Eine ziemliche Katastrophe. Ich schätze Jaume Collet-Serra als Regisseur, aber hier hat er anscheinend die Challenge angenommen, wie langweilig man Action inszenieren kann. Da gibt es zwar permanent auf die Glocke, aber das ist sowas von egal und künstlich, dass es kaum zu glauben ist. Selbst seine komplexe Signature-Kameraarbeit sieht man nur in einer Szene zu Beginn, wenn Black Adam bei seinem ersten Gegenwartsauftritt eine ganze Söldnertruppe einäschert und die Kamera dies in langen Zeitlupenfahrten einfängt. "Black Adam" sieht so aus, als wäre wirklich jede Szene vor dem Greenscreen gedreht worden und der Look ist auch schon mal reichlich häßlich, ein gescheitertes Zwischending zwischen "Shazam!"-Buntheit und Snyder-Düsternis.
Viel passiert in den gut zwei Stunden auch nicht. Black Adam kloppt sich mit den Intergang-Söldner, die Justice Society kloppt sich mit Black Adam, Black Adam und die Justice Society kloppen sich mit den Söldnern und irgendwann kloppen sich alle mit dem Oberbösewichtsdämon, der noch lahmer und luftpumpiger als seine Menschen-Urform ist. Zwischendrin dürfen Sarah Shahi und ihr Filmsohn den kaum vorhandenen Plot erklären. Black Adam ist als Figur leider flach wie Esspapier, da helfen auch keine dramatisch gemeinten, aber vollkommen egalen Rückblenden. Und noch dazu eine jener Langweiler-Superkreaturen, bei denen im Superkräfte-Menü einfach alles angeklickt wurde - fliegt, ist unverwunderbar, verschießt Blitze, kann sich entmaterialisieren, ist superstark etc. Dementsprechend langweilig sind dann auch die Actionszenen, weil das Intergang-Kanonenfutter eh chancenlos ist und auch die Justice Society ihn höchstens mit vereinten Kräften zeitweise ruhig stellen kann. Die besteht übrigens aus Birdman in ernst gemeint, Billo-Doctor-Strange, Billo-Ant-Man (in Giant-Man-Form) und Billo-Storm.
Mit der Justice Society werden Gespräche über das (Nicht-)Töten von Feinden geführt, um Black Adam verzweifelt als Antihelden oder Schurken dastehen zu lassen, obwohl er Dwayne Johnson gespielt wird. Das sorgt dann für einen irgendwann reichlich nervigen Running Gag mit plattgemachten Söldnern, der wohl als schwarzer Humor gedacht war (heißt ja auch Black Adam, der Typ). Dummerweise kauft man Black Adam den Antihelden null ab, weil die Söldner so böse und verderbt sind, und ihn dann der Beschützerinstinkt für ein Kind zum verantwortungsvollen Krieger macht (Klischee und Würgereiz, lasst nach). Sowieso passt die Mischung aus angestrebtem Ernst und Humor nicht - wenn Black Adam wahllos durch Wände bricht, musste ich an die Japan-Folge der "Simpsons" denken, wenn Homer durch die Papierwände läuft. Einzig schmunzeln musste ich, wenn das Zimmer des Jungen nach und nach zerlegt wird und dabei immer wieder Memorabilia der Justice-League-Mitglieder draufgehen. Dass bis auf Johnson, Brosnan und Shahi alle Beteiligten charismabefreite Zonen sind, hilft dem Ganzen auch nicht.

Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]