
Muse, die Band der Stunde.
Die Karriere der 3 Musiker geht seit Jahren steil nach oben, sie verkaufen Millionen von Alben und ihre Konzerte sind sogar im Wembley-Stadion in England ausverkauft, an 2 aufeinanderfolgenden Nächten. Mit dem neusten Album "The Resistance" haben sie nun die Grenzen zum Kitsch und Bombast entgültig aufgebrochen und sind dermassen "Over-The-Top", dass eine Steigerung praktisch nicht mehr möglich ist.
Darum war ich sehr gespannt auf das Konzert, würden sie ihre gewaltigen Live-Shows noch steigern oder fallen sie in den Abgrund mit ihrem grossen Melodien?
Das Hallenstadion
Eine der grössten Hallen in der Schweiz ist das Hallenstadion in Zürich. Somit machen dort leider praktisch alle grossen Bands auf ihren Tourneen halt, obwohl die Akustik eher mässig ist. Na wenigstens gibt es eine Menge an Menschen und starke Technik.
Bei unserer Ankunft (natürlich war ich wieder mit weiblicher Begleitung unterwegs) waren allerdings noch nicht allzuviele Leute da, somit konnten wir ohne Probleme nach weit vorne gelangen.
Biffy Clyro
Auf die Sekunde pünktlich begann die Vorband Biffy Clyro aus Schottland mit ihrem halbstündigen Set. Die Abmischung war scheisse, die Band spielfreudig und ihre Musik spannend. Eine tolle Mischung aus unkonventionellen Rhythmen und grossen Melodien. Zu Recht gilt ihr neues Album als sehr gross.
Ich kannte sie noch gar nicht, war aber sehr positiv überrascht. Und auch toll: Das Publikum machte schon gut mit, klatsche und johlte.
Überhaupt: Noch selten habe ich eine Masse von solch jungen Leuten im Hallenstadion angetroffen. Rund um uns herum fand man nur gutaussehende Teenager und Leute im Alter wie ich, davon sehr viele Frauen. Wer um die 30 oder älter war, fiel stark auf.
Und dann kamen sie:
Muse
Schon beim Intro kochten die Emotionen hoch und die Spannung stieg. Als die Banner vor den 3 Säulen zu Boden fielen und die Band offenbarte staunte jeder. Nein, die Musiker spielen den ersten Song nicht auf der Bühne, sondern 3 Meter darüber auf Plattformen (siehe Bilder). Rundherum Bildschirme, Lichter und Effekte. Ihre Show von der letzten Tour konnte noch gesteigert werden. Diese Plattformen wurde dann immer wieder genutzt, dazu gab es neben der Hauptbühne noch Arme die ins Publikum reichten und eine Lichtshow der feinsten Art. Der Einstieg gelang somit perfekt, auch die neuen Songs "Uprising" und "Resistance" gehen live total ab. Und das Publikum kennt nicht nur die Texte super, nein auch von Minute Eins an wird rumgesprungen, getanzt und gehüpft das es eine Freude ist. Nach 3 Songs ist man schon total verschwitzt.
Leider habe ich dabei auch meine Begleitung aus den Augen verloren, befand mich dafür dann in der zweitvordersten Reihe. Und blieb dort auch für den Rest des 90 minütigen Konzertes.
Bei der Songauswahl gab es natürlich viele vom neuen Album, das beste aus der Vergangenheit und wie immer bei Muse ein paar Jams. Man konnte aber gut feststellen, das die Verlagerung des Sounds von harten Gitarrenwänden und rockenden Songs zu Synthieläufe und grossen Gesten auch auf den Bühnen vonstatten geht. Der vierte Mann wird nicht nur unumgänglich, sondern Stichwortgeber und Dreh- & Angelpunkt bei gewissen Songs. Noch gehen die Konzerte von ihnen ab, doch wenn es so weiter geht wird man bald die gewohnte Härte vermissen. Auch wurde die Setlist klar auf Hits und Bombast getrimmt. Die lärmenden Songs wie "Time Is Running Out" oder "Stockholm Syndrome" wirken schon fast wie Fremdkörper im Set. Fans des Debuts werden vom Konzert sehr enttäuscht sein, ich war trotzdem begeistert.
Denn Muse gelten zu Recht als eine der besten Live-Bands auf diesem Planeten. Jeder Griff sitzt, jeder Klang und jede Note stimmt perfekt. Dazu die perfekt abgestimmte Lightshow (welche mit Lasernetzen etc. zur Mitte des Konzerts total abdreht), das perfekte Live-Erlebnis.
Sie sind und bleiben Meister in ihrem Fach, sollten aber beim nächsten Album etwas an ihrem Weg ändern. Sonst verlieren sie sich im Kitsch.
Setlist:
1. Uprising
2. Resistance
3. New Born
4. Map of the Problematique
5. Supermassive Black Hole
6. MK Ultra
7. Interlude
8. Hysteria
9. Nishe
10. United States Of Eurasia
11. Feeling Good
12. Jam
13. Undisclosed Desires
14. Starlight
15. Plug In Baby
16. Time Is Running Out
17. Unnatural Selection
Encore:
18. Exogenesis: Symphony, Part 1: Overture
19. Stockholm Syndrome
20. Knights of Cydonia





