die Tribute von Panem: Hunger Games & Catching Fire

Filme, die viel kosten und oft nicht das halten, was der Trailer verspricht.
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Beitrag von MarS » 28.11.2014, 10:27

Was denn? Geht das Beziehungswirrwarr etwa noch weiter? Kann da nicht mal einer aus dem Dreierpaket sterben?

Ein Happyend wäre zu vermuten. Ich finde aber, dass das zu der Art Film passt und mich nicht stören würde. Da wäre es mir tatsächlich lieber, wenn diese tragische Liebesbeziehung mal ein Ende finden würde.

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Beitrag von StS » 28.11.2014, 10:43

Einfach anschauen und nicht auf die "Grey´s Anatomy"-Fraktion hören! :lol:

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Beitrag von McClane » 04.12.2014, 09:45

The Hunger Games: Mockingjay - Part 1

Ob man sich mit der Zweiteilung des Buches qualitativ einen Gefallen getan hat, das wird erst der Abschlussfilm in einem Jahr zeigen. War die Buchvorlage schon etwas schwächer als die vorigen Teile, schlägt sich "Mockingjay 1" immer recht achtbar, leidet aber darunter, dass seine Hauptfigur wenig zu tun hat. Die ist hier als Propagandainstrument tätig und ringt eher mit inneren Konflikten als dass sie äußere bewältigt, was man in Buchform natürlich besser darstellen kann als im Film. Immerhin überführt der Film die inneren Kämpfe gut in Dialoge, die Katniss' Zwiespalt und Unsicherheit darstellen, während Regisseur Francis Lawrence bei seiner Darstellung von Rebellenpropaganda und Gegenpropaganda durchaus gut die Mechanismen solcher Inszenierungen darstellt und auch gegenüber der Rebellenseite eine kritische Distanz einnimmt. Doch der Wechsel zwischen Katniss, den anderen Rebellen, dem Capitol und Aufständischen in den einzelnen Distrikten lässt den Film etwas zerfasern, der manchmal nur wie eine Vorbereitung auf das große Finale wirkt. Schauwerte gibt es wenige, von dem als Quasi-Showdown gewählten Befreiungsversuch gibt es wenig zu sehen. Zwar gehen die gut zwei Stunden des Films recht schnell um, Kurzweil kann man "Mockingjay 1" schon attestieren, aber satt macht der Film leider nicht.

:liquid5:,5 bis knappe :liquid6:
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Beitrag von StS » 04.12.2014, 09:52

Jip, sehe ich im Grunde ganz genauso. Knappe 6/10 gibt es von mir.

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Beitrag von freeman » 08.12.2014, 20:23

Lasst das nicht den Orco lesen :lol:

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Beitrag von StS » 08.12.2014, 20:27

freeman hat geschrieben:Lasst das nicht den Orco lesen :lol:
Ach, why not? Seine Meinung zu den ersten zwei Teilen (hier aus dem Thread):
Orco hat geschrieben:Teil 1 lag bei mir bei einer 7, Teil 2 hat mich gestern im Kino aber überrascht. Wollte eigentlich einen anderen Film sehen, aber der lief nicht mehr, also gings in diesen. Und das war eine sehr gute Alternative, 8 Punkte dafür, der Film rockt :D

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Beitrag von freeman » 08.12.2014, 20:30

Wow, besser als "The Raid 2". Wohl echte Actionbretter ;-)

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Beitrag von SFI » 09.12.2014, 07:07

Vielleicht ein inoffizieller HPO Recut? Da scheint Teil 2 mit 8/10 jetzt besser zu sein als viele Actionfilme, außer die kriegen alle per se 9 oder 10/10. :lol:
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Beitrag von freeman » 09.12.2014, 09:51

Da hatter aber Glück gehabt, denn der HPO Recut war streng limitiert! EINE Ausgabe gabs nur!

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Beitrag von kami » 22.11.2015, 09:53

THE HUNGER GAMES - MOCKINGJAY 2
Das Finale der dystopischen Abenteuerreihe hält das Niveau der Vorgänger weitesgehend, dennoch wünschte man sich, dass die Produzenten der Gier widerstanden und es bei drei Filmen belassen hätten. Im Vergleich zu den ersten beiden Teilen ist die Geschichte doch weniger straff erzählt, auch wenn sich Langeweile weiterhin nicht einstellt.
Es gibt einige schöne Action-Set-pieces, die Aufnahmen vom Inneren des Capitols sind atmosphärisch und erinnern ein wenig an stalinistischen Großstadt-Chic. Und Katniss Everdeen ist und bleibt eine ausgesprochen coole Actionheldin, die zudem hervorragend gespielt wird und das Zentrum eines höchst attraktiven und kompetenten Darstellerensembles verkörpert.
Wer die Reihe bis jetzt nicht mochte, wird mit diesem vierten Teil nicht zum Umdenken bewogen werden, wer die HUNGER GAMES hingegen schätzt, kann sich auf ein Finale freuen, das den Zuschauer trotz Schwächen befriedigt zurücklässt.
:liquid7:

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Beitrag von MarS » 09.12.2015, 10:29

Die Tribute von Panem - Mockingjay 1

"Mockingjay 1" empfand ich noch mal um einiges schwächer als die beiden Vorgänger. Der Grund hierfür ist recht einfach. Sorgten in den Vorgängern die Spiele wenigstens für etwas Spannung, so gibt es hier kaum einen Moment wo man mal mitfiebern könnte, was sicherlich auch an der Splittung des Finales in 2 Teile liegt. Dramaturgisch funktioniert das auch hier mal wieder nicht wirklich und "Mockingjay 1" ist nicht weiteres als eine überlange Einleitung für "Mockingjay 2". Um dem entgegen zu wirken versuchte man künstlich Spannungsmomente zu schaffen.

Leider waren die teilweise eher zum Haare raufen als zum Fingernägel knabbern. Ohne groß spoilern zu wollen, sei hier der Luftangriff auf den Rebellenbunker genannt. So retten sich hier alle in den Sicherheitsbereich tief im Bunker. Auch Katniss flitzt also runter. Gerade unten angekommen erfährt sie von Ihrer Mutter, dass sich ihre jüngere Schwester noch mal los gemacht hat um sie zu suchen. Also flitzt auch Katniss noch mal los, um an kurz darauf ihre Schwester mit einer geretteten Katze auf dem Arm zu finden. Kurz bevor sich die Tore des Sicherheitsbereiches schließen, schaffen sie es noch zurück. Bitte, so etwas muss heute einfach nicht mehr sein. Das eine Mutter ihre kleine Tochter unter Bombenbeschuss noch mal alleine losziehen lässt, um die große Tochter (die im übrigen 2 Todesspiele überlebt hat) zu suchen, ist wenig glaubwürdig. Auch das Katniss da locker flockig hin und her rennt und niemand sich dafür interessiert ist auch nicht besser. Auf der einen Seite ist sie das Gesicht der Rebellion, entscheidend für den Ausgang des Krieges und poltisch extrem wichtig, und andersrum gibt es keinen Geleitschutz, niemand will sie aufhalten bzw. sorgt dafür, dass sie in Sicherheit kommt?! Wie schon bei den anderen Teilen geschrieben, bin ich eigentlich nicht derjenige, der nach Logiklücken in Filmen sucht. Ich weiß nicht, warum ausgerechnet bei der Filmreihe da so sensibel drauf reagiere.

Desweiteren fehlt es mir in diesem Film an Perspektiven. So sieht man fast ausschließlich die Rebellenseite, welche aber an sich nichts anderes macht als sich zu verstecken. Dadurch geht dem Film einiges an Tiefe verloren. Das Kapitol wirkt mir zu belanglos und wenig erschreckend. So wirkte z.B. auch die Zerstörung von Distrikt 12 auf mich emotional einfach nicht ergreifend genug, was daran liegt, dass man keine wirkliche Verbindung zu den Bewohnern hatte. Dabei hätten häufigere Szenenwechsel in das Kapitol oder in die Distrikte dramaturgisch sicherlich mehr rausholen können.

Ich hatte schon überlegt, ob ich von einer Wertung absehe, da ich merke, wie mich die Filmreihe einfach nicht anspricht und ich nicht immer dagegen bashen will. Wahrscheinlich bin ich von der Zielgruppe zu weit entfernt. Ich hoffe aber, dass ich meine Gründe halbwegs nachvollziehbar darstellen konnte (Gegenargumente sind wie immer willkommen). Für mich reicht es hier nur für :liquid3:

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Beitrag von SFI » 09.12.2015, 17:19

Den Teil habe ich nicht mal bis zum Ende durchgehalten, mutig! :lol:
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Beitrag von Wallnuss » 09.12.2015, 23:19

Wow, klingt nach inhaltsleerer Grütze (was mich nicht überrascht) und trotzdem bewertest du den Teil besser als ich den Erstling einst. :)

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Beitrag von StS » 10.12.2015, 08:30

Wallnuss hat geschrieben:Wow, klingt nach inhaltsleerer Grütze (was mich nicht überrascht) und trotzdem bewertest du den Teil besser als ich den Erstling einst. :)
Ist aber keine "inhaltsleere Grütze" (geht u.a. um Propaganda-Kriegsführung und so) - hat nur recht wenig Action, ist vergleichsweise ruhig und wurde (aufgrund der Zweiteilung des Buches) nicht gestrafft, wie es sonst wohl geschehen wäre.

Offenbar ist die Reihe einfach echt nichts für ihn... :wink:

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Beitrag von freeman » 10.12.2015, 08:34

Jau, MarS, sieh es ein, du bist kein YOUNG Adult mehr. Das ist bei uns nur Stefan ;-) :lol:

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Beitrag von kami » 10.12.2015, 15:27

Nö, nicht nur er. Ein erwachsener Mann muss sich seine erwachsene Männlichkeit nicht mit dem ausschließlichen Anschauen von "erwachsenen" Männerfilmen a la EXPENDABLES beweisen.
Die inhaltlichen Kritikpunkte von MarS sind nicht falsch, für mich wogen sie aber deutlich weniger schwer. Ich war gefesselt von der Handlung, auch wenn sie manchmal nicht unbedingt plausibel war. Und der Action wegen sollte man sich diese Reihe sowieso nicht anschauen, da ist man selbst bei der DIVERGENT-Serie besser aufgehoben.

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Beitrag von Wallnuss » 10.12.2015, 19:06

StS hat geschrieben:Ist aber keine "inhaltsleere Grütze" (geht u.a. um Propaganda-Kriegsführung und so)
Na ja, der erste Teil hatte auch ein paar Themen, aber dennoch keinen Inhalt. Imo kann ich mir daher sehr gut vorstellen, dass seine Kritik passend ist, auch wenn ich sie inhaltlich bezogen auf dem von ihn besprochenen Ableger weder bejahen noch verneinen kann.

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Beitrag von freeman » 11.12.2015, 09:04

Nö, nicht nur er. Ein erwachsener Mann muss sich seine erwachsene Männlichkeit nicht mit dem ausschließlichen Anschauen von "erwachsenen" Männerfilmen a la EXPENDABLES beweisen.
Das ist natürlich auch ein unumstößlicher, von dir zurechtgebogener und falsch geschlussfolgerter Punkt ;-), aber eigentlich wollte ich nur darauf hinaus, dass man den Young Adult Themen doch deutlich schneller entwächst, als einem bei der aktuellen Schwemme lieb sein kann. Denn Aufwand und Co. hinter den Filmen stimmen ja meist. Und Frau Lawrence kann man auch als erwachsener Mann in wenig erwachsen wirkenden Filmen begeistert zuschauen ;-). Also auf die "Wie kann man nur sowas gucken?"-Schiene wollte ich gar nicht hinaus. Merke aber vor allem an mir selbst, dass ich mich mit den Figuren wirklich null identifizieren kann. Auch weil mir die Themen, die sie bewegen, meist viel zu seifig sind. Und warum stehen die Young Adult Helden immer zwischen zwei Fuckbuddys? In der Realität reichts doch meist nichtmal zu einem? Und wieso spricht das Problem dann Teenies an? Schon solche Punkte lassen mich genauso ausscheren wie MarS.

Das einzige Young Adult Franchise, das mir aktuell zusagt, ist "100". Allerdings erst ab Staffel 2. Die erste war teils unerträglich öde und von den aktuellen anderen Reihen zusammengeklaut.

In diesem Sinne:
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Beitrag von kami » 11.12.2015, 11:45

Fand THE 100 auch in der ersten Staffel schon stark. Und ich kann mich mit den Teeniehelden und -heldinnen nicht weniger identifizieren als mit den meisten Stallone-, Schwarzenegger- oder neuerdings auch Neeson-Figuren. Katniss Situation zu Beginn der Hunger Games ist doch nun unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht ziemlich beschissen, und wie sie sich rauskämpft, ist einfach spannend (wenn man sich auf das absurde Szenario denn einlassen kann). Hat bei BATTLE ROYALE funktioniert und funktioniert auch hier.

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Beitrag von Wallnuss » 11.12.2015, 13:32

kami hat geschrieben:Katniss Situation zu Beginn der Hunger Games ist doch nun unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht ziemlich beschissen, und wie sie sich rauskämpft, ist einfach spannend
Das wäre es, wenn die Welt um sie herum authentisch gezeichnet wäre, wenn die Gesellschaftskritik von Panem stimmig zu beißen würde. Das tut sie aber nicht, sie kann es gar nicht, weil das entworfene Konstrukt keine Stabilität birgt, weil so stark vereinfacht wurde, dass alle lohnenswerten Gedankenspielereien bereits an der Prämisse scheitern. Die Idee stimmt, der Rahmen ist aber zerbrochen, bevor man das Bild überhaupt einsetzen kann.

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Beitrag von McClane » 27.04.2016, 10:24

The Hunger Games: Mockingjay - Part 2

Nach der Kinosichtung hab ich ganz vergessen meinen Senf dazu zu geben. Liegt vielleicht auch daran, weil der Film es einem nicht einfach macht. War der direkte Vorgänger fast nur Kontext und inner Konflikt ohne groß gezeigte Konfrontationen, da ist der Abschlussteil das diametral entgegengesetzte Gegenstück: Anfangs- und Schlussphase beleuchten das große Ganze, der Rest ist fast einzig und allein auf den Überlebenskampf von Katniss' kleiner Eingreiftruppe mitten im Capitol. Das bietet genügend Raum für fiese Fallen, schweißtreibende Szenen (etwa bei der Verfolgung durch die Mutationen in der Kanalisation) und Konflikte zwischen den Gruppenmitgliedern, ist für PG-13-Verhältnisse teilweise überraschend hart und ist mit seinen Figuren genauso rigoros wie die Romanvorlage. Allerdings kann man die Brüche zwischen Survivalfilm und Politfabel deutlich merken, zumal der Film in seinem körperbetonten Mittelteil das Actiongenre ruhig mehr umarmen könnte. Der Epilog ist auch etwas meh, aber ein recht gelungener Abschlussfilm bleibt. Bester Teil der Reihe bleibt aber "Catching Fire".

:liquid6:,5 bis knappe :liquid7:
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Beitrag von Vince » 15.10.2016, 12:23

Mockingjay – Teil 2
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Einem Substanz vortäuschenden, leere Kulissen und ereignislose Bilder liefernden ersten Finalteil folgt endlich der längst überfällige Abschluss eines Rattenschwanzes. Dies zu einem Zeitpunkt, da die Ratte im Grunde niemanden mehr interessiert. Trotzdem versucht es "Mockingjay" noch einmal mit dem Allheilmittel Action (hier natürlich in Kriegsdystopie eingewickelt). Obwohl das Finale wie zu erwarten Antiklimatisches zur Tugend zu erklären versucht (nichts anderes haben uns die vorangegangenen drei Teile gelehrt), hält "Mockingjay – Teil 2" ein insgesamt überraschend hohes Tempo und verlässt sich glücklicherweise nicht mehr nur auf seine aufgeblasene Pseudodüsternis, mit der Heranwachsende an das reale Weltgeschehen herangeführt werden sollen.

Nicht, dass der mit fiesen Fallen und Hinterhalten gespickte Weg der Rebellen die beinahe viereinhalb Stunden rechtfertigen würde, die Francis Lawrence zusammengerechnet benötigt, um den dritten Band der Reihe von Suzanne Collins zu verfilmen. Kanalisationsmutanten mit einem an "Resident Evil" oder "Silent Hill" erinnernden Charakterdesign (das bewusst gegen den glatten Strich der üblichen Konventionen gebürstet ist) paraphrasieren die im gleichen Jahr abgedrehten Zombieartigen der zweiten Verfilmung von "Maze Runner". Überhaupt nehmen sich die beiden Konkurrenten im gesamten Ablauf gegenseitig die Brot vom Butter (und überlassen "Die Bestimmung – Insurgent" damit immerhin nur noch das Bronzetreppchen); beide in ihren eigenen Settings und mit ihren eigenen Gegnern, aber dem gleichen Ablauf.

Gut, dass Katniss den Weg ins Kapitol noch gefunden hat, bevor die hastig errichteten, höchst instabilen Pfeiler des Jugenddystopie-Genres vollends eingebrochen sind. Die später gestartete Konkurrenz muss da schon die Beine in die Hand nehmen, um den Trümmern noch zu entgehen.
:liquid5:

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Beitrag von MarS » 25.10.2016, 17:18

Die Tribute von Panem - Mockingjay 2

Nach meinen bisherigen Kritiken zu der Reihe wird sicher niemand erwarten, dass ich den letzten Teil positiver sehe. So gebe ich auch zu, dass ich entsprechend befangen an die Sache rangegangen bin und wurde auch nicht enttäuscht.

Mit den Tributen werde ich einfach nicht warm und an nur wenigen Filmen fallen mir so viele Dinge störend auf wie hier. Viele Dinge sind viel zu naiv dargestellt.

ACHTUNG SPOILER MÖGLICH
So ist die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Peeta und Gale nicht nur inzwischen extrem unglaubwürdig, sondern wird auch extrem platt aufgelöst, damit ja am Ende Katniss und Peeta zusammen kommen.
Den größten Spannungsmoment, dem Gelangen zum Capitol auf dem mit unzähligen Fallen gepflasterten Weg, entschärft man völlig indem man den Rebellen einfach eine Karte mit allen Fallen gibt. Als man dann doch mal Probleme mit den Fallen hat, baut man eine total unglaubwürdige Wendung um die Truppe und ihr Weiterkommen ein. Dazu schickt man dann noch zombie- bzw. muntantenartige Wesen auf die Jagd nach den Rebellen. Nicht nur, dass man sich wundert woher die plötzlich kommen, es fügt sich auch überhaupt nicht in den Film ein.
SPOILERARLARM ENDE

Ich könnte noch viele unzählige kleine und größere Momentaufnahmen aufzählen, die ich massiv deplatziert fand, ich möchte hier aber nicht in irgendwelches Gebashe ausarten.

Abgesehen von dieser schrecklichen Naivität ist der Film zu lang und zu spannungsarm. Es passiert zu wenig und der Twist zum Schluss ist mehr als deutlich absehbar. Die Charaktere waren mir größtenteils zu unsympathisch. Donald Sutherland als Präsident Snow war da fast der Sympathischste.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass es jetzt vorbei ist. Erschreckenderweise waren die mittelmäßigen beiden ersten Teile wesentlich besser als das langgestreckte Finale. :liquid3:

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Re: die Tribute von Panem: Hunger Games & Catching Fire

Beitrag von MarS » 12.01.2026, 10:36

Wir haben uns die ursprüngliche Trilogie jetzt noch mal angesehen, weil mein Sohn Bock darauf hatte. Irgendwie war nicht viel vom letzten Mal ansehen hängen geblieben. Ich hatte mir zwar gemerkt, dass ich die Panem-Teile recht mäßig fand, bin aber dennoch eigentlich weitestgehend unbefangen rangegangen. Ganz so schlecht empfand ich die Filme bei der erneuten Sichtung nicht mehr, aber auch nicht wesentlich besser, und die Kritikpunkte bleiben.

Im Kern ist die Trilogie der Panem-Filme irgendwie eine verquere Liebesgeschichte um die Dreiecksbeziehung Katniss, Peeta und Gale. Das ganze dann in einer dystopischen (aber nicht allzu dunklen) SciFi-Welt, garniert mit Action und Politik. Das bunte Potpourri funktioniert aber nur bedingt, weil sich alles so unglaublich flach und langgezogen anfühlt. Allein wie die Dreiecksbeziehung aufgelöst wird ist unspannend und uninteressant. Die Zerrissenheit von Katniss als Symbolfigur für den Widerstand ist auf Dauer ermüdend, wie ihre Wankelmütigkeit allgemein. Das Volk verhält sich ziemlich dumm und hat gefühlt die Zustände auch irgendwie verdient. Die Kämpfe sind ok, aber auch da fehlt es an dem gewissen Etwas.
Es wäre ja nicht schlimm, wenn man die Inhalte flach hält, dann hätte ich mir aber vieles geradliniger gewünscht und deutlich weniger aufgeblasen. Die Dreiecksbeziehung braucht es eigentlich nicht. Das Spannungsfeld zwischen Katniss und Peeta hätte vollkommen gereicht. Katniss als weniger zerrissene Figur und mehr fokussiert, wäre sympathischer gewesen. Und wäre das politische Geschehen entschlackter präsentiert, wäre die Handlung zwar noch flacher, aber der Twist würde dann vielleicht stärker wirken.

Mir fehlt es an Fokus bei den Figuren, der Handlung und den Kämpfen. Mit mehr Tempo (und somit kürzerer Laufzeit) wäre die Trilogie sicherlich nicht intelligenter, aber dafür ehrlicher und somit vielleicht unterhaltsamer.

Mal sehen, was der nachgeworfene Teil Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes noch bietet.

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Re: die Tribute von Panem: Hunger Games & Catching Fire

Beitrag von MarS » 19.01.2026, 10:28

Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes

Das Prequel zu der Trilogie ordnet sich vom Niveau her ungefähr zu den anderen Filmen ein. Eine interessante Grundidee, welche dann recht flach ausgeführt wird. Insbesondere die Charaktere enttäuschen leider wieder, weil sie mit krassen Verhaltensänderungen Wendungen herbeiführen, die teilweise nur schwer nachzuvollziehen sind. Dabei ist die Laufzeit des Films lang genug, um das vermeiden zu können. Eigentlich wieder mal zu lang, da weder Inhalt noch Charakterzeichnung die Laufzeit vernünftig füllen.

Am schlimmsten ist für mich das andauernde Gefühl während der gesamten Reihe, dass die Zustände in Panem und den daraus resultierenden Konsequenzen nur folgerichtig sind. Das was da passiert haben sich die Menschen irgendwie verdient, denn kaum ein Charakter vermittelt einem, dass er für menschliche Werte einsteht. Wenn dann geht es um Politik. Nun könnte man sagen, dass damit unserer Gesellschaft der Spiegel vor die Nase gehalten wird, schließlich geht es in der öffentlichen Diskussion inzwischen vielmals auch nur noch um politische Werte und Haltung, aber dafür taugen die Tribute von Panem einfach nicht.

Was aber wiederum recht gut funktioniert ist, dass die ursprüngliche Trilogie mit dem Prequel ergänzt wird. Ein paar interessante Informationen kommen durchaus hinzu, auch wenn insgesamt betrachtet nicht alles rund wirkt. So bekommt z.B. Coriolanus Snow in Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes einen starken Bezug zu District 12, wovon in der Trilogie nicht wirklich etwas zu spüren ist. Dennoch passt das alles ganz gut.

Das Prequel lässt also wieder einiges an Potential liegen. Ist in Summe aber nicht besser oder schlechter als die Trilogie. Wer Gefallen an dieser hatte, der wird auch Spaß an dem Prequel haben. Für alle anderen ändert sich die Meinung aber eben auch nicht.

:liquid5:,5

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