Die Geschichten aus der Gruft - Tales from the Crypt

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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Die Geschichten aus der Gruft - Tales from the Crypt

Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:20

Zunächst: Fred ist gesperrt und nur der Serie vorbehalten! Diskussionen, Fragen, Lob und Tadel bitte in unseren Serienfred, da ich vermutlich hier noch Erweiterungen durchführen werde, immerhin brauchen wir ja alle Folgen ... Falls Ergänzungen weiterer Folgenreviews vorhanden sind, PN an mich, ich pflege sie dann ein ...

Die Geschichten aus der Gruft - Tales from the Crypt

Hallo ihr süßen Kinderchen. Unsere heutige Leichenkammergeschichte ist voll von Habgier und ekelerregendem Sex und einer Gewalt, die einen eher ans Übergeben denken lässt. Begleitung der Eltern wäre wohl angebracht! Also dann, begleitet eure Eltern nach draußen, damit wir uns amüsieren können ... Hihihihihihihi

So oder so ähnlich begrüßte uns der Cryptkeeper zwischen 1989 und 1996 regelmäßig zu seinen kleinen Betthupferln voll von Sex, Gewalt, Blut, sardonischem Witz und abgefahrenen Schlusspointen. Wer der Cryptkeeper ist? Na er hier:
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und er verkleidet sich gern:
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und er fungiert als Host der Serie: "Geschichten aus der Gruft"!

Ersonnen wurde diese von William M. Gaines, seines Zeichens Sohn von M.C.Gaines, der 1933 mehr oder weniger durch Zufall das Comicbusiness begründete, indem er die Comicseiten der - von seiner Familie gelesenen - Tageszeitung auf Taschenformat faltete, einen 10 Cent Preisbutton darauf pappte und damit einen Achtungserfolg landete, da sich dieses "neue Format" wirklich verkaufte! Das war 1933. Bald begründete M.C.Gaines einen Verlag für eigene "erzieherische" Comics und hatte damit ebenfalls großen Erfolg. Sein Sohn William trat schnell in seine Fußstapfen und orientierte sich in Richtung unterhaltende Comics. Es gelang ihm schnell, eine Riege hochklassiger Zeichner um sich zu versammeln und er lancierte 1947 die Serie: "Crime Patrol" in deren 15. Folge (das war 1949) erstmals der Cryptkeeper auftauchte. Er kam bei den Lesern hervorragend an und erhielt 1950 seine eigene Serie: "The Crypt of Terror". Die vierte Ausgabe erhielt dann den Namen, unter dem man die Serie noch heute kennt: "Tales from the Crypt".

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Kurz darauf testete Gaines auch die Figur des Vault-Keepers in der Reihe "War against Crime". Auch diese Figur kam hervorragend an und hatte die Serie "Vault of Horror" zur Folge, die wie die "Tales from the Crypt" Vorlagen für die Fernsehserie liefern wird! Gaines startete daraufhin verschiedenste Serien, die im Horror und Fantasybereich angesiedelt waren und landete Erfolg um Erfolg. So: "Haunt of Fear", "Two Fisted Tales", "Crime Suspenstories" usw. (die ebenfalls alle Vorlagen für die Serie liefern werden!). Doch bald gab es extreme Problem: Ein 11jähriger hatte bei einem Überfall eine Frau getötet! Die Schuldigen waren schnell ausgemacht: Es mussten die bösen Horrorcomics und Comics allgemein sein, die die Jugend verdarben. So trat am 26.10.1954 der Comic Code in Kraft und das bedeutete vor allem eines: Zensur! Das war das Aus für den Cryptkeeper, denn freilich bekam man die vor Gore und schrägen Ideen nur so strotzenden Comics niemals durch die Prüfbehörden und die zensierten Varianten hatten jeglichen Zündstoff verloren. Im Februar 1955 hatte der Cryptkeeper seinen letzten "offiziellen" Auftritt und verschwand fortan von der Bildfläche.

1972 versuchte man im Kinobereich an die früheren Erfolge anzuknüpfen und drehte mit "Geschichten aus der Gruft" einen ersten Realfilm, der episodisch angelegt war und von Freddie Francis stammte. Die Fortsetzung "Vault of Horror" von Roy Ward Baker war dann der letzte Versuch, denn Gaines entzog den Produzenten seine Erlaubnis weitere Geschichten zu verfilmen, da seiner Meinung nach die Comics und ihre Geschichten durch diese Filme extrem verfälscht wurden. Auch der Film "L.I.S.A. - der helle Wahnsinn", der sich in seiner Grundidee auf ein "Tales from the Crypt" Comic bezog, verstärkte Gaines in seinem Vorhaben, die Rechte an seinen Geschichten nicht mehr herauszurücken. Dementsprechend lange dauerte es, bis es Joel Silver gelang, Gaines die Rechte an weit über 500 Comicgeschichten "abzuschwatzen" und sie für eine TV Serie zu adaptieren.

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Der Cryptkeeper mit seinen "TV-Vätern". Von links: Donner, Silver, Zemeckis, Hill

Die Geschichten der seit 1989 laufenden Serie funktionieren eigentlich immer nach dem gleichen Schema: Zunächst bekommen die Fans eine nette Kamerafahrt in die Gruft des Cryptkeepers (den man aus dem Wust aus "Moderatoren" der verschiedenen Comicserien als den prominentesten auserkor) geboten, die von Randy Elfmans Score trefflich untermalt wird. Hier treffen wir dann auf den Cryptkeeper, der gerade mit irgend etwas sehr Morbidem beschäftigt ist. Dann holt er ein Buch hervor und lässt einen kurzen verbalen Appetizer vom Stapel, der uns darauf vorbereitet, was uns nun erwarten wird. Es folgt ein knapp 20-23minütiger Kurzfilm, der dann alle möglichen Genres abdecken kann: Thriller, Horror, Western, Detektivgeschichten, Pseudodokumentationen, Trickfilm, Kriegsfilm oder ein Martial Arts Movie. Nichts muss, alles kann. Haben wir die Geschichte durchgestanden und sind nicht vor Angst in unserem Sofa versunken oder haben uns ins Bett geflüchtet, fasst der Cryptkeeper noch einmal die Moral der Geschichte auf seine ganz eigene Weise zusammen und schmeißt uns mit seinem kaputten Lachen aus seinen Gemäuern. Dieses Konzept bewährte sich recht schnell und ließ die Geschichten aus der Gruft zu einem wirklich netten Erfolg für seine Produzenten werden. Dabei hatte man das Ganze zunächst als einen episodischen Kinofilm geplant, ging davon aber recht schnell ab, weil damalige "Konkurrenzprodukte" wie "Katzenauge" oder "Unheimliche Schattenlichter" extrem schlecht in den Kinos liefen. Dennoch werden zum Beispiel die ersten drei Episoden der ersten Staffel in Deutschland zumeist in Form des Filmes "Im Horrorkabinett" präsentiert, was noch heute auf diese angedachten Pläne verweist. Doch dann gelang es den Produzenten den Fernsehsender HBO an Bord zu holen. Dieser Pay TV Sender unterlag und unterliegt keiner Überprüfung durch amerikanische Zensurbehörden, weswegen man auch heiße Eisen wie Sex, Gewalt, Splatter und Drogenkonsum einbauen konnte und damit den idealen Nährboden für diese "strange" Serie hatte!

Diese Freiheit der Serie und der überbordende Wille zur politischen Unkorrektheit drang vielen Menschen zu Ohren und so gelang es schnell eine unglaubliche Menge an damaligen Talenten und Altmeistern vor und hinter der Kamera zu versammeln. Jan deBont arbeitete als Kameramann, Michael Kamen, Ry Cooder, James Horner und Alan Silvestri schrieben die Musik. Das Hauptthema kam vom Meister der schrägen Töne himself: Danny Elfman (Tim Burton Stammkomponist). Auch die Drehbücher kamen von echten Könnern: Walter Hill, Brian Helgeland (Payback) und Andrew Kevin Walker (Sieben und 8 MM) sprechen dabei eine deutliche Sprache. Und auch die Regisseure sind nur vom Feinsten: Richard Donner (Lethal Weapon), Walter Hill (Nur 48 Stunden), Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft), Mary Lambert (Friedhof der Kuscheltiere), Tom Holland (Hellraiser II), Stephen Hopkins (Predator II), Tobe Hooper (Poltergeist), Russell Mulcahy (Highlander) oder die Regiedebütanten Tom Hanks, Arnold Schwarzenegger und Michael J. Fox! Darstellerisch wird hier ebenfalls alles aufgefahren, was damals Rang und Namen hatte: Tom Hanks, Arnold Schwarzenegger, Mark Dacascos, Larry Drake, Michael J. Fox, Patricia Arquette, Steve Buscemi, M. Emmet Walsh, Kirk Douglas, Humphrey Bogart!!!!, Lance Henriksen, Michael Ironside, Andrew McCarthy, Tim Curry, Whoopie Goldberg, John Rhys-Davis, James Remar, Malcom McDowell, Tim Roth, Dan Ayckroyd, Tia Carrere, Joe Pesci und und und ... die Liste wäre fast endlos fortzusetzen.

Dennoch bürgen große Namen nicht immer für Qualität. So auch hier. Denn auch bei den "Geschichten aus der Gruft" gibt es - wie immer bei derartigen Serien, die aus komplett abgeschlossenen, eigenständigen Episoden bestehen - Folgen aller Couleur: manche wollen einfach nicht funktionieren, andere sind durchschnittlich und wieder andere rocken einfach alles in Grund und Boden. Die absoluten Highlights entstanden in der Phase um Staffel 3 und 4, während die vorherigen und nachfolgenden Staffeln recht durchwachsen ausfielen. Richtig schlecht war allerdings nur die 7 Staffel, die irgendwie nicht funktionieren wollte, recht billig wirkte und stark von dem Starauftrieb wegging, der die vorhergehenden Staffeln auszeichnete.

Das absolute Highlight der Serie stellt Folge 80 und damit die Abschlussepisode der 6. Staffel dar. Diese stammt von Robert Zemeckis, der diese Episode komplett aus First Person Sicht inszenierte und sie als Hommage an die schwarze Serie und diverse Hardboiled Detektivgeschichten des klassischen Hollywoods anlegte. Eigens hierfür erweckte er mit aufwändigen Special Effects Humphrey Bogart zum Leben, der hier die Hauptfigur gibt und den man freilich nur dann sieht, wenn die Kamera in Spiegel usw. blickt. Abgerundet wird dieses Ereignis von dem Auftritt Isabella Rossellinis, die sich hier quasi posthum dafür rächen darf, dass Bogart einst ihre Mutter (die große Ingrid Bergman) in Casablanca sitzen ließ! Diese Episode namens "Tote leben länger" (You, Murderer) ist eine wahre Sternstunde des Pantoffelkinos und wird eigentlich überall als unumstrittenes Highlight der Serie anerkannt. Die Serie selbst gestaltet sich zumindest meistens als sehr unterhaltsames, schwarzhumoriges Betthupferl mit grandios politisch unkorrekten Storys und Hauptfiguren.

Episodenführer:

Kinofilme:
Ritter der Dämonen
Bordello of Blood
Das Ritual - als Element der Serie NICHT zu erkennen, da der Film bei Testvorführungen so schlecht ankam, dass man alles herausschnitt, was ihn irgendwie zu einem Teil der Tales from the Crypt gemacht hätte!

Ableger:
Tales from the Cryptkeeper (1993) kindgerechte! Animationsserie
Secrets of the Cryptkeeper's Haunted House - eine Kindergameshow!!
Perversions of Science (1997) setzte auf Science-Fiction-Inhalte, verschwand aber schnell von der Bildfläche.

Season 1
The Man who was Dead
And all through the House
Dig that Cat ... He's real gone
Only Sin Deep
Lover Come Hack to Me
Collection Completed

Season 2
Dead Right
The Switch - Das Tauschgeschäft
Cutting Cards - Spielerehre
'Til Death
Three's a Crowd
The Thing from the Grave
The Sacrifice
For Cryin' Out Loud
Four-Sided Triangle
The Ventriloquist's Dummy - Die Bauchrednerpuppe
Judy, You're Not Yourself Today
Fitting Punishment
Korman's Kalamity
Lower Berth
Mute Witness to Murder
Television Terror
My Brother's Keeper
The Secret

Season 3
The Trap
Loved to Death
Carrion Death
Abra Cadaver
Top Billing
Dead Wait
The Reluctant Vampire
Easel Kill Ya
Undertaking Palor
Mournin' Mess
Split Second - Aus eins mach zwei
Deadline - Nur die Story zählt
Spoiled
Yellow

Season 4
None But the Lonely Heart
This'll Kill Ya
On a Dead Man's Chest
Seance
Beauty Rest
What's Cookin'
The New Arrival - Der Nachfolger
Showdown
King of the Road
Maniac at Large
Split Personality - Doppelt genäht hält besser
Strung Along
Werewolf Concerto
Curiosity Killed

Season 5
Death of Some Salesmen
As Ye Sow
Forever Ambergris
Food for Thought
People who live in Brass Hearses - Zwischen Müll und Leichenwagen
Two for the Show
Well Cooked Hams
Creep Course
Came the Dawn
Oil's Well That Ends Well
Half-Way Horrible
Till Death Do We Part

Season 6
Let the Punishment fit the Crime - Hart aber gerecht
Only Skin Deep
Whirlpool
Operation Friendship
Revenge Is the Nuts
The Bribe
Der Todeskäfig - The Pit
The Assassin
Staired in Horror
In the Groove
Surprise Party
Doctor of Horror
Comes the Dawn
99 & 44/100 Pure Horror
You, Murderer

Season 7
Fatal Caper
Last Respects
A Slight Case of Murder
Escape
Horror in the Night - Armer Nick
Cold War
The Kidnapper
Report from the Grave
Smoke Wrings
About Face
Confession
Ear Today... Gone Tomorrow
The Third Pig
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The Man who was Dead

Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:21

The Man who was Dead

Herstellungsjahr: 1989
Darsteller: William Sadler, J.W.Smith, Gerrit Graham, Roy Brocksmith
Regie: Walter Hill

Niles Talbot ist Angestellter eines Gefängnisses, genauer gesagt, er ist der Henker und er geht seinem Job mit zynischer Gelassenheit nach. Dabei ist ihm egal, ob er nun den Hebel umlegen oder sich das Geschrei und Gejammer der Verurteilten anhören muss. Wirklich berühren tut ihn dahingehend nichts. Doch dann wird auf einmal die Todesstrafe in dem Staat abgeschafft und Niles ist arbeitslos! Das gefällt Niles gar nicht. Als er dann auch noch mitbekommt, was im Zuge der Liberalisierung des Strafwesens für Typen freikommen, beschließt er, seine nun reichlich vorhandene Freizeit zu nutzen, um diverse Verbrecher zu richten ...

Walter Hill inszeniert die erste Folge der "Tales from the Crypt" fast wie eine Art Dokumentation. Mehrfach darf sich Niles unreflektiert an das Publikum wenden und seine kaputte Sicht der Dinge mit allem Ernst aussprechen. Dabei ist Niles kein Unsympath, weshalb man schnell geneigt ist, ihm seine Taten zu verzeihen, obwohl er schon eine recht kranke Form der Selbstjustiz betreibt. Dabei gibt Walter Hill die Marschrichtung der Serie vor: Sex, Gewalt, Crime, düstere, kaputte Charaktere und zynischer, sardonischer, teils pechschwarzer Humor eingebettet in wirklich gelungene Dialoge. All das bekommt man hier konzentriert auf 25 Minuten und es funktioniert auch aufgrund William Sadlers toller Performance als Henker ohne Gewissensbisse hervorragend. Ein zweimal mutet das Gelaber von Niles zwar ein wenig zu selbstgefällig an, dennoch hat man von Anfang bis Ende Spaß an dem Piloten zur Serie.
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:21

And all through the House

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Herstellungsjahr: 1989
Darsteller: Mary Ellen Trainor, Larry Drake, Marshall Bell, Lindsey Whitney Barry
Regie: Robert Zemeckis

Eine Frau rammt eines Abends ihrem Mann einen Schürhaken in den Kopf. Er hat halt einfach genervt. Bei der Beseitigung seines Leichnams wird sie plötzlich von einem als Nikolaus verkleideten Irren attackiert! Dieser ist aus einem Irrenhaus ausgebrochen und metzelt sich nun munter durch die kleine Stadt. Dummerweise kann die Frau die Cops nicht rufen, müsste sie doch sonst den toten Ehemann in ihrem schneebedeckten Vorgarten erklären. Dann gelingt es ihr, den Nikolauskiller k.o. zu schlagen und ihr kommt eine Idee: Einfach dem ungeliebten Ehemann in den Kopf gehackt und schon ist der Nikolausirre der Killer ... Dumm nur, dass dieser mittlerweile wieder erwacht ist! Noch dümmer: er klettert zum Fenster der ungeschützten Tochter ...

Robert Zemeckis lieferte mit seinen Beiträgen unbestritten die Highlights der Serie ab. Seine Folge mit Humphrey Bogart ist - wie bereits erwähnt - eine Sternstunde der Fernsehunterhaltung und seine Episode aus dem Ersten Weltkrieg, namens "Yellow", ist ebenfalls ein kleines Meisterwerk. Auch mit der brüllkomischen Folge um den Nikolauskiller, der einer ehemannmordenden Hausfrau in die Quere kommt, ist ihm eine echte Überepisode gelungen. Seien es die gewohnt brillanten Kamerafahrten und -einstellungen, die mit Verve vorgetragene Story, der aberwitzige Humor, der herrlich kaputte Larry Drake als Nikolaus oder der spitzen Score von Zemeckis Hauskomponist Alan Silvestri ... an dieser temporeich überdrehten Episode stimmt einfach alles!
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:22

Dig that Cat ... He's real gone

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Herstellungsjahr: 1989
Darsteller: Joe Pantoliano, Kathleen York, Gustav Vinas
Regie: Richard Donner

Ulric ist ein Gaukler eines fahrenden Zirkus. Abend für Abend unterhält er die Zuschauer mit unglaublichen Zaubertricks, bei denen er stirbt! Dennoch kehrt er immer wieder ins Leben zurück! Dies kann er, seit er einem seltsamen Doktor begegnete, der ihm die Drüse einer Katze ins Hirn verpflanzte, die dafür verantwortlich zeichnet, dass Ulric einer Katze gleich neun Leben hat. So stirbt Ulric wieder und wieder ... doch was ist, wenn er sich irgendwann verzählt hat?

Richard Donner bebildert bei seinem ersten Beitrag zu den "Tales from the Crypt" die Sage/den Irrglaube um die Katze, die angeblich neun Leben hat. Dies überträgt er recht eindrucksvoll auf einen Menschen ... inklusive Mad Scientist Einlage. Das Ganze funktioniert ganz gut, wird mit viel Spaß vorgetragen und hat auch ordentlichen Humor am Start. Doch auch wenn Joe Pantoliano mehrmals ins Gras beißen darf und die Idee ganz reizvoll anmutet, ist die Episode im Großen und Ganzen maximal durchschnittlich geraten. Allgemein hatte Donner bei dieser Serie kein allzu glückliches Händchen, ließ er doch zumeist auch das Horrorelement zu sehr außen vor, was sich immer zu Ungunsten der Spannung auswirkte. So auch hier ... Auch die überkandidelten Zirkusauftritte nerven in ihrer hektischen und lauten Inszenierung. Einzig die Schlusspointe macht wirklich Spaß und das ist zu wenig ...
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:23

The Switch - Das Tauschgeschäft

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Herstellungsjahr: 1990
Darsteller: Kelly Preston, William Hickey, Rick Rossovich, Roy Brocksmith
Regie: Arnold Schwarzenegger

Charlton Webster - ein alter, stinkreicher Knacker - hat sich verliebt. In Linda, eine deutlich jüngere Frau, die sein Werben allerdings ablehnt, da er schlicht und ergreifend zu alt ist. Sein wichtigstes positives Merkmal, sein Geld, verschweigt er ihr aber, da er nicht will, dass sie ihn nur des Geldes wegen liebt. Also beschließt Charlton etwas zu tun, um jünger zu erscheinen. Plastische Chirurgie hätte allerdings niemals den Effekt, den er sich wünscht. Also wendet er sich an einen absonderlichen Arzt, der Charlton das Gesicht eines dreißigjährigen Mannes aufsetzt ... Leider hat die Operation nicht den erwünschten Effekt, denn Linda kann sich einfach keinen Mann als Liebhaber vorstellen, der vom Körper her wie 70, vom Gesicht her aber wie ein Dreißigjähriger aussieht! Also lässt sich Charlton auch einen neuen Rumpf verpassen! Doch Linda hat immer noch etwas an ihm auszusetzen. Immerhin hat Charlton vergessen, seine Beine generalüberholen zu lassen. Für die letzte Operation verschwendet er dann seinen letzten Pfennig ... wird Linda ihn diesmal erhören?

Arnie lieferte mit dieser Episode nicht nur sein Regiedebüt ab, sondern bestreitet auch einen Auftritt in dem alles umklammernden Cryptkeeperauftritt, in dem er dem verwesten und ewig lamentierenden Laberskelett schon mal ein paar Trainingseinheiten empfiehlt: "Willst du den Rest deines Lebens als Klappergestell dahinvegetieren?" Dieser kleine Auftritt macht auch wahrlich Spaß. Das Regiedebüt von Arnie huldigt freilich - wie könnte es auch anders sein - dem Körperkult, dem er selber so verfallen zu sein scheint. Dabei schuf er eine ironische Abrechnung mit ebenjenem und hat eine wirklich witzige, wenn auch nicht gänzlich unvorhersehbare Schlusspointe an Bord, die in ihrer Aussage dann auch das Giftigste an der ganzen Geschichte ist: Immerhin ist Geld hier alles .... Die Inszenierung ist sehr gediegen und langsam und hat einige groteske Höhepunkte bei den Operationen, die ein wenig Mad Scientist Touch durchblicken lassen. Allerdings gibt es in der ganzen Episode keine Splattereinlagen und auch der schwarze Humor der Serie weicht eben einem eher feineren, ironischen Grundton. Die Darsteller agieren dabei allesamt sehr passend und gefallen in ihren Rollen Was bleibt ist eine Geschichte, die ein wenig zu brav für die "Geschichten aus der Gruft" anmutet und eher schlitzohrig denn schwarzhumorig daherkommt ...
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:23

Cutting Cards - Spielerehre

Herstellungsjahr: 1990
Darsteller: Lance Henriksen, Kevin Tighe
Regie: Walter Hill

Reno kommt von einer einjährigen Spieltour aus Las Vegas in seine Heimatstadt zurück. Hier kehrt er sofort in sein Stammcasino ein, wo seit einiger Zeit ein Spieler, namens Sam, als absolut unschlagbarer Hot Shot gilt. Bei seiner Spielerehre gepackt, schlägt Reno Sam ein ganz besonderes Spiel vor: Schnippelpoker ... Wer verliert, verliert ein Körperteil ...

Walter Hill übersetzt eines seiner Lieblingsthemen auf die Spielerwelt. Es geht um ein archaisches, auf das Wesentlichste reduziertes Duell zwischen zwei Männern, wie Hill es beispielsweise in "Ausgelöscht" so trefflich transportierte. Hier beginnt er mit simplem Würfeln, geht über Russisches Roulett hin zu dem Schnippelpoker und garniert das Ganze mit wirklich witzigen Dialogen und Situationen. Dabei liefern Lance Henriksen und Kevin Tighe (aktuell in "Lost" zu sehen und einer der "Men of War" in dem gleichnamigen Lundgren Kracher) eine wahrhaft köstliche Performance ab, die beständig zwischen purer Poserei und grenzenloser Angst hin und her schwankt und zunehmend ins Wahnsinnige abdriftet. Vor allem Lances irres Augenrollen und Geschrei macht so richtig Spaß. Im Schnippelpokerduell schlägt der schwarze Humor dann förmlich Purzelbäume, da sich die beiden Konkurrenten auch verbal nichts schenken. Die Schlusspointe rundet den Spaß dann trefflich ab. Tolle Episode ...
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Zuletzt geändert von freeman am 13.10.2006, 00:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:24

The Ventriloquist's Dummy - Die Bauchrednerpuppe

Herstellungsjahr: 1990
Darsteller: Don Rickles, Bobcat Goldthwait, Shelley Taylor Morgan, Steve Susskind
Regie: Richard Donner

Billy genießt mit seinen Eltern einen Auftritt des Bauchredners Mr. Ingles, der sein Publikum wahrlich zu begeistern weiß. Billy ist sofort fasziniert von Ingles Können und wünscht sich nichts sehnlicher, als die Kunst des Bauchredens so perfekt zu beherrschen wie Mr. Ingles. Jahre später hat er die ersten Schritte erlernt und beschließt zu Mr. Ingles zu reisen, um sich von ihm die letzten Kniffe erklären zu lassen. Doch Mr. Ingles umgibt ein gar schreckliches Geheimnis ...

Richard Donner inszeniert seine Loserballade mit ruhiger Hand und ohne große Hektik nach einem Drehbuch von Frank Darabont (mittlerweile selbst großer Kinomagier dank Filmen wie The Green Mile) und lässt sich verdammt lange Zeit in etwas horrorlastigere Gefilde vorzudringen. Mit dem ersten Mord legt er dann allerdings auch gleich die Karten offen auf den Tisch und hat so extreme Probleme auch nur ansatzweise Spannung aufzubauen. So plätschert das Geschehen behäbig, ja langweilig, vor sich hin. Auch nerven die Darsteller mit überzogenem Getue. Insbesondere Bob Goldthwait, den man als grenzdebilen Vollidioten aus den Fortsetzungen der Original "Police Academy" kennt, ist eine echte Zumutung. Zumindest ist der Showdown wirklich witzig und hübsch splattrig geraten. Das war es dann auch schon ....
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:25

Split Second - Aus eins mach zwei

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Herstellungsjahr: 1991
Darsteller: Brion James, Michelle Johnson, Billy Wirth,
Regie: Russell Mulcahy

Steve Dixon, Chef eines Holzfällercamps, rettet eine heiße Kellnerin, namens Liz, vor allzu anzüglichen Gästen. Kurz darauf macht er ihr einen Heiratsantrag. Für die Kellnerin beginnt nun scheinbar ein Leben in Saus und Braus, denn Dixon hat ordentlich Schotter auf der hohen Kante. Dummerweise ist Steve rasend eifersüchtig. Dafür gibt es zunächst gar keinen wirklichen Grund, doch dann taucht Ted Morgan in dem Camp auf. Keinen Augenblick später hat die lebende Männerfalle Liz den gut gebauten Kerl am Haken. Ein Schäferstündchen bezahlt Ted mit seinem Augenlicht! Doch die Kollegen von Ted verschaffen ihm eine verdiente Rache ...

Russell Mulcahy macht sich ganz offensichtlich einen Spaß daraus, mit "Split Second" die gängigen Softpornos dieser Welt zu persiflieren. Seine wunderschön bemoppte Hauptdarstellerin Michelle Johnson sondert als immergeile Liz eine hohle Phrase nach der anderen ab, die sich nur um Dominanz und Sex drehen. Billy Wirth, der niemals aus dem B-Sumpf herauskam, wird wie ein männliches Pin Up inszeniert: Weichgezeichnet gleitet zum Beispiel einmal die Kamera an seinem schweißverschmierten Körper herunter. Obendrein darf er auch noch den Naivling geben und unglaublich viel Dünnes absondern. Eine Eifersuchtskiste wird auch noch eingebaut und bietet Brion James eine herrliche Möglichkeit vollkommen überzogen vom Leder zu ziehen und wie besessen mit den Augen zu rollen. Hier kommt dann auch der Bruch hinsichtlich der Softpornohommage, denn hier endet nichts in einem wildverschlungenen Dreier, sondern Mulcahy ergeht sich in einem blutigen Inferno, Kettensäge inklusive. Tja, und was will man(n) mehr?
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:26

Deadline - Nur die Story zählt

Herstellungsland: 1991
Darsteller: Richard Jordan, Marg Helgenberger, Jon Polito, John Capodice
Regie: Walter Hill

Charles McKenzie ist ein abgehalfterter Reporter einer Zeitung, der seine besten Zeiten wahrlich hinter sich hat. Auf einer seiner Sauftouren lernt er Vicki kennen und verfällt ihr sofort. Sie schafft es auch alte Lebensgeister in ihm zu wecken und er versucht sich aus seinem Tief herauszulavieren. Allerdings stellen sich seine ehemaligen Quellen aufgrund seiner Vergangenheit ziemlich quer. Und das kommt Charles nicht sehr gelegen, denn er soll seinem Chef eine "Mordsstory" liefern ... dummerweise scheinen gerade alle Mörder Ferien zu machen ...

Walter Hill inszeniert die typische Loserballade sehr langsam und bedächtig, ohne dabei wirklich zum Punkt zu kommen. Charles wird vom versoffenen Loch zum Antialkoholiker, poppt eine Frau, sucht einen Job, erhofft sich den großen Erfolg und verliert schnell wieder seinen neu gewonnenen Mut. Das dümpelt arg belanglos und spannungsfrei vor sich hin, glücklicherweise kommt aber der erhoffte Twist wie immer kurz vor Schluss und ist megafies! Allerdings kann er die Folge nicht wirklich vor dem Durchschnitt retten. Zumal auch Walter Hill diesmal überdeutlich hinter den Serienkonventionen verschwindet. Dennoch ist vor allem Richard Jordan als Typ, der am Boden lag, wieder aufstand und wieder am Boden landet, brillant. Dagegen kommt in dieser Folge niemand an, auch nicht die CSI Ermittlerin Marg Helgenberger, die zumindest mal ihre Möppse ins Bild hält. Durchschnitt ... also nicht die Möppse, aber die Episode ;-)
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:27

The New Arrival - Der Nachfolger

Herstellungsjahr: 1992
Darsteller: David Warner, Joan Severance, Zelda Rubinstein, Robert Patrick
Regie Peter Medak

Der arrogante, zynische und komplett weltfremd anmutende Kinderpsychologe Alan Goetz arbeitet als Telefonseelsorger bei einem Radiosender. Dummerweise sinken die Einschaltquoten seiner Show beträchtlich und ein Nachfolger für ihn steht auch schon in den Startlöchern: Lothar, der am liebsten über Sex schwadroniert - von hinten, von vorn, extraterrestrisch - egal! Alan weiß, dass sein letztes Stündchen geschlagen hat und er beschließt, einen letzten, rettenden Strohhalm zu ergreifen. Fast täglich bombardiert ihn nämlich eine Frau namens Nora mit Horrorgeschichten in Bezug auf ihr Kind Felicity. Also beschließt Alan eine Radioshow vor Ort durchzuführen, erhofft er sich doch so ein sprunghaftes Ansteigen seiner Quoten. Dummerweise entpuppt sich das Zuhause von Felicity und Nora als komplettes Horrorhaus, in dem Zeit und Raum aufgehoben scheinen. Und schnell wird klar, dass wohl kaum jemand dieses Haus lebend verlassen wird ...

David Warner ist als arroganter Zynikerarsch absolut passend besetzt und es macht Spaß zuzuschauen, wie dem Ignoranten seine Selbstverliebtheit allmählich um die Ohren gehauen wird. Am Ende hilft ihm nicht einmal sein Lieblingsmantra gegenüber Kindern - IGNORIEREN - weiter und er findet sich letztendlich in prominenter Gesellschaft wieder. David Warner überzeugt in dieser Rolle zu jeder Sekunde, kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass alles an "Der Nachfolger" ziemlich durchschnittlich geraten ist. Die Schlusspointe funktioniert nicht richtig, der Verlauf der Handlung hat ein paar echte Tempounstimmigkeiten und auch splattertechnisch ist in dieser Episode nichts los. Dafür ist zumindest auch die restliche Besetzung ganz ordentlich geworden. Zelda Rubinstein gibt Nora und dürfte allen als Medium aus Poltergeist ein Begriff sein. Joan Severance kennen echte Männer aus ihrem Playboyauftritt anno dazumal und diversen schlechten B- und C-Movies. Am bekanntesten dürfte ihr kurzer Auftritt in "Ein Vogel auf dem Drahtseil" sein, in dem sie Mel Gibson eine Ladung Schrot aus dem Popser puhlt. Der immergeile Lothar, und damit der Nachfolger von Goetz, wird von Robert Patrick mit viel Hang zur Übertreibung angelegt. Das Outfit, bestehend aus Sonnenbrille (im dunklen Radiostudio!) und Rockerklamotten, macht seine Figur dann vollkommen zu einem Over the Edge Charakter. Leider ist er nur kurz zu sehen. Optisch bekommt man hier einen Eindruck für die Detailverliebtheit der Tales from the Crypt Macher. Insbesondere das Horrorhaus ist liebevoll ausgestattet und pendelt zwischen überkandidelten Kitsch und minimalistischen Horrorszenarien hin und her. Peter Medak (Regisseur hinter "Romeo is bleeding" und "Species II") erkennt man hier leider nirgends wieder. Hier eine nette Kamerafahrt, da ein schneller Schwenk, mehr gibt es nicht zu verzeichnen. Wirklich gelungen ist eigentlich nur die Musik von Michael Kamen. Es bleibt eine schauspielerisch nette, ansonsten in allen Belangen allerhöchstens durchschnittliche Episode
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:27

Split Personality - Doppelt genäht hält besser

Herstellungsjahr: 1992
Darsteller: Joe Pesci, Jaqueline Alexandra, Kristen Amber, Burt Young, Joe Pantoliano
Regie: Joel Silver

Don ist ein Gelegenheitsspieler und er hat sich gerade gewaltig mit seinem Einsatz vertan, als ein Mann an seinem Spieltisch vorbeikommt und ihm rät, weiterzuspielen, weil er garantiert gewinnen werde. Don zögert zwar ein wenig, lässt es aber dann darauf ankommen und ... gewinnt! Überglücklich will er dem Tippgeber Vic an dem Gewinn teilhaben lassen, doch dieser sträubt sich. Don solle lieber in eine Geldanlage investieren, die er ihm vermitteln könne. Der gutgläubige Don willigt ein und Vic macht den großen Reibach. Ist er doch bei weitem nicht der, der er vorgibt zu sein. Er ist ein Betrüger, der in seiner Habgier keine Grenzen kennt! Bei seinem nächsten Job gerät er an zwei reiche Zwillinge und er will freilich beides: Das Geld und die beiden heißen Bräute. Zu seinem Glück teilen beide immer ALLES ... mit allen erdenklichen - für Vic recht nachteiligen - Konsequenzen!

Stammproduzent Joel Silver, der sich eher "selten" auf für ihn ungewohntes Terrain abseits seiner Produzententätigkeit begibt, versammelte für seinen Regie-Beitrag "Split Personality" Talent ohne Ende hinter der Kamera. Stuart Baird (Regisseur des Seagal/Russel Krachers "Einsame Entscheidung" und Stammcutter bei diversen Silverproduktionen) besorgte die Montage der von Jan deBont edel abfotografierten Bilder. Fred Dekker (Regie bei "Robocop 3") besorgte das Drehbuch und Michel Kamen lancierte einen gelungenen Soundtrack aus 40er und 50er Jahre Hits. Die Handlung selber entfaltet sich hübsch schlitzohrig, was auch und vor allem an dem super aufspielenden Joe Pesci liegt, der - wie immer - auch ordentlich Humor in die Geschichte hineintragen kann. Die Pointe sitzt dann auf den Punkt und ist ein logischer Schluss aus den sich beständig durch die Folge ziehenden Anspielungen in Bezug auf das Teilen, das doppelt Vorhandensein oder des beides besitzen Wollens. Auch die blutig bizarre Umsetzung des Ganzen funktioniert dank gelungener Make Up Effekte hervorragend. Das Ergebnis ist eine schlitzohrige Episode mit einem genialen Joe Pesci und einer feinen Schlusspointe.
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:28

People who live in Brass Hearses - Zwischen Müll und Leichenwagen

Herstellungsjahr: 1993
Darsteller: Bill Paxton, Brad Dourif, Lainie Kazan, Michael Lerner
Regie: Russell Mulcahy

Die Brüder Billy und Virgil, der eine asozial und der andere debil, schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Billy ist gerade aus dem Knast raus und begeht mit seinem zurückgebliebenen Bruder einen Raubüberfall, um an die dringend benötige Kohle zu kommen. Als Objekt der Begierde wurde ein Lager für Speiseeis auserkoren, doch dummerweise geht dieser Coup vollkommen schief. Also schwenkt man um auf einen Eiswagen, dessen Fahrer Burt Billy einst verpfiffen und hinter schwedische Gardinen gebracht hat. Dummerweise hat Burt ein Geheimnis, das den Brüdern zum Verhängnis werden soll ...

Bill Paxton als Ekel von einem Menschen namens Billy und Brad Dourif als sein debiler Bruder sind absolut ideal besetzt. Paxton wirft ohne Ende mit Prollmanierismen um sich und Dourif zieht wie gewohnt vom Leder ... Das ist zwar alles ein wenig arg over the Top funktioniert hier aber mehr als ordentlich, da die Folge eh sehr grotesk angelegt wurde. Dies wird schon durch die Musik Brad Fidels (Terminator) und die energiegeladene Fotografie von Rick Bota (Regisseur der Teile Hellseeker, Deader und Hellworld des Hellraiserfranchises) überdeutlich. Schnelle Schwenks, interessante Perspektiven und ein verhältnismäßig schneller Schnitt zeugen von der Werbeclipvergangenheit des hinter allem stehenden Russel Mulcahy, der seine Geschichte mit jeder Minute mehr abdrehen lässt und auch verhältnismäßig saftig zu Werke geht, was die Effekte angeht: Fleischerhaken in den Kopf, weggeschossene Gesichtshälften, ein abgeschossenes Bein und ein dreifacher Brudermord (Drei? Ja, Drei ;-) ) sind wahrlich nicht ohne! Der "Schlusskniff" macht ebenfalls eine Heidengaudi und rundet eine wirklich gelungene Episode trefflich ab.
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:28

Let the Punishment fit the Crime - Hart aber gerecht

Herstellungsjahr: 1994
Darsteller: Catherine O'Hara, Peter MacNicol, Wesley Mann, Joseph Maher, Kevin Cooney
Regie: Russell Mulcahy

Eine ehrgeizige Anwältin wird in einem Kaff namens Stueksville verhaftet, weil ihr Autokennzeichen angeblich nicht den Vorschriften entspräche. Schnell muss sie erkennen, dass man es in dieser Stadt ganz besonders genau nimmt mit den Vorschriften. Ganz allmählich verheddert sich die Anwältin immer mehr im Paragraphendschungel, der die Stadt mit eiserner Hand umschließt ...

Die Besetzung mit Catherine O' Hara (Kevin allein zu Haus) und Peter MacNicol (Ally McBeal) gibt bereits die Marschrichtung dieser Folge vor. Es geht überspannt witzig zu - mit leichtem Hang ins Groteske. Dabei spielen die beiden Hauptdarsteller mit viel Verve und erwecken so die Geschichte der von Gerichtssaal zu Gerichtssaal hetzenden Anwältin zum Leben. Die Story wird dabei zunehmend abstruser und überzogener, hat aber nur wenige horrorhafte Minuten, präsentiert dann aber hübsch gorige Einlagen. Mulcahy passt sich der Story weitgehend an, beginnt quasi mit "normaler" Optik, um mit zunehmender Laufzeit immer schrägere und abgefahrenere Perspektiven und optische Spielereien inklusive schräger Ausstattung aufzufahren. Das Ergebnis ist eine wundervoll überspannte Gruselmoritat, die versucht eine zynische Figur eines Besseren zu belehren. Leider ist die Schlusspointe nicht SOOOOOOOO gelungen.
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:29

Der Todeskäfig - The Pit

Herstellungsjahr: 1994
Darsteller: Mark Dacsascos, Wayne Newton, Stoney Jackson, Debbie Dunning, Marjean Holden
Regie: John Harrison

Felix Johnson und Aaron Scott sind die Kämpfer in einer neuen Kampfsportliga, die durchaus auch Waffen erlaubt. Der letzte Fight zwischen beiden wurde unentschieden gewertet, was die beiden nicht weiter zu stören scheint, aber ihre fotzenbissigen, verabscheuungswürdigenden Ehefrauen können diesen Schwebezustand nicht ertragen. Sie wollen eine Entscheidung, wer nun der Bessere ist. Freilich nur, weil ihnen dadurch diverse Vorteile entstehen wie: mehr Medienaufmerksamkeit, Geld und Posermöglichkeiten ohne Ende. So treiben sie ihre beiden Männer in ein entscheidendes Deathmatch! Doch die beiden Männer drehen den Spieß um ...

Der Zickenkrieg zwischen den beiden Weibern wird hier konsequent immer mehr auf die Spitze getrieben. Beide Darstellerinnen dürfen nach Herzenslust Gift versprühen und Scheiße labern, zur Unterhaltung trägt das allerdings nicht SOOOOVIEL bei, da das Frauenfernduell ziemlich nervt. Dagegen machen die beiden männlichen Darsteller Stoney Jackson und Mark Dacascos deutlich mehr Spaß, da sie sich nach Strich und Faden runterbuttern lassen dürfen und das auf ziemlich witzige Weise auch zulassen. Kampfsporttechnisch wirbelt Mark Dacascos in zwei Szenen wie ein wahrer Derwisch und zeigt Akrobatik und Kickboxen vom Feinsten. Dabei findet Kameramann Rick Bota einige wirklich druckvoll brutale Bilder, die die Fights sehr wuchtig erscheinen lassen. Schade, dass sich Bota als Regisseur bisher nur im Horrorgenre austoben durfte und nicht mal einen Martial Arts Kracher alter Schule inszenierte. Die Story beschränkt sich auf das Zickenduell und hat ansonsten eigentlich nicht viel zu bieten. Die Schlusspointe ist ebenfalls schon meilenweit vorherzusehen. Die einzige Überraschung ist, dass hier die "Guten" wirklich mal heil davon kommen und nicht wie die "Bösen" über die Klinge springen, wie es sonst eigentlich zumeist Usus ist bei den "Tales from the Crypt". Damit ist diese Folge vor allem für Dacascos Komplettisten interessant, in Bezug auf das Gesamtkonzept "Geschichten aus der Gruft" allerdings eher ein Schuss in den Ofen.
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Beitrag von freeman » 13.10.2006, 00:29

Horror in the Night - Armer Nick

Herstellungsjahr: 1995
Darsteller: Elizabeth McGovern, James Wilby, Ronan Vibert, Edward Tudor Pole, Peter Guiness
Regie: Russell Mulcahy

Nick soll für ein Gangstersyndikat einen Juwelier überfallen. Der Coup gelingt, doch direkt im Anschluss an den Bruch schießt ihn sein Partner nieder. Allerdings ist sein Partner ein miserabler Schütze. Nick ist nur kurz benommen, erwacht wieder und schießt nun seinerseits seinen Partner über den Haufen. Er schnappt sich die Diamanten und haut ab. Kurz darauf checkt er in einem Hotel ein, in dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint ...

Armer Nick ist eine Episode aus der Zeit, als die Glanzzeiten der "Geschichten aus der Gruft" dem Ende zugingen. Man produzierte die neuen Folgen in London, was einen urbaneren Look zur Folge hatte, allerdings über weite Strecken auch extrem billig wirkte. Der Starauftrieb ging deutlich nach unten (Ewan McGregor ist da schon ein wahres Highlight) und die Geschichten tendierten mehr zu humorigen kleinen Langweilern. Russell Mulcahys Beitrag bildet von diesem Niedergang eine kleine Ausnahme, denn die Story gibt sich herrlich kryptisch. Mit Eintreffen in dem Hotel weiß man eigentlich nicht mehr, was Traum und was Realität ist und die Spannung geht konsequent nach oben. Mulcahy inszeniert geradezu wahnhaft und mit einem ausgefuchsten Spiel aus Licht und Schatten, was das Seine zur Verunsicherung der Figur und des Zuschauers beiträgt. Obendrein fließt das Blut in Strömen und gehen effektvolle Bilder mit verstörender Musik schöne Kombinationen ein. Dabei verkommen die Darsteller schnell zur Nebensache, wobei sich James Wilby absolut achtbar aus der Affäre zieht. Die nicht unbekannte Elizabeth McGovern ist als Femme Fatale dagegen komplett fehlbesetzt und einer der wenigen Misstöne dieser ansonsten wirklich ordentlichen, fast schon surrealistischen Spätfolge ...
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