Solo

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Solo

Beitrag von freeman » 29.10.2005, 18:23

Solo

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Originaltitel: Solo
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: Norberto Barba
Darsteller: Mario van Peebles, Barry Corbin, William Sadler, Jaime Gomez, Damián Bechir u.a.

Solo ist der perfekte Soldat ... keine Familie, krank werden kann er auch nicht und er kann immer ersetzt werden. Man baut einfach einen neuen Solo, denn Solo ist ein Android. Halb Mensch, halb Maschine, wobei sich das Menschliche eigentlich nur auf sein Äußeres bezieht. Doch schon beim ersten Einsatz zeigt sich, dass es in Solo weitaus mehr Menschliches gibt: er zeigt Skrupel Unschuldige zu töten, was die gesamte Mission gefährdet. Sein Entwickler bekommt den Auftrag, Solo abzuschalten und ihm die Menschlichkeit auszutreiben. Daraufhin reagiert Solo mit der ihm einprogrammierten Programmroutine, sich selbst zu erhalten. Also macht er sich aus dem Staub.

Der General, der für dieses Projekt verantwortlich ist, schickt seinen schärfsten Kettenhund hinter Solo her, denn dieses Projekt darf niemandem anderen – und schon gar nicht dem Feind – in die Hände fallen. Und so befinden wir uns nach gut 15 Minuten mitten in der lustigen Androidenhatz. Solo schlüpft bei ein paar Bauern in einem kleinen Dorf unter, dessen Dorfbewohner inständig hoffen, dass der ungewöhnliche Fremde ihnen im Kampf gegen einige Rebellen beisteht, die das Dorf unterdrücken. Solo willigt ein und mutiert zum glorreichen Androiden, den die glorreichen Sieben garantiert gerne aufgenommen hätten ;-).

Währenddessen rüsten Solos Verfolger auf und schicken eine ganze Schar von Bluthunden los, um Solo zu fangen. Dieser lernt derweil, was es heißt, wirklich menschlich zu sein. Doch er wird nie wie ein halbwegs normaler Mensch leben können, wenn die Fronten nicht bald geklärt werden. Also geht Solo in die Offensive ...

Im Grunde genommen nimmt Solo Paul Andersons Soldier vorweg. Eine Kampfmaschine lernt, was es heißt, ein Mensch zu sein und schützt seine „Freunde“ mit seinem Leben. Freilich klaut sich der Film selber auch munter durch die Filmgeschichte. Terminator stand hier ebenso Pate wie der bereits erwähnte Die Glorreichen Sieben. Garniert wird das Ganze mit lustiger Dschungelaction. Und so seltsam es auch klingen mag, dieser Mischmasch funktioniert. Dabei überrascht vor allem das Produktionsdesign des Filmes. Denn dieser Film sieht richtig edel aus (Der Regisseur bewies sein optisches Gespür schon bei Blue Tiger). So edel, dass Teile von ihm in Filmen wie Agent Red wiederverwertet wurden. Auch das Setting macht einiges her, denn der Dschungel, in dem der Film fast komplett spielt, wird für einige imposante Aufnahmen genutzt.

Mario van Peebles spielt seinen Part mit stoischem Gesichtsausdruck und ebensolcher Ruhe, was zu einem Maschinenmenschen sehr gut passt. Sein wichtigster Gegenspieler wird von dem ewigen Erzbösewicht William Sadler gegeben, der auch hier die Rolle des verbohrten Hardliners diabolisch auszufüllen versteht. Der Konstrukteur von Solo wird im übrigen vom Pianisten Adrien Brody gespielt, der hier den Techniknerd geben darf.

Die Action ist sehr down to earth inszeniert, erst der Endkampf wird zu einer Art Wrestlingmatch. Ansonsten gibt es ein paar handfeste Keilereien, Genickbrüche und kleinere Shootouts. Wenn etwas explodiert, dann mit schönen raumgreifenden Feuerbällen. Die Freigabe ab 18 ist ein wenig verwunderlich, da es keine wirklichen Gewaltspitzen zu verzeichnen gibt.

Solo ist ein optisch hochwertiger Streifen mit einem fiesen Sadler, einem sympathischen van Peebles, einer netten Story und nur wenig Leerlauf. Eigentlich ideal für den kleinen Actionhunger zwischendurch

Die DVD von Columbia Tri Star ist uncut und bietet den Film in sehr guter Bildqualität, aber etwas drucklosen Sound.
:liquid6:

In diesem Sinne:
freeman
Zuletzt geändert von freeman am 01.04.2006, 16:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von djoli » 29.10.2005, 19:56

Den habe ich mir bisher immer verkniffen, bei uns im Pro Markt wollen die seit Jahren immer noch 29,99 € für den Streifen. :roll:
Vielleicht war das Pulver feucht...
Oder du bist einfach nur scheiße!

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Beitrag von freeman » 29.10.2005, 20:28

Dann halt die Augen weiter offen, ich hab 8 bezahlt, nachdem der Saturn auch immer so nen unmenschlichen Preis wollte. Der fällt gerade allgemein ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von MasonStorm » 31.07.2011, 18:31

Hab den Film nun das erste Mal gesehen und kann Freemans Kritik eigentlich nur zustimmen. Der Film ist nix besonderes, schafft es aber über die gesamte Laufzeit gut zu unterhalten. Die Action ist schön krachig und das Dschungelsetting überzeugt ebenfalls.

Gute :liquid6:

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Beitrag von C4rter » 17.03.2012, 15:07

Solo heißt die perfekte High-Tech-Kampfmaschine aus den Geheimlabors der Navy. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Androide, also halb Mensch, halb Roboter. Töten und Zerstören ist seine Mission. Doch beim ersten Einsatz spielt der muskelbepackte Einzelkämpfer bereits verrückt. Anstatt blind zu töten denkt er nach und handelt menschlich. So bricht er in letzter Sekunde, aus Rücksicht auf Zivilisten, die riskante Sprengung eines Rollfeldes ab. Wieder im Hauptquartier soll er zurückgesetzt werden. Doch er widersetzt sich den Befehlen seiner eiskalten Chefs, entert einen Hubschrauber und flieht in den Dschungel aus dem er zuvor zurückkam. Das Militär ist ihm dicht auf den Fersen und bis an die Zähne bewaffnet….

„Solo“ ist einer dieser Filme, die in den USA mit PG-13 versehen werden, da man wenig oder gar kein Blut sieht und in Deutschland den dicken 18er Stempel bekommen. Verstehe wer will. Doch das Problem von „Solo“ ist ein ganz anderes…

Hinter „Solo“ verbirgt sich einer der schwächeren Vertreter der 90s Action-Welle. Dabei kann das Teil sogar mit einer beindruckenden Darsteller-Riege protzen. Mario Van Peebles macht in der Hauptrolle einen auf den Terminator, aber kommt in keinster Weise an die Darstellung von Arnold heran. In den Nebenrollen erblickt man dann noch Gesichter wie William Sadler und Adrien Brody. Ja, richtig gelesen. Adrien Brody in einem stupiden Actionfilm. Seine dunklen Jahre quasi.

Aber „Solo“ überzeugt einfach nirgends so wirklich. Die Action ist meist lahm, die Story ist langweilig und löchrig, zudem tausendmal erzählt worden. Zwar ist der Film mit knapp 85 Minuten recht kurz, doch trotzdem gibt es einige Längen und besonders im Finale zieht sich der Film extrem in die Länge.

„Solo“ taugt aller höchstens für einen verregneten Nachmittag und wenn man alle anderen Action-Filme die man in der Sammlung hat bereits gesehen hat. Nichts besonderes und knapp unter dem Durchschnitt. Schade um die guten Darsteller.

:liquid4:

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McClane
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Beitrag von McClane » 21.01.2018, 13:31

Einer der Beiträge zur Kampfmaschine-erlernt-Menschlichkeit-Welle der 1990er, in ähnlicher Form davor zu sehen bei "Terminator 2" und "Universal Soldier", kurz darauf bei "Soldier" und ohne Robo-Komponente bei "Men of War". Hier ist es also Mario van Peebles, der mit ausdruckslosem Mienenspiel den titelgebenden Androiden spielt, der recht zügig die Biege macht, wenn sich der gutherzige Wissenschaftler und der eiskalte Militär als gegensätzliche Ziehväter und Verkörperungen widerstrebender Impulse in die Haare kriegen. Danach sind dann erst einmal alle Ethnoklischees mit dem lustig vor sich hin lebenden Farmersvolk abzuhaken, das eigentlich nur in Ruhe werkeln will. Zur Riege der Pappkameraden-Klischeefiguren gehören der gütige Bauernanführer, der weise alte Mann, der nette Junge, für den Solo zum Großer-Bruder-Ersatz wird, und sein steiler Zahn von Schwester, die Solo darauf bringt, dass er vielleicht doch einen Penis ähhhh ein Herz in seinem Robo-Körper hat. Keiner dieser Subplots wird irgendwie entwickelt oder später vernünftig aufgenommen; stattdessen wartet man darauf, dass erst die Unterdrückerrebellen, später Solos alte US-Einheit anrücken und dann fachgerecht verarztet werden. Das werden sie dann in eher kurzen Actionszenen, deren Montage jetzt nicht unbedingt zur Spitzenklasse gehört, die aber sonst in Ordnung gehen ohne wirklich zu begeistern.
Das ist dann schon etwas wenig, selbst für einen 90-Minüter. Die Mischung ist auch nicht immer homogen, wenn leicht kindische Comedy über den in Menschlichkeit ungeschulten Solo neben kaltblütigen Zivilistenerschießungen steht, was sich auch in den Ratings niederschlägt: Für eine FSK 18 wie in Deutschland ist "Solo" schon sehr harmlos, für ein PG-13 in den USA überraschend ruppig angesichts Genickbrüchen und ähnlichen Scherzen. Dafür klaut William Sadler als Bad Guy den Film in jeder seiner Szenen und optisch ansprechend ist "Solo" definitiv auch, was zum zwiespältigen Rückblick veranlasst. Einerseits ist es ja schon irgendwie sympathisch, dass man solche Filme damals noch als gering budgetierte A-Movies mit entsprechendem Look, entsprechenden production values und entsprechendem Cast noch in die Kinos brachte. Dass ausgerechnet der hier aber auf die Großleinwand kam, während wesentlich bessere Reißer damals bereits als Videopremiere endeten, verwundert dagegen.

:liquid4:
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