Over the Top

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Over the Top

Beitrag von freeman » 13.10.2005, 21:18

Over the Top

Bild

Originaltitel: Over the Top
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1987
Regie: Menahem Golan
Darsteller: Sylvester Stallone, Robert Loggia, Susan Blakely, David Mendenhall, Rick Zumwalt u.a.

Guten Tag liebes Publikum da draußen an den Bildschirmen! Es ist mal wieder soweit! Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt, die Athleten hochkonzentriert, ihre Oberkörper gut eingeölt, die Muskeln schwellen und die Sehnen werden flexibel gehalten. Diese ganze adrenalingeladene Szenerie wird umrahmt von absolut enthusiastischen Fans. Sie ahnen es sicher schon, es ist mal wieder Zeit für ... ääähm, was? Armdrücken? Wollt ihr mich verarschen?

Jo, die Amis, jeden möglichen und unmöglichen Sport versehen sie mit einem passenden pathosgetränkten Film. So auch das Armdrücken ... warum auch immer. Alles beginnt mit uns Sly, der seinen Sohn – von dem er getrennt lebt, woran sein Schwiegervater nicht ganz unschuldig ist, der nicht will, dass sein Sohn mit einem Versager wie Slys Charakter (im weiteren Verlauf Lincoln Hawk genannt) zusammen kommt - von dessen Militärakademie abholt. Lincoln ist nur gewöhnlicher Truckerfahrer. So nimmt es kein Wunder, dass der Vater seiner Frau immer etwas gegen ihn hatte. Nun wird Lincolns Frau (Ex-Frau) operiert und sie möchte sowohl Mann als auch Sohn vereint vor sich sehen. Dazu wünscht sie sich, dass Lincoln und Sohn gemeinsam 3 Tage mit nem Truck durch die halbe USA zu ihrem Krankenhaus tuckern und sich kennen lernen.

Allerdings kann der Junge seinen Vater nicht riechen und gibt sich wunderbar trotzig. Doch die beherzte Art von Lincoln sagt seinem Sohn sehr zu. Auch Lincolns Armdrückerfähigkeiten beeindrucken ihn sehr, macht doch Lincoln beim ersten Halt in einem Diner mit einem Berg von einem Kerl ein Halbes ... im Armdrücken.

Und jetzt wird man auf das eingestimmt, was da noch kommen wird: Sly atmet tief ein und aus – sichtlich, also mit angespannter Hals und Schultermuskulatur. So geht er auf seinen Gegner zu, dem sein „Manager“ ordentlich in die Fresse haut, damit er hochkonzentriert ist. Dieser gebiert sich daraufhin wie ein Wrestler und putscht sich mit affenartigem Geschrei auf. Schnitt zu Lincoln: Der lässt den Motor an – so wird er es später nennen – indem er bei seinem Basecap den Schirm nach hinten dreht. Dann werden die Hände verschränkt und es gilt: Sly hängt sich voll rein *Hnnnnn*. Sein Gegner blockt spielend und beleidigt ihn. Sly gerät ins Hintertreffen. Sein Gesicht ist Slymäßig verzerrt (ihr wisst schon, der rechte Mundwinkel sieht sehr lustig aus ;-) ) und jetzt kommt der Cheat! Sly greift um *Muuuuuuaaaaaaah* bricht es aus ihm heraus, sein Gesicht erstarrt zur angestrengten Fratze und er drückt den anderen Typen platt! Yeah! Das ganze dauert gut 2 Minuten (deren Arme möchte ich echt haben) und ist an Dramatik kaum zu überbieten! Alleine der düstere Soundtrack darunter pusht die Spannung ins unermessliche.)

Im weiteren Verlauf erfahren wir, warum Lincoln seinen Sohn und seine Frau einst sitzen ließ und Lincoln nimmt an der Weltmeisterschaft im Armdrücken in Las Vegas teil. So finden die beiden Kerle freilich allmählich zusammen und das obwohl Mikes Opa alles versucht, um die aufkeimende Vater Sohn Beziehung im Keim zu ersticken.

Was ein Film. Man stelle sich den Drehbuchautor Sly Stallone vor, wie er bei den Produzenten vorstellig wird, selber wissend, dass er da irgendwie nen ziemlichen Stuss zusammenfabuliert hat. Doch zu seinem Erstaunen wird das ganze sogar wirklich auf den Weg gebracht! Wenn ich mir das irre Lachen von Sly vorstelle, als aus er dem Produzentenbüro kam und den dicken Batzen Geld in seinen Hände vor seiner Nase hin und her wedelte, läuft es mir vor Ehrfurcht kalt den Rücken runter.

Denn klar, der Film ist dumm, ABER er funktioniert! Er ist pathetisch, im Finale sogar mitreißend, spannend und fährt sogar einen wundervollen Humor auf. Insbesondere die Gespräche zwischen Sly und Sohn rocken die Bude. Sly selber ist hier so sympathisch wie selten zuvor, weil ihm die Rolle des missverstandenen Vaters mit Herz sehr gut steht. David Mendenhall ist am Anfang zwar ziemlich nervig, wandelt sich aber mit der Zeit und ergänzt Sly hervorragend. Als Opa von Mike spielt hier sogar Robert Loggia mit. Ich frage mich, ob der in seiner Filmographie bei diesem Film nicht nur nen dicken schwarzen Balken hat Sorgsam mit nem Edding übermalt LOL.

Was man besonders hervorheben muss ist freilich der Soundtrack. Das is 80s Mucke vom allerfeinsten. Immer passend, immer genial. Der eigentliche Score mit seinem Synthesizergedudel ist nicht so gelungen, aber die Songs sind derbe.

Mit Lincolns Sprüchen vom Mann sein und vom Aufrecht durchs Leben gehen wird der Film dann letztendlich abgerundet! Dieser Film ist einfach ein Klassiker und er hat Herz. Und zwar ne ganz große Portion davon. Achja, wer den Showdown von Over the Top gesehen und gehört hat, wird wissen, was die wirkliche Inspiration für das Sounddesign der Dinoschreie in Spielbergs Jurassic Park war ;-)

Die DVD des Filmes ist leider nicht sonderlich gelungen. Unscharf und verrauscht kommt sie daher und bietet annehmbaren Surroundsound.

Mit Klassikerbonus gibt es lockere :liquid8:

In diesem Sinne:
freeman
Zuletzt geändert von freeman am 01.04.2006, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Carlito » 13.10.2005, 21:42

der Film rockt, vor allem wegen der gespielten Musik im Film, die is genial! :wink:

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Beitrag von Vince » 13.10.2005, 21:57

Das Teil hab ich als Kind geliebt. Als ich ihn dann noch mal im Free TV gesehen habe, war ich sehr belustigt ob der Doofheit; er hat aber qualitativ nicht so viel verloren wie Karate Tiger, nachdem ich mir den nach Jahren mal auf DVD zu gelegt habe. Von dem war ich unter dem "Erwachsenen-Standpunkt" doch etwas mehr enttäuscht.

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Beitrag von Hannibal » 13.10.2005, 22:06

Hab mich immer gegen den Film gewehrt, bis mich ein Kumpel mal mehr oder weniger gezwungen hat, den mitzuschauen...und danach war ich irgendwie begeistert. Wie du schon in deiner - wiedermal feinen - Review schreibst...Story & Dialoge sind strunzdumm, aber der Film funktioniert und versprüht dabei diesen naiven, aber sympathischen 80er-Jahre-Charme perfekt. Die Armdrück-Show in Vegas war übelste Klasse.
Noch zu erwähnen wären die genialen Bilder, insbesondere wenn Sly mit seinem dicken Truck durch die Bombast-Landschaften im US-Südwesten fährt...

MFG
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Beitrag von SFI » 19.10.2005, 14:21

..genauso ne miese DVD Umsetzung wie Bloosport aus noch schlechten Kinowelt Tagen. Ein 2er Digi mit Soundtrack CD wäre das Mindeste -> Petition

btw: hast du die "LE" mit Moviecards
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Beitrag von freeman » 19.10.2005, 14:30

Nope, das ist die MGM Scheibe ... die Kinowelt war mir immer zu teuer (10 Euro :lol: )

Bei Bloodsport hab ich die aber mit den Karten ... und dem ziemlich coolen Digidingens ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Carlito » 19.10.2005, 14:32

hab gestern auch noch mal reingeguckt, wollte eigentlich nur die Musik hören, die mittlerweile auch auf meinem Rechner bollert. Geniale Mucke! :D

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Beitrag von kaiserfranz » 14.04.2006, 13:05

Vince hat geschrieben:Das Teil hab ich als Kind geliebt.
Ging mir genauso. Hab den als Kind in der Grundschule neben "Howard the Duck" immer als Lieblingsfilm angegeben. :lol: In der Schule wurden bei uns damals immer diese Steckbrief-Alben rumverteilt. Die beiden Filme habe ich regelmäßig da eingetragen. Die liefen ja auf RTL rauf und runter.

Review find ich richtig gut. :) Über die Story muss man gar nicht reden, weil sie eigentlich nicht vorhanden ist. :wink: Sly ist genial, 'Bull' Hurley ebenso (ist übrigens schon tot :( ) und Robert Loggias Spiel mit zusammengekniffenem Gesicht (wie u.a. auch in ID4) find ich eh sehenswert. Der Soundtrack ist der Hammer. Ich weiß bis heute nicht, wem ich den mal geliehen hab. :? Muss den irgendwann mal wieder kaufen.

Von Stallone gefällt mir nur "Cliffhanger" besser. Deshalb kriegt der bei mir jedenfalls

:liquid8:

Gruss
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Beitrag von kami » 23.11.2008, 16:19

Hab heute den Film zum ersten Mal geschaut und kann die positiven Rezensionen gut nachvollziehen, 's ist schon großes Kino, dem Sly und seinem Filmsohnemann beim Beziehungseisbrechen zuzuschauen, während das Ohr von Georgio Moroders eingängigen 80s-Weisen verwöhnt wird.
Während der Film zunächst fast seriös beginnt, driftet er schon bald in Richtung "Hirn aus"-Kino, für das dieses goldene Jahrzehnt so berüchtigt, aber auch beliebt ist.
Menahem Golan schafft es mit seiner Inszenierung sogar, die mir ja eher wenig attraktiv und filmtauglich erscheinende Sportart des Armwrestling aufregend einzufangen, so dass selbst das lange Finale höchst vergnüglich vergeht. Deswegen gibt´s von mir auch gute :liquid7:

Leider ist die MGM-DVD um einiges schlechter als die auch schon suboptimale Kinowelt-Veröffentlichung, Detailarmut, Rauschen und stetiges Kantenflimmern beeinträchtigen die Wirkung der prächtigen Bilder während des Roadtrips.

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Beitrag von TomHorn » 23.11.2008, 18:36

Den Film hab ich schon als Kind gehasst, schlechtester Stallone ever.
Die Geschichte ist zum kotzen rührselig, das Kind lässt Mordgedanken in mir aufsteigen & das Armdrücken ist eine der peinlichsten Szenen der Filmgeschichte...
:liquid1:
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Beitrag von SFI » 23.11.2008, 18:43

So wie TomHorn kann man den Streifen natürlich auch sehen, ich persönlich tendiere aber eher in Richtung restliche Wertung! Die DVD ist wirklich ne Sauerei, hoffentlich kommt da mal ne ordentliche BR.
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Beitrag von Ed Hunter » 23.11.2008, 19:46

Toller Film. 80s pur, der es wundervoll versteht, seine Story nach den Regeln eines Actionfilms zu präsentieren, ohne einer zu sein und einen absolut genialen Soundtrack auffährt.

:liquid7: bis :liquid8:
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Beitrag von freeman » 24.11.2008, 09:02

Eigentlich schreit der ja nach ner riesigen Parodie, dass da nie einer drauf gekommen ist ... Im Übrigen würde ich gerne mal nen Film zum Thema Curling sehen ... mit lauter Bullet Time Szenen und so ...

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von McClane » 24.11.2008, 11:20

Ich bin auch nicht von den Socken... Klischees hoch 27 und ein nerviges Drecksblag stehen dem naiven 80er Charme und dem ganz stimmig inszenierten Armdrücken gegenüber (wenngleich die Meisterschaft vorhersehbar wie nicht was ist). Hat seine Momente, aber mehr auch nicht.

:liquid5:
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Beitrag von kami » 24.11.2008, 15:19

McClane hat geschrieben:Ich bin auch nicht von den Socken... Klischees hoch 27 und ein nerviges Drecksblag stehen dem naiven 80er Charme und dem ganz stimmig inszenierten Armdrücken gegenüber
Ich find den Bengel für einen Bengel eigentlich angenehm unnervig.

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Beitrag von Orco » 06.01.2011, 20:03

Einer der Filme die man sich heute immer noch anschauen kann. Story ist recht ok und Stallone toppt eh alles wenn er seine Mütze umdreht :P
Von mir eine
:liquid9:
Und wenn sich deine Schulter bewegt, dann seh ich das.

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