Star Trek: Discovery war woke, Star Trek: Starfleet Academy ist woker. Beide Serien sind deswegen wenig prickelnd. Nicht wegen der Wokeness per se, sondern weil die Wokeness ein narrativer Rückschritt ist. Schon TNG, VOY und DS9 zeigten vor fast 40 Jahren eine Welt, in der Diversität und Gleichberechtigung bereits als erreichte, gelebte Utopie dargestellt wurden. Die Konflikte entstanden nicht daraus, dass man über Grundrechte diskutierte, sondern daraus, wie man diese utopischen Prinzipien in komplexen, oft externen Situationen bewahrt. Diversität war also einfach da. Die Utopie wurde somit durch das Handeln der Charaktere und die Struktur der Föderation gezeigt, nicht durch Debatten über sie. Seit Star Trek: Discovery werden die Debatten, die in der dortigen Zukunft längst gelöst sein sollten (z. B. Pronomen, gleichgeschlechtliche Liebe), wieder als neuartiges Problem eingeführt und dramatisiert. Das bricht mit dem alten Trek-Prinzip. Es fühlt sich dadurch weniger wie eine natürliche Darstellung einer fortschrittlichen Gesellschaft an, sondern wie eine projizierte Gegenwartsdebatte, die zudem auch noch Jahrhunderte nach TNG, VOY und DS9 spielt. Obendrein glänzt die Serie mit banalen Drehbüchern ohne Tiefe. Die Charaktere sind flach, ihre Dialoge wirken wie aus einer lauten, hektischen und billigen Teenagerserie. Der Schnitt macht alles noch wirrer und der Humor trifft nie. Das größte Problem: Das hat nichts mit Star Trek zu tun. Es fehlt, zumindest in den ersten Folgen, jeder Science-Fiction-Geist, jede Idee und jeder Entdecker-Moment. Ohne die Uniformen und den Titel wäre es eine seichte Jugendserie, die auf KIKA läuft. Die Autoren zeigen kein Verständnis für Star Trek. Statt auf die reiche Tradition zurückzugreifen, bedienen sie sich nur bei oberflächlichen TV-Klischees, emotionalen Konflikten auf Schulhofniveau samt tagesaktueller Jugendsprache und sozialen Medien. Das merkt man in jeder Sekunde. Und doch versprüht die Serie einen einzigartigen Charme, weil sie sich deutlich weniger ernst nimmt, als es Star Trek: Discovery tat, und man die unbedarften Teenager irgendwie doch schnell ins Herz schließt. Gut fand ich auch Holly Hunter, die mit dem elitären Sternenflotten-Protokoll bricht, barfuß durch das Schiff läuft oder auf des Captains Stuhl mit einem Buch lümmelt. Das passt zu der angelegten Rolle der langlebigen Spezies, die das Leben mit der erworbenen Weisheit sicher deutlich entspannter nimmt. Entspannt bleibe ich auch bei Bewertung, obwohl ich auch deutlich schlechtere Bewertungen nachvollziehen kann.
Filmtagebuch: SFI
Moderator: SFI
Re: Filmtagebuch: SFI
Star Trek: Starfleet Academy - Staffel 1

Star Trek: Discovery war woke, Star Trek: Starfleet Academy ist woker. Beide Serien sind deswegen wenig prickelnd. Nicht wegen der Wokeness per se, sondern weil die Wokeness ein narrativer Rückschritt ist. Schon TNG, VOY und DS9 zeigten vor fast 40 Jahren eine Welt, in der Diversität und Gleichberechtigung bereits als erreichte, gelebte Utopie dargestellt wurden. Die Konflikte entstanden nicht daraus, dass man über Grundrechte diskutierte, sondern daraus, wie man diese utopischen Prinzipien in komplexen, oft externen Situationen bewahrt. Diversität war also einfach da. Die Utopie wurde somit durch das Handeln der Charaktere und die Struktur der Föderation gezeigt, nicht durch Debatten über sie. Seit Star Trek: Discovery werden die Debatten, die in der dortigen Zukunft längst gelöst sein sollten (z. B. Pronomen, gleichgeschlechtliche Liebe), wieder als neuartiges Problem eingeführt und dramatisiert. Das bricht mit dem alten Trek-Prinzip. Es fühlt sich dadurch weniger wie eine natürliche Darstellung einer fortschrittlichen Gesellschaft an, sondern wie eine projizierte Gegenwartsdebatte, die zudem auch noch Jahrhunderte nach TNG, VOY und DS9 spielt. Obendrein glänzt die Serie mit banalen Drehbüchern ohne Tiefe. Die Charaktere sind flach, ihre Dialoge wirken wie aus einer lauten, hektischen und billigen Teenagerserie. Der Schnitt macht alles noch wirrer und der Humor trifft nie. Das größte Problem: Das hat nichts mit Star Trek zu tun. Es fehlt, zumindest in den ersten Folgen, jeder Science-Fiction-Geist, jede Idee und jeder Entdecker-Moment. Ohne die Uniformen und den Titel wäre es eine seichte Jugendserie, die auf KIKA läuft. Die Autoren zeigen kein Verständnis für Star Trek. Statt auf die reiche Tradition zurückzugreifen, bedienen sie sich nur bei oberflächlichen TV-Klischees, emotionalen Konflikten auf Schulhofniveau samt tagesaktueller Jugendsprache und sozialen Medien. Das merkt man in jeder Sekunde. Und doch versprüht die Serie einen einzigartigen Charme, weil sie sich deutlich weniger ernst nimmt, als es Star Trek: Discovery tat, und man die unbedarften Teenager irgendwie doch schnell ins Herz schließt. Gut fand ich auch Holly Hunter, die mit dem elitären Sternenflotten-Protokoll bricht, barfuß durch das Schiff läuft oder auf des Captains Stuhl mit einem Buch lümmelt. Das passt zu der angelegten Rolle der langlebigen Spezies, die das Leben mit der erworbenen Weisheit sicher deutlich entspannter nimmt. Entspannt bleibe ich auch bei Bewertung, obwohl ich auch deutlich schlechtere Bewertungen nachvollziehen kann.

Star Trek: Discovery war woke, Star Trek: Starfleet Academy ist woker. Beide Serien sind deswegen wenig prickelnd. Nicht wegen der Wokeness per se, sondern weil die Wokeness ein narrativer Rückschritt ist. Schon TNG, VOY und DS9 zeigten vor fast 40 Jahren eine Welt, in der Diversität und Gleichberechtigung bereits als erreichte, gelebte Utopie dargestellt wurden. Die Konflikte entstanden nicht daraus, dass man über Grundrechte diskutierte, sondern daraus, wie man diese utopischen Prinzipien in komplexen, oft externen Situationen bewahrt. Diversität war also einfach da. Die Utopie wurde somit durch das Handeln der Charaktere und die Struktur der Föderation gezeigt, nicht durch Debatten über sie. Seit Star Trek: Discovery werden die Debatten, die in der dortigen Zukunft längst gelöst sein sollten (z. B. Pronomen, gleichgeschlechtliche Liebe), wieder als neuartiges Problem eingeführt und dramatisiert. Das bricht mit dem alten Trek-Prinzip. Es fühlt sich dadurch weniger wie eine natürliche Darstellung einer fortschrittlichen Gesellschaft an, sondern wie eine projizierte Gegenwartsdebatte, die zudem auch noch Jahrhunderte nach TNG, VOY und DS9 spielt. Obendrein glänzt die Serie mit banalen Drehbüchern ohne Tiefe. Die Charaktere sind flach, ihre Dialoge wirken wie aus einer lauten, hektischen und billigen Teenagerserie. Der Schnitt macht alles noch wirrer und der Humor trifft nie. Das größte Problem: Das hat nichts mit Star Trek zu tun. Es fehlt, zumindest in den ersten Folgen, jeder Science-Fiction-Geist, jede Idee und jeder Entdecker-Moment. Ohne die Uniformen und den Titel wäre es eine seichte Jugendserie, die auf KIKA läuft. Die Autoren zeigen kein Verständnis für Star Trek. Statt auf die reiche Tradition zurückzugreifen, bedienen sie sich nur bei oberflächlichen TV-Klischees, emotionalen Konflikten auf Schulhofniveau samt tagesaktueller Jugendsprache und sozialen Medien. Das merkt man in jeder Sekunde. Und doch versprüht die Serie einen einzigartigen Charme, weil sie sich deutlich weniger ernst nimmt, als es Star Trek: Discovery tat, und man die unbedarften Teenager irgendwie doch schnell ins Herz schließt. Gut fand ich auch Holly Hunter, die mit dem elitären Sternenflotten-Protokoll bricht, barfuß durch das Schiff läuft oder auf des Captains Stuhl mit einem Buch lümmelt. Das passt zu der angelegten Rolle der langlebigen Spezies, die das Leben mit der erworbenen Weisheit sicher deutlich entspannter nimmt. Entspannt bleibe ich auch bei Bewertung, obwohl ich auch deutlich schlechtere Bewertungen nachvollziehen kann.
Re: Filmtagebuch: SFI
The Lincoln Lawyer - Staffel 4

Stellenweise hat mich die vierte Staffel etwas geärgert, da sie die spannende Prämisse konstruiert aufrecht erhält. Obwohl die Anklage nebst albernem Mordmotiv bis zum Himmel stinkt, ist die Staatsanwältin von Hallers Schuld überzeugt und zieht jedes fadenscheinige Mittel zu Rate, um ihn maximal schuldig aussehen zu lassen. Könnte man akzeptieren, wenn die SA in ein Komplott verwickelt wäre, ist sie aber nicht. Solide Unterhaltung, aber auch entfernt von David E. Kelleys Glanzstunden.


Stellenweise hat mich die vierte Staffel etwas geärgert, da sie die spannende Prämisse konstruiert aufrecht erhält. Obwohl die Anklage nebst albernem Mordmotiv bis zum Himmel stinkt, ist die Staatsanwältin von Hallers Schuld überzeugt und zieht jedes fadenscheinige Mittel zu Rate, um ihn maximal schuldig aussehen zu lassen. Könnte man akzeptieren, wenn die SA in ein Komplott verwickelt wäre, ist sie aber nicht. Solide Unterhaltung, aber auch entfernt von David E. Kelleys Glanzstunden.

Re: Filmtagebuch: SFI
Ja, dieses konstruierte aufrechte erhalten der Gut gegen Böse Konstellation hat mich auch genervt. Nervt mich generell in Filmen / Serien.
Die Ermittler waren da ja schon mit extremen Scheuklappen unterwegs. Zusätzlich hat sich diese Staffel für mich zu viel im Gericht abgespielt, war das in den Anderen Staffeln auch schon so??? Oder fällt es hier nur so auf, weil man viele Vorzeichen bereits kennt?
Spoiler Extra:
Trotzdem Bleibt die Serie auf sehr hohem Nivea, eine Nächste Staffel darf durchaus kommen.
Die Ermittler waren da ja schon mit extremen Scheuklappen unterwegs. Zusätzlich hat sich diese Staffel für mich zu viel im Gericht abgespielt, war das in den Anderen Staffeln auch schon so??? Oder fällt es hier nur so auf, weil man viele Vorzeichen bereits kennt?
Spoiler Extra:
Spoiler
Show
Es blieb offen ob der Polizist nun wirklich rein zufällig losgefahren ist / das Handy wurde ja als Affären Handy abgeschmettert.
Zusätzlich wurde nie irgendetwas von Fingerabdrücken auf dem Rollstuhl / Opfer gesagt, Wenn die Leiche schon samt Rollstuhl im Kofferraum entsorgt werden sollte, wieso sollten dann keine Fingerabdrücke drauf sein? Zumal Haller bei der Untersuchung keine Handschuhe an hatte.
Hätte es lieber gesehen wenn die mehr zusammen gearbeitet hätten, so ist die Umkehrung der Vorzeichen einfach zu gesucht.
Zusätzlich wurde nie irgendetwas von Fingerabdrücken auf dem Rollstuhl / Opfer gesagt, Wenn die Leiche schon samt Rollstuhl im Kofferraum entsorgt werden sollte, wieso sollten dann keine Fingerabdrücke drauf sein? Zumal Haller bei der Untersuchung keine Handschuhe an hatte.
Hätte es lieber gesehen wenn die mehr zusammen gearbeitet hätten, so ist die Umkehrung der Vorzeichen einfach zu gesucht.
Re: Filmtagebuch: SFI
Gute Frage. Womöglich wirkt Staffel 4 insgesamt lediglich „gerichtslastiger“, weil der komplette Plot um einen Prozess kreist. 
Re: Filmtagebuch: SFI
Hier mal meine 4 Cent dazu ;)
Der stand schon lange auf meiner imaginären Liste (für 99 Ct mitgenommen bei Prime).
Wie ich schon des öfteren erwähnte, bin ich ein riesiger Fan der Synchronsprecherin Derya Aykol (Flechtner). Und als ich damals im Trailer mitbekam, dass sie die Hauptrolle spricht, war ich schon mal sehr interessiert.
Leider hat mich trotz des intensiven Spiels von Veronika Ustimova und der Arbeit von Derya der Film nicht richtig gekriegt. Zu unspektakulär gefilmt die Action, zudem eben auch arg in die Länge gezogen.
Vielleicht war es auch ein wenig die Erwartungshaltung, weil bei dem Lob für die Effekte, von denen teils zu lesen war, hätte ich schon sowas wie eine zumindest günstige Variation von Armageddon oder ähnliches erwartet. Es war aber ein russischer Streifen, und die können leider weder Politik noch wirklich gute Knallerfilme.
noch ca.
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien
Re: Filmtagebuch: SFI
The Madison - Staffel 1
Taylor Sheridan beweist einmal mehr sein Gespür für starke Bilder und überrascht dabei mit ungewohnten Tönen. Die vertraute Kulisse Montanas schimmert erneut in fantastischen poetischen Bildwelten, getragen von einer einfühlsamen, emotionalen Klanglandschaft. The Madison richtet den Fokus nun aber konsequent auf die Trauerbewältigung der Familie Clyburn, während die klassischen Elemente des Neo-Westerns eher als atmosphärischer Rahmen fungieren. Michelle Pfeiffer überzeugt als Witwe mit beeindruckender Präsenz und der Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit nuanciert zwischen Gefühlslagen zu wechseln. Kaum zu glauben, dass Sheridan hier nach Nicholas Sparks anmutet. Dennoch bleibt The Madison hinter Werken wie 1883 oder 1923 zurück. Oft beschlich mich das Gefühl, dass die Serie, die ja ursprünglich als Yellowstone-Spin-off konzipiert war, sich erzählerisch nicht ganz vollständig anfühlt.

Taylor Sheridan beweist einmal mehr sein Gespür für starke Bilder und überrascht dabei mit ungewohnten Tönen. Die vertraute Kulisse Montanas schimmert erneut in fantastischen poetischen Bildwelten, getragen von einer einfühlsamen, emotionalen Klanglandschaft. The Madison richtet den Fokus nun aber konsequent auf die Trauerbewältigung der Familie Clyburn, während die klassischen Elemente des Neo-Westerns eher als atmosphärischer Rahmen fungieren. Michelle Pfeiffer überzeugt als Witwe mit beeindruckender Präsenz und der Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit nuanciert zwischen Gefühlslagen zu wechseln. Kaum zu glauben, dass Sheridan hier nach Nicholas Sparks anmutet. Dennoch bleibt The Madison hinter Werken wie 1883 oder 1923 zurück. Oft beschlich mich das Gefühl, dass die Serie, die ja ursprünglich als Yellowstone-Spin-off konzipiert war, sich erzählerisch nicht ganz vollständig anfühlt.
Re: Filmtagebuch: SFI
Das Lob gebührt eher Christina Alexandra Voros, die für die Regie und Kamera-Arbeit verantwortlich war, denke ich mal.
Re: Filmtagebuch: SFI
Echt?
Ja, im Grunde wie bei den meisten seiner Produktionen. Allerdings gewährt Paramount ja Sheridan die hohen Budgets und Zeitfenster nebst kreativer Freiheit, damit die Serien wie Kinofilme wirken. Dazu Drehs an Originalschauplätzen statt im Studio und freilich hat er ernormen Einfluss auf Produktion und Stil. Wenn sein Vertrag ausläuft, kann sich Christina ja ohne ihn beweisen. 
Re: Filmtagebuch: SFI
Sisu: Road to Revenge

Das Sequel hat mir tatsächlich noch besser gefallen als der Erstling, und das, obwohl Funsplatter und comichafte Überzeichnungen normalerweise nicht ganz mein Fall sind. Hier wirkte jedoch alles erstaunlich stimmig. Das liegt vor allem an der stoischen Präsenz des Protagonisten, der beeindruckend allein über seine Mimik kommuniziert und damit gleichermaßen fasziniert wie erdet. Die Action ist einfallsreich und hochwertig inszeniert, die Bilder sind grandios. Und wenn man die Grundidee, ein LKW, der um jeden Preis seine Holzladung abliefern muss, als Videospiel begreift, in dem von Level zu Level immer stärkere Gegner warten, entfaltet das eine herrlich absurde, aber ungemein unterhaltsame Dynamik.


Das Sequel hat mir tatsächlich noch besser gefallen als der Erstling, und das, obwohl Funsplatter und comichafte Überzeichnungen normalerweise nicht ganz mein Fall sind. Hier wirkte jedoch alles erstaunlich stimmig. Das liegt vor allem an der stoischen Präsenz des Protagonisten, der beeindruckend allein über seine Mimik kommuniziert und damit gleichermaßen fasziniert wie erdet. Die Action ist einfallsreich und hochwertig inszeniert, die Bilder sind grandios. Und wenn man die Grundidee, ein LKW, der um jeden Preis seine Holzladung abliefern muss, als Videospiel begreift, in dem von Level zu Level immer stärkere Gegner warten, entfaltet das eine herrlich absurde, aber ungemein unterhaltsame Dynamik.
Re: Filmtagebuch: SFI
Paradise - Staffel 2

Die erste Staffel begann wie ein klassischer politischer Thriller, nur um die Zuschauer dann völlig unvermittelt den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Spätestens in der furiosen siebten Folge wurde klar, dass hier etwas ganz Eigenes entsteht. Das machte die Serie zu einer der großen Überraschungen des Jahres 2025 und versprach das, was LOST sein wollte.
Staffel zwei dagegen geht deutlich berechenbarere Wege. Die vielen Rückblenden liefern zwar endlich Antworten und fügen das Gesamtbild sauber zusammen, nehmen der Geschichte aber auch einen Teil ihres Reizes. Wo zuvor das Ungewisse dominierte, tritt nun Vertrautheit ein, und die bewegt sich oft auf generischen Pfaden der Postapokalyptik. Das ist weiterhin ordentlich erzählt und handwerklich solide, wirkt aber spürbar weniger frisch. Unterm Strich bleibt eine solide Fortsetzung, die aber mehr erklärt statt überrascht, und deswegen ein Stück ihrer ursprünglichen Magie verliert.


Die erste Staffel begann wie ein klassischer politischer Thriller, nur um die Zuschauer dann völlig unvermittelt den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Spätestens in der furiosen siebten Folge wurde klar, dass hier etwas ganz Eigenes entsteht. Das machte die Serie zu einer der großen Überraschungen des Jahres 2025 und versprach das, was LOST sein wollte.
Staffel zwei dagegen geht deutlich berechenbarere Wege. Die vielen Rückblenden liefern zwar endlich Antworten und fügen das Gesamtbild sauber zusammen, nehmen der Geschichte aber auch einen Teil ihres Reizes. Wo zuvor das Ungewisse dominierte, tritt nun Vertrautheit ein, und die bewegt sich oft auf generischen Pfaden der Postapokalyptik. Das ist weiterhin ordentlich erzählt und handwerklich solide, wirkt aber spürbar weniger frisch. Unterm Strich bleibt eine solide Fortsetzung, die aber mehr erklärt statt überrascht, und deswegen ein Stück ihrer ursprünglichen Magie verliert.

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