
Les yeux sans visage
BD / Regie: Georges Franju
Poesie und Grauen in schönster Vereinigung: «Les yeux sans visage» ist ein bestechender Film, der von der ersten Sekunde (und den ersten Klängen der Filmmusik von Maurice Jarre) nicht mehr loslässt. Geschickt inszenierte Georges Franju das Geschehen mit fesselnden Sequenzen, einer grossartigen Garderobe und der nötigen Spur Horror. Näher an Gothic war das französische Gruselkino danach wohl selten. Da ist es keineswegs verwunderlich, ist der Film bis heute ein grosse Inspirationsquelle für kreative Menschen.

The Gentlemen
DVD / Regie: Guy Ritchie
Coole Sprüche, das lässige Gangsterleben, eine durcheinandergewirbelte Struktur und viele Charaktergesichter: Was zu Beginn seiner Karriere Garant für witzig-abenteuerliche Filme war, wirkt nun ausgelutscht. Guy Ritchie kopiert mit «The Gentlemen» sein eigenes Schaffen und langweilt dadurch. Nicht einmal die tolle Besetzung hilft, das hat man alles schon fesselnder erlebt.

My Life As A Dog
BD / Regie: Lasse Hallström
Das Drama «My Life As A Dog» ist tragisch, witzig und aufreibend zugleich. Die Geschichte um den jungen Ingemar wird von Lasse Hallström mit viel Hingabe für Emotionen und die Facetten des Lebens erzählt. Leichtigkeit und Spiel trifft auf Trauma und Gewalt.
Das geht unter die Haut, strapaziert in der zweiten Hälfte aber etwas die Geduld. Der Film schafft es leider nicht, die Spannung im letzten Drittel aufrecht zu erhalten, die Bilder überzeugen aber immer.

The Other Bank
DVD / Regie: Giorgi Ovashvili
Erzählungen über den Krieg aus den Perspektiven von Kindern ist immer schwer auszuhalten, so erinnerte mich «The Other Bank» nicht selten an «Come And See». Giorgi Ovashvili lässt in seiner Geschichte den jungen Tedo im Grenzgebiet von Georgien umherirren und immer wieder als Spielball in unterdrückenden Handlungen werden.
Unschuld, Zugehörigkeit, Grenzen und Vermächtnis – Begriffe, die hier betrachtet werden und die brutale Realität wahrer Konflikte schonungslos darstellt.

El buen patrón
Kino / Regie: Fernando León de Aranoa
Ganz klar ist dieser Film eine Schau des Könnens von Javier Bardem – und wie perfekt er den alternden Firmenchef spielt, mit Gestik, schmutzigem Lächeln und perfekter Sprache. Aber auch sonst ist die Gesellschafts- und Wirtschaftssatire von Fernando León de Aranoa lohnend. «El buen patrón» entlarvt die scheinbar guten Taten wichtiger Männer in hohen Positionen als egoistische Machtgier in perfekt dirigierten Bildern.
Mit einem Drehbuch, dass alle Handlungselemente zum Ende perfekt verflechtet und der nach «La abuela» wieder super auftretenden Almudena Amor, erhält man ein überzeugendes Gesamtpaket.

The Voices
BD / Regie: Marjane Satrapi
Wären nicht Gemma Arterton, Anna Kendrick und Ryan Reynolds, wäre die bitterböse und blutige Komödie von Marjane Satrapi keinen Blick wert. Das Trio spielt entzückend auf, lässt Unschuld, Wahnsinn und Naivität gleichermassen in den Gesichtern passieren.
So macht «The Voices» in vielen Szenen Spass, kämpft aber mit einem zu belanglosen Drehbuch und viel Leerlauf. Eine Verdichtung hätte der Inszenierung mehr als gutgetan, besonders, da die Ausstattung, Kameraarbeit und das Design wunderbar anzuschauen sind.






































































