Nach dem furiosen „Fury Road“ (2015) – seines Zeichens einer der besten Action-Filme aller Zeiten – kommt mit „
Furiosa: A Mad Max Saga“ nun (2024) ein Prequel-Spinoff daher, das „Fury Road“ bereichert und auch sonst erfreulich viel richtig macht – u.a. nicht einfach den erfolgreichen Vorgänger kopiert oder bloß minimal abwandelt, sondern stattdessen eine Geschichte erzählt, die (auf 5 Kapitel verteilt) 15 Jahre umspannt und dabei stärkeren Wert auf die Haupt-Charaktere und die gewalttätige Welt legt, in der sich eben jene bewegen. Ordentlich „Krawall“ gibt´s aber trotzdem…
Die Titel-Figur portraitieren Alyla Browne und Anya Taylor-Joy beidesamt hervorragend – und auch Chris Hemsworth weiß zu überzeugen und seinem Part eine echte Persönlichkeit zu verleihen: Dementus mag zwar ein für die Reihe gewohnt überzeichneter Baddie sein – doch Hemsworth vermittelt auch was hinter seiner Schrägheit und seinem Wahnsinn steckt. Tom Burke ist ebenfalls eine solide Erwähnung wert – steht aber durchweg im Schatten von Anya, die mit wenigen Worten und viel Körpereinsatz einfach eine absolut würdige Nachfolgerin, ähm Vorgängerin von Charlize Theron ist…
Inszenatorisch ist George Miller´s Streifen eine wahre Pracht – von der Ausstattung (Kostüme, Fahrzeuge etc.) über die Optik und druckvolle Musik bis hin zu der wunderbar kreativen Regie. Die gebotene Action kommt wuchtig, wild und klasse choreographiert daher – wurde ordentlich über den Verlauf verteilt und macht Spaß. Allein schon, dass der große 40-tägige Krieg bloß „flüchtig am Rande“ gezeigt wird, zeigt aber, dass der Fokus im Vorliegenden klar bei Furiosa und ihrer persönlichen Rache-Story verortet ist, welche in eben jenem nunmal nicht aktiv mitgekämpft hat…
Anzumerken ist allerdings, dass das Ganze punktuell etwas „zu künstlich“ ausschaut – gerade wenn zwischen Szenen/Einstellungen mit CGIs und Green-Screens und solchen mit realen Locations und Stunts gewechselt wird. Zudem gerät der Film am Ende leicht ins Straucheln – u.a. wegen eines unnötigen „Cameos“ – und wirkt er mit seinen rund 140 Minuten mitunter wie eine gute „Extended Version“ eines sehr guten „Kino-Cuts“. Und btw.: Dieser aufwändige, verdammt „physische“ Streifen wurde von einem knapp 80-Jährigen gestemmt! Und das in der australischen Wüste. Kudos, Mate!
knappe 