
Originaltitel: Scooby-Doo on Zombie Island
Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 1998
Regie: Jim Stenstrum, Hiroshi Aoyama, Kazumi Fukushima
Sprecher: Scott Innes, Billy West, Mary Kay Bergman, Frank Welker, B.J. Ward, Adrienne Barbeau, Tara Strong, Cam Clarke, Jim Cummings, Mark Hamill u.a.
In diesem neuen Abenteuer verschlägt es Scooby-Doo und seine Freunde Shaggy, Velma, Daphne und Fred auf eine geheimnisvolle Gespensterinsel - mitten in den Sümpfen von Louisiana. Eigentlich hatten sie erwartet, hier dem Geist von Moonscar dem Piratenkapitän zu begegnen, aber dann stellt sich heraus, dass es auf der unheimlichen Insel vor gruseligen Gestalten nur so wimmelt...
Der liebenswerte Scooby-Doo und sein Freund Shaggy, sowie der Rest der Mystery-Gang stammen aus der Feder von niemand geringerem als den „Tom & Jerry“ oder "Familie Feuerstein" – Erfindern William Hanna und Joseph Barbera, die leider vor noch nicht allzu langer Zeit verstorben sind.
„Scooby-Doo“ dürfte zwar nie den Erfolg wie „Tom & Jerry“ gehabt haben, eine grosse Fangemeinde war allerdings stets allgegenwärtig, auch heute noch. Leider können so gut wie alle neuen Shows nicht mehr überzeugen und auch der grösste Teil der Animationsfilme in Spielfilmlänge, die immer mal wieder auf den DVD-Markt geschoben werden. Trauriger Tiefpunkt stellen dabei die Real-Live-Actionfilme von Regisseur Raja Gosnell („Beverly Hills Chihuahua“) die viel zu lärmig, bunt und ohne jeden Sinn für Witz und Atmosphäre inszeniert wurden, einfach nur nerven und mit den Cartoons rein gar nichts zu tun haben. Man muss aber zugeben, dass es mit der Reihe schon ziemlich bald qualitativ bergab ging, indem man unter anderem versuchte, das Team auseinanderzureissen oder neue Charaktere einzuführen, die völlig unpassend sind. Die originalen Cartoons aus den 60ern mit dem Titel „Scooby-Doo, where are you!“ sind zweifelsfrei die besten und das wird sich wohl auch nie mehr ändern.
Der 1998 produzierte „Scooby-Doo und die Gespensterinsel“ ist allerdings ein echter Lichtblick und ein echter Leckerbissen für Scooby-Fans. Der englische Titel „Scooby-Doo on Zombie Island“ darf man übrigens zweifellos als der sinnvollere bezeichnen, aber die deutschen Videoverleiher haben es ja auch noch selten geschafft, einem Streifen einen wirklich passenden deutschen Titel zu verleihen. Anscheinend eine echte Kunst die niemand beherrscht.
Zuallererst stechen einem die für eine Direct-to-Video-Produktion hochwertigen Bilder auf, die von einem hoch budgetierten Disney-Streifen gar nicht so furchtbar weit entfernt sind. Wer die Cartoons der letzten Jahre anschaut, sieht auf den ersten Blick den Unterschied: Hier wurde noch liebenswert von Hand gezeichnet, während, die neusten Hanna/Barbera-Kreationen allesamt dem Rechner entsprungen sein müssen, was man an den ziemlich trostlosen Zeichnungen gut erkennt. Dem Regisseur Jim Stenstrum standen auch japanische Zeichner zur Seite, die auf jeden Fall massgeblich an der Qualität dieses Abenteuers beizutragen hatten. Stenstrum inszenierte drei weitere Scooby-Filme in der Zeitspanne von 1998 bis 2001, die allesamt recht gelungen sind. Sein Erstling, und damit ist der besprochene Film gemeint, darf man aber zweifelsfrei als den Höhepunkt bezeichnen.
Die Geschichte beginnt damit, dass das Team aufgesplittert ist und alle einem eigenen Job nachgehen. Natürlich dauert es nicht lange und schon ist das Team wieder zusammen um weiteren Spukgeschichten auf den Grund zu gehen. Nur ist man diesmal aus PR-Gründen auf der Suche nach echten Geistern und keinen verkleideten Menschen.
Die Autoren haben sich für diesen Film etwas einfallen lassen und überraschen mit neuen Elementen, die es in der Geschichte von Scooby-Doo noch nicht gegeben hat. Freilich wird auch nicht auf witzige Situationen verzichtet. Gerade der immer hungrige Scooby und sein nicht minder gefrässige Freund Shaggy geraten immer wieder in absurde Situationen.
Für einen Trickfilm ist die düstere Atmosphäre toll gelungen, vielleicht auch ein Mitgrund warum der Film erst ab 12 freigegeben ist. Auf diversen Webseiten gibt es viele die zugeben, als Kind vor diesem Film gar Angst gehabt zu haben. Louisiana als Handlungsort eignet sich aber auch perfekt für die Mystery-Gang und die diversen gruseligen Gestalten sind wirklich detailgetreu gezeichnet.
Auf jeden Fall sollte man aber zur grossartigen englischen Originalversion greifen, die deutsche Synchro ist leider unbrauchbar und macht diesen Film zur Zirkusnummer. Die Stimme von Scooby Doo wird im Original von dem Synchronschauspieler Sott Innes gesprochen. Weitere Stimmen wie von Billy West, Frank Welker, Adrienne Barbeau Tara Strong und sogar Mark Hamill hauchen den Figuren Leben ein.
Die Originalstimme von Scooby-Doo, Synchronsprecher Don Messick, verstarb leider kurz vor Produktion des Filmes. Wie im Abspann ersichtlich, ist dieser Film ihm gewidmet.
Unterstrichen wird der rasante Spass mit fetzig-rockender Musik von Third Eye Blind und Skycyle, welche neu für den Film produziert wurde. Der restliche Score von Stevem Bramson ist anhörbar, reisst aber keine Bäume aus.
Fazit: Gelungenes Comeback von Scooby-Doo, welches den Charme der alten Serie aufleben lässt. Ein fetziger Soundtrack, düstere Atmosphäre und eine ordentliche Portion Humor bieten beste Unterhaltung. Für Trickfilmfans wärmstens zu empfehlen, und Scooby-Fans schlagen sowieso zu. Der bislang beste Scooby-Cartoon in Spielfilmlänge.
Die DVD bietet eine gute Bild- und Tonqualität, ist aber nicht mehr überall erhältlich.

