In einer tristen amerikanischen Großstadt, in der es einem maskierten Typen mit einer lauwarmen Ansprache binnen 15 Sekunden gelingt, wahllos zu dem Zeitpunkt anwesende Anwohner zu Randalen und Straftaten zu animieren, und in welcher selbst 76-jährige noch arbeiten müssen, statt in Ruhe in Rente zu gehen – z.B. bei der Müllabfuhr (scheinbar allerdings nur an einzelnen Tagen, dem generell sehr schlicht gestrickten Drehbuch nach) – kommt der 2022er B-Movie-„Superhelden“-Streifen „Samaritan“ angesiedelt daher; quasi
„Unbreakable“ meets „Finding Forrester“, wie es im Vorfeld hieß – mit einem kleinen Schuss „Chronicle“, würde ich mal sagen…
Über weite Strecken erhält der Betrachter ein formelhaftes, vorhersehbares, Teen-freundliches Werk geboten – voller altbekannter Elemente und oberflächlicher Charaktere; ergänzt um „Unstimmigkeiten“ (siehe: bestimmte Verbrennungen oder
„My Mom´s at work.“), „Zweckmäßigkeiten“ (á la dass Sam genau gegenüber von „Joe Smith“ wohnt) sowie einzelne Momente, in denen man sich
Warum? fragt: Bspw. als einfach mal stumpf die Bude zusammengeschossen wird oder Cyrus Samaritan´s Maske in dessen Wohnung platziert, jener diese aber (zumindest in dieser Schnittfassung) überhaupt nicht mehr betritt…
Was den Film einigermaßen rettet, ist die solide Regie-Arbeit Julius Averys, dass die Darsteller ordentlich agieren (das Kind nervt nur bedingt und die Baddies machen ihre Sache eindimensional-passabel), dass die zweite Hälfte den Action-Grad rechtzeitig erhöht, bevor man sich zu langweilen anfängt – plus sowohl ein wirklich gelungener „Retro-Oneliner“ (
„Have a blast!“) als auch „Twist“. Zudem hat mir das Prolog-Intro gefallen. Für die CGIs (Stichwort: Feuer) hätte man indes auf jeden Fall mehr Geld benötigt – und die Kräfte der „Superhelden“ kommen ebenfalls etwas „schwammig“ daher (warum z.B. hat der eine in der Rückblende das nicht überlebt?). Alles in allem kann man sich den Streifen aber durchaus (ein-)mal ansehen…
gute
PS: War aber schon richtig, den nicht ins Kino zu bringen. Die ganzen Feuer-Effekte am Ende waren nochmal ne ordentliche Schüppe mieser als z.B. bei "Bad Boys 3". Auf der großen Leinwand hätte das furchtbar ausgesehen...