Killing Candy

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Killing Candy

Beitrag von freeman » 25.10.2011, 08:17

Killing Candy

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Originaltitel: Stealing Candy
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2002
Regie: Mark L. Lester
Darsteller: Daniel Baldwin, Coolio, Alex McArthur, Jenya Lano, Justin Lester, Paul Provenza, Wiley M. Pickett, Christopher Rydell, Adrienne Meltzer, Julie St. Claire u.a.

Candy Tyler (was ein geiler Pornoname) ist der aktuelle Superstar der amerikanischen Filmindustrie. Ihr Image gestaltete ihr Management stark in Richtung Sexbombe, was der eher prüden Madame so gar nicht entgegen kommt. Dennoch kann sie sich vor Fans nicht retten, macht sie ihre als Unerreichbarkeit fehlinterpretierte Verklemmtheit doch nur noch geiler. Blöd nur, dass sie bei diversen Spekulationsgeschäften in die Scheiße gegriffen hat und nun vollkommen pleite ist. Ein Zustand, den Fred und seine beiden Knastkumpel Walt und Brad nur zu gut kennen. Um endlich mal ihre klammen Geldbeutel zu füllen, beschließen sie, unwissend von deren Problemen, Candy zu entführen, sie live vor einer Kamera zu poppen, dies ins Internet zu übertragen und damit den Fans von Candy das zu geben, was sie schon lange begehren: Hardcoreaction mit Candy, pur und unverfälscht ... Blöderweise hat der eigentlich so simple Plan ein paar gewaltige Haken ... Und so gehen sich die Entführer sehr bald gegenseitig an den Kragen ...

Zunächst will man bei Mark L. Lesters Film nur entnervt abwinken, so übel konstruiert kommt die Geschichte zu Killing Candy daher. Doch dann entfaltet sich die Idee auf dem Bildschirm und erscheint auf einmal gar nicht mehr so abwegig! Spätestens wenn Candy wirklich live vor Millionen Internetusern durchgenudelt wird (allerdings nicht anal  endlich hammer das mal im öffentlichen Bereich! ;-) ), ertappt man sich selbst dabei, wie man denkt, dass hier voyeuristische Triebe anvisiert werden, die bereits die mittlerweile fast schon inflationär im Netz auftauchenden Sexvideos von Stars so interessant machen (wobei „Star“ ja mittlerweile bedeutet, dass man einem Sternchen zuschaut, das irgendwann mal neben einem echten Star gestanden und einen Kaffee getrunken hat…). Und so sitzt man irgendwann echt da und denkt sich: Hm, von Star xy würde ich mir so was durchaus auch mal angucken – freilich ohne den Entführungsaspekt! Tja ja, so sind wir ... alle denken wir nur an das eine! Dachte sich wohl auch Lester und hat anscheinend gar nicht vermutet, wie gut dieser Ansatz alleine schon funktionieren würde. Also peppt er die ganze Geschichte noch auf und lässt die Lage zwischen den Figuren häufiger eskalieren. Hier geht’s dann aber flott weg von interessanten Ansätzen hin zu Klischees en masse, die selbst bei nur 80 Minuten Laufzeit diverse langatmige Momente zulassen und auf dem Rücken von weitgehend uninteressanten, weil viel zu oberflächlich gezeichneten Figuren ausgetragen werden. Auch den Twist gegen Ende des Filmes ahnt man leider schon nach wenigen Minuten Filmlaufzeit, dazu geht Lester nämlich viel zu detailliert auf Candys „schlimme“ Situation ein. Nicht der einzige Fehler, den Lester macht. Als Darsteller chargieren sich hier Coolio (schrecklich aufgrund seines Bad Mossafacka Gehampels), Daniel Baldwin (lachhaft fehlbesetzt als Computernerd) und Alex McArthur (hoffnungslos überfordert) durch. Jenya Lano zeigt zumindest ihre fleischigen Titten und macht als Pimperopfer eine sexy Figur, bleibt ansonsten aber blasser als ihre weiße Haut. In einer Minirolle schaut auch einmal Jeff Wincott vorbei, wird aber komplett verschenkt. Darsteller und Story setzt Lester in öder DTV Optik in Szene, die durch keine einzige ordentliche Idee irgendwie aufgewertet wird. Die Musik passt sich der Optik an und die sonst so versierte Actionregie Lesters hat hier vollkommen Pause. Bis auf ein paar platzende Bloodpacks (unspektakulär) und einen einzigen guten Stunt (Coolio wird überfahren) gibt es hier nichts zu sehen ... Stattdessen gibt es wieder einmal lachhafte Einsichten ins Funktionieren des bösen Internets. Wenn das all das könnte, was die Filmindustrie bereits darüber zusammen gesponnen hat, es wäre eine echte eigene Welt ... Nicht nur maximal eine Second World ;-)

Was bleibt, ist ein Film mit einem wirklich reizvollen Ansatz, der vollkommen auf die voyeuristischen Qualitäten der vernetzten Welt abzielt. Blöderweise traut sich Killing Candy nicht, nur darauf zu fokussieren oder das Thema konsequent zu Ende zu denken. Stattdessen wird es zunehmend reißerischer und eher langweilige Thrillerelemente gewinnen die Oberhand. Das daraus resultierende Finish wirkte auf Storyersinner Lester sicherlich sehr böse, ist allerdings für jeden, der in den letzten Jahren wenigstens einen Film gesehen hat, komplett vorhersehbar. Seine Darsteller hat Lester auch nicht rundweg im Griff, dafür macht er die leckere Hauptdarstellerin nackt. Ist ja auch was ...
:liquid4:

Die deutsche DVD kommt von Universal und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman
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