Frankie Freako

Horrorfilme, die Monster, Tiere oder Mutationen thematisieren.
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freeman
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Frankie Freako

Beitrag von freeman » 12.12.2025, 16:38

Frankie Freako

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Originaltitel: Frankie Freako
Herstellungsland: Kanada
Erscheinungsjahr: 2024
Regie: Steven Kostanski
Darsteller: Adam Brooks, Kristy Wordsworth, Conor Sweeney, Matthew Kennedy, Rich Evans, Joshua Turpin u.a.

Conor ist ein Spießer, wie er im Buche steht. Als er eines Tages den schrägen Frankie Freako anruft, um von dem eine geile Party spendiert zu bekommen, wird sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt… In der Horrorkomödie hommagiert Steven Kostanski 80s-Puppenmonster-Streifen der Marke „Gremlins“, „Puppet Master“, „Ghoulis“ und Co.
:liquid5:

Zur Kritik von "Frankie Freako"

In diesem Sinne:
freeman

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Vince
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Re: Frankie Freako

Beitrag von Vince » 23.04.2026, 19:02

Da geh ich in der Note mit:

Steven Kostanski hat sich inzwischen wohl endgültig darauf festgelegt, die 80er zu seiner Zeit zu machen und die Party zu seinem Ort. Sein Dosenöffner „The Void“, der ihm einiges an Aufmerksamkeit bescherte, ist als grimmige Anomalie entlarvt; seither ist er zurück in der Astron-6-Kernkompetenz, die sich den naiven Spaß auf die Fahne geschrieben hat.

Und dieser Spaß scheint zunehmend sogar die postironische Distanz zu verlieren. Während Weltenzerstörer „Psycho Goreman“ alleine aufgrund seiner Paarung mit einem herrischen Mädchen wie ein augenzwinkernder Verweis auf eine vergangene Epoche wirkt, könnte „Frankie Freako“ tatsächlich genau in der vorliegenden Form damals schon für ein Teenager-Publikum entstanden sein. Der Fokus auf primitive Puppeneffekte ist weder Meta-Kommentar wie in den höher budgetierten Retro-Stilübungen der letzten Jahre, noch Unvermögen wie in Charles Bands Puppet-Master-Franchise, sondern einfach ausgeübtes Lebensgefühl. Frankie und seine Buddies sollen nach Kautschuk aussehen, ihnen sollen gezeichnete Blitze aus dem Leib fahren und der kurze Blick auf ihr Heimat-Universum soll sich wie eine Stop-Motion-Version des New York aus der Turtles-Galaxie in der Hirnrinde verfangen. Das Ding ist im besten Sinne billig wie Videothekenausschuss, und das gilt nicht nur für die Effekte, sondern mit Nachdruck auch für das Yuppie-Ambiente und diese ganz und gar harmlose Story mit ihrem liebreizend unschuldigen Plottwist. Man muss schon Chuzpe aufbringen, so etwas ohne jeden subversiven Bruch aus dem Äther zu hauen, als würden wir uns hier noch in einer Episode „Geschichten aus der Gruft“ befinden. Respekt dafür.

Kurzum, „Frankie Freako“ hat das Herz am rechten Fleck, doch wer schon einmal versucht hat, die Lieblingsserie, das Lieblingsspiel, das Lieblingsbuch oder den Lieblingsfilm von früher wiederzuentdecken, wird das Gefühl kennen, dass die wohlige Erinnerung im Grunde ein sehr passender Ort gewesen ist. Wir selbst sind das Problem; wir sind der bunten Anarchie der Zeichen- und Puppentrick-Samstage entwachsen, und kein „Ay Caramba“, „Cowabunga“ oder „Yabadabbadoo“ kann uns aus diesem Fluch erwecken. Und so wecken die Freakos nicht nur Sympathien, sondern auch ein Verlangen nach postmoderner Modifikation; eine Verstärkung der Qualitäten und eine Abschwächung der Defizite damals angesagter Creature Features der zweiten Reihe. Kostanski hingegen liefert uns gnadenlos den Real Deal – nur eben leider auf Ghoulies- statt Gremlins-Level. Lediglich in diesen einsamen Momenten, wenn der Freaklord-Präsident völlig aus der Haut fährt, bekommt auch der verdorbene Erwachsene unter den Zuschauern wieder dieses magische Leuchten in den Augen.
:liquid5:
je nach Laune mal näher an der 4, mal näher an der 6.

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