Le Mans

Wie jetzt? Es gab Filme vor den 80ern? Zeigt her ...
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gelini71
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Le Mans

Beitrag von gelini71 » 31.12.2009, 18:06

Originaltitel: Le Mans
USA 1971
Regie: Lee H. Katzin
Drehbuch: Harry Kleiner
Darsteller: Steve McQueen („Michael Delaney“) , Siegfried Rauch („Erich Stahler“) , Elga Andersen („Lisa Belgetti“) u.v.a.m.
Laufzeit: circa 104 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Bild

Handlung
Einmal im Jahr verwandelt sich die Stadt Le Mans im Nordwesten von Frankreich in eine Rennstrecke. 24 Stunden lang kämpfen Teams & Fahrer bei einem der berühmtesten Rennen der Welt um den Sieg. Michael Delaney hatte im Vorjahr einen schweren Unfall beim Rennen wo ein Kollege & Freund ums Leben kam. Nun ist er zurück auf der Rennstrecke – im Kampf mit seinem Porsche gegen die schnellen Ferraris...

Kritik
Wohl einer der ungewöhnlichsten Filme in der Biographie von Steve McQueen , gleichzeitig ein Herzensprojekt von ihm bei dem er selber viel Geld investierte. Aber leider auch einer der größten Flops in seiner Karriere.

Bereits Mitte der 60iger Jahre hatten der Filmemacher John Sturges (u.a. „Gesprengte Ketten“) zusammen mit seinem Freund Steve McQueen die Idee zu einem Film über die Formel 1. Das Unternehmen kollidierte aber mit dem Zeitgleich produzierten Formel 1 Film „Grand Prix“ & das Projekt wurde in der Vorproduktion abgeblasen. Schließlich kam Hobby Rennfahrer McQueen auf die Idee einen Film über das 24 Stunden Rennen von Le Mans zu machen. McQueen kaufte sich sogar ein eigenes Rennteam um beim Rennen selber mitzumachen & gleichzeitig das beim Rennen gedrehte Material für den Film zu verwenden. Sein Team kam letztendlich als eines der wenigen sogar nach 24 Stunden ins Ziel , wurde aber nicht gewertet weil beim Filmrollenwechsel soviel Zeit verloren ging das sie aus der Wertung fielen.

Während der Vorproduktion verkrachten sich die Freunde Sturges & McQueen. Sturges wollte einen richtigen Spielfilm machen mit Plot & Story - McQueen schwebte eine Art Dokumentarfilm über das Rennfahren vor. Sturges schmiss hin (“I´m too old & too rich for that shit !”) & sein Platz wurde von Lee Katzin eingenommen , der seinen großen Star (und Produzenten) freie Hand lies. Heraus kam eine Art Dokumentation mit viel Rennaktion & Null Handlung.

Fast 34 Minuten dauert es bis die Schauspieler die ersten Worte sprechen. Vorher gibt es nur Bilder & O-Töne wie den Stadionsprecher , der dem Zuschauer auf die schnelle Erklärt worum es beim Rennen von Le Mans geht. Da es sich um Originalbilder des Rennens aus dem Jahre 1970 handelt bekommt man einen schönen realen Eindruck von dem was so zu diesem Zeitpunkt im Rennzirkus abging.

Handlungstechnisch tut sich nicht viel – Michael Delany ist Hin & Her gerissen zwischen dem Willen Rennen zu fahren (und natürlich zu gewinnen) & den Schuldgefühlen seinem Toten Kollegen gegenüber. Zudem entwickelt sich eine ganz zarte Zuneigung zu der Witwe seines toten Kollegen Lisa Belgetti – das war es schon. Ansonsten gibt es in 104 Minuten eine Kurzfassung des 24 Stunden dauernden Rennens.

Und das wurde durchaus Spektakulär in Szene gesetzt. Die Kamera ist immer nah bei den Autos dran & es gibt einige schöne Unfälle & Autostunts zu sehen , rasant geschnitten & teilweise sogar in Zeitlupe. Das ist zwar wirklich schön anzusehen & Streckenweise sogar spannend (wie beim Schlussspurt) – aber wohl auch viel zu wenig um den Zuschauer zu fesseln.

Denn das Hauptproblem ist sicherlich die Zielgruppe. Nostalgische Motorsportfans wird sicherlich das Herz aufgehen bei fast 40 Jahre alter Rennsportaktion , als der Sicherheitsstandart bei weiten nicht so fortgeschritten war wie heute. Der Rest , ja fast die Mehrheit wird sich an der extrem dünnen bzw nicht vorhandenen Handlung stören – und wer mit Motorsport gar nix anfangen kann der braucht die DVD gar nicht erst in den Player zu legen.

McQueens Herzensangelegenheit geriet zum Totalflop. Durch die lange Nachproduktionszeit kam der Film erst ein Jahr nach dem Rennen in die Kinos – und interessierte dort keinen Menschen. Zwar wurde er zu einem Dokument des Rennsports der frühen 70iger Jahre – aber ein Klassiker wurde er nicht.

Fazit
Wer Benzin im Blut hat & den Geruch von verbrannten Gummi als Deo benutzt wird diesen Film lieben – 99% vom Rest der Weltbevölkerung wird mit diesem Film nix anfangen können. Zwar hat er einige sehr spektakuläre Rennszenen zu bieten aber der unglaublich dünne bzw. gar nicht vorhandene Plot zehrt dann doch an der Geduld des Zuschauers. Selbst Hardcore McQueen Fans werden wohl eher gelangweilt vorm Fernseher sitzen. Nur was für Komplettfreaks.
Für die gelungen in Szene gesetzte Rennaktion gibt es aber immer noch
:liquid4:

Die DVD – die technischen Details
Menü , Bild und Ton
Menü nur Standbild. Das Cinemascopebild ist schön klar mit natürlichen Farben & kaum Schmutz. Deutscher Ton nur Mono , der Originalton ist auf 5.1 aufgeblasen.

Extras
Nix – nicht mal der Trailer ist dabei.

Die DVD von Paramount ist FSK 12 uncut

Der Trailer bei YouTube
Der Trailer hat witzigerweise komplett andere Musik als der Film
ofdb Eintrag
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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