Inferno

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Mr_Pink
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Inferno

Beitrag von Mr_Pink » 19.09.2009, 17:09

Inferno

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Original Titel: Inferno
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1999
Regie: John G. Avildsen
Darsteller: Jean Claude van Damme, Pat Morita, Danny Trejo, Gabrielle Fitzpatrick, Larry Drake, Vincent Schiavelli, David Fralick, Silas Weir Mitchell, Jonathan Avildsen, Jamie Pressley, Bill Erwin, Ford Rainey, Kevin West


Die guten Bekannten und Filmfreunde Anna L. Sex und Erik Tion treffen sich zufällig auf der Straße:

Anna: „Hi Erik! Und wie gehts dir so?“
Erik: „Oh hallo Anna! Gut und selbst?“
Anna: „Kann mich nicht beklagen. Und in letzter Zeit mal wieder einen erwähnenswerten Film gesehen?“
Erik: „Vor kurzem hab ich mir 'Inferno' mitm van Damme angesehen, aber ob der erwähnenswert ist...“
Anna: „Hey, den hab ich neulich auch gesehen. Der ist doch ganz spaßig!“
Erik: „Da musst du einen anderen Film gesehen haben.“
Anna: „Warum denn?“
Erik: „Ach komm alleine die Handlung: Mann kommt in Stadt und spielt rivalisierende Banden gegeneinander aus. Das haben wir schon von Bruce Willis in 'Last Man Standing' und Clint Eastwood in 'Für eine handvoll Dollar' gesehen und selbst die haben es nur von Kurosawas 'Yojimbo' übernommen, der ja sogar am Ende des Films erwähnt wird.“
Anna: „Ok, die Story reist keine Bäume aus, aber immerhin hält sie den Film irgendwie zusammen, hier soll ja auch keine epische Geschichte geschildert werden, hier soll es krachen.“
Erik: „Schon klar, Anna. Aber alleine bis der Film in die Gänge kommt. Die Szene in der Wüste mit den Halluzinationen und dem in die Luft schießen. Was soll denn das sein?“
Anna: „Ok, den Einstieg fand ich auch nicht ganz so prickelnd, doch spätestens wenn Danny Trejo den angeschossenen van Damme rettet, wird es doch ganz lustig.“
Erik: „Lustig? Oh ja, ich hab mich halb tot gelacht, als Trejo dem van Damme die Füße massiert hat... Pulp Fiction meets Brokeback Mountain.“
Anna: „Ich muss ehrlich zugeben, dass ich das auch ein wenig merkwürdig fand, obwohl es irgendwie am Ende schon gepasst hat. Immerhin wird das ganze von schönen Bildern garniert, dieses Wüsten-Setting hat mir echt gut gefallen.“
Erik: „Ja, war nicht übel.“
Anna: „Zudem gings ja danach auch endlich los, als sich Eddie (Anmerkung: van Damme) dann seine Waffe wieder geholt hat und erstmal den hinterlistigen Pfandleiern das Licht ausknipst...“
Erik: „Jaja, das van Damme kicken kann, wissen wir alle, nur macht er es hier zu selten.“
Anna: „Der Film hat ja auch andere Vorzüge, zum Beispiel...“
Erik: „Unfreiwillige Komik, vollkommen beknackte Rollen und mittelprächtige Darsteller? Ich hab sogar van Damme schon besser gesehen, und Trejo wollte offensichtlich auch nur Geld verdienen.“
Anna: „Hey erwartest du dir hier nen Oscarkandidaten? Für mich ist das gerade noch im Rahmen. Unfreiwillige Komik? Ne durchgeknallte Alte, die mit Schlangen im Arm Gott besingt oder van Damme beim figge zuschaut, ein alter Kettenraucher in rotem Body mit eigener Sauerstoffflasche und Pat Morita, der Leichen in Frischhaltefolie wickelt und seit drei Jahren auf seine Frau wartet? Ich geb dir ja recht, dass die Rollen grenzwertig sind, aber unfreiwillig ist hier nur wenig komisch. Dazu noch hier und da ein guter Spruch...“
Erik: „Guter Spruch? Da fällt mir nicht einer ein.“
Anna: „Wie nennst du dann den 'Gelegenheitsfick' oder 'Du bist die nächste!' gerade dir als Mann müsste es doch gefallen wie der Belgier mal schnell zwei Blondinen her nimmt und danach weggeht. Vor allem wenn dann noch von einer der Spruch kommt: 'Woher nimmt er nur diese Energie?'“
Erik: „Gerade weil van Damme mal schnell zwei Blondinen vernascht, bekommt der Film ja noch nen Gnadenpunkt. Trotzdem, ich finde den Film einfach nicht gut, dann kommt auch noch dieses wunderbar schmalzige Happy End, alle sind glücklich, sogar Moritas Frau kommt wieder. Wers glaubt...“
Anna: „Ich finde das passt ganz gut.“
Erik: „Du kannst sagen was du willst, mehr als ne :liquid3: hat das Dingens hier nicht verdient! Wenn ich mir überlege das Avildsen für 'Rocky' verantwortlich ist, frage ich mich, was er sich hierbei nur gedacht hat.“
Anna: „Seh ich vollkommen anders. Für mich haben wir hier einen, zwar im Höchstmaß trashigen, aber nichtsdestotrotz riesigen Spaß. Ich geb dem von Herzen ne gute :liquid8: !“


Die deutsche DVDs dieses Films, bei dem ich mich nicht zu einer eindeutigen Bewertung durchringen konnte, gibt es uncut mit einer 18er Freigabe und eine geschnittene 16er Version. Ich hab die Version von Splendid, die ein ganz passables Vollbild liefert. Der Sound ist ok. Die UK-DVD bietet zwar anamorphes Bild, aber dafür praktisch keine Extras, nicht das die auf der deutschen Scheibe von Belang wären.
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Jason Stathams bruudale Mördertitten figgen gelini71´ Papagei, der sich ne Lederkluft umgeschwungen hat weil er auf anale Liebe steht. Die Backstreet Boys sind auch dabei und machen bruutalen Analsex mit ihren erregierten Analwürmern.

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Beitrag von Seemi » 19.09.2009, 17:55

Interessante Review :lol:
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Beitrag von StS » 19.09.2009, 20:45

Von "Inferno" (aka "Desert Heat" aka "Coyote Moon") hat sich ja sogar der ursprüngliche Regisseur (Avildsen) irgendwann distanziert. Als B-Movie ist das Werk (trotz einiger durchaus solider Momente) schon recht schwach und bisweilen gar lächerlich bzw. unfreiwillig komisch - als Quasi-Remake von "Yojimbo" scheitert es gar völlig. Warum ich dennoch die DVD im Regal stehen hab? Weil sie billig war, Jamie Pressly in dem Film mitspielt und die eine Szene an der Straße mit dem Flieger am Ende doch ziemlich cool ist. Seit dem Kauf damals habe ich sie aber trotzem nie wieder angerührt... :wink:

:liquid2: - nahe der Grenze zur :liquid3:

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Beitrag von SFI » 20.09.2009, 11:07

Cooles Review, ich bin bei Eric, ziemlich mieser Streifen!
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Beitrag von Mr_Pink » 20.09.2009, 13:43

Ich bin mir der Tatsache, das der Film eigentlich Grütze ist durchaus bewusst. Steht ja auch da. Es entsprechen durchaus irgendwie beide Aussagen meiner Meinung, deswegen ja auch, unter Anderem, dieser Aufbau.

Aber irgendwie ist der so abgedreht, dass ich ihn einfach nicht für voll nehmen kann, dazu noch ein wenig die van Damme-Brille und das Teil rockt wie blöde. Bier und gute Freunde schaden auch nicht ;)
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Jason Stathams bruudale Mördertitten figgen gelini71´ Papagei, der sich ne Lederkluft umgeschwungen hat weil er auf anale Liebe steht. Die Backstreet Boys sind auch dabei und machen bruutalen Analsex mit ihren erregierten Analwürmern.

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Beitrag von Sir Jay » 20.09.2009, 15:12

ich liebe solche dialogreivews :D

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Beitrag von Dr Dolph » 20.09.2009, 21:53

Bin da eher auf der Seite von Frau Sex :lol:
Ich hab mir selten so einen abgelacht, wie bei diesem Film.
Total dämlich, total kagge, aber nur vom Unterhaltungswert her super.

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Beitrag von freeman » 21.09.2009, 08:17

Alleine das erwähnte Sandwich hat das Ding zu einem echten Kultkracher im van Damme Oeuvre gemacht. Einfach nur oberaffentittengeil ... wie Anna sagen würde ;-).

Den Film selber hab ich tatsächlich bisher aber nur einmal gesehen und danach wie der Stefan nie wieder so recht das Bedürfnis gehabt, ihn nochmal rauszuholen ... also den Film ;-).

Worüber ich aber immer wieder feiern kann, ist, dass der indiziert wurde und wie oberlolig die Cutfassung ausschaut.

In diesem Sinne:
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Beitrag von kami » 21.09.2009, 11:54

Ich mag den Film. Die Story funktioniert auch im -zigsten Aufguss ganz gut, die Inszenierung ist sauber, die Action solide. Würde :liquid6: vergeben.

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Beitrag von McClane » 21.09.2009, 14:37

Ich bin ebenfalls auf Erik-Position, fand den selbst als Trash nicht so wirklich lustig, da gibt es wesentlich geilere Kaliber. Die wenigen Actionszenen sind durchaus passabel gemacht, aber davon gibt es extrem wenige, ansonsten ist das Teil in meinen Augen bloß ein uninspiriert zusammengeklauter Langweiler, dessen Pseudowitzchen (wie die erwähnte Sexszene) mich eher genervt als amüsiert haben. IMO der schlechteste Van Damme, da konnte ich selbst "Derailed" mehr abgewinnen.

:liquid3:
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Beitrag von kami » 21.09.2009, 20:59

McClane hat geschrieben:IMO der schlechteste Van Damme, da konnte ich selbst "Derailed" mehr abgewinnen.
Also ich finde ja Filme wie DEATH WARRANT oder STREET FIGHTER um einiges schlechter, von Gerümpel wie DERAILED oder BLACK EAGLE gar nicht zu reden.

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Beitrag von freeman » 22.09.2009, 08:23

Mit stählerner Faust SCHLECHTER als Inferno :shock: :shock: :shock:

ALLMÄCHT :lol:

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von John Woo » 22.09.2009, 11:26

freeman hat geschrieben:Mit stählerner Faust SCHLECHTER als Inferno :shock: :shock: :shock:

ALLMÄCHT :lol:

In diesem Sinne:
freeman
Mit stählerner Faust wird doch oft als einer der besten VD gehandelt? Da würde ich schon mal gerne nen Kommentar von kami lesen.

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Beitrag von freeman » 22.09.2009, 13:10

Same here!

In diesem Sinne:
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Beitrag von Mr_Pink » 22.09.2009, 13:22

Ok, ich finde Mit stählerner Faust nicht übel und mit Sicherheit besser als Inferno. Als einen der Besten würde ich ihn eher nicht ansehen.
Als van Damme-Fanboy, steht er natürlich bei mir trotzdem sehr gut da ;)
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Beitrag von McClane » 23.09.2009, 11:36

kami hat geschrieben:
McClane hat geschrieben:IMO der schlechteste Van Damme, da konnte ich selbst "Derailed" mehr abgewinnen.
Also ich finde ja Filme wie DEATH WARRANT oder STREET FIGHTER um einiges schlechter, von Gerümpel wie DERAILED oder BLACK EAGLE gar nicht zu reden.
"Death Warrant" mag ich, den Rest find ich auch schlecht, nur eben nicht ganz so übel wie "Inferno".
Bei "Derailed" waren meine Erwartungen allerdings schon so abgesenkt, dass der bei TV-Sichtung nicht der erwartete Super-GAU war, während ich mir "Inferno" im freudiger Erwartung eines coolen Reißers alter Schule aus der Videothek lieh.
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Beitrag von John_Clark » 22.06.2012, 03:32

Die Angst vor dem Ende des Millenniums war gross. Alle Computer werden abstürzen und die Welt wird elendiglich vor die Hunde gehen. Musste auch Jean-Claude van Damme gedacht haben, als er sein letztes Werk des 20. Jahrhunderts gedreht hat. "Inferno"...

Inhalt:
Irgendwo in der Wüste Nevada liegt Inferno, ein kleines und dreckiges Kaff, welches von zwei rivalisierenden Banden regiert wird. Eddie (Van Damme) hat echt die Scheisse an den Füssen kleben, bleibt sein Motorrad ausgerechnet auf den Strassen dieser trostlosen Gegend liegen - und wird der Gute zudem noch beinahe gekillt, als die Ryker-Gang ihm die Harley und sein Leib und Gut abnimmt. Doch mit einem kickenden und schiessenden Ex-Soldaten namens Eddie Lomax ist definitiv nicht zu spassen...

Die Karriere des kickenden Belgiers Jean-Claude Van Damme war in den späten neunziger Jahren ziemlich ins Stocken geraten. Der letzte Achtungserfolg "Double Team" war bereits einige Jahre her und der Mann mit dem ewigen Spagat musste sich langsam neu orientieren. Für sein letztes Werk im alten Jahrtausend wollte Van Damme ein Werk auf den Tisch knallen, welches qualitativ wohl eines seiner besten sein sollte. Er holte "Rocky"-Regisseur John G. Avildsen an Bord, Kult-Mexikaner Danny Trejo und der inzwischen leider verstorbene Noriyuki "Pat" Morita. Gedreht wurde in der Mojave-Wüste Kaliforniens.

Auch storytechnisch wollte Van Damme Grosses leisten. Das Werk macht keinen Hehl daraus, eine Anlehnung an "Für eine Handvoll Dollar" oder "Yojimbo" zu sein. Letztgenannter wird im Verlaufe des Films sogar erwähnt. Doch, ist "Inferno" es wert, zusammen mit diesen Klassikern in einen Topf geworfen zu werden?

Es dauerte eine Weile, bis Jean-Claude Van Damme sich einige Grundbegriffe des Schauspiels beibringen liess. In den Neunzigern war dies definitiv noch nicht der Fall. Van Damme spielt im vorliegenden Werk die typische JCVD-Figur, ein Abziehbild seiner Vorgängercharaktere. Dies muss jedoch nichts schlechtes sein, erwartet der Actionfreund eigentlich genau das, was der Belgier uns hier geboten hat. Null Schauspiel, eine grosse Klappe und das testosterongetränkte Auftreten eines europäischen Übermachos. Bestes Beispiel hierfür die Sexszene mit den beiden blonden Tussen, die Lomax spontan nach einer Prügelei abgreift. Fickt er doch gerade Blondine Nummer Eins, kommt Blondie Nummer Zwei ebenso ins Schlafzimmer und er runzt ihr umgehend ein gestöhntes "Hey, you're next" entgegen, dies natürlich in allerbestem Belgier-Englisch. So ein Leben muss man(n) führen.

Danny Trejo und Pat Morita sind in diesem Film eigentlich verschenkte Ware. Hat Trejo zumindest noch einen für die Story relevanten Charakter, ist Morita wohl nur in den Film geschrieben worden, weil Regisseur Avildsen einen freundschaftlichen Draht zu Morita gehabt haben könnte, haben die beiden doch auch eine gemeinsame Vergangenheit ("Karate Kid I - III"). Mit an Bord sind ebenso die B-Movie Schönheit Jaime Pressly - ausnahmsweise mal nicht im Nervmodus - und der inzwischen ebenso verstorbene Ford Rainey. Eigentlich ein Cast, der sich mehr als nur etwas sehen lassen kann.

Doch ein namhafter Cast kann in diesem Fall die Schwächen eines Scripts und den unklaren Tonfall des Films nicht wettmachen. Der Film funktioniert beinahe als Komödie mit teils härteren Szenen. Jedoch empfand ich den Film nicht als witzig oder lustig, sondern eher als peinlich. Hätte der Film eine richtig harte Gangart gefahren, wäre dies vielleicht wirklich eine B-Perle geworden.

Welche Lehren können wir aus "Inferno" ziehen?
1. Jeder darf mal einen schwachen Tag einziehen (John G. Avildsen).
2. Rettet man zwei blonde Frauen aus den Klauen einer Gang, darf man mit wildem Sex belohnt werden.
3. Der Geist des verstorbenen besten Freundes auf seiner Harley davon fahren sehen, ist absolut kein Anzeichen für einen Gehirntumor.
4. Nicht jeder günstige Film ist seinen Kauf auch wert...

Fazit: Wer seine Van Damme-Sammlung komplettieren möchte, für den ist "Inferno" natürlich ein Muss. Für einen perfekten Actionabend aber ungeeignet. Zu schwach ist dieses Werk.

:liquid3:,5

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