Ip Man I - IV + Zero + Master Z

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Der P
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Ip Man I - IV + Zero + Master Z

Beitrag von Der P » 22.11.2009, 15:23

Ip Man

Bild

Originaltitel: Ip Man
Produktionsjahr: 2008
Herstellungsland: Hongkong
Regie: Wilson Yip
Darsteller: Donnie Yen, Simon Yam

Anno 2005 drehte der bis dato unbekannte Regisseur Wilson Yip (unbekannt für mich jedenfalls ;-) )sein extrem mitreißendes Action-Brett Sha Po Long (aka Killzone). Die Zutaten waren u.a. eine sauber durchdachte Story, überzeugende Darsteller und Fights, bei denen einem das Wasser im Munde zusammen floss. Außerdem öffnete dieser Film (zumindest für mich) meine Augen für einen Martial-Arts-Star der mir bis dato doch recht unbekannt war und nur als kleiner Ableger von Blade im 1. Sequel des Vampir-Jägers im Gedächtnis blieb – Donnie Yen. Ein Mann der genauso viele Gesichtsausdrücke besitzt wie ein Chuck Norris oder ein Steven Seagal und auch schon nicht mehr zur jüngeren Garde zählt. Aber seine Darstellung und seine Fähigkeiten zu kämpfen haben mich vollends überzeugt, so dass ich mich auf den nächsten Streifen (Flash Point) wahrlich freute – und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Und welcher Name tauchte auch bei diesem Film wieder auf? Genau Wilson Yip.

Es folgte eine 3. Zusammenarbeit der beiden in einem Film, der ein wenig gewöhnungsbedürftig war und in welchem Donnie Yen diesmal mehr Raum für seine jüngeren Kollegen einräumte und er sich doch etwas zurückhielt – Dragon Tiger Gate. Dieser Film war nun nicht gerade das Highlight von den 3 Streifen, war aber doch spaßig anzuschauen.
Anno 2008 kam es zu einer erneuten Vereinigung der beiden Männer und die Trailer im Internet versprachen ein kleines Meisterwerk in Zeiten in denen Martial-Arts-Filme förmlich aus dem Boden hinaus gestampft werden, seit ein kleiner Thailänder das Licht der Filmwelt erblickte.
Je näher der Termin zur Veröffentlichung heran rückte, umso mehr hab ich mich mit der Thematik des Filmes vertraut gemacht – und hab mich gefreut wie Bolle. Es sollte ein Biopic sein. Über eine Martial-Arts-Legende. Mit Drama Elementen. Und vielen Fights.

Dieses Konstrukt gab es doch schon ein paar Jahre vorher und das Resultat dieses Filmes (Fearless) war phänomenal. Die einzige Sache ist nur – (wie gesagt) Donnie Yens schauspielerische Fähigkeiten sind recht begrenzt. Aber gut – egal, Jet Li ist auch kein Marlon Brando und sein Beitrag war trotzdem genial.

Um was geht es nun beim vorliegenden Film – genau, da es ein Biopic ist und der Film „Ip Man“ heißt, wird es dann wohl um diesen gehen. Aber nur – wer ist das? Noch nie gehört. Und wäre meine Neugierde nicht so groß gewesen und hätte zudem das Cover der DVD es nicht schon verraten, wäre ich beim Abspann umso erstaunter gewesen. Denn Ip Man war der Trainer eines gewissen Bruce Lee, Gründer des Jeet Kun Do. Um es anders auszudrücken – die Legende Bruce Lee wurde durch eine andere Legende ausgebildet. Der Kreis schließt sich. Alles hat seinen Anfang. Und auch wenn Ip Man das Wing Chun nicht erfunden hat, so gilt er als Großmeister dieser Kampfsport-Art und hat es quasi berühmt gemacht. Denn Wing Chun galt damals als eine Verteidigungsvariante für Frauen.

Interessant also. Das einzige Problem eines Biopics besteht jedoch noch darin, dass das Leben um der Person oft verfälscht wird, die Darsteller nicht glaubhaft rüberkommen bzw. gar keine Bindung mit ihrem Charakter haben. Punkte, die einen vielleicht doch etwas Zweifel aufkommen lassen könnten. Aber da wir uns Männer eh nicht zu viele Gedanken machen, wird die DVD in den Player reingeschmissen und los geht’s…

“If wealth and honor do not dissipate you, poverty and low status do not make you move from your principles, authority and might do not distort you, then you can be called a great man.”

Der Film spielt in den 40-er Jahren in Foshan, China, während der japanischen Belagerung. Es ist die letzte große Zeit der Kung-Fu-Schulen und alter Werte wie Freundschaft, Loyalität, Familie und Ehre.

Ip Man lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn zurückgezogen in einer doch recht prunkvollen Residenz. Ihm widerstrebt es Schüler auszubilden und trainiert lieber für sich allein. Er ist sehr ehrenhaft, stets freundlich, besonnen und hilfsbereit. Zum Anfang des Filmes „stört“ der Meister des neueröffneten Liu Fist Clubs das Essen im Kreise der Familie und bittet um einen Sparringskampf mit Ip Man, da er in der Stadt gehört hat, dass dieser ein exzellenter Meister des Wing Chun sei. Sehr angetan von diesem Wunsch ist Ip Man nicht – schickt ihn aber dennoch nicht weg, sondern bitte ihn rein und lässt ihn dann sogar mit am Tisch der Familie mit essen. Danach folgt ein erster Martial-Arts-Eye-Candy der Güteklasse A. Ip Man besiegt seinen Gegner klar und deutlich – nur schlägt er nicht zu, sondern täuscht nur an! Rasend schnell und unglaublich choreographiert, so dass dieser „Fight“ einfach nur noch Lust auf mehr macht.

Gut eine viertel Stunde später kommt es zum ersten großen Kampf. Ein Kämpfer namens Jin kommt nach Foshan um mit den großen Meistern der verschiedenen Kung-Fu-Schulen zu üben. Natürlich bleibt es nicht dabei, sondern er besiegt sie in toll choreographierten Kämpfen und macht sich anschließend über diese lustig. Als er hört, dass es einen unbesiegbaren Wing-Chun-Meister in der Stadt gibt, möchte er sich auch mit diesem Messen und begibt sich zur Residenz.

Ip Man ist natürlich nicht begeistert als Jin an seiner Tür klopft, auch gerade deshalb, da seine Frau ihm verboten hat zu kämpfen und sich mehr um seinen Sohn kümmern soll. Aber nicht nur Jin steht in seinem Haus, sondern so ziemlich die halbe Stadt will sich das nicht entgehen lassen. Als dann der Kämpfer das gesamte Volk von Foshan verpönt und Ip Man als einen feigen Mann bezeichnet, der unter den Pantoffeln seiner Frau steht drehte diese sich von Ip Man mit folgenden Worten weg: „Don’t break my things“. Dieser Satz erinnerte mich an den 2. Rocky-Film als Adrian nach der Geburt im Krankenhaus liegt und Rocky mit den Worten „Just do me one favour – Win!“ von der Leine lässt, schlägt mein Kämpferherz wie afrikanische Trommeln und mein Grinsen wird immer größer.

„Dad, Mum said if you don’t start fighting everything in the house will be broken.”

Zum Anfang des Kampfes verteidigt sich Ip Man “nur” – und einige Sachen gehen dann doch zu Bruch. Als dann der kleine Kirps auf seinem Dreirad an Ip Man mit o.g. Worten vorbeifährt ist die Leine auch bei diesem Los und der Meister zeigt was er wirklich draufhat. Ich möchte nicht zu viel auf die Kämpfe eingehen, aber jeder der sich diesen Film ansieht, versteht was ich meine, wenn ich sage – Donnie Yen rockt wie nie zuvor! Anscheinend ist der Mann selber ein Meister des Wing Chun.

Nach der Belagerung der japanischen Truppen beginnt der dramatische Teil des Filmes. Armut und Leid stehen an der Tagesordnung. Angesehene Kung-Fu-Meister müssen ihre Schulen schließen und selbst auch wie jeder andere Mitbürger Foshans für einen Sack Reis hart arbeiten, betteln oder sämtliche Sachen verkaufen. Eine Zeit in der Schusswaffen schneller zum Einsatz kommen als man mit den Augen zwinkern kann – eine Zeit, in der sämtliche o.g. Werte anscheinend nicht mehr existieren und es nur ums nackte Überleben geht.

Auch ein Ip Man zieht in eine kleine Hinterhof-Wohnung, muss sich um seine kranke Frau kümmern und sein letztes Hab und Gut verscherbeln. Als dann nichts mehr da ist, zieht er schweren Herzens los und sucht sich Arbeit. Und in Zeiten wie diesen ist es auch für einen ehemals hoch angesehenen Meister nicht leicht Beschäftigung zu finden – wenn da nicht ein Besitzer eines Kohle-Werkes ihn erkennt und ihn mitnimmt. Dort angekommen findet er auch viele alte Bekannte Gesichter wieder – wie z.b. der Meister des Liu Fist Clubs.

Eines Tages erscheint ein Jeep der japanischen Armee und neben den Soldaten steigt auch der ehemalige Polizist Foshans mit aus – Verräter gibt’s halt überall ;-) . Ein japanischer General namens Miura hat gehört, dass es in Foshan viele Meister des chinesischen Kung Fu gab und möchte das natürlich sehen. Deshalb bietet er jedem an einen Sack Reis zu gewinnen, wenn er gegen einen Japaner antritt und gewinnt. Da die Armut wie schon gesagt sehr groß ist, klingt dieses Angebot für einige sehr verlockend, weshalb dann auch ein Freund Ip Mans mitfährt.
Dort angekommen können die Freiwilligen sehen, dass der Meister des Liu Fist Club 3 Gegner besiegt hat und dafür auch wirklich 3 Säcke Reis bekommt. Anschließend möchte der General selber gegen 3 chinesische Meister kämpfen, was in einem Kampf mündet der auch wieder auf hohem Niveau choreographiert wurde und man denkt „Wow diese kleine Kampfsau ist mir noch nie aufgefallen, behalt ich aber im Auge…“. Ums kurz zu machen – der Kumpel von Ip Man wird im Kampf getötet.

„Everyone has to make their own choices…“

Am folgenden Tag wundert sich Ip Man wieso sein Freund nicht bei der Arbeit ist – und als die japanischen Soldaten wieder einreiten fährt er schließlich mit, um zu erfahren was passiert ist. Man sieht wieder wie der Meister des Liu Fist Club gegen 3 Gegner antritt – diesmal gleichzeitig. Dieses Mal wird er jedoch übel zugerichtet und nach dem Kampf auf der Matte vom kleinen Handlanger des General Miura erschossen – unehrenhaft, feige und sinnlos. Das sieht sogar der General so und warnt ihn, dass wenn er noch einmal dieWaffe in der Arena zieht, er selber sterben wird. Alte Werte gibt es anscheinend doch noch.

Danach folgt ein Highlight wie es im Buche steht – Ip Man will nun auch kämpfen – gegen 10 Gegner gleichzeitig!!! Und diese haben keine Chance! Es werden Arme ausgekugelt, Beine gebrochen und einem Gegner wird quasi der Brustkorb und einem Anderen der Kopf so schnell und gnadenlos förmlich weich geklopft, wie man es normalerweise mit einem Stück Schnitzel macht!

An dieser Stelle möchte ich nun nicht mehr weiter auf die Story eingehen um ganz einfach nicht alles vorwegzunehmen – nur so viel: Jeder, aber wirklich jeder Kampf in diesem Film hat seine volle Berechtigung! Die Fights wurden nicht sinnlos eingefügt, sondern passen einfach zu der Situation. Und auch wurde der Film nicht um die Fights herumgesponnen, sondern es passt einfach wirklich zusammen! Im Grunde läuft es „nur noch“ auf den Kampf zwischen dem General und Ip Man hinaus, nebenbei gibt es noch eine Nebenstory, die aber ebenfalls seine volle Berechtigung hat, so dass die Laufzeit von 106 Minuten nie langweilig wird und sich ruhige, dramatische Momente mit knallvollen Kämpfen abwechseln.
Das Leben von Ip Man während seiner Zeit wird würdig dargestellt. Er eröffnet seine erste Schule und lehrt den Bewohnern, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss und für seine Freiheit förmlich kämpfen soll. Klingt beim Lesen etwas platt – wird aber doch sehr episch dargestellt.
Die Darsteller überzeugen vollends. Keiner overactet wie man so schön sagt und jeder füllt seine Rolle mit Leben. Und auch die Skepsis, die ich hatte, dass Donnie Yen etwas blass wirken könnte, wurden bereits nach den ersten 5 Minuten quasi zerstört. Die Rolle des ehrenhaften Ip Man passt einfach zu ihm, ich könnte mir keinen anderen Schauspieler vorstellen und wenn man genau hinschaut erkennt man doch einige Übereinstimmungen im Aussehen ;-). Was mich nach der Sichtung des Making Of mehr als nur verwunderte – Donnie Yen hat nie Wing Chun trainiert, er wusste nicht einmal so wirklich wer Ip Man ist, sondern hat die Rolle übernommen, weil er ein großer Fan von Bruce Lee ist! Erst zur Vorbereitung auf die Dreharbeiten hat er bei Wing-Chun Meistern trainiert – und zwar beim ältesten Sohn von Ip Man höchstpersönlich. Dieser stand dem Team auch jederzeit zur Seite und nach dem Training sagt er selber, dass es erstaunlich ist, was Donnie Yen im Martial-Arts-Bereich in so kurzer Zeit gelernt hat (er beherrscht alle 108 Techniken am Wooden Man Dummy perfekt!). Die nächste Überraschung kommt mit General Miura – bzw. dem Schauspieler. Warum er nie aufgefallen ist? ER KONNTE KEIN MARTIAL-ARTS! Er hat alles gelernt bzw. lernen müssen! Von beiden Darstellern eine großartige Leistung vor der ich meinen imaginären Hut ziehe.

Und nun noch einmal zum Herzstück des Filmes – die Kämpfe! Nicht unnötig brutal, aber eine nötige Härte ist vorhanden. Die verschiedenen Kampfstile der Gegner werden wunderschön hervorgehoben. Kein Kampf wurde einfach nur hineingequetscht. Kein Kampf gleicht dem Anderen. Um der ganzen Sache die Krone aufzusetzen, wurden die großartigen Kämpfe von keinem anderen als Sammo Hung choreographiert – selbst ein Kenner des Wing-Chun-Faches! Ihm ist es zu verdanken, dass wirklich jeder Kampf anders wirkt und keine Langeweile aufkommt! Um die Sache abzurunden wurde Wirework nur spärlich eingesetzt und fällt nicht weiter auf. In Zeiten von Tony Jaa und co. nicht überraschend, aber was diesen Film von Tony Jaa’s unterscheidet ist der Fakt, dass die Kämpfe nie sinnlos in die Länge gezogen werden und das keine Horden von Gegnern nach und nach ins Bild gerannt kommt. Versteht mich nicht falsch – ich liebe „Revenge of the Warrior“, aber dieser angesprochene Realismus beflügelt doch irgendwie mein Herz.

Die Kostüme und das Setting passen einfach in den Film, so dass man sich in die damalige Zeit wunderschön zurückversetzen kann. Zum Anfang sind die Farben noch sehr hell und strahlend gehalten, als Anekdote, dass damals noch wirklich alles gut war. Nach der Belagerung wirkt alles sehr trist und grau um der Armut und dem Elend noch mehr Aussagekraft zu verleihen. Und auch die Musik leistet seinen perfekten Anteil zum Film. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Punkt. Aus. Ende.

Ob sich alles so abgespielt hat, kann ich nicht sagen. Die Biographie von Ip Man blendet fast seine Zeit in Foshan aus. Laut Regisseur Wilson Yip ist es bewiesen, dass Ip Man einen japanischen General besiegt hat. Da Ip Ching (Ip Mans ältester Sohn) als Begleiter zur Verfügung stand, gehe ich davon aus, dass das Leben von seinem Vater ihm entsprechend umgesetzt wurde. Die Aussage des Filmes kommt auf eindringliche Art und Weise gut rüber: Werte wie Familie, Freundschaft, Loyalität und Ehre müssen aufrecht erhalten bleiben. Kämpfe für deine Freiheit – sei es wirklich Hand-To-Hand oder „nur“ durch deine Taten. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen. Lauf nicht weg und keinem nach, sondern tu was du für richtig hälst.

Fazit:
Was soll ich sagen? Die 4. Zusammenarbeit von Wilson Yip und Donnie Yen ist das bisher beste Ergebnis des Duos! Ein Film, welcher dem wahren Ip Man einfach nur gerecht wird. Liest man sich das Buch „Ip Man – Protrait of a Kung-Fu Master“ (geschrieben von Ip Ching, dem ältesten Sohn) durch, erkennt man letztendlich die große Hürde, die die beiden bewältigt haben. Ip Man war ein großer Mann, ein großer Kämpfer, einfach eine Legende!

Ich glaube man merkt mir an, dass dieser Film für mich jedenfalls einfach nur grandios ist - deshalb gibts auch volle

:liquid10: von mir.

In Deutschland erscheint der Film erst noch und wird mit FSK 18 in der Ofdb gelistet. In Großbritannien gibt es eine 2-Disc-Special-Edition mit englischer Tonspur und reichlich Bonusmaterial. Das Bild ist nahezu perfekt und auch der Ton ist super abgestimmt.

Außerdem erscheint ein 2. Teil nächsten Jahr – was auch einfach nur logisch ist, denn das eigentliche Schaffen von Ip Man begann in Hong-Kong nach seiner Foshan-Zeit. Und worauf sich jeder Freund des Filmes freuen darf – es wird ein Kampf zwischen Donnie Yen und Sammo Hung geben. Wir dürfen gespannt sein!

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freeman ist Meister des Wing Chun:

Ip Man

In Foshan, einer Stadt auf dem chinesischen Festland, kommen alle Meister der verschiedensten Kampfsportarten zusammen, um hier ihre Schulen aufzubauen und ihre Kenntnisse weiterzugeben. So wird die Stadt alsbald zum Zentrum der chinesischen Kampfkunst. In der Stadt lebt auch Ip Man, der vermutlich größte Wing Chun Meister aller Zeiten. Doch er betreibt „seinen“ Sport mehr oder weniger nur, um sich selbst fit zu halten, an eine Karriere als Lehrmeister denkt er nicht im Geringsten. Dennoch wird er von allen Meistern geachtet und hofiert. Doch dann greifen die Japaner China an und besetzen das Land. Ip Man wird aus seinem Haus vertrieben und lebt fortan - wie das Gros der Chinesen - in tiefstem Elend. Als er sieht, was die Besatzer mit seinen Landsleuten alles anstellen, beginnt Ip Man, der sich vorher aus allem heraushielt, umzudenken. Er lehrt „seinen“ Leuten die chinesischen Kampfkünste und gibt ihnen Hoffnung, gegen die Besatzer zu bestehen. Als Höhepunkt stellt er sich selbst dem größten Karatemeister der japanischen Armee ...

Ip Man erzählt alles andere als eine neue Story. Die Chinesen haben nämlich schon einige Filme umgesetzt, die allesamt die gleiche Story von den ruchlosen Besatzern (Kolonialherren, Japaner, ...) erzählen, die das Land knechten und ausbeuten und denen man nur Herr werden kann, indem man ihnen mit den traditionellen Kampfkünsten begegnet und die Besatzer damit auf Gebieten düpiert, in denen sie selbst meinen, die ultimativen Könner zu sein. Dies war schon Thema in „Once upon a Time in China“, aber auch in neueren Streifen wie „Fist of Legend“ oder „Fearless“. Dass Filmen mit diesem Thema ein stärkerer Patriotismus eigen ist, dürfte dabei nicht verwundern, fällt aber hier und da auch in Ip Man etwas negativ auf. Erstaunlicherweise wird in Ip Man aber ausgerechnet der Chef der bösen Japaner sehr interessant (weil menschlich und ehrenhaft) gezeichnet.

Ein weiterer negativer Punkt, der am Storytelling von Ip Man auffällt, ist, dass man erstaunlich wenig über die Figur Ip Man selbst erfährt. Zwar hakt der Film diverse Stationen im Leben des später als Lehrer von Bruce Lee berühmt gewordenen Kampfsportmeisters ab, blendet aber dessen Motive und Beweggründe für seinen Lebensstil weitgehend aus. Auch sein Verhältnis zu seiner Familie wird nur oberflächlich angerissen und zu keinem echten Ende gebracht. Obendrein erscheint Ip Man als perfekter Mensch, der keinerlei echte Ecken und Kanten gehabt zu haben scheint und auch nur bedingt an sich selbst zu zweifeln schien. Die Folge ist das Gefühl, einer doch extrem stark idealisierten Biographie zuzuschauen, die die Geschichte doch arg beschönigt.

ABER – und damit zu des Pudels Kern – schon Filme wie „Der Patriot“ von Roland Emmerich oder Mel Gibsons „Braveheart“ haben hinlänglich bewiesen, dass derartige Geschichtsbeschönigungen nicht zwingend einen schlechten Film zur Folge haben müssen. Ganz im Gegenteil, sind es doch gerade eben genannte Filme, die trotz etwas oberflächlicher Herangehensweise an ihre Figuren ungemein mitreißen und den Zuschauer bis ins Mark involvieren. Und genau dieses Kunststück gelingt auch Ip Man, bei dem man am Ende komplett geschafft im Fernsehsessel in sich zusammensackt, weil man gerade 100 Minuten vor der Glotze mitgefightet und mitgefiebert hat.

Das liegt samt und sonders am Kill Zone Dreamteam Wilson Yip (Regie), Simon Yam und Donnie Yen (Hauptdarsteller) und Sammo Hung (Actionregie). Jeder (abgesehen vom etwas zu passiv aufgestellten Simon Yam) leistet erneut großartiges für das Gelingen des gemeinsamen Filmprojektes. Wilson Yip für seinen Teil inszeniert sehr straff und schnell und findet nach einem etwas belanglos anmutenden Einstieg genau den richtigen Ton, um die Zustände deutlich zu dramatisieren und seinem Film ordentlich Spannung einzuhauchen. Auch optisch findet Yip genau die richtigen Bilder, um vom glücklichen Leben vor der Besatzung (deutlich farbigere Bildkompositionen) zum Elend unter japanischer Herrschaft (farbentzogene, fast schwarz weiß anmutende Bilder) überzublenden. Obendrein hat er ein fantastisches Gespür für die optimale Platzierung der sehr häufig auf den Zuschauer niedergehenden Kampfsporteinlagen, die sich im Laufe des Filmes auch deutlich im Ton verschieben und ordentlich an Härte zulegen.

Diese Actionszenen wurden samt und sonders von Sammo Hung inszeniert, der hier wahrhaft meisterliche Szenen vollkommener Körperbeherrschung abfeuert und immer genau das richtige Maß für die gebotene Härte, den Grad an spektakulären Aktionen und die Länge der Fights hat, denn in Ip Man wird extrem unvorhersehbar zwischen knackig kurzen, extrem effektiven Fights und verspielten, fast schon poetisch schön anmutenden Kampfszenen hin und her gewechselt. Optisch ist seine Actioninszenierung dann wirklich über alle Zweifel erhaben. So ungemein dynamische Fights hat man lange nicht mehr so edel bebildert auf der Leinwand gesehen. Obendrein verzichtet Sammo Hung recht häufig auf das in China in letzter Zeit etwas inflationär zum Einsatz kommende Wirework und optische Spielereien wie megaedle Zeitlupen flicht er spektakulär ins wilde Kampfsporttreiben ein.

Dabei kann er sich vor allem auf den Hauptdarsteller Donnie Yen voll und ganz verlassen. Dieser tritt hier vollkommen uneitel hinter die Figur des Ip Man zurück. So gibt es beispielsweise in seinen formvollendeten Fighteinlagen keine einzige seiner typischen Donnie Yen Manierismen. Dementsprechend sucht man den Dropkick sowie diverse Highflykicks vollkommen vergebens. Yen stellte für den Film alles auf die fließende Wing Chun Kampfsportart um und wirkte in noch keinem seiner Kampfsportfilme so grazil und anmutig wie in diesem Film. Dafür hat er sichtlich auch Muskeln abtrainiert, wirkt er teilweise doch richtiggehend hager. Aber es hat sich gelohnt. Denn seine Actionszenen stellen aktuell auch das so gefeierte Actionkino aus Thailand mühelos in den Schatten. Alleine sein irrer Kampf gegen zehn Karatekas, bei dem er nicht ein einziges Mal getroffen wird!!!, legt davon eindrucksvoll Zeugnis ab. Vom knackig kurzen, genial choreographierten Schlussfight ganz zu schweigen.

Darstellerisch kommt Yen die Tatsache entgegen, dass man eben von Ip Man als Menschen nicht so viel erfährt. So muss der Darsteller, der niemals zur Creme de la Creme der darstellenden Zunft gehören wird, „nur“ sein über die Jahre angehäuftes und ihm vor allem in den letzten Jahren förmlich zufliegendes Charisma wirken lassen, um Ip Man für den Zuschauer funktionieren zu lassen. Und dies klappt gar prächtig. Die anderen Darsteller in Ip Man spielen auf den Punkt und lassen sich sehr selten beim Overacting erwischen, bleiben aber durchweg ziemlich unterentwickelt, was eben vor allem für den Edelmimen Simon Yam ziemlich nachteilige Folgen hat, wirkt er doch durchweg komplett unterfordert.

Ip Man endet, als der Meister nach Hongkong übersetzt, wo er dem Kampfsportstil Wing Chun zum Durchbruch verhelfen und ihn in die Welt hinaustragen wird. Es wäre schön gewesen, auch von diesem Lebensabschnitt mehr zu erfahren. (Vielleicht ist dies ja Thema im aktuell in Produktion befindlichen zweiten Teil?) Doch auch so ist Ip Man ein rundum gelungener Streifen, der zwar letztlich erstaunlich wenig über Ip Man preisgibt, aber absolut hervorragend unterhält, einen packt, in die Handlung hineinzieht und mit wahnsinnig tollen Kampfsporteinlagen förmlich hypnotisiert. Verpackt in tolle Bilder und getragen von einem wirklich souveränen Donnie Yen gelingt den Chinesen so seit langem mal wieder eine echte Stilbombe, die definitiv eine Marke im Genre setzt. Unbedingt hervorheben muss man dahingehend auch den genialen Soundtrack von Maestro Kenji Kawai (Schöpfer des Ghost in the Shell Scores), der wirklich in jeder Szene den richtigen Ton trifft und dank einer grandiosen Maintheme auch einige echte Gänsehautmomente zu generieren versteht. Kurzum: Ip Man ist vielleicht keine Biographie im eigentlichen Sinne, aber er ist eine Involvierungsbombe sondergleichen, was so manchen „Fehler“ locker glatt bügelt.
:liquid8:

Die deutsche DVD kommt von Splendid Home Entertainment, ist mit einer FSK 18 Freigabe uncut, kommt im hübschen Schuber und hat einige nette Extras an Bord!

In diesem Sinne:
freeman
Zuletzt geändert von Der P am 22.11.2009, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Ip Man II

Beitrag von Seemi » 22.11.2009, 16:05

Freeman kickt die Briten:

Ip Man 2

Bild

Originaltitel: Yip Man 2: Chung si chuen kei
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Wilson Yip
Darsteller: Donnie Yen, Sammo Hung, Lynn Hung Doi-Lam, Fan Siu Wong, Gordon Lam Ka-Tung, Huang Xiaoming, Kent Cheng, Darren Shahlavi, To Yue-Hong, Amber Chia u.a.

Ip Man, nach seinem Martial Arts Duell mit einem japanischen Offizier angeschossen, floh am Ende von Ip Man I mit seiner kleinen Familie vom chinesischen Festland gen Hongkong. Doch auch hier wird Ip Man in verschiedenste Animositäten verwickelt. Zunächst will seine Martial Arts Schule nicht so recht laufen. Eher zufällig finden sich erste Schüler ein, um seine Kampfkunst des Wing Chun zu erlernen. Doch finanzielle Probleme zwingen Ip Man immer wieder fast zur Aufgabe, doch der Chinese ist das Kämpfen gewöhnt. Eines Tages muss er zudem erfahren, dass seine Kampfsportschule alles andere als gerne gesehen ist, hat er es doch versäumt, die anderen Kampfsportmeister Hongkongs um Erlaubnis zu bitten, die Schule zu betreiben. Zwar räumt Ip Man dieses Problem irgendwann aus dem Wege, doch angesehener wird er dadurch nicht und auch Lernwillige bleiben seiner Schule fern. Während sich die Chinesen so in immer neuen Streitigkeiten untereinander aufreiben, merken sie nicht, dass am Horizont eine weitere Macht aufbegehrt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Moral der Hongkong Chinesen zu brechen, indem sie ihre Kampfkünste niedermacht.

Ip Man I erwies sich im asiatischen Kulturkreis als absoluter Volltreffer und geriet zu einem enormen Kassenerfolg. Das offene Ende deutete dabei schon überdeutlich an, dass man die Geschichte Ip Mans noch lange nicht für zu Ende erzählt hielt. Und so fanden sich die Kreativen hinter Ip Man I erneut zusammen und präsentieren eine Fortsetzung, die dem Original vielleicht nicht überlegen, aber zumindest ebenbürtig ist. Dabei fällt zunächst auf, dass man an den gröberen Problemen des Vorgängers nicht viel ausgebessert hat. Erneut wird die Figur des Ip Man eher zu einer makellosen und vollkommen fehlerfreien Heldenfigur stilisiert, die symbolisch und überlebensgroß für den Jahrhunderte andauernden Kampf der Chinesen gegen diverse ausländische Aggressoren steht. Über Ip Man, seine Motivation, sein Leben und sein Verhältnis zu seiner Familie erfährt man auch in Ip Man II nicht wirklich etwas.

Stattdessen gerät Ip Man II nach einer längeren Einleitung um den Fehlstart Ip Mans in Hongkong zu einer Rocky IV Variante. So schlägt sich der Meister zunächst mehr schlecht als recht durchs Leben und profitiert von seinem guten Ruf, den er sich auf dem Festland zulegte. Irgendwann wird ein Mensch, den er respektiert, von einer Kampfmaschine brutal aus dem Leben gerissen, weshalb Ip eine besonders intensive Trainingseinheit einlegt und in einem aussichtslos scheinenden Kampf die asiatischen Kampfkünste gegen die „Herrscher“ Hongkongs, also die Briten, verteidigen muss. Ip Man steht dabei für Rocky, Ips toter Freund für Apollo Creed, der Kalte Krieg Konflikt aus Rocky bleibt sogar erhalten, fightet doch auch in Ip Man II Ost gegen West (wobei es hier eher der Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne ist) und der brachiale Britenschläger ersetzt Dolph Lundgrens Ivan Drago aus Rocky IV. Und ja, was soll ich sagen, was in Rocky IV auf den Punkt funktionierte, ist nun in Ip Man II nicht minder mitreißend.

Klar, die Story ersäuft in Klischees und die in Teil I wenigstens noch halbwegs vorhandene ambivalente Zeichnung der „Bösewichter“ weicht einer fast schon rassistischen Schwarz-Weiß-Zeichnung, aber die dichte Inszenierung von Ip Man II packt und reißt einen richtiggehend mit. Und wie im Vorgängerfilm, der ja durchaus an ähnlichen Problemen krankte, ist das auch hier der Verdienst des Sha Po Lang Dreamteams aus Wilson Yip (Regie), Donnie Yen (Hauptrolle), Simon Yam (kleinere Nebenrolle) und Sammo Hung (Actionchoreographie und Hauptrolle).

Yip inszeniert seinen Film dabei genauso straff und auf den unausweichlichen Endkonflikt hin ausgerichtet, wie den grandios involvierenden Vorgänger. Optisch geht er dabei einen leicht anderen Weg als im Vorgänger, denn Ip Man II präsentiert sich deutlich bunter, wird mit kräftigen, leuchtenden Farben versehen und ist lichtdurchfluteter als der fast schon monochrome Vorgänger. Auch das Filmkorn schraubte Yip deutlich herunter und gibt seinem Ip Man II dadurch einen wesentlich leichteren Grundton mit auf den Weg, was den Streifen vor allem in den Anfangsminuten fast schon locker leicht wirken lässt, zumal die Figur des Ip Man in diesem Abschnitt auch allen Problemen mit einem Lächeln begegnet. Erst gegen Ende nimmt Yip ein wenig die Farben zurück, um dem veränderten Grundton der Geschichte gerecht zu werden. Dem trägt auch Kenji Kawai mit seinem Soundtrack Rechnung. Dieser lässt vor allem zu Beginn die in Teil I transportierte Schwere fast gänzlich missen. Selbst das Ip Man Thema wird leicht aufgehübscht und leichter gemacht, nur um dann gegen Ende in wuchtigen Trommeleinlagen niedergeknüppelt zu werden.

Zudem ließ Yip in Teil II seinen Actionregisseur Sammo Hung deutlich mehr von der Leine als in Teil I. Im Grunde gehen eigentlich alle 4-5 Minuten spektakulär choreographierte und extrem souverän inszenierte Kampfsportscharmützel auf den Zuschauer nieder. Hier inszeniert Yip mal aus der Distanz, um die Choreographie „atmen“ zu lassen, und geht mal mitten rein, um die Wucht mancher Aktion noch zu unterstreichen, OHNE dass dabei hektisches Kameragewackel und ähnliche Unarten des Actionfilmes Einzug in den Film finden würden. Man behält in den Actionszenen immer den Überblick und kann Hungs Arbeit voll und ganz genießen. Dieser arbeitet im Vergleich zur eins ein wenig mehr mit Wirework (vor allem bei seinen eigenen Auftritten), überreizt dieses aber in keiner Sekunde. Würde man innerhalb der Masse an Actionszenen wirklich Highlights benennen wollen, würde man wohl den Burly Brawl von Donnie Yen gegen geschätzte 20 Mann benennen und freilich den irre involvierenden Endkampf. Denn vor jenem wurde der Brite so ins extrem dämonisiert, ist einem Ip Man so sehr ans Herz gewachsen und hat einen Kawai mit seinem Soundtrack bereits so brutal manipuliert, dass man jeden Schlag Ip Mans im heimischen Sessel mitschlägt und die Einschläge der Britenfäuste in die chinesische Kampfsportseele am eigenen Körper zu spüren meint. Zudem entfesseln Yip und Hung in diesen letzten Minuten die Kamera vollends und liefern einen grandiosen Bildersturm sondergleichen.

Immer mittendrin: Donnie Yen als Ip Man. Wie bereits in Teil I tritt der Mime vollends hinter die historische Figur zurück und präsentiert keine einzige seiner über die Jahre hinweg etablierten Marotten oder Kampfsportskills. Wer das nicht glaubt, sollte einfach einmal alle alten Donnie Yen Filme am Stück gucken und versuchen, zu eruieren, ob er in jenen insgesamt auch nur ansatzweise so häufig lächelnd und gleichmütig zu sehen ist, wie in den ersten zehn Minuten von Ip Man II. Mit lässigem Charme und vollkommen unangestrengt meistert Yen diese so ungewohnt wirkende Rolle, trägt den Film letztlich im Alleingang und präsentiert nebenher immer wieder seine grandiosen Kampfsportfähigkeiten. Da sind die Auftritte der anderen Darsteller, von denen man einige schon in Teil I erleben durfte, nur eine Randnotiz. Eine Ausnahme bildet der starke Auftritt von Sammo Hung, der sich innerhalb weniger Minuten vom relativ unsympathischen Despoten zum ehrenhaften Kämpfer und Vorbild von Ip Man wandeln darf und das erstaunlich gut hinbekommt! Seine letzten Szenen gehen einem dementsprechend wirklich nah.

Was bleibt, ist eine dem Vorgänger ebenbürtige Fortsetzung, die als Biopic zwar ebenfalls großräumig versagt, als reine, hochgradig involvierende und mitreißende Martial Arts Bombe mit großem Wowfaktor, massig Pathos, etwas übertriebenem Patriotismus, edler Optik, starkem Hauptdarsteller, großartigem Score und einem brutal auf die Kämpferseele im Zuschauer abzielenden Showdown aber so richtig losrockt! Zwar wird wie schon im Vorgänger grob umrissen, wie das weitere Schicksal von Ip Man aussieht, aber letztlich kann man nur hoffen, dass man um den Lehrmeister von Bruce Lee noch ein paar derartige Spektakel strickt. Die Kampfsportfans rund um den Globus würden es den Sha Po Lang Machern sicherlich danken.
:liquid8:

Die deutsche DVD/Blu Ray von Splendid ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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John_Clark kickert mit:

"Ip Man" war Anfang 2010 der DVD-Hit schlechthin. Teil zwei hatte also eine schwere Bürde zu tragen - einen richtig guten Vorgänger. Kann "Ip Man 2" ebenso überzeugen?

Inhalt:
Nachdem Ip Man (Donnie Yen) im zweiten Sino-Japanischen Krieg seine Kampfkünste gegen die Japaner einsetzte, flüchtet er 1949 nach Hongkong und versucht dort, eine Wing Tsun-Schule zu etablieren. Als der mächtige Master Hung (Sammo Hung) dies erfährt, stellt er Ip Man vor eine heikle Aufgabe. Dieser soll sich zunächst in einem Kampf auf Zeit gegen Kämpfer aller möglichen Stile den nötigen Respekt verdienen. Auch seitens eines korrupten Polizei-Intendants (Charlie Mayer) und dem britischen Box-Champion Twister (Darren Shahlavi) droht weitere Gefahr. Für Ip Man geht es erneut um die Ehre des chinesischen Volks...

Als erstes, ich kenne die wirkliche Lebensgeschichte Yip Mans (fragt mich nicht wegen der Schreibweise) nicht wirklich. Als ich vor Jahren noch Wing Chun praktizierte waren Bilder Yip Mans in vielen Büchern zu finden und mein Sifu erwähnte seinen Namen hin und wieder. Der Film "Ip Man" erzählte damals die Geschichte der Geschehnisse in der chinesischen Stadt Foshan während des zweiten Chinesisch-Japanischen Krieges in den dreissiger Jahren. Der vorliegende zweite Teil spielt im Hong Kong der Fünfzigern.

Als erstes fällt gleich auf, dass der Soundtrack dem des ersten Teils angepasst wurde. Zumindest hört sich der Sound ziemlich ähnlich an, was ich aber als positiven Punkt werte, ist die Musik doch sehr eingängig. Regisseur Wilson Yip, der schon den ersten Teil zu verantworten hat, führt den Stil des Vorgängers eins zu eins weiter. Als Zuschauer fühlt man sich sofort wieder in der Welt Yip Mans willkommen.

Donnie Yen ist eine Wucht. Obwohl der dem richtigen Yip Man nicht wirklich ähnlich sieht, seine Art, den grossen Wing Chun-Meister zu spielen ist einfach toll und jederzeit glaubbar. Noch überzeugender sind jedoch seine Wing Chun-Szenen. Ich gebe zu, so ein grosser Experte wie ich es gerne geworden wäre, bin ich nun letztendlich doch nicht. Aber ich erkannte doch viele Moves wieder, das Siu Nim Tao, die berühmten "klebenden Hände" Chi Sao, Kettenfaustschläge - das war klar Wing Chun. Ich verstehe nur einige negative Reviews nicht, die hier einige Martial Arts-Details bemängelten. Da bekommt Wing Chun endlich mal eine grossartige Plattform um sich zu präsentieren, da kann man doch ruhig gerne über einige wirklich unnötige Punkte hinwegsehen. Zudem muss doch auch beachtet werden, dass Donnie Yen zwar ein Martial Arts-Experte ist (Wushu, Tai Chi, Taekwondo, Kickboxen uvm.), es jedoch sehr schwierig ist, einen neuen Stil zu adaptieren und glaubwürdig zu präsentieren. Und wenn man dann die hohe Geschwindigkeitsabfolge der Kämpfe sieht und wie unglaublich sich Donnie Yen mit Wing Chun-Attacken zur Wehr setzt, so darf der Gute wirklich hoch gelobt werden.

Unterstützt wird Yen auch im zweiten Teil wieder durch sehr motivierte Darsteller, welche auch hier wieder vollen Körpereinsatz geben. Ein grosser (und auch dicker) Bonus ist aber Sammo Hung, der hier ganz grosses Martial Arts-Kino präsentiert. Simon Yam ist ebenso wieder mit von der Partie. Und als grosser Bösewicht wurde Darren Shahlavi engagiert, der sich in unserem Raum auch langsam einen Namen macht, spielte er kürzlich in Steven Seagals "Born to raise Hell" mit und wird demnächst im Hollywood-Streifen "Red Riding Hood" eine Nebenrolle haben. Als mieser Bad Guy machte er jedenfalls auch hier wieder eine gute Falle.

Ein minimaler Abzug bekommt der Film in Sachen Fights leider doch. Denn, verglichen mit dem ersten Film wurde hier meines Erachtens zu viel mit Gummiseilen gearbeitet. Yip Mans Gegner fliegen teilweise gleich zehn Meter weit weg. Auch der Kampf Ip Mans auf dem runden Tisch gegen die anderen Kampfschulbesitzer war zwar originell, jedoch nicht sehr realistisch anzusehen. Dies ist auch einer der wenigen Punkte, die den zweiten Teil etwas hinter dem ersten platzieren lassen.

Dass die Englischen Besatzer hier wirklich nur als comichaft-böse Charaktere wirken, scheint beabsichtigt. Das war auch beim ersten Teil schon so - die Japaner kamen damals auch nicht symphatischer rüber. Darren Shahlavi spielt seinen Charakter, den Boxer Twister, genau nach dieser Vorgabe. Ein Typ, den man als Zuschauer einfach hassen muss.

Etwas wenig Rücksicht wurde auf Yip Mans Familie und deren Probleme genommen. Dass Ehemann Yip seine Frau während der Geburt ihres Kindes alleine lässt um gegen Twister zu kämpfen, mag dem Zuschauer, der etwas mitdenkt, vielleicht etwas komisch vorkommen. Ob dies nur eine Ausgeburt des Drehbuchs war oder ob dies wirklich in etwa so geschehen ist, i don't know.

Allgemein kann ich nicht sagen, wie genau dieser Film Yip Mans Geschichte wiedererzählt. Aber das ist schlussendlich doch egal. Yip Man wurde dank Donnie Yen ein grosses filmisches Denkmal gesetzt.

Fazit: Wer "Ip Man" schon gut findet, muss bei "Ip Man 2" einfach zugreifen. In der Endabrechnung ist die Fortsetzung weder besser noch schlechter als Teil eins, die minimalen Minuspunkte wegen den teils unrealistischen Fights macht der starke Auftritt Sammo Hungs wieder wett. Also, zugreifen und geniessen.

PS: Im Januar 2011 folgt das Prequel "Ip Man Zero". Wie gut dieses dann sein wird und ob der Abgang Donnie Yens verkraftet wird, werden wir dann sehen.
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Ip Man Zero

Beitrag von Sir Jay » 22.11.2009, 16:25

John_Clark zeroed rum:

Ip Man Zero

Originaltitel: Yip Man chinchyun
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Herman Yau
Darsteller: Dennis To, Siu-Wong Fan, Huang Yi, Rose Chan, Biao Yuen, Ip Chun, Sammo Hung, u.a.

Kurz nach dem Erscheinen des zweiten Teils steht nun auch das Prequel zu "Ip Man" und "Ip Man 2" in den Regalen unserer DVD-Dealer.

Inhalt:
Foshan im Jahre 1905. Der junge Ip Man (Dennis To) besucht die Schule des Martial Arts-Meisters Chan Wah Shun (Sammo Hung), der ihn mit den Grundzügen der WingTsun-Technik vertraut macht. Nach dessen plötzlichem Tod übernimmt sein Kollege Ng Chung-siu (Yuan Biao) die Schule und hilft Ip Man, sich weiter zu verbessern. Jahre später zieht der junge Ip Man nach Hongkong und lernt den alten Leung-Pik (Ip Chun) kennen, der ihn weitere Aspekte des WingTsun lehrt. Schließlich kommt es für Ip Man zu einer Auseinandersetzung mit seinem Adoptivbruder Ip Tin-chi (Fan Siu Wong), der ein Geheimnis verbirgt, das die ganze Nation bedrohen könnte...

Die Freude über einen weiteren Ip Man-Teil ist eigentlich gross. Nur das Fehlen des Hauptdarstellers Donnie Yen ist wohl den meisten Fans ein Dorn im Auge.

Dennis To, der die hier jüngere Ausgabe Ip Mans verkörpert, löst seine Aufgabe nicht mal schlecht. To, ein 29jähriger Wing Chun-Schüler von Sifu Ip Chun, welcher wiederrum der älteste Sohn des echten Ip Mans ist, konnte hier in seiner ersten Filmrolle überhaupt seiner Kampfkunst alle Ehre erweisen. Ip Chun höchstpersönlich übernahm die Rolle des Leung Bik - und der 86jährige Grossmeister durfte in einigen Szenen zeigen, wozu er auch in hohem Alter noch in der Lage ist. Beeindruckend. Kampfklops Sammo Hung hat nur einen kurzen Auftritt, jedoch in einer anderen Rolle als noch in "Ip Man 2". Eine eher ungünstige Darstellerwahl. Auch Siu-Wong Fan kehrt zurück und ist (as far as I know) der einzige Darsteller, der in allen drei Ip Man-Filmen zu sehen ist - jedoch auch er in einer anderen Rolle.

Der Film kann vom Setting mit seinen Vorgängern mithalten, aber wirkten die beiden ersten Teile von den Aufnahmen und Kamerafahrten interessanter und grösser, wird hier eher bodenständige Kost geboten. Musikalisch ebenso. Der Soundtrack sticht überhaupt nicht heraus, wirkt eher langweilig, glücklicherweise aber nicht nervend. Die Story fällt aber am meisten ab, wirkt langweilig und schon oft dagewesen.

Die meisten interessieren sich aber sowieso für die Wing Chun-Fights. Der Einsatz von Gummiseilen ist auch hier nicht übersehbar, aber glücklicherweise hält es sich in Grenzen und ich behaupte jetzt mal mutig, dass die Kämpfe realistischer aussehen als noch in "Ip Man 2", diese jedoch weit weniger interessant inszeniert wurden. Aber alleine dem alten Ip Chun beim Ausüben von Wing Chun zusehen zu können, ist ein erlebnis. Dennis To ist seit langer Zeit Wing Chun-Schüler und weiss auf kämpferisch zu überzeugen.

Fazit: "Ip Man Zero" ist kein schlechter Film, von den Martial Arts-Szenen her betrachtet sogar ein guter Streifen. Jedoch fehlt dem Film eine gute Geschichte und ein charismatischer Hauptdarsteller wie Donnie Yen, der, obwohl von Dennis To würdig vertreten, in vielen Szenen vermisst wurde.

:liquid7:

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Ip Man 3

Beitrag von Der P » 22.11.2009, 16:42

Freeman tritt nach:

Ip Man 3

Bild

Originaltitel: Yip Man 3
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2015
Regie: Wilson Yip
Darsteller: Donnie Yen, Lynn Hung, John Zhang, Patrick Tam Yiu-Man, Karena Ng, Kent Cheng, Louis Cheung, Leung Ka-Yan, Mike Tyson, Danny Chan Kwok-Kwan u.a.

Donnie Yen ist zurück in seiner Paraderolle als Kampfkunstmeister Ip Man. Dabei kämpft er gleich an drei Fronten: So verteidigt er eine Grundschule gegen einen fiesen Ausländer und muss einem Emporkömmling, der ebenfalls eine Wing-Chun-Kampfkunstschule eröffnen will, Paroli bieten. Seinen schwersten Kampf kämpft er allerdings gemeinsam mit seiner erkrankten Frau. Furioses Kampfsportballett, dass man aktuell sogar in den deutschen Kinos bewundern darf!
:liquid7:

Zur "Ip Man 3" Kritik

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Ip Man 4: The Finale

Beitrag von Seemi » 22.11.2009, 18:21

freeman winkt zum Abschied

Ip Man 4: The Finale

Bild

Originaltitel: Yip Man 4
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2019
Regie: Wilson Yip
Darsteller: Donnie Yen, Scott Adkins, Danny Chan Kwok-Kwan, Jim Liu, Vanness Wu, Mark Strange, Kent Cheng, Jason Redshaw, Nicola Stuart-Hill, Wu Yue, Chris Collins u.a.

In “Ip Man 4: The Finale” fokussieren Hauptdarsteller und Produzent Donnie Yen sowie sein Regisseur Wilson Yip auf die letzten Jahre des ikonischen Kampfkünstlers Ip Man. Der reist gen San Francisco, um für seinen Sohn eine aussichtsreiche Ausbildung zu sichern. Vor Ort wird er in rassistische Auseinandersetzungen verwickelt und gerät dabei an einen knallharten Karateka, der wie Scott Adkins aussieht.
:liquid7:

Zur Kritik von "Ip Man 4: The Finale"

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Master Z: The Ip Man Legacy

Beitrag von Sir Jay » 22.11.2009, 18:43

freeman langt hin:

Master Z: The Ip Man Legacy

Bild

Originaltitel: Cheung Tin-Chi
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 2018
Regie: Yuen Woo-Ping
Darsteller: Max Zhang Jin, Ada Liu Yan, Michelle Yeoh, Tony Jaa, Dave Bautista, Kevin Cheng, Chrissie Chau, Xing Yu, Philip Keung, Brian Thomas Burrell u.a.

Dieses Martial-Arts-Kunstwerk ist ein Spin-off zu den erfolgreichen “Ip Man”-Streifen mit Donnie Yen. Max Zhang gerät hier in Hongkong mit fiesen Verbrecherbanden aneinander und darf Michelle Yeoh, Tony Jaa und Dave Bautista seine Gegner nennen…
:liquid7:

Zur Kritik von "Master Z: The Ip Man Legacy"

In diesem Sinne:
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Beitrag von freeman » 23.11.2009, 08:24

Seemi hat geschrieben:
22.11.2009, 18:21
Der P hat geschrieben:
Sir Jay hat geschrieben:
Wo von dem hab ich ja noch gar nichts mitbekommen :shock:
Danke für die Rezi, auch wenn sie ein wenig zu spoilerhaft geraten ist ;)

Ich musste mich übrigens auch erst einlesen, bis ich verstanden hatte, um wen es hier geht, denn die offizielle internationale Schreibweise "Yip Man" ist mir doch geläufiger.

Aber der Film wird auf jedenfall anvisiert; es gibt viel zu wenig Filme in denen Wing Chun präsentiert wird, hoffentlich gibts hier davon einiges zu sehen :)
jo sorry wegen dem spoilern...aber das waren halt die gründe weshalb der donnie so losgelegt hat ;-) ...
problem is halt auch, dass der film so vielschichtig ist - ich hätte noch viel mehr erzähln können, nur dann hät ich auch wirklich zu viel gespoilert...und glaub mir...ich hab noch lange nicht zu viel verraten ;-)

wegen der schreibweise von "ip"...ich bin so arrogant un sage, dass dies die richtige schreibweise is...nach dem film hab ich mir die biographie zugelegt un in den ersten kapiteln gehts auch gleich um den namen...un da schreibt der sohn halt, dass "ip" am richtigsten quasi is ;-) ...das buch gibts für'n 6-er oda so bei amazon...für jeden der sich noch mehr damit beschäftigen will, ein gutes ding...un viele seiten hats auch nich ;-) ...ach bilder sin auch drin falls das für jmd interessant sein sollte :P
Sir Jay hat geschrieben:Wo von dem hab ich ja noch gar nichts mitbekommen :shock:
Wurde doch sogar hier schon angekündigt...
Sir Jay hat geschrieben:
22.11.2009, 18:43
da guck ich nie rein :lol:
Selber schuld! :lol:

Saustarkes Review von nem Film auf dem ich mich schon länger freue! Kummt ja nun auch bei uns bald ... Yippieh!

In diesem Sinne:
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Beitrag von kami » 23.11.2009, 10:30

freeman hat geschrieben:
23.11.2009, 08:24
Seemi hat geschrieben:
22.11.2009, 18:21
Der P hat geschrieben:
jo sorry wegen dem spoilern...aber das waren halt die gründe weshalb der donnie so losgelegt hat ;-) ...
problem is halt auch, dass der film so vielschichtig ist - ich hätte noch viel mehr erzähln können, nur dann hät ich auch wirklich zu viel gespoilert...und glaub mir...ich hab noch lange nicht zu viel verraten ;-)

wegen der schreibweise von "ip"...ich bin so arrogant un sage, dass dies die richtige schreibweise is...nach dem film hab ich mir die biographie zugelegt un in den ersten kapiteln gehts auch gleich um den namen...un da schreibt der sohn halt, dass "ip" am richtigsten quasi is ;-) ...das buch gibts für'n 6-er oda so bei amazon...für jeden der sich noch mehr damit beschäftigen will, ein gutes ding...un viele seiten hats auch nich ;-) ...ach bilder sin auch drin falls das für jmd interessant sein sollte :P
Sir Jay hat geschrieben:Wo von dem hab ich ja noch gar nichts mitbekommen :shock:
Wurde doch sogar hier schon angekündigt...
Sir Jay hat geschrieben:
22.11.2009, 18:43
da guck ich nie rein :lol:
Selber schuld! :lol:

Saustarkes Review von nem Film auf dem ich mich schon länger freue! Kummt ja nun auch bei uns bald ... Yippieh!

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Mir ist die Rezi zu ausführlich und zu euphorisch, der Film ist aber schon ein starker Martial-Arts-Klopper, der verglichen mit FEARLESS etwas weniger aufwändig und inhaltlich simpler ist, dafür aber mehr Kämpfe beinhaltet. Diese sind sehr traditionell choreografiert und erinnern an klassische Eastern. Wer unbedingt Wing Chun sehen möchte, wird's mögen, mir gefallen die flashigeren Fights der früheren Donnie Yen-Filme besser.
:liquid8:

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Beitrag von Der P » 23.11.2009, 21:08

kami hat geschrieben:Mir ist die Rezi zu ausführlich und zu euphorisch...
:liquid8:
danke für die konstruktive kritik!...war die 2. rezi grad mal...werd das (wenns dazu kommn sollte) bei den andern berücksichtign :roll:
hab die rezi extra eine woche nach sichtung geschriebn weil ich so geflasht war von dem film...un das is irgendwie nich abgeflaut...
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Beitrag von freeman » 24.11.2009, 08:46

Und das kommt auch gut rüber. Mir gefällt deine Kritik, vor allem, wenn man eben bedenkt, dass es die zweite ist. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und das Gespür, was zuviel ist und was zu wenig, kommt auch erst mit der Wiederholung und Übung. Ergo: Immer dran bleiben und weiter so. Und wenn du auf ne 10 kommst und die Kritik deine Euphorie transportiert, kann man sich doch gar nichts schöneres wünschen ... denn wie gesagt: Es gibt KEINE objektiven Kritiken. Analysen KÖNNEN objektiv sein, nur müssen dafür dann auch die Rahmenbedingungen stimmen ...

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Beitrag von McClane » 24.11.2009, 10:42

Ich mag den Film auch, sehe den auf Augenhöhe mit "Fearless" und kann mich kamis Worten eigentlich nur anschließen. "Fearless" ist der Film mit dem mehr im Bereich Ausstattung und Bildkomposition, "Ip Man" hat dafür actiontechnisch etwas die Nase vorn, unter anderem weil ich die Fights etwas härter und realistischer als bei "Fearless" empfand. Donnie Yen ist eh ne Bank, sowohl darstellerisch als auch kämpferisch, die Geschichte funktioniert, auch wenn man solche Volksheldenstories im Kampfkunst-Biopic ja häufig sieht.

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Beitrag von Sir Jay » 23.12.2009, 18:00

Genial, endlich wieder ein anständiger Martial Arts Klopper, und zum ersten mal habe ich in einem Film Wing Chun in Vollendung gesehen; dagegen stinkt der 30 Jahre ältere "Warriors Two" tierisch ab.
Donnie Yen ist ne Wucht und präsentiert erstklassiges Wing Chun; echt ne Schande, dass bei uns der Wing Chun Kurs einem Taekwondo Kurs weichen musste -_-
Sehr souveräne Leistung von Donnie Yen, der im Film absolut nichts an sich herankommen lässt, und bis auf 2-3 Treffer im Finalkampf absolut unantastbar bleibt, und somit weder Blut noch Schweiß vergießt.
Ich glaube soviel Souveränität in einem Martialartsfilm beim Haupthelden habe ich noch gar nicht gesehen :D
Aber auch technisch stimmt alles, ganz besonders der Score!
Nur leider hat der Film wahrschenilich bis auf die zwei Stationen Fushan und Hong Kong im Leben von Yip Man nicht viel mit dem wahrhaftigen Werdegang des großen Kampfkünstlers zu tun...
btw erinnert mich Donnie Yen weniger an Yip Man (liegt wohl daran, dass von ihm außschließlich Bilder mit Glatze vorhanden sind) als viel mehr an den aktuellen Wing Chun Oberguru Samuel Kwok...
:liquid9:

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Beitrag von John_Clark » 23.12.2009, 18:56

Bereits auf DVD erhältlich?

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Beitrag von freeman » 27.12.2009, 21:02

Jo, allerdings noch nur in den Theken ... Splendid zieht das 1 Monatsverleihfenster recht konsequent durch ... leider ...

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Beitrag von freeman » 01.02.2010, 13:20

Einfach ein großer Film. Hab mal meine Kritik oben nei gepackt ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von John_Clark » 04.02.2010, 06:36

freeman hat geschrieben:Einfach ein großer Film. Hab mal meine Kritik oben nei gepackt ...

In diesem Sinne:
freeman
gekauft :)

Teil 2 laut imdb schon in Produktion

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Beitrag von kami » 04.02.2010, 08:35

Schöne Rezi, freeman, welche auch die wenigen Schwachstellen erwähnt. Übrigens ist keineswegs Sammo Hung allein verantwortlich für die Actionchoreografie, die hat er nämlich zusammen mit Tony Leung Siu-Hung (BLOODMOON) entwickelt.

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Beitrag von freeman » 04.02.2010, 08:39

Hast du kami denn schonmal gehört, was die zwei anreist? Gehts da ums Hongkongkapitel ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von kami » 04.02.2010, 14:08

freeman hat geschrieben:Hast du kami denn schonmal gehört, was die zwei anreist? Gehts da ums Hongkongkapitel ...
Nadüorlisch! Hier gehts zum Teaser!

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Beitrag von freeman » 05.02.2010, 08:49

Ah, coool. Danke! Binsch mal gespannt. Frage ist freilich, ob man da auch soviel Dramatik reinkriegt ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von SFI » 09.02.2010, 14:39

Hier noch mein kurzer Eindruck:

Solider Genrebeitrag, bei dem die Chinesen auf den Pfaden von Hollywood wandeln und uns einen sauber polierten Überhelden samt perfekter Schwarz-Weiß Malerei präsentieren und dies in einen kitschigen Score verpacken. In den USA gewann Sly Stallone nachträglich den Vietnam Krieg, hier darf Donnie Yen kampftechnisch eindrucksvoll und geschichtlich geschönt das Drama "Japan Invasion" verarbeiten. Trotz der vielen Zutaten fehlt aber letztendlich der letzte Schliff, der ähnliche Helden Filme wie Braveheart ausmacht. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass man sich als Europäer nicht zwingend mit dem chinesischen Pathos identifizieren kann.

:liquid7:
Der Pfalzbote

"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

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Beitrag von kami » 10.02.2010, 14:01

SFI hat geschrieben:Trotz der vielen Zutaten fehlt aber letztendlich der letzte Schliff, der ähnliche Helden Filme wie Braveheart ausmacht. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass man sich als Europäer nicht zwingend mit dem chinesischen Pathos identifizieren kann.

:liquid7:
Ich als Europäer kann mich mit dem Pathos sehr gut identifizieren.

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Beitrag von SFI » 10.02.2010, 14:38

Naja imo wirkt es etwas lachhaft, wenn die Japaner als brutale Bad Guys herhalten dürfen und das Regime selbst tausende eigene Leute pro Jahr exekutiert. :lol:
Der Pfalzbote

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Beitrag von freeman » 11.02.2010, 09:11

Naja, dat wussten die ja damals net ;-)

Pathostechnisch hatte ich mit dem auch null Probleme ... du bist einfach komplett Bayfiziert :lol:

In diesem Sinne:
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