Ich reihe mich hier bei SFI ein. Einem Vergleich mit The Raid hält
Kill in keiner Weise Stand. Das hat einen primären Grund: Kill funktioniert dramaturgisch überhaupt nicht.
Schon der Moment, indem der Titel eingeblendet wird, wirkt etwas merkwürdig. Gefühlt ist zu dem Zeitpunkt schon die ganze Geschichte erzählt. Was dann folgt wäre inhaltlich vielleicht besser in 15 bis 20 Minuten erzählt, es dauert aber noch knapp eine Stunde. So scheppert es ab dann zwar richtig, in der Story ist aber Leerlauf angesagt. Dazu kommt die immer wieder eingestreute, unpassend wirkende, Melodramatik. Allein das Gejammer der Schurken, dass der Protagonist Person XY umgebracht hat, ist ziemlich nervenraubend. Wenn das xte Mal unter Tränen nach die Frage nach dem Warum gestellt wird, möchte man am liebsten die 4. Wand durchbrechen und den Schurken anbrüllen, dass er sich diese Frage doch sicherlich selbst beantworten kann.
Das begrenzte Setting tut dem Film zudem nicht gut. Bei Snowpiercer oder The Raid ist das Ganze gekonnt levelhaft aufgebaut, hier treffen die Antagonisten aufeinander, zerstreuen sich wieder, kommen wieder zusammen und zerstreuen sich wieder. Wenn man im richtigen Moment einschläft und rechtzeitig wieder aufwacht, merkt man nicht mal, dass man etwas verpasst hat. Wo The Raid ein Fiebertraum war, ein einziger Adrenalinrausch, wird Kill zur Schlaftablette. Wie SFI schon schrieb, schafft der Protagonist nur wenig Präsenz auf den Bildschirm zu transportieren. NPC beschreibt die Wirkung der Darstellung schon ziemlich gut. Sein Partner, die Kampfmaschine der Bäddies oder der Oberschurke sind da schon markanter.
Was Kill sehenswert macht, sind die gut choreographieren und äußerst blutigen Kämpfe. Das waren für mich aber auch die einzigen Schauwerte. So stumpf wie der Titel ist, so stumpf ist auch der Film. Nur funktioniert die Formel „Stumpf ist Trumpf“ hier nicht und führt eher zu Langeweile als zu Euphorie.
Ob ich mir Kill jemals ein zweites Mal noch mal ansehen werde, ist fraglich. Gerade so noch
