Filmtagebuch: Vince
Moderator: SFI
Eraserhead

Endlich mal DEN Archetypen aller Lynchs gesichtet.
Es ist ein Film, der von der Attitüde her Filmstudentenflair haben könnte, aber nicht wirklich hat. Im Vergleich mit späteren Werken arbeitet David Lynch hier allerdings deutlich exploitativer, was ihn mit einem anderen David verbindet (dem Cronenberg nämlich). Das mutierte Baby erzeugt körperlichen Ekel und provoziert teilweise Schocks, vereint in seiner Alptraumgestalt aber auch den Bezug zur Realität, der Lynchs Filme erst so grausig erscheinen lässt. Das Motiv des Filmes ist ein ganz einfaches, es geht bloß um die Flucht eines Familienvaters aus dem Käfig der Industrialisierung und seiner familiären Fesseln. Diese Motive symbolisiert Lynch aber mit ungeheurem Einfallsreichtum.
Unvergesslich bleibt die merkwürdige Himmelsvertreterin mit ihren geschwollenen Pausbacken, ihren vertraulichen Rehaugen und dem lieblichen "In Heaven Everything Is Fine"-Gesang. Aber auch das entwaffnende Gesicht von Protagonist Spencer und seinem strubbeligen Haupthaar, mit dem zusammen sich jede Pore auf dem Nacken zu einer Gänsehaut aufrichtet.

Der Dunkle Kristall

Puppentrick-Meisterstück mit einer derart vitalen Tier- und Pflanzenfauna, dass man reale menschliche Akteure nicht eine Sekunde lang vermisst. Die Geschichte bleibt bis zur Unkenntlichkeit im Hintergrund verborgen, dafür fasziniert die Kreativität hinter den Figuren im Zusammenspiel mit den wundervollen Sets, von denen jede einzelne Szene den Klassikerstatus ausruft, ohne dass man es nun mit etwas Bedeutendem zu tun hätte.

Gran Torino

Genau das, was man von Clint Eastwood nach "Mystic River" und "Million Dollar Baby" erwarten konnte. Ein Hinweis darauf, wie vielschichtig die Gesellschaftsstudie und erneute Selbstdemontation in ihrer erzählerischen Schlichtheit geworden ist, bietet das Cover: Unscheinbar das Auto und die Hauptfigur vor schwarzem Hintergrund zeigen, wird nach Ansicht des Filmes ein Kaleidoskop an Erinnerungen wach, Erinnerungen an Gedanken, die sich während dieser hingebungsvollen, ebenso humorvollen wie dramatischen 112 Minuten entwickelt haben.


Endlich mal DEN Archetypen aller Lynchs gesichtet.
Es ist ein Film, der von der Attitüde her Filmstudentenflair haben könnte, aber nicht wirklich hat. Im Vergleich mit späteren Werken arbeitet David Lynch hier allerdings deutlich exploitativer, was ihn mit einem anderen David verbindet (dem Cronenberg nämlich). Das mutierte Baby erzeugt körperlichen Ekel und provoziert teilweise Schocks, vereint in seiner Alptraumgestalt aber auch den Bezug zur Realität, der Lynchs Filme erst so grausig erscheinen lässt. Das Motiv des Filmes ist ein ganz einfaches, es geht bloß um die Flucht eines Familienvaters aus dem Käfig der Industrialisierung und seiner familiären Fesseln. Diese Motive symbolisiert Lynch aber mit ungeheurem Einfallsreichtum.
Unvergesslich bleibt die merkwürdige Himmelsvertreterin mit ihren geschwollenen Pausbacken, ihren vertraulichen Rehaugen und dem lieblichen "In Heaven Everything Is Fine"-Gesang. Aber auch das entwaffnende Gesicht von Protagonist Spencer und seinem strubbeligen Haupthaar, mit dem zusammen sich jede Pore auf dem Nacken zu einer Gänsehaut aufrichtet.
Der Dunkle Kristall

Puppentrick-Meisterstück mit einer derart vitalen Tier- und Pflanzenfauna, dass man reale menschliche Akteure nicht eine Sekunde lang vermisst. Die Geschichte bleibt bis zur Unkenntlichkeit im Hintergrund verborgen, dafür fasziniert die Kreativität hinter den Figuren im Zusammenspiel mit den wundervollen Sets, von denen jede einzelne Szene den Klassikerstatus ausruft, ohne dass man es nun mit etwas Bedeutendem zu tun hätte.

Gran Torino

Genau das, was man von Clint Eastwood nach "Mystic River" und "Million Dollar Baby" erwarten konnte. Ein Hinweis darauf, wie vielschichtig die Gesellschaftsstudie und erneute Selbstdemontation in ihrer erzählerischen Schlichtheit geworden ist, bietet das Cover: Unscheinbar das Auto und die Hauptfigur vor schwarzem Hintergrund zeigen, wird nach Ansicht des Filmes ein Kaleidoskop an Erinnerungen wach, Erinnerungen an Gedanken, die sich während dieser hingebungsvollen, ebenso humorvollen wie dramatischen 112 Minuten entwickelt haben.
- Sir Jay
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Den Erwaserhead habe ich vor kurzem erst auch gesichtet; bin da zwar nicht ganz so enthusiastisch wie du, aber interessant und einfallsreich bleibt das Werk nach wie vor.
Wie in meinem Kommentar erwähnt, glaube ich, dass sich genau von DIESEM Film die Drehbuchautoren von Futurama haben inspirieren lassen, als sie mit der höchst überspitzt dargestellten "Show in Show"-Show (:lol:) "The Scary Door" allerlei seltsamste und skurillste Geschehenisse auf einander folgen, die so absurd sind...dass es eben nur auf diesem Film hier fußen kann
Wie in meinem Kommentar erwähnt, glaube ich, dass sich genau von DIESEM Film die Drehbuchautoren von Futurama haben inspirieren lassen, als sie mit der höchst überspitzt dargestellten "Show in Show"-Show (:lol:) "The Scary Door" allerlei seltsamste und skurillste Geschehenisse auf einander folgen, die so absurd sind...dass es eben nur auf diesem Film hier fußen kann
The Spirit

Reumütig muss ich eingestehen, dass Millers Regiearbeit echter Käse geworden ist. So reizvoll die grellrote Krawatte auch nach wie vor durch das Schwarzweiß "seiner Stadt" flattert, "The Spirit" ist doppelte Verneinung: Nein, sagt der Film, ich nehme mich nicht ernst zum einen; dann aber wieder: nein, wir, das Publikum, nehmen es nicht ernst, wie du, der Film, versuchst, nicht ernst zu wirken. Das Ergebnis ist gewollt ungewollter Edeltrash der Marke Schwachsinn, mit einem hilflosen Frauenschwarm, gegen den sogar ICH sexy wirke, selbst wenn ich eine retrospektive Augenmaske tragen würde. Die comichafte Überzogenheit steht in der Luft, und irgendwie ist diese selbstreferentielle Pop Art von einer Durchsichtigkeit, dass man sie durchblickt wie eine Fensterscheibe, um auf etwas anderes zu blicken: nach draußen, in die Freiheit, wo Helden noch echte Helden sind und keine Kreuzung aus Robin und Super Mario.

Ananas Express

Kifferkomödien sind alles andere als mein Steckenpferd, Seth Rogen auch nicht, und der Plot von "Ananas Express" ist ein 08/15-Abriss erster Güte. Aufgeblasen wird das Nichts aber durch improvisiert wirkende Dialogentladungen, die fast eher zufällig als gezielt das Redundante einer bekifften Gemeinschaft einfangen und den nüchternen Zuschauer ein wenig benebeln, den highen seiner Sorte sogar noch higher macht. Der sonst so schnöselige James Franco ist mit seiner Hippie-Verkleidung zutiefst erfrischend, ebenso wie die Art und Weise, in der es dem Film einfällt, auf dem Weg einfach mal ein paar Filmzitate mitzunehmen, ohne sich großartig darum zu kümmern. Zumal der Drogenkonsum kaum mal platt zum Heiligtum erklärt wird (abgesehen von einer Szene am Ende), hebt sich "Ananas Express" von der langweiligen Offensichtlichkeit anderer Vertreter seiner Gattung durch seine Beiläufigkeit ab. Daneben noch zahlreiche Actionelemente für das Tempo. Da vergisst man das Drehbuch aus den niedersten Gehirnzündungen der schäbigsten Autorenaffen Hollywoods schnell.
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Reumütig muss ich eingestehen, dass Millers Regiearbeit echter Käse geworden ist. So reizvoll die grellrote Krawatte auch nach wie vor durch das Schwarzweiß "seiner Stadt" flattert, "The Spirit" ist doppelte Verneinung: Nein, sagt der Film, ich nehme mich nicht ernst zum einen; dann aber wieder: nein, wir, das Publikum, nehmen es nicht ernst, wie du, der Film, versuchst, nicht ernst zu wirken. Das Ergebnis ist gewollt ungewollter Edeltrash der Marke Schwachsinn, mit einem hilflosen Frauenschwarm, gegen den sogar ICH sexy wirke, selbst wenn ich eine retrospektive Augenmaske tragen würde. Die comichafte Überzogenheit steht in der Luft, und irgendwie ist diese selbstreferentielle Pop Art von einer Durchsichtigkeit, dass man sie durchblickt wie eine Fensterscheibe, um auf etwas anderes zu blicken: nach draußen, in die Freiheit, wo Helden noch echte Helden sind und keine Kreuzung aus Robin und Super Mario.
Ananas Express

Kifferkomödien sind alles andere als mein Steckenpferd, Seth Rogen auch nicht, und der Plot von "Ananas Express" ist ein 08/15-Abriss erster Güte. Aufgeblasen wird das Nichts aber durch improvisiert wirkende Dialogentladungen, die fast eher zufällig als gezielt das Redundante einer bekifften Gemeinschaft einfangen und den nüchternen Zuschauer ein wenig benebeln, den highen seiner Sorte sogar noch higher macht. Der sonst so schnöselige James Franco ist mit seiner Hippie-Verkleidung zutiefst erfrischend, ebenso wie die Art und Weise, in der es dem Film einfällt, auf dem Weg einfach mal ein paar Filmzitate mitzunehmen, ohne sich großartig darum zu kümmern. Zumal der Drogenkonsum kaum mal platt zum Heiligtum erklärt wird (abgesehen von einer Szene am Ende), hebt sich "Ananas Express" von der langweiligen Offensichtlichkeit anderer Vertreter seiner Gattung durch seine Beiläufigkeit ab. Daneben noch zahlreiche Actionelemente für das Tempo. Da vergisst man das Drehbuch aus den niedersten Gehirnzündungen der schäbigsten Autorenaffen Hollywoods schnell.
Verliebt in die Braut

Hach ja, am Wochenende wurde es mal wieder rosa... also: Hugh Jackman II. und Sandra Bullock II. sind gaanz dicke Freunde. SBII mag den HJII eigentlich ganz dolle mehr aber HJII macht den ganzen Tag nur figge mit anderen. Dann fährt SBII nach Schottland und während HJII langsam dämmert, dass er zukünftig nur noch SBII und niemand anders mehr figge will, lernt die nen Schotten kennen und verliebt sich gaaaaaanz schnell in ihn. So schnell, dass die beiden 8 Wochen nach ihrem Kennenlernen schon heiraten. Und zwar deswegen, damit der ganze Quark schön bei der Hochzeit aufgelöst werden kann. Toll! Ist ja auch das aaaaallererste Mal, dass wir nen Typen in letzter Sekunde in die Kirche rutschen und das Jawort verhindern sehen. Gabs noch nie in der Welt, ehrlich... genauso wie die ganzen 1a-Gags, die ja alle brandneu waren und noch nie irgendwo vorgekommen sind.
Doch immerhin ist das Teil abseits der Klischeepfade, sozusagen in der Kategorie "Freischwimmer", ganz unterhaltsam. Dat reicht dann immerhin für ne männliche

Dune - Der Wüstenplanet

Ein scheinbares Äquivalent zu Stanley Kubricks "Shining" - wird dem Roman nicht wirklich gerecht, erschafft in seiner eigenen Welt aber eine Dynamik von epischer Breite. Dezent eingesetzte Lynch-Trademarks (permanent brummender Bass, Überblendungen etc.), surreal-groteske Figuren in einer allerdings klassisch erzählten SciFi-Saga, jedes Kostüm, jede Szenenbaut ein Erinnerungsstück für sich, alles feinstens durchkomponiert, zusammengehörig, abgestimmt. Toller Film.
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Hach ja, am Wochenende wurde es mal wieder rosa... also: Hugh Jackman II. und Sandra Bullock II. sind gaanz dicke Freunde. SBII mag den HJII eigentlich ganz dolle mehr aber HJII macht den ganzen Tag nur figge mit anderen. Dann fährt SBII nach Schottland und während HJII langsam dämmert, dass er zukünftig nur noch SBII und niemand anders mehr figge will, lernt die nen Schotten kennen und verliebt sich gaaaaaanz schnell in ihn. So schnell, dass die beiden 8 Wochen nach ihrem Kennenlernen schon heiraten. Und zwar deswegen, damit der ganze Quark schön bei der Hochzeit aufgelöst werden kann. Toll! Ist ja auch das aaaaallererste Mal, dass wir nen Typen in letzter Sekunde in die Kirche rutschen und das Jawort verhindern sehen. Gabs noch nie in der Welt, ehrlich... genauso wie die ganzen 1a-Gags, die ja alle brandneu waren und noch nie irgendwo vorgekommen sind.
Doch immerhin ist das Teil abseits der Klischeepfade, sozusagen in der Kategorie "Freischwimmer", ganz unterhaltsam. Dat reicht dann immerhin für ne männliche
Dune - Der Wüstenplanet

Ein scheinbares Äquivalent zu Stanley Kubricks "Shining" - wird dem Roman nicht wirklich gerecht, erschafft in seiner eigenen Welt aber eine Dynamik von epischer Breite. Dezent eingesetzte Lynch-Trademarks (permanent brummender Bass, Überblendungen etc.), surreal-groteske Figuren in einer allerdings klassisch erzählten SciFi-Saga, jedes Kostüm, jede Szenenbaut ein Erinnerungsstück für sich, alles feinstens durchkomponiert, zusammengehörig, abgestimmt. Toller Film.
Stiefbrüder

Der objektiven Beurteilung wegen wär es wohl besser gewesen, ich hätte den Film alleine gesehen, denn das Beste an ihm war die fremdschämende Reaktion meiner Mitguckerin, die sich in manchen Szenen mit hochrotem Gesicht vom Fernseher abgewandt und auf die Wand geguckt hat.
Kurz gesagt findet man hier zwei Komiker, die ihren Rollen bis aufs Blut entsprechen und es derart übertreiben, dass sie sogar die Umwelt mitreißen und selbst die leicht gestört machen. Natürlich zeichnen Ferrell und Reilly hier kein sensibles Portrait des klassischen Mamasöhnchens, sondern knallen sich gegenseitig Holzhammer in die Fresse, und zwar mit Schmackes. Das macht in der Summe eine hochnotdämliche Doofkomödie, die in ihren besten Momenten die grenzdebile Genialität von "Dumm & Dümmer" atmet, dafür manchmal aber leider auch auf "Party Animals"-Niveau absinkt. Aber eins steht mal fest, langweilig wirds nie.

Der Mann, der niemals lebte

Ja sischa dat, voll pädagogisch wertvoll, total das wichtige Thema und überhaupt.
Fakt ist aber, hier haben sich zwei gefunden, die die Thematik längst über die Filmkunst gestellt haben und mich persönlich zunehmend langweilen: Ridley Scott und Leonardo diCaprio. Vor allem letzterer wird für mich aufgrund seiner Rollenwahl immer uninteressanter. Sein Wiedergänger der "Blood Diamond"-Figur interessiert mich keinen Deut mehr, die Handlung indes bewegt sich irgendwo im späten Fahrwasser von Michael Manns "Insider", nur unspannender. Das Ende hätte noch mal für einen Paukenschlag sorgen können, aber NÖÖÖÖÖ, die Amis kommen... ganz nett und so alles, aber dann auch wirklich nicht sehr viel mehr. Gute


Der objektiven Beurteilung wegen wär es wohl besser gewesen, ich hätte den Film alleine gesehen, denn das Beste an ihm war die fremdschämende Reaktion meiner Mitguckerin, die sich in manchen Szenen mit hochrotem Gesicht vom Fernseher abgewandt und auf die Wand geguckt hat.
Kurz gesagt findet man hier zwei Komiker, die ihren Rollen bis aufs Blut entsprechen und es derart übertreiben, dass sie sogar die Umwelt mitreißen und selbst die leicht gestört machen. Natürlich zeichnen Ferrell und Reilly hier kein sensibles Portrait des klassischen Mamasöhnchens, sondern knallen sich gegenseitig Holzhammer in die Fresse, und zwar mit Schmackes. Das macht in der Summe eine hochnotdämliche Doofkomödie, die in ihren besten Momenten die grenzdebile Genialität von "Dumm & Dümmer" atmet, dafür manchmal aber leider auch auf "Party Animals"-Niveau absinkt. Aber eins steht mal fest, langweilig wirds nie.

Der Mann, der niemals lebte

Ja sischa dat, voll pädagogisch wertvoll, total das wichtige Thema und überhaupt.
Fakt ist aber, hier haben sich zwei gefunden, die die Thematik längst über die Filmkunst gestellt haben und mich persönlich zunehmend langweilen: Ridley Scott und Leonardo diCaprio. Vor allem letzterer wird für mich aufgrund seiner Rollenwahl immer uninteressanter. Sein Wiedergänger der "Blood Diamond"-Figur interessiert mich keinen Deut mehr, die Handlung indes bewegt sich irgendwo im späten Fahrwasser von Michael Manns "Insider", nur unspannender. Das Ende hätte noch mal für einen Paukenschlag sorgen können, aber NÖÖÖÖÖ, die Amis kommen... ganz nett und so alles, aber dann auch wirklich nicht sehr viel mehr. Gute
Coraline

Unheimlich schöne "Alice im Wunderland"-Variante mit bemerkenswertem Detailreichtum, die aber auch an dem jüngeren Tim-Burton-Syndrom krankt, über die fantasievolle Oberfläche hinaus nur Standards zu bieten, inkl. leicht zu filternder Moral für das Familienpublikum. Burton selbst wird ja mit "Alice im Wunderland" per se noch nachlegen und mutmaßlich in die gleiche Kerbe schlagen. Aber immerhin, wenn der Weg das Ziel ist, so ist "Coraline" mehr als empfehlenswert, denn in Sachen Atmosphäre und Detailverliebtheit macht diesem Animationsfilm wirklich kaum jemand etwas vor.
Streckenweise herausragend - insbesondere im ersten Drittel - ist auch der unkonventionelle Soundtrack.
Gute
und Review folgt möglicherweise noch.
Operation Walküre

Ähem ähem... Man muss ja nichts über den Zweiten Weltkrieg wissen, man kann ja noch so verpeilt sein, aber JEDER weiß, welchen Ausgang aus dem Leben Adolf Hitler gewählt hat. Wie kann man einen "Stauffenberg"-Film da ernsthaft noch als Suspense-Kino aufziehen? Stauffenbergs Moment der Erkenntnis hadert da schwer mit der unfreiwilligen Komik. Ansonsten ist "Operation Walküre" unscheinbar und bezogen auf den Regisseur absolut handschriftlos, typisches US-Spannungskino eben, aber all die Aufregung nicht im Ansatz wert.


Unheimlich schöne "Alice im Wunderland"-Variante mit bemerkenswertem Detailreichtum, die aber auch an dem jüngeren Tim-Burton-Syndrom krankt, über die fantasievolle Oberfläche hinaus nur Standards zu bieten, inkl. leicht zu filternder Moral für das Familienpublikum. Burton selbst wird ja mit "Alice im Wunderland" per se noch nachlegen und mutmaßlich in die gleiche Kerbe schlagen. Aber immerhin, wenn der Weg das Ziel ist, so ist "Coraline" mehr als empfehlenswert, denn in Sachen Atmosphäre und Detailverliebtheit macht diesem Animationsfilm wirklich kaum jemand etwas vor.
Streckenweise herausragend - insbesondere im ersten Drittel - ist auch der unkonventionelle Soundtrack.
Gute
und Review folgt möglicherweise noch.Operation Walküre

Ähem ähem... Man muss ja nichts über den Zweiten Weltkrieg wissen, man kann ja noch so verpeilt sein, aber JEDER weiß, welchen Ausgang aus dem Leben Adolf Hitler gewählt hat. Wie kann man einen "Stauffenberg"-Film da ernsthaft noch als Suspense-Kino aufziehen? Stauffenbergs Moment der Erkenntnis hadert da schwer mit der unfreiwilligen Komik. Ansonsten ist "Operation Walküre" unscheinbar und bezogen auf den Regisseur absolut handschriftlos, typisches US-Spannungskino eben, aber all die Aufregung nicht im Ansatz wert.
- Sir Jay
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Jo im Prinzip könnte man da jeden Film mit historischem Hintergrund diesen Kritikpunkt ankreiden, aber ich fand Titanic dan nirgendwie doch spannend lol Im Prinzip könntest du so auch Buch-verfilmungen kritisieren, die erzählen im Prinzip auch nichts neues...
Ich stimme dir da zwar zu, dass son Stauffenbergfilm im prinzip völlig spannungslos ist, aber den gedanken, dass im prinzip jede Form von "Verfilmung" dann dasselbe Handicap aufweist, wollte ich jetzt einfach nur mal so in den Raum werfen ;)
Ich stimme dir da zwar zu, dass son Stauffenbergfilm im prinzip völlig spannungslos ist, aber den gedanken, dass im prinzip jede Form von "Verfilmung" dann dasselbe Handicap aufweist, wollte ich jetzt einfach nur mal so in den Raum werfen ;)
Sehe beide Filme deutlich besser!
Die deutschen können imo verdammt froh sein, dass Hollywood diesen Teil ihrer Geschichte derart unterhaltsam erzählt - und das ist der Film meines Erachtens auch, trotz bekanntem Ausgang.
Über ne Kritik zu "Coraline" würde ich mich freuen - würde gar in den "Horror"-Bereich passen. Inhaltlich stimme ich Dir zu, würde das aber nicht zu gewichtig bewerten, da das ja schon beim Buch der Fall war und die "Zielgruppe" die Botschaft ja auch erkennen muss.
Die deutschen können imo verdammt froh sein, dass Hollywood diesen Teil ihrer Geschichte derart unterhaltsam erzählt - und das ist der Film meines Erachtens auch, trotz bekanntem Ausgang.
Über ne Kritik zu "Coraline" würde ich mich freuen - würde gar in den "Horror"-Bereich passen. Inhaltlich stimme ich Dir zu, würde das aber nicht zu gewichtig bewerten, da das ja schon beim Buch der Fall war und die "Zielgruppe" die Botschaft ja auch erkennen muss.
Hast du den Film denn gesehen?Sir Jay hat geschrieben:Jo im Prinzip könnte man da jeden Film mit historischem Hintergrund diesen Kritikpunkt ankreiden, aber ich fand Titanic dan nirgendwie doch spannend lol Im Prinzip könntest du so auch Buch-verfilmungen kritisieren, die erzählen im Prinzip auch nichts neues...
Ich stimme dir da zwar zu, dass son Stauffenbergfilm im prinzip völlig spannungslos ist, aber den gedanken, dass im prinzip jede Form von "Verfilmung" dann dasselbe Handicap aufweist, wollte ich jetzt einfach nur mal so in den Raum werfen ;)
Es geht mir nicht darum, dass die Geschichte überhaupt erzählt wird - es geht darum, dass das Ganze wirklich aufgezogen wird wie Hitchcock`sches Suspense-Kino. Totaler Schwachsinn, diesen Weg zu wählen. Das ist echt ein Film für Leute, die denken, dass man sich in Deutschland heute noch mit Hitlergruß grüßt... für Amerikaner halt
@Coraline: Werde mal gucken, wenn Zeit und Muße da sind, vielleicht... Über die endgültige Note bin ich mir selbst unschlüssig, kurz nach dem Kinobesuch waren es 8.5/10, Fakt ist aber, dass man nichts aus dem Film nicht schon kennen würde in der ein oder anderen Form. Alle Motive waren bekannt, sei es nun die böse Quasi-Stiefmutter, die Parallelwelt, die plötzlich ihre Fassade verliert oder was auch immer. Das gibt Abzüge in der B-Note, Kinderfilm hin oder her, es gibt schließlich auch noch originellere Kinderfilme. Trotzdem ein großes Erlebnis. Besonders die Stop-Motion-Animation (dahingehend war die Zirkusszene ein Highlight), wobei die von mir aus gerne noch stärker herausgeputzt hätte werden können, dass man sie noch mehr erkennt.
Wie kann so ein intelligenter Bursche wie du sowas Vorurteil-behaftetes von sich lassen?Vince hat geschrieben:Es geht mir nicht darum, dass die Geschichte überhaupt erzählt wird - es geht darum, dass das Ganze wirklich aufgezogen wird wie Hitchcock`sches Suspense-Kino. Totaler Schwachsinn, diesen Weg zu wählen. Das ist echt ein Film für Leute, die denken, dass man sich in Deutschland heute noch mit Hitlergruß grüßt... für Amerikaner haltspannend und so ist er dabei, gut gemacht in gewisser Hinsicht auch, aber das wars dann auch...
Nur weil wir die Geschichte unseres Landes kennen, gilt das nicht automatisch für den Rest der Welt (exklusive die immer doofen Amerikaner...).
Von daher finde ich eine solche Herangehensweise auch nichtmal ansatzweise schändlich, solange der Film als solcher funktioniert. Es muss nicht immer akribisch genaues, staubtrockenes Geschichts-Kino sein...bzw. bei dem Film hat das doch auch niemand wirklich erwartet, oder etwa doch?
MFG
Hannibal, immer auf Amerika-Kritik jeglicher Art anspringend ;-)
Ähm was bitte? JEDER, der sich einen Film wie diesen anschaut, weiß ja wohl, wie Hitler umgekommen ist! Was hat es selbst für die Amerikaner dazu schon an Aberdutzenden von Persiflagen gegeben. Man muss sich mit Stauffenberg und Konsorten überhaupt nicht auskennen, einfach weil man um Hitlers Abgang Bescheid weiß! Schon deswegen weiß man, dass Stauffenberg gar keinen Erfolg gehabt haben kann.
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Schee finde ich jedenfalls, dass sich die Geschmäcker von Vince und mir mal wieder schön gekreuzt haben. Hier meine etwas ausführlichere Kritik, die im Kern genau Vince Standpunkt trifft:
http://www.ofdb.de/review/158303,340736 ... g-Attentat
http://www.ofdb.de/review/158303,340736 ... g-Attentat
Mit freundlichem Gruß
LivingDead
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Ich jedenfalls bin froh, dass der "Thriller-Ansatz" gewählt wurde - und die ganze Angelegenheit nicht als Drama aufgezogen worden ist. Sprich: Der Film ist nicht so lahm und uninteressant wie die deutschen Beiträge zu dem Thema, sondern präsentiert die Geschichte zumindest unterhaltsam. Dadurch funktioniert er (imo) gerade erst - noch so´n "Sophie Sholl"-Gedöns hatte die Filmwelt echt nicht gebraucht... 
Diese Ziffer würde ich weit unter "JEDER" einordnen. Das ist deutsches Geschichtswissen, von dem ich mir nicht vorstellen kann, dass es in anderen Ländern v.a. in jüngeren Zuschauerschichten so vorhanden ist, wie wir uns das vorstellen. Der Lehrstoff insbesondere in Geschichte ist in vielen anderen Ländern sehr stark auf's eigene Land fixiert (bei uns ja davon abgesehen auch), so dass die Mehrheit der Leute wohl wissen wird, dass Hitler gestorben ist, aber nicht zwingend wie, wann und warum.Vince hat geschrieben:Ähm was bitte? JEDER, der sich einen Film wie diesen anschaut, weiß ja wohl, wie Hitler umgekommen ist!
Leider gibt's dazu keine statistisch-verwertbaren Zahlen ;-)
Ist aber auch egal, ich habe mich vor allem an der Amerikaner-Pauschalisierung gestoßen ;-)
@StS: Gegen den Thrilleransatz per se hab ich nix, aber musste man das echt so Shyamalanmäßig aufziehen mit Plottwist und so? Denk ich nicht...

Das war kalkuliert und volle Absicht. :twisted:Hannibal hat geschrieben: Ist aber auch egal, ich habe mich vor allem an der Amerikaner-Pauschalisierung gestoßen ;-)
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Bei allem Respekt hanni, aber das habe ich zum beispiel gar nicht ernst genommen, und glaube auch nicht, dass der vince ernsthaft sämtliche amis in eine schublade stecktVince hat geschrieben:Das ist echt ein Film für Leute, die denken, dass man sich in Deutschland heute noch mit Hitlergruß grüßt... für Amerikaner halt![]()
Der zwinker smiley sollte eigentlich zeichen genug sein...
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