
Originaltitel: The Out-of-Towners
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1999
Regie: Sam Weisman
Darsteller: Steve Martin, Goldie Hawn, John Cleese, Mark KcKinney, Oliver Hudson, Valerie Perri, Steve Mittleman, Randall Arney u.a.
Henry und Nancy Clark sind das klassische Ehepaar, deren Leidenschaft füreinander schon langer Zeit abgekühlt ist. AIs ihr jüngstes Kind das elterliche Nest verlässt bietet sich den CIarks die Chance, aus dem soliden Mittelwesten nach New York zu ziehen. Dort kann einem alles passieren. Und das tut es auch, innerhalb der nächsten 24 Stunden. Das Gepäck geht verloren. Ein privater intimer Moment, wird zu einem öffentlichen Ereignis. Ein arroganter Hotelmanager nervt sie, während ein wütender Rottweiler ihnen nachjagt.
Nach dem durchaus unterhaltsamen Komödienspass „Housesitter“ unter der Regie von Komödienspezialist Frank Oz, treffen Steve Martin und Goldie Hawn wieder aufeinander. Auf dem Regiestuhl nimmt diesmal aber der sonst eher in TV-Serien beheimateten und eher unbekannte Regisseur Sam Weisman Platz. Wie nicht selten bei Steve Martin Filmen, handelt es sich bei „The Out-of-Towners“ um ein Remake der 1970 entstandenen und von Komödienspezialist Neil Simon („Eine Leiche zum Dessert“) geschriebenen Komödie mit Jack Lemmon in der Hauptrolle.
Leider hat der Film mit „Eine schlaflose Nacht in New York“ wieder einen recht unsinnigen deutschen Titel erhalten. Vermutlich wollte man an den Tom Hanks-Klassiker „Schlaflos in Seattle erinnern“.
Steve Martin läuft auch in dieser zügigen Komödie zur Hochform auf und zeigt, dass noch immer mit ihm zu rechnen ist. Leider aber gestaltet sich das Drehbuch von Marc Lawrence allzu plump und ziemlich vorhersehbar sowie mit einigen Klischees versehen, sodass auch er nicht immer erfolgreich dagegen ankämpfen kann.
Goldie Hawn hingegen vermag nicht immer zu überzeugen. Wie schon in „Housesitter“ nervt sie des Öfteren mit hysterischem Getue und Herumgekreische, was auch in der deutschen Synchronisation keineswegs gemildert wird.
Die Chemie zwischen ihr und Martin stimmt zwar, das Drehbuch weiss damit aber wenig anzufangen und schickt die beiden Darsteller lieber eilig in hohem Tempo von Ort zu Ort. Immerhin sind die anderen Darsteller akzeptabel, insbesondere John Cleese („Ein Fisch namens Wanda“) erweist sich einmal mehr als echter Glücksgriff. Der Mann hat einfach einen tollen Sinn für Humor und in dieser Rolle als Hotelmanager mit reichlich seltsamen Freizeitbeschäftigungen kann er einmal mehr sein Sinn für Witz und Timing zum Besten geben.
Dank der kurzen Laufzeit von nur 87 Minuten und einem hohen Erzähltempo kann Regisseur Sam Weisman relativ geschickt über manche Rohrkrepierer und Banalitäten ausblenden. Das dem Film aber richtig gute Lacher fehlen, entgeht dem Zuschauer nicht. Vielmehr bietet der Film eine Ansammlung von netten Schmunzlern, die mal besser, mal weniger besser gut ankommen.
Während „Housesitter“ mit einer cleveren Geschichte und einer recht guten Regie überzeugen konnte, kommt einem bei „Out-of-Towners“ während der gesamten Spielzeit nicht der Eindruck los, dass man nur eine typische, durchschnittliche amerikanische Komödie, wie es sie zuhauf gibt, vorgesetzt bekommt. Und dieser Eindruck täuscht nicht. Dieser Film läutet nun definitiv auch für Martin ein Abstieg in diese Ecke der sehr durchschnittlichen Komödien ein. Bis auf den sehenswerten „Haus über Kopf“ kann man leider alle seine Filme aus der letzten Zeit als zu brav und bisslos bezeichnen. Bislang stellten die beiden unsäglichen „Pink Panther“ –Remakes den Tiefpunkt aus Martins Schaffen dar. Der Witz von früheren Erfolgsfilmen ist meist leider gänzlich abwesend.
Optisch und technisch macht „Out-of-Towners“ einen soliden Eindruck. Interessantes Detail: „James Bond“ Produktionsdesigner Ken Adam, der mit seinen fantastischen Bauten für die beispiellose Atmosphäre der alten Bondfilme sicherlich viel beizutragen hatte, durfte hier einmal mehr die Sets kreieren. Einen ausgehöhlten Vulkan oder einen U-Boot-Verschluckenden Supertanker darf man hier aber freilich nicht erwarten
Marc Shaiman („Down with love“, „Hairspray“ liefert einen passenden Soundtrack ohne dabei besonders zu überzeugen. Ein typisch durchschnittlicher Soundtrack für eine typisch durchschnittliche Komödie.
Fazit: Die zweite Kooperation zwischen Steve Martin und Goldie Hawn erweist sich als kurzweilige und recht unterhaltsame Komödie für einen verregneten Sonntagnachmittag. Der Charme und Witz früherer Martin-Filme bleibt aber gänzlich aus und nach 24 Stunden dürfte man den Film auch schon wieder vergessen haben. Eine durchschnittliche, typisch amerikanische Komödie, die aber nicht wirklich begeistern kann.
Die deutsche DVD von Paramount bietet eine gute Qualität, ist aber lediglich mit einem Originaltrailer ausgestattet.


