Replicant

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Mr_Pink
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Replicant

Beitrag von Mr_Pink » 22.09.2011, 18:15

Replicant

Original Titel: Replicant
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Ringo Lam
Darsteller: Jean Claude van Damme, Michael Rooker, Catherine Dent, Brandon James Olson, Pam Hyatt, Ian Robison, Allan Gray, James Hutson...


Die immense Anzahl der Filme, die unser aller Lieblingsbelgier unter Regisseuren aus Hongkong gedreht hat kann vermutlich nur von Landsmännern der Regie-Führenden getoppt werden. Nach Maximum Risk durfte van Damme nun ein zweites Mal unter der Anleitung Ringo Lams vor die Kamera treten und erneut übernimmt er gleich zwei Rollen dieses Mal jedoch sind beide langlebigerer Natur. Somit tritt der Palmenkicker nach Geballte Ladung mal wieder in einer Doppelrolle, wenn auch die Zugkraft des Namens mit den Jahren durchaus nachgelassen hatte und der Film deswegen nicht so intensiv damit beworben wurde.

Der Serienkiller „Die Fackel“ (van Damme) hält ganz Seattle in Atem; reihenweise tötet er junge Mütter und verbrennt sie anschließend. Ihm auf der Spur ist der kurz vor der Pensionierung stehende Jake Riley (Rooker) dem es aber in seiner Rest-Laufbahn nicht mehr gelingt den Mörder dingfest zu machen. Die Fackel interessiert sich allerdings herzlich wenig für den Ruhestand seines Jägers und behelligt ihn weiterhin mit Anrufen. Schließlich wendet sich eine Regierungsbehörde an Riley: Aus DNA-Rückständen an einem Tatort ist es gelungen einen Klon des Killers, einen Replikanten, zu erschaffen. Diesen soll Riley, zusammen mit seinen profunden Kenntnissen über den Killer nutzen um selbigen zu schnappen. Dies gestaltet sich dahingehend schwierig, da erstens der Replikant nicht großartig bekannt werden soll (man will mit Hilfe der Technologie, sollte sie funktionieren wie gewünscht, Terroristen-Gruppen unterwandern) und er zweitens zwar einen erwachsenen Körper aber das Gemüt eines kleinen Kindes besitzt.

Im Grunde genommen, hat man mit der vorliegenden Story alles gegeben um einen spannenden Film abzuliefern, liefert doch allein die Jagd nach einem Serienkiller schon genug Material, wie zahlreiche Filme beweisen; mit dem Replikanten noch eine weitere interessante Komponente hinzu. Leider wird einiges an Potential brach liegen lassen. So wird im Mittelteil die eigentliche Jagd nahezu komplett außen vor gelassen und sich auf Rileys Privatleben und sein Verhältnis zum Replikanten konzentriert, welches sich nach anfänglicher, verständlicher, sieht er doch den Killer vor sich, Abneigung bessert, wenn auch leider durch eine unglaublich moraltriefende und klischeehafte Rede von Rileys Mutter angestoßen. Auch weitere Klischees werden gerne bedient, sei es die Nutte mit Herz, die sich, gegen Ende, vom Replikanten retten lässt, oder der Antrieb des Killers.
Zudem stellt sich Riley bei der Suche nach der Fackel nicht gerade übermäßig intelligent an, ok, die Idee den Replikanten an den Schauplätzen der Morde zu bringen und seine Reaktionen abzuwarten ist nicht übel, aber warum kommt ein Polizist mit langjähriger Berufserfahrung so spät auf die Idee das Ebenbild des Täters mit dem Fahndungscomputer abzugleichen? Auch die Sorglosigkeit mit der dann in der Wohnung des Täters agiert wird wirkt ein wenig befremdlich. Das Vorhandensein einer Falle liegt doch dermaßen nahe, dass man schon beim Betreten der Wohnung 'Bombe!' schreien möchte.
Dies wäre deutlich weniger störend, wenn diese, langsamen, Szenen nicht einen sehr großen Teil des Films ausmachen würden. Action ist zwar durchaus vorhanden, sie kommt aber leider nur sehr sporadisch vor. Vor allem angesichts der Tatsache, dass van Damme in den wenigen Szenen durchaus sein Können demonstriert, erscheint dies ein wenig Schade. Vor allem der Kampf des Replikanten gegen die Fackel (als van Damme gegen sich selbst) ist durchaus ansehnlich geraten. Hier wäre eine ausgeglichenere Gewichtung der Szenen sicher vorteilhaft.

Überraschend gut sind die dargebrachten Leistungen der Darsteller geraten. Michael Rooker zeigt eine sehr ordentliche Leistung, auch wenn seine Wandlung gegenüber dem Killer-Klon doch recht plötzlich passiert. Auch Jean Claude zeigt in beiden Rollen ansprechendes. Zum einen als Killer, als welcher er zeigt, dass man sich auf seine Rolle in Expandables 2 mit Sicherheit freuen kann, auch wenn ein paar mehr Szenen in denen er die Sau raus lassen kann sicher nicht geschadet hätten. Andererseits ist seine Darstellung als Replikant sehr ansehnlich geraten, vor allem in den komischen Szenen in denen er aufgeschnappte Beleidigungen vollkommen unkontrolliert raus lässt und Unbeteiligte vor den Kopf stößt bleiben im Gedächtnis. Klar, oscarreif ist immer noch etwas vollkommen Anderes, aber überzeugend agiert van Damme durchaus.

Wenn ich mir mein Geschreibsel so ansehe, stelle ich fest, dass ich den Film irgendwie viel schlechter darstelle, als ich ihn eigentlich empfinde. Ja, Schwächen sind vorhanden und sie sind auch markant, dennoch der Film gefällt mir und unterhält durchaus. Vergleiche mit van Dammes Klassikern sind allerdings ebenso unangebracht wie solche mit seinen neueren Filmen (Wake of Death, Until Death...). Welche vom Unterhaltungswert (Klassiker) und/oder der filmischen Qualität (neuere Werke) doch ein anderes Kaliber darstellen. Aber Spaß kann man mit Replicant auf jeden Fall haben, man sollte nur wissen auf was man sich einlässt. Eine gewisse Affinität zu JCVD, welche bei mir zweifellos vorhanden ist, kann sicherlich auch nicht schaden.
:liquid6: , 5

Die deutsche DVD kommt von Highlight, und bietet Bild und Ton in ordentlicher Qualität. Leider gibt es beim O-Ton deutsche Zwangsuntertitel. Von der FSK 16 Fassung sollte man tunlichst Abstand halten.
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Jason Stathams bruudale Mördertitten figgen gelini71´ Papagei, der sich ne Lederkluft umgeschwungen hat weil er auf anale Liebe steht. Die Backstreet Boys sind auch dabei und machen bruutalen Analsex mit ihren erregierten Analwürmern.

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Beitrag von freeman » 23.09.2011, 08:11

Van Dammes Frisur als Bäddie ist einfach mal Kult und sein Gehampel als Klon genauso. Ein Fest des unfreiwilligen Humors. Durchweg. Trotzdem oder gerade deswegen find ich den auch ganz nett ... irgendwie. Auch wenn der letzte Kick irgendwie fehlt ...
:liquid4:

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 23.09.2011, 08:40

Ein recht belangloser Streifen - in einfach allen Belangen. Dennoch keine Katastrophe. Ansehen würde ich ihn mir zwar nicht unbedingt nochmal - aber so aus der Erinnerung heraus...

:liquid4:

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Beitrag von SFI » 23.09.2011, 14:53

Tja das waren damals die Zeiten, als man bei einem neuen van Damme Film noch Hoffnung auf nen Brett hatte ... ich würde sagen, seine dortigen ersten Versuche zu schauspielern, sind voll für die Tonne. Würde den auch so mit 4/10 bewerten.
Der Pfalzbote

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Beitrag von Kruger » 23.09.2011, 14:54

Ja, irgendwie gefällt mir der Film schon, aber unterm Strich würd ich eher sagen unterer Durchschnitt. War ja auch der erste "billig" Van Damme-Film den ich jemals gesehen habe (jetzt mal die Ware aus den 80ern nicht mitgezählt).

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Beitrag von McClane » 24.09.2011, 11:31

Hab den damals zur Videopremiere gesehen und mich drüber gefreut (juhu, mal wieder Van Damme), die Zweitsichtung hat sich da im negativen Sinne als augenöffnend erwiesen: Wenig Action und die hat meist auch nicht so recht Schmackes, gerade der Showdown ist doch etwas lahm, da machen einige der früheren Wemmsereien in dem Film schon mehr her. Auch als Thriller eher schleppend und nach bekannten Vorbildern gestaltet, wobei die Beziehung zwischen Ex-Cop und Replikant trotz diverser Simplifizierungen (z.B. das Vertragen am Ende) ihre Momente hat, teilweise sogar ganz netten Humor in den Film bringt. Kein Grund für echte Begeisterung, aber es hebt den Film in den unteren Durchschnittsbereich.

:liquid4:
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Beitrag von Dr Dolph » 24.09.2011, 16:52

Von mir gibts da eine etwas bessere Bewertung. Ich fand den Film angenehm leicht konsumierbar, der Humor war stellenweise auch echt fein und der Clade schlug sich da schon ganz gut im schauspielerischen Bereich, im Vergleich zu den vorigen Ergüssen. Trotzdem hätte man die Action deutlich ausufernder und vor allem häufiger in den Film einbringen können, denn beim ersten Mal ist der Film noch ein wenig spannendm beim zweiten Mal aber dann nicht mehr, der richtige ausgleich fehlt dann aber dafür.
:liquid5:

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Beitrag von Cinefreak » 23.05.2016, 00:39

habe mich recht gut unterhalten gefühlt. Der Streifen hat zwar ein paar Längen und ist auch eher Thriller als Actioner, hat aber ein paar sehr geile Action-Highlights zu bieten. Für mich war das hier die finale Autojagd im Parkhaus und die sehr echt und wuchtig wirkende Explosion des Zimmers etwa in der Mitte des Films.

:liquid6: bis :liquid7: etwa

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