rezensionen, die nicht meiner Meinung entsprechen, also fand ich einen Film toll, interessieren mich die Verrisse und umgekehrt.

Benutzeravatar
The Punisher
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 6763
Registriert: 11.08.2004, 22:02
Wohnort: I am Groot

Re: Filmkritiken

Beitrag von The Punisher » 15.03.2021, 15:06

Diesen Schmidt hab ich gerade zum ersten mal gesehen, keine 10 Seklunden das Video an kaum gelabert und schon wird die Kontonummer eingeblendet und man wird gebeten ihn Finanziel mit einer Überweisung zu unterstützen, ja gehts noch? Und dann labert der so langweilig rum das man einschläft, oh my god :roll: :roll: :roll: .
Bild

"And shepherds we shall be, for Thee, my Lord, for Thee. Power hath descended forth from
Thy hand.That our feet may swiftly carry out Thy command. So we shall flow a river forth
to Thee, and teeming with souls shall it ever be. In nomine Patri Et Filii.Spiritus Sancti"

Cinefreak
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5594
Registriert: 26.07.2010, 08:59

Re: Filmkritiken

Beitrag von Cinefreak » 15.03.2021, 15:56

Danke Punisher...:-) :cool:
Ich sage ja, ein Mr. Wichtig...glaubt mir nur keiner ;) :-D
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien

Cinefreak
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5594
Registriert: 26.07.2010, 08:59

Re: Filmkritiken

Beitrag von Cinefreak » 15.03.2021, 16:00

Sir Jay, ich würde mir gerne eine eigene Meinung zu dem Ausfall von Hain bilden - weißt du noch, welches von seinen Videos das war? :wink:
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 15.03.2021, 16:17

Sir Jay hat geschrieben:
15.03.2021, 12:19
Da ich Hoffmann nicht aktiv verfolge, kann ich jetzt nicht sagen, wie sehr er sich nun mit asiatischem Kino oder Filme außerhalb des Radars befasst. Ich tippe darauf, dass Hoffmann den Film "entdeckt" hat, als eben alle darüber sprachen.
Jo, denke eher nicht, dass der sich intensiver mit asiatischem Kino auseinandersetzt. Der ist hauptsächlich an den großen Filmen interessiert, die eben im Kino laufen (bzw. jetzt: liefen). Hab mich mit seinem Kanal jetzt nicht eingehender befasst, aber beim Überfliegen bekommt man den Eindruck, er beschäftigt sich mit den Filmen, mit denen sich eben jeder beschäftigt. Auch in den Gesprächsrunden mit David Hain (die ich zumindest damals bei Tinseltown immer sehr mochte, jetzt haben die Beiden ja auch einen Podcast, da wirkt das alles leider ein bisschen starrer) kommen vor allem die großen Filme zur Geltung. Also das ist jetzt nicht gerade die Sorte Kritiker, die neue Impulse gibt.
Wallnuss hat geschrieben:Filmkritiker auf YouTube schaue ich mir gar nicht an, da lese ich lieber einen fein formulierten Text. Aber auch da nur sehr ausgewählte Herrschaften, meist keine großen Autoren, sondern Leute in Online-Foren, die sich "bewährt" haben. Und dann lese ich eigentlich nur Rezensionen, die nicht meiner Meinung entsprechen, also fand ich einen Film toll, interessieren mich die Verrisse und umgekehrt.
Die Tendenz habe ich auch. Wenn man den dazu notwendigen Horizont mitbringt, ist man eben auch gerade daran interessiert, welche alternative Perspektive andere Betrachter mit ins Spiel bringen. Warum sollte ich mich immer nur stromlinienförmig an das heften, was meiner Meinung entspricht?
Interessanterweise beobachte ich zB. bei letterboxd, dass fast ausnahmslos jeder nur solche Kritiken "liked", die die gleiche Punktzahl oder maximal einen Punkt drunter oder drüber haben.

@Cinefreak: ich glaube, es wurde jetzt mehrfach betont, dass wir dir deine Antipathie durchaus glauben. Es gab den Versuch, dir eine alternative Perspektive auf die Kritiken von Schmitt zu bieten (den ich übrigens auch gar nicht mal selbst regelmäßig verfolge, habe von ihm maximal zehn Kritiken angeschaut). Ist halt nichts von hängen geblieben, macht ja nix.
Und falls du mit dem Ausfall von Hain das meinst, was ich erwähnte - das war kein Video, sondern ein Kurzkommentar bei Letterboxd. Zu "Sentinelle" glaub ich. Nur ist das kein "Ausfall", sondern ein wiederkehrendes Muster bei ihm. Zumindest latent schlummert das immer zwischen den Zeilen. Aber das ist halt keineswegs eine Besonderheit, das machen viele, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ich finde in dem Zusammenhang allerdings deine Einstellung zu Machos witzig. Denn zeig einem Unbeteiligten mal ein Foto von Schmitt und Hain und frag ihn mal, wer der Macho und wer der Nerd ist. ;)

Cinefreak
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5594
Registriert: 26.07.2010, 08:59

Re: Filmkritiken

Beitrag von Cinefreak » 15.03.2021, 16:28

Das kam wohl falsch rüber oder du hast es falsch interpretiert - Schmitt ist für mich einfach nur arrogant und wichtigtuerisch. - Den Vergleich mit Cobra Kai brachte ich ein, weil ich solche Typen mit sehr negativer "Aura" generell nicht mag...Cobra kai, der Typ ist ein Macho, Schmitt einfach nur ein sehr arrogant wirkender ich-weiß-alles-über-Filme-Typ... :00000694 :wink:
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien

Benutzeravatar
Vince
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 21142
Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Re: Filmkritiken

Beitrag von Vince » 15.03.2021, 16:39

Ok stimmt. Hatte das zwischendurch sogar richtig interpretiert, es aber wieder vergessen und dann ist nur der Macho hängen geblieben. ;)

Also fassen wir den Thread zusammen: Kritiker sind immer entweder arrogante Wichtigtuer oder hochsensible Philanthropen. :lol:

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste