Wing Commander

Schlimmer als Kickboxer Filme? Der wahre Abschaum des Films -> bitte keine Comicverfilmungen.
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Alrik
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Wing Commander

Beitrag von Alrik » 24.01.2010, 19:02

Wing Commander


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Originaltitel: Wing Commander
Produktionsjahr: 1999
Herstellungsland: USA, Luxemburg
Regie: Chris Roberts
Länge: 100 min.
Darsteller: Freddie Prinze Jr., Saffron Burrows, Matthew Lillard, Tchéky Karyo,
Jürgen Prochnow, David Warner



Da dieser Film meistens tierisch runtergeputzt wird und es schwer ist ihn wirklich hier zuzuordnen, denk ich mal ist er in diesem Bereich am besten aufgehoben. Wenn auch leider.

Doch wie kommt es dazu? Eine Frage welcher wir uns nun widmen.

Computerspielverfilmungen. Ein zweischneidiges Schwert.
Was wurden nicht alles schon für Games als Filme um-, und wieviele davon In den Sand gesetzt. Durchaus ein Subgenre, in welchem es selten Verfilmungen gibt welche alle zufrieden stellt. Insbesondere die Hardcore Fans der Spiele. Street Fighter mit Van Damme, eine Katastrophe. Mortal Kombat, durchaus passabel bis gut, meiner Meinung nach. Tomb Raider, irgendwie unterhaltsam aber mir wieder ZU sehr Fantasy. Halt alles Geschmackssache. Und bei Uwe Bolls Versuchen Games gut zu verfilmen, darüber wollen wir jetzt nicht reden.
Und tja, Wing Commander gehört ebenso in dieses Genre. Und eben leider auch zu jenen welche man nicht als würdig erachten kann.

Wenn gleich die Spielereihe auch klein angefangen hat. Und heutige Gamer schon gar nicht mehr anrühren würden. In Anbetracht des Alters ;)

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Das Jahr 1990! Der erste Wing Commander geht vom Stapel. Ein Flugsimulator welcher uns in eine ferne Zukunft führt. Als Weltraumpilot in einem interstellaren Krieg zwischen Menschen und der katzenartigen Rasse, genannt "Kilrathi".
Die klassische Sci-Fi Geschichte eigentlich. Mensch gegen Ausserirdische. Und es machte Gaudie! Was hab ich nicht für lange Nachmittage und Abende vor dem PC gesessen und gezockt bis mein Vater mich genervt von unserem gemeinsamen Computer gescheucht hatte. ^^
Ich bin noch groß geworden mit der Spielereihe und alle Teile durchgespielt (Ausnahme die "Secret Missions". Addons zu Teil 1 und 2, man möge mich tadeln.) und playe noch heute gern wieder Teil 3-5 durch.
Am Anfang noch etwas einfacher gestrickt, wurde die Geschichte immer ausgefeilter von Teil zu Teil. Bis ab Teil 3, "Heart of the Tiger", das Zeitalter des interaktiven Films begann. Auch wenn dieses nur kurz lebte.

Hollywood Schauspieler wurden geholt und filmreife Zwischensequenzen gedreht, welche heute selbstverständlich wären. Damals eine Offenbahrung. Vorbei mit gezeichneten Szenen, in denen die Charaktere meist nur da saßen und nur die Lippen und ab und an die Augen sich mal bewegten. Nun wurde aus dem Spiel ein ganzer Film. Inklusive Unterbrechungen in den Filmszenen um zu entscheiden welchen Weg der Held nun einschlagen würde. Was dementsprechend natürlich auch Auswirkungen auf die nachfolgenden Ereignisse nahm. Sollte man am Bord bleiben wie der Captain es anordnet oder den Verräter verfolgen? Was aber zur Folge hatte das ein anderer guter Pilot in der Schlacht fiel, weil man ja nicht anwesend war wegen des Rachefeldzuges.
Kurz gesagt mit einem Zitat aus Jurassic Park: "Spektakulär. Ich habe keine Kosten gescheut."
Bis Teil 5 wurde die Serie gebracht. Von da an nur noch Addons.

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Und was war es nicht für eine Nachricht, als angekündigt wurde einen Kinofilm draus zu machen. Was auf dem PC schon quasi einer war, sollte nun auf die große Leinwand kommen. Nur...die Ernüchterung folgte schnell.
Da geht es los, das Manko am Film. Denn er strotzt nur vor Fehlern. Bedauerlich und ärgerlich wenn man noch bedenkt, das der Schöpfer der Spielereihe persönlich, Chris Roberts, am Film beteiligt und noch Regie machte! Ja sogar das Drehbuch geschrieben hatte!
Und das sollte geschehen...

Es ist das Jahr 2654. Seit etwa 20 Jahren tobt schon der Krieg zwischen Menschen und Kilrathi. Frieden ist nicht in Sicht. Die Flotte ist im ganzen Vega Sektor vertreut und erbittert wird um die Vorherrschaft gekämpft. Bis etwas das Blatt zu wenden scheint. Als die Kilrathi die Pegasus Station attackieren und ein "NAV-Com AI" erbeuten.
Der Navigationscomputer, welcher die Hyperraumsprungrouten berechnet. Und eben auch die Daten für einen Sprung zur Erde enthält. Eine Boje mit einem letzten Funkspruch wird noch aufgefangen. Mehr ist nicht mehr von der Pegasus übrig. Befehlshaber der terranischen Flotte, Admiral Tolwyn, gibt sogleich den Befehl zur Erde aufzubrechen und alle Schiffe zu formieren. Haken an dem Plan: die Flotte braucht ca. 42 Stunden bis zur Erde...die Kilrathi nur 40 Stunden! Und ebenso ist nicht bekannt wo genau die Kilrathi auftauchen werden im Sol System und von wo aus der Angriff erfolgt. Die einzige Chance für Aufklärung und eine mögliche Verzögerung des Angriffs ist das Trägerschiff "Tigers Claw". Welche jedoch außer Reichweite für einen Funkspruch ist. Aus der Not wird eine Tugend gemacht und man entschließt sich dem Frachter "Diligent" die Anweisungen zu übermitteln. Einem Schiff, welches gerade zwei neue Piloten zur Tigers Claw bringen soll. Leutnant Christopher Blair und Todd "Maniac" Marshall. Ein Auftrag welcher vielleicht leicht klingen mag. Doch noch so manche Überraschungen aufzuwarten hat...

So...klingt spannend? Joa, soweit ist der Film ja unterhaltsam. Jedoch Fans der Spiele dürfen eines nicht erwarten: das der Film wirklich zum Spiel ist. Denn nimmt man es genau, hat er nur eines gemein: die Namen!

Die Handlung des Filmes erzählt soweit den ersten Teil der Spiele Reihe. Jedoch verändert ihn völlig. Klar ist Blair neu auf dem Schiff und kämpft im Vega Sektor. Nur das waren die Gemeinsamkeiten.
Gut, kann man sagen, Veränderungen bringen was neues, insbesondere für den Kenner. Hier war es zuviel des Guten. Fassen wir die Probleme zusammen. *leichte Spoiler*

1. Charaktere und Namen...

verheizt! Es ist nicht zu glauben. Fast alle bekannten Gesichter aus dem Spiel haben ein kleines Stelldichein. Aber über die Hälfte werden entweder nur erwähnt oder tauchen nur kurz mal auf. Oder die Ereignisse sind ganz anders. Major Kien "Bossman" Chen, ist im Film bereits tot als Blair eintrifft und bekommt dessen Jäger zugeteilt. Im Spiel fliegt man mit Bossman noch Einsätze und dieser stirbt erst nach Teil 1.
Captain Joseph "Knight" Khumalo taucht kurz auf im Flieger und wird auch in der selben Schlacht wieder verheizt. Andere wichtige Charas tauchen gar nicht auf, dafür eine Pilotin welche komplett neu ist und eine Wichtigkeit einnimmt. James "Paladin"Taggart hat plötzlich einen anderen Rang und ist gar nicht auf der Tigers Claw stationiert sondern bereits in einer anderen Abteilung des Militärs im Dienst. Wo er eigentlich erst ab Teil 2 ist.
Der Captain des Schiffes war im Spiel noch Colonel Halcyon. Im Film nun ein gewisser Captain Sansky.
Dann Tipfehler wie am Anfang in dem Holovid. Da heißt Admiral Tolwyn plötzlich "Towlyn" und die Tigers Claw ist plötzlich nur noch die TigerClaw.
Oder es werden ganze Raumschiffklassen neu hinzugefügt. Wie der "Snakeear" Zerstörer der Kilrathi. Hingegen aus der Tigers Claw wurde plötzlich eine Art U-Boot gemacht. Obwohl es eigentlich nur ein Trägerschiff ist, kann es nun Torpedos abfeuern und sieht auch schon von der Form aus wie ein U-Boot. Weswegen, auch aufgrund mancher Szenen "Wing Commander" in den Reviews damals, gern als "Das Boot im Weltraum" bezeichnet wurde. ^^
Und dann noch dieses krampfhafte Bemühen etwas Feuer mit Rassenfeindlichkeit in die Handlung zu gießen und gleichzeitig eine Erklärung liefern zu wollen bezüglich Blairs Flugtalent. Indem man ihm plötzlich den Hintergrund gibt das seine Mutter eine "Pilgerin" war. Die ersten Siedler im All, welche aufgrund der Isolation sich irgendwie veränderten und soetwas wie einen 7. Sinn für den Weltraum bekamen. Plötzlich ist Blair sowas wie ein Pilot mit vererbten Superkräften! Wer das Handbuch zu Wing Commander Prophecy (Teil 5) liest, wird darin eine komplette Biographie über Blair vorfinden. Aber nichts davon das er Pilgervorfahren hat oder überhaupt das es diese Gruppierung gegeben hätte im Gameverse. Wie wäre es denn einfach mal es zu lassen und das Blair nur eben gut trainiert und talentiert ist? ;)
Es sind jedenfalls eine Menge solcher Dinge drin, welche dem Kenner ständig Sätze wie: "Hä? Das war doch so...und der war doch noch da..." usw durch den Kopf schwirren lassen, während des Anschauens. Eine Trübung des Filmgenusses.

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2. Besetzung...

blass! Da ist eigentlich schon der größte Fehler. Und zwar eine hervorragende und talentierte Besetzung komplett rauszukicken, indem man eine Geschichte schreibt in welcher die besagten Darsteller, aus den Spielen, nicht mehr dabei sein können wegen ihres Alters.
Seht euch die Besetzung oben mal an in der Auflistung. Tchéky Karyo, Jürgen Prochnow und David Warner stechen noch hervor unter dem Filmkenner. Nichts gegen die drei einzuwenden eigentlich. Wohingegen hier nur Karyo auffällt. Denn seine Darstellung von Paladin ist durchaus cool und kompetent. Etwas rebellisch, was zum Original Paladin nicht so passen will, aber wahrscheinlich die einzige Figur im Film welche man gern oft sehen will, weil er Charisma hat. David Warner, ein guter Schauspieler eigentlich. Hier als Tolwyn nur mit starren und müden Blick. Ein paar Befehle gebend und das wars. Verschenkt.
Bei Prochnow...ja, ein Schelm welcher Vergleiche zieht. "Das Boot im Weltraum" wie gesagt. Szenen in denen es heißt "Rohr 1 und 2 Feuer!" und wer ist der erste Offizier? Unser Jürgen. Ob da nicht ein wenig Taktik dahinter stand einen Darsteller aus einem bekannten und erfolgreichen U-Boot Film zu besetzen? ;)
Wer weiß. Sagen wir es so. Er gibt sich Mühe es nicht lustlos erscheinen zu lassen. Leider hat seine Figur des Cmdr. Gerald auch nicht viel Freiraum für tolle Szenen. Dafür darf er den Rassisten gegenüber Blair markieren. Naja...
Doch ziehen wir nun die direkten Vergleiche. Ab Wing Commander 3 wurde Tolwyn von Malcolm McDowell gespielt. Welche ganz aufging in der Rolle. Und stets so eine Mischung aus Authorität und Arroganz mitbrachte und den man gern etwas missmutig betrachtete. Nunancenhaft. Nur leider im Film nicht mehr dabei.
John Rhys-Davies war Paladin. Hier wieder väterlicher und bedachter. Ebenso ein bekanntes Gesicht und in den Szenen immer der beruhigende Part.
Jason Bernard, Thomas F. Wilson alias Biff aus Zurück in die Zukunft. Klasse besetzt. Insbesondere Wilson, welcher im Game den Part von Todd Marshall inne hat. Ein ARSCH...aber auch wieder der humorvolle Part. Auch hier geht der Darsteller voll auf in seiner Rolle. Passend und super besetzt. Und wer Ginger Lynn Allen ist soll es mal googeln. Die wenigen reinen Schauspielermomente für sie. Aber auch solide gespielt. Eine Chefmechanikerin zu der man gern gegangen ist für ein nettes Gespräch. ;)
Und dann natürlich der größte Coup. Mark "Luke Skywalker" Hamill als Christopher Blair! YEAHH sag ich nur. Wieder in seiner Paraderolle als Held und Pilot. PASST.
Aber auch wenn er da schon langsam in seine Jahre gekommen war, von seinem Charisma hat er nichts verloren. Die Rolle steht ihm wie angegossen und man hat ihm jede Nuance, ob erzürnt wegen eines Greenhorns, oder betroffen über seine große Liebe, gut abgekauft. Ist man Star Wars Fan noch, dann war es erst recht ein Hit. *g*

Tja...und wer spielt die Hauptcharas im Film: Freddie Prinze Jr., Saffron Burrows, Matthew Lillard. *sfz*
Einverstanden. Burrows als Angel ist nicht so zu bemängeln. Im Spiel war Angel ab Teil 3 auch nur ganz kurz dabei. Vergleiche sind schwer. Komischerweise hat Angel im Film plötzlich gar keinen Akzent mehr obwohl sie aus Brüssel stammt. Souverän und erfahren wirkt sie als Wing Commander. Nur irgendwie nicht so einprägsam.
Lillard als Maniac. Von den ganzen Jungschauspielern zur Zeit..joa passabel besetzt. Wenn auch er nicht wirklich in Erinnerung bleibt. Größtenteils ein arroganter Kasper aber naja. Allerdings passt diese Rolle des arroganten "Mr.Super" zu ihm und es gibt durchaus Szenen wo er dies überzeugend rüberbringt. Vielleicht die einzige Neubesetzung welche zur Spielfigur passt.
Nun der Totalausfall. Freddie als Blair! Oh, nicht doch. Ich hab nichts gegen den Mann. Ist vielleicht ein sympathischer Kerl im realen Leben und in Highschool Filmen passt er rein. Aber nicht als Action Held oder Superpiloten. Es gibt keine Szene in der er punkten kann. Nichts was haften bleibt. Nur ein Newbi welcher sich am Ende einen Namen macht. Und das noch nicht mal überzeugend. Erst recht durch seinen neuen Hintergrund. Denn nun kann man ihm noch ankreiden das sein Können nichts mit Training und Kompetenz zu tun hat sondern nur mit Vererbung.

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Dieser besagte 2. Fehler sprengt endgültig den Wiedererkennungswert gegenüber dem Original. Und durch Fehler 3, welcher Nummer 2 verursacht erst recht.

3. Handlung.

Warum so ein Risiko eingehen mit einer Handlung welche die Originalcrew nicht mehr zuläßt und so jede Wiedersehensfreude? Schlimmer noch die talentiertere Crew durch eine lasche ersetzt! Wie gesagt, ich will nicht alle runterputzen. Nur vergleicht man die Arbeit des Casts aus den Spielen mit der des Filmcasts, hängt man beim Film kilometerweit hinterher. Es wäre cleverer gewesen vielleicht einen Film zu machen der zwischen Teil 2 und 3 spielt. Da wären der Gamecast noch möglich gewesen.
Dann wäre es eben mehr ein Film für die Fans gewesen, hätte aber immer noch ordentlich Kohle gebracht. Und mit einem vernünftigen Drehbuch hätte man auch die Vorgeschichte noch anreißen und genügend erklären können für Neueinsteiger.
Böser Fehler von Chris Roberts. Zu welchen sich noch einer gesellt.

4. Design

Was ist geschehen? Nicht nur das man die Charaktere nicht mehr wiedererkennt. Nein...nicht mal das "Wing Commander-verse" an sich sieht bekannt aus. Denn ALLES ist neu designt worden. Aber nicht zum positiven.
Zum Vergleich die Fotos hier:

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Rote Raumanzüge, die Helme sehen aus wie aus einem heutigen Jet mit Sauerstoffmaske, Projektilwaffen obwohl in den Games mit Impulsblastern geschossen wird.
Alle Raumschiffe sehen anders aus. Die Jäger der Konföderation wirken als hätte man vorn eine Riesengatling angebracht. Und von Laserwaffen bei den Raumjägern auch keine Spur. Sogar der Sound zeigt uns das die wohl mit was ähnlichem wie MG`s feuern!
Was das alles angeht eine Riesenohrfeige an "Origin". Der Spielefirma welche Wing Commander herausgebracht hatte und von der Chris Roberts sich 1996 verabschiedet hatte, aber die Rechte an den Spielen zurücklies. Ich frage mich wie kann Origin sich erdreisten sich noch im Vorspann erwähnen zu lassen. Was haben die denn beigesteuert? Nichts als die Namen und das Label zur Verfügung gestellt. Was ist mit den Requisiten und Designs aus den Filmszenen der Spiele?? Selbst wenn alles schon vernichtet wurde, hätte man doch auf die Pläne zurückgreifen können und hätte bereits alles da gehabt. Wie verbohrt muss man sein extra Leute anzuheuern für Geld, um Zeit zu vergeuden, das sie ALLES komplett neu erfinden?! Und dann sieht nichts von dem neuen Design gut aus. Vergleicht die Bilder. Was sieht denn besser aus?
Am schlimmsten, die Kilrathi!! Hilfe, zum Glück sieht man sie immer nur kurz und dann im Nebel. Im Spiel waren es tatsächlich noch sowas wie überdimensionale Katzen.
Was hier: eine Mischung aus Nacktmulch und noch was anderem! O.O
Chris Roberts meinte mal, er wollte sie neu machen weil er im Spiel immer an Muppets erinnert wurde. Und was bitte schön sollen die neuen Kilrathis sein? Da denk ich an einen mutierten Rufus aus Kim Possible!

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Spätestens ab dem Punkt Design ist Wing Commander: der Film nur noch ein Schatten seines erfolgreichen Originals.

Hätten wir noch den letzten Fehler:

5. Logik

Nett wenn man an Dinge denkt wie, das ein Jäger beim Start vielleicht etwas absackt wenn er die Kante des Startdecks verläßt. Jedoch frage ich mich wie das sein kann, wenn es im Weltraum geschieht. Warum sollte der Jäger absacken ohne Schwerkraft?
Warum muss die Crew auf der Tigers Claw still sein, als ein Zerstörer über sie fliegt und dann ertönt noch ein Signal welches an ein Echolot erinnert? Im Weltraum, wo keine Geräusche zu hören sind. Das wären schonmal ein paar der technischen oder physikalischen Logiklöcher welche jedoch sehr auffällig ins Auge stoßen als das man sie vergisst oder übersieht.
Wären noch Dinge wie, woher wissen die Kilrathi die Codes für die Pegasus Station? Warum sind die Kilrathi im Spiel noch gute Strategen und im Film ein Haufen Idioten?
Ein paar Antworten kann man noch bekommen, wenn man das Buch zum Film liest. In welchem deutlich mehr Szenen drin sind und andere auch länger. Ebenso die Erkentnis das es einen Verräter gab der den Kilrathi das NAV-Com zuspielte. Im Film nur noch unlogisch und löchrig wie ein Schweizer Käse. -.-


Gibt es was positives noch zu vermelden?
Oh, durchaus. Wenn auch nur die drei Aspekte, welche sonst nicht wirklich die wichtigsten sind.

1. Soundtrack

Gute Arbeit darf ich sagen. Insbesondere das Titelthema. Zwar auch hier komplett neu..aber hier jedoch dem Score aus den Spielen mal überlegen. Kommt der schön gemachte Vorspann und ertönt diese epische Titelmelodie im Film...haaaarrrhh..Gänsehaut sag ich nur. Und als Fan saß ich im Kino mit einem Strahlen und Grinsen als die Titelschrift erschien in Kombi mit der Musik, es war herb.

2. Special Effects.

Ebenso. Können sich sehen lassen. Sehen nicht billig aus oder hingeschludert.
Durchaus gut geworden. Ebenso die Schlachtszenen geben gutes Feeling und haben auch Spannung.

3. Sets

Nicht alles nur vor einer Blue Screen oder in einer überdeutlich zu identifizierenden Lagerhalle. Nein, es wirkt in der Tat wie ein Flugzeugträger oder Raumstation.
Hinzu kommt sogar das die Raumjäger mal tatsächlich Jets waren! English Electric Lightnings um genau zu sein. Zwar extrem verändert aber immerhin wirken sie nicht wie Pappeimer. Soweit auch mal Mühe gegeben. Wenn manche Designs, wie gesagt, nur etwas besser ausgesehen hätten. Aber von der Hand Arbeit her gut gemacht.

Regie, naja. Passabel. Kein Blockbuster aber für einen Anfänger muss man Roberts nicht weichklopfen. Nur für die anderen Fehler.
Es war seine Chance und sie wurde tierisch in den Sand gesetzt. Und obgleich es Gerüchte gibt das er wohl einen neuen Versuch starten will...heute ist der Gamecast in jedem Fall zu alt für die Rollen. Damals war noch die Chance.

Was soll man nun zu diesem Streifen abschließend sagen?
Paradoxerweise macht er dennoch irgendwie Spaß. Auch wenn ich innerlich immer mal wieder fluche wegen den extremen Änderungen und Fehlbesetzungen, hab ich dennoch die DVD daheim im Schrank und schau gern mal den Film an. Vergisst man das Original einfach mal und läßt sich auf schick gemacht Raumkämpfe ein, weiß der Film durchaus zu unterhalten. Man darf halt keine großen Erwartungen haben. Wenn ich näher drüber nachdenke möchte ich dem Streifen auch eine miese 4 um die Ohren knallen! Und dann hab ich wieder Lust auf etwas Weltraumaction und denke mir, was solls. Meine Phantasie bereinigt die Fehler wieder :-P

Für Einsteiger: :liquid6:
Für Fans: :liquid3:

War eine gute Gelegenheit und gute Ansätze sind vorhanden. Ein paar fähige Leute waren auch im Team. Sei es das Team von Setbau oder den einen oder anderen Darsteller wie Karyo oder eben die Macher des Soundtracks. Der Streifen hat durchaus ein paar gute Kleinigkeiten. Aber eben weit zu wenig um glänzen zu können oder bejubelt zu werden. Etwas um die 30 Millionen gekostet und grad mal 11 eingespielt in den USA. Ein wahrer Dolchstoß. Erst nach einiger Zeit durch die DVD und Merchandising konnte die Gewinnschwelle noch erreicht werden.
Die Zeichentrickserie "Wing Commander: Academy" hat es nach Deutschland nicht mal geschafft.

Wer den Film sich in englisch anschaut, achtet auf die Computerstimme von Blairs Jäger, genannt "Merlin" (bei uns nur "Navi").
Welcher von Mark Hamill gesprochen wurde. Aber dank Kürzungen der Handlung hört man da auch nicht mehr viel von ihm. Im Abspann steht er noch nicht mal drin.
Nur aufgeführt als "?".
Vielleicht hätte das Roberts bei der Kategorie "Director" einsetzen sollen.
Schaut ruhig mal rein.
Zuletzt geändert von Alrik am 09.07.2010, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von freeman » 25.01.2010, 09:04

Der Look selber war noch das Gefälligste am ganzen Film. Großartige Vergleiche waren mir aber net möglich, da mich schon Wing Commander I am Amiga schwer gelangweilt hat ... :lol:

Von daher ist dieses Review mal ne fette Bombe. So ein Spiel vs. Film Vergleich komplett durchgezogen. Sehr geil!

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 25.01.2010, 09:14

Jip, fein gemachte Kritik! :D

Den Film selbst find ich persönlich "bestenfalls okay". Die Besetzung ist nett, der Trash-Faktor nicht zu verkennen - ansonsten war vieles halt "U-Boot-Krieg im Weltall", angereichert mit diversen anderen bekannten Genre-Versatzstücken. Und wie Freeman bereits schrieb: Sonderlich aufregend ist die ganze Angelegenheit nicht... :wink:

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Beitrag von McClane » 25.01.2010, 10:22

Ich hab mit der Reihe nicht groß was am Hut, mein Vater hat damals auf seinem 386er den ersten Teil gespielt und ich dann auch ein paar Runden, aber das war auch meine Vorbildung vorm Film. Der ist ja immerhin von den Spielemachern, also nicht ganz ohne Werktreue, aber das ist ja vollkommen wumpe, weil das Ding einfach langweilig hoch drei ist. Schauspieler sind alle mehr oder minder gelangweilt, die FX fast durchweg mäßig und bei den Dialogen hab ich auch teilweise gelitten. Dazu dann noch ein paar Logiklücken, durch die man die Tigerclaw quer durchschieben kann... wären da nicht ein paar ansehnliche Weltraumschlachten, die immerhin ein bißchen was reißen, dann wär wohl alles verloren, aber selbst die sind alles andere als Referenzmaterial.

:liquid3:
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Beitrag von Alrik » 25.01.2010, 21:49

Tja, wenn man Film mit Spiel(film) vergleicht. Hier mal die erste Mission von Teil 3. Mit kurzen Zwischensequenzen davor. Ist in deutsch und man sieht gleich mal einen Original Kilrathi. Auch wenn Hobbes ein Überläufer ist. ;)
http://www.youtube.com/watch?v=GDQVnb6l ... iv-1r-1-HM

Aber wenn man da sich die Designs anschaut. Deutlich angenehmer ^^

Und hier mal der Trailer zu Teil 4:
http://www.youtube.com/watch?v=SvPQHdVG ... re=related
"Rourke vor Gericht bringen? Ja sicher...und wenn ich dieses Wunder vollbracht hab schlage ich Gott K.O."

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Beitrag von Dr Dolph » 26.01.2010, 13:04

Das Design der Kilrathi war wirklich sehr übel, darüber hinaus fand ich den Film aber dann doch sehr unterhaltsam.
Mathew Lillard macht einen auf Ace (Jake Busey in Starship Troopers),
Freddie Prinz Jr. ist zwar blass wie eh und je, stöhrt dabei aber nicht wirklich und die Raumkämpfe haben mir auch recht gut gefallen.
Ausserdem kann man hier froh sein, das im Film so viel vom Spiel übernommen wurde, denn wenn ich mir da so Dinger wie Alone in the dark 2 anschaue, wo der Film abgesehen von Carnby, der dann auch noch Asiate ist, nix mit dem Spiel gemein hat...
Deswegen gibts da von mir ne :liquid8:

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Beitrag von Alrik » 27.01.2010, 02:43

Durchaus traurig das der Kinofilm einseits Spaß macht aber auch soviel vom Original in den Sand setzt, obwohl soviel Potenzial da war.

Erwähnenswert auch die anderen Auftritte von Genrestars bei den Spielen.
In Teil 4 ist es herb Marc Dacascos als Greenhorn, frisch von der Akademie, zu erleben. Als Frischling First Leutnant Troi "Catscratch" Carter. Kein kampfstarker Freeman. Sondern ein schüchterner Neuling. ^^
Und wer genau hinschaut beim Intro wird sogar noch ein bekanntes Gesicht entdecken. Casper Van Dien als Conved Pilot Nr. 3 *gg* Er darf kurz Mark Hamill auf dem Flugdeck begrüßen und anbieten dessen Tasche zu tragen ^^
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Beitrag von freeman » 27.01.2010, 08:43

Jip, und genau wegen dem Mark und dem Casper wären hier sogar Reviews zu DEM SPIEL erwünscht. Also wenn wer Bock hat ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Alrik » 27.01.2010, 17:01

Dein Wille geschehe Freeman. ;)
Werd ich gern die Woche in Angriff nehmen.
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Beitrag von kami » 28.04.2011, 18:49

Hatte gestern mal wieder Bock auf actionlastige Space Opera, und da die Auswahl in diesem speziellen Subgenre nicht gerade groß ist, landete die olle, nichtanamorphe DVD im Player. Der Vorspann stimmt gut auf ein Epos ein, welches wir dann leider nicht bekommen, denn zum einen werden die nicht uninteressanten Nebenplots wie der Pilgerkrieg dank kurzer Laufzeit nie wirklich thematisiert, zum anderen legt aber das Drehbuch den Darstellern einige wirklich gotterbärmliche Dialoge in Mund, die wirklich zum Fremdschämen sind. Die Jungdarsteller, allen voran der Freddy und der Scream-Typ, passen sich diesem Niveau perfekt an, grauenhaft!
Auf der Haben-Seite gibts dafür jede Menge Action, solide bis gute Effekte und einen bombastischen Score, womit der Film zumindest zum gelegentlichen Weltraumsnack gereicht.
:liquid6:

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