
Bei „I came by“ (2022) haben wir es mit einem britischen Thriller von Regie-Talent Babak Anvari („Under the Shadow“ und „Wounds“) aus dem Hause „Netflix“ zutun, der eine in seinen Grundzügen recht konventionelle Geschichte um einen Sprayer erzählt, welcher eines Nachts bei einem einflussreichen pensionierten Richter einbricht und dort eine schreckliche Entdeckung macht – also so ähnlich wie man das bereits in Werken wie „Don´t breathe“ und „Bad Samaritan“ gesehen hat. Die von Anvari und Co-Autor Namsi Khan mit eingearbeiteten „Botschaften“ gehen an sich in Ordnung – allerdings sind jene nicht sonderlich inspiriert ausgestaltet worden (u.a. da zu komplex für einen 110-minütigen Film). Zum Glück gibt es vereinzelte nette (die Handlung vorwärts bewegende) Entwicklungen und Überraschungen in Bezug auf bestimmte Figuren zu verzeichnen…
Handwerklich solide umgesetzt und mitunter durchaus spannend, enttäuscht das Ergebnis alles in allem jedoch aufgrund seiner „Oberflächlichkeit“ und einiger Unglaubwürdigkeiten, die man dem Zuschauer „zu verkaufen“ versucht. Geradezu beiläufig vollzogene größere Zeitsprünge irritieren mitunter ebenfalls. Das Beste an dem Werk ist seine Besetzung: Von Percelle Ascott („the Dare“) und George MacKay („1917“) über die stets gern gesehene Kelly Macdonald (TV´s „Boardwalk Empire“) bis hin zu Hugh Bonneville (TV´s „Downton Abbey“) können die Performances überzeugen. Letzterer verkörpert den Antagonisten des Streifens herausragend (widerwärtig-böse) stark. Am Ende hatte ich folgenden Eindruck: Für einen straffen Genre-Thriller etwas zu lang – während für die angerissenen „Social Commentary“-Themen dagegen eine Mini-Serie wohl passender gewesen wäre…
gute














