Sinners and Saints

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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McClane
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Sinners and Saints

Beitrag von McClane » 05.11.2011, 11:12

Sinners and Saints

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Originaltitel: Sinners & Saints
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: William Kaufman
Darsteller: Johnny Strong, Kevin Phillips, Costas Mandylor, Sean Patrick Flanery, Tom Berenger, Method Man, Kim Coates, Bas Rutten, Louis Mandylor, Brooklyn Sudano, Jake La Botz, Jürgen Prochnow u.a.

Jean Riley ist ein Hardboiled Cop, wie er im Buche steht. Im von Hurrikan Katrina verwüsteten New Orleans zieht er seine Bahnen und geht unerbittlich gegen das allgegenwärtige Verbrechen vor – gerne beschreitet er dabei auch rechtlich eher bedenkliche Pfade. Eines Tages wird er einem Fall zugeteilt, bei dem eine Handvoll Killer besonders brutal zu Werke ging und die Opfer auf gar grausame Art und Weise folterte. Hierbei kreuzen sich Jeans Wege mit denen von Will Ganz. Einem jungen Kollegen, dem Jean fortan bei der Aufklärung dieses Falles beisteht. Dass das Wiederauftauchen von Jeans Freund Collin etwas mit dem Fall zu tun hat, kommt beiden Cops leider viel zu spät in den Sinn, denn bis zu diesem Zeitpunkt sind ihnen die weiterhin äußerst brutal vorgehenden Killer immer einen wichtigen Schritt voraus ...

Als Fan schnörkelloser und brutaler Action hat man es heutzutage nicht leicht. Im Kino wurde und wird das Genre trotz Brettern wie John Rambo oder The Expendables immer weiter aufgeweicht und verteenisiert. Die Folge: „Actionfilme“ wie „Ich bin Nummer vier“ oder „Atemlos“. Und im Direct to Video Bereich fehlt es an zündenden Ideen und vor allem an Geld. Die Folge: Eine Schwemme an billig im Ostblock abgedrehten Actionböllern, die sich im Ablauf ebenso ähneln wie im Look. Im Grunde eine traurige Zeit für den Actionfan, wären da nicht Filme wie „Sinners and Saints“, die irgendwie komplett dem allgemeinen Trend zuwiderlaufen. Abgedreht in den USA und im noch immer erschreckend zerstörten Hurrikan Katrina Einzugsgebiet verortet, generiert der Film schon alleine aufgrund seines Schauplatzes eine ganz eigene, sehr dichte Atmosphäre, die von Anbeginn an in den Bann zieht. Danach steigt dann die Copthriller Routine. Der harte Held des Streifens, der sich gerne auch mal außerhalb gesetzlicher Rahmenbedingungen bewegt, vor allem in Sachen Gewaltanwendung, wird vorgestellt. Im Rahmen einer hübschen Ballerei, die die Marschrichtung für den weiteren Film vorgibt: Großkalibrige Waffen, ordentlich Munitionsverbrauch, Trefferwirkungen in Häusern, Autos und getroffenen Menschen und eine richtig coole Choreographie, die jeden Fan mit der Zunge schnalzen lässt ... und Befürchtungen zu Tage fürchtet, der Film könnte nach dem sehr gelungenen Auftakt in ein tiefes Loch fallen.

Doch dem ist nicht so! Denn die jetzt anrollende Geschichte funktioniert erstaunlich gut und zwar nach dem „der Zuschauer weiß nicht viel mehr als der Hauptcharakter“ Prinzip. Und mit dem identifiziert man sich trotz „harter unnahbarer Hund“ Attitüde nur zu gerne, denn Johnny Strong, der Jean Riley mit viel Wucht und Charisma gibt, ist auch optisch eine Wohltat im Genre. Kein fetter Seagal, kein alter Recke, eher eine ziemlich coole Sau mit stylischen Tattoos, Wuschelfrisur, Armbändern, amtlicher Bad Boy Einstellung und definitiv mit dem Potential versehen, auch weibliche Filmzuschauer zu erreichen. Und sein Jean ist auch keine nichts sagende Hohlbirne. Im Gegenteil: Jean bekommt ein richtiges Rückgrat eingezogen. Dazu wird ihm eine sensible Seite verpasst und im Wechselspiel mit dem neuen Partner, das deutlich weniger auf Buddy Movie Motive setzt, als man vermuten könnte, wird einem seine Figur immer sympathischer. Darstellerisch muss er da zwar nicht viel machen, allerdings könnte man auch nicht behaupten, dass er eine schwache Leistung abliefern würde.

Und Johnny Strong empfiehlt sich absolut für weitere Actionstreifen. Denn wenn er mit Seagalscher Attitüde und „Motherfucker“ brummelnd in den Shoot Outs diverse Lumpen über den Haufen knallt, kommt schon ordentliches 80s Flair auf – jedenfalls in Sachen Kompromisslosigkeit. Technisch ist das Gebotene nämlich auf neuestem Stand und keinesfalls altmodisch. Die Actionszenen sind formidabel choreographiert, flott und hochwertig bebildert, mit treibender Musik unterlegt (aus der Feder von Johnny Strong!) und haben dank beständigem Großkalibereinsatzes enormen Druck. Dabei bringt es der Film auf fünf größer angelegte Actionsequenzen, von denen eine rüdes Gekloppe und die anderen vier blutige und mit erstaunlichen Brutalitäten aufwartende Schießereien transportieren. Auf größeren Actionbombast muss man dann leider verzichten, doch für den Budgetrahmen, der Regisseur William Kaufman zur Verfügung gestanden hat, ist das Gebotene einem feuchten Traum für Actionfans gleichzusetzen.

Und mehr noch, Kaufmans Film wirkt teils so wertig, dass man meint, man schaue einem A-Film zu. Besonders beim stilvollen Finale durchbricht der Film locker die Grenzen des B-Filmes und schielt in Richtung höherer Weihen. Im Grunde erkennt man nur an den B-Fressen im Cast, dass der Film ein B-Film ist. Und da tummeln sich einige Nasen: Jürgen Prochnow, Tom Berenger, Coastas Mandylor, Louis Mandylor, Kim Coates und Sean Patrick Flanery (kurioserweise in einer Bar namens Boondock Saints eingeführt!) tauchen in mal mehr mal weniger großen Rollen auf und wissen durchweg zu gefallen! Obendrein hat der Regisseur seine Wurzeln nicht vergessen und einige Darsteller seines ebenfalls erstaunlich unterhaltsamen Indiehits „The Prodigy“ in „Sinners and Saints“ zu kleineren Auftritten verholfen.

Allerdings knarzt es auch bei diesem wirklich erstaunlichen Actionhit in einigen Abteilungen. Auf die Figur von Method Man und dessen Auftritte hätte man rundweg verzichten sollen, auch und gerade in der Showdownschlussphase. Zudem verläuft der Storystrang um Jürgen Prochnow vollkommen im Nichts. Die ambitioniert vorgetragene Geschichte funktioniert zwar erstaunlich gut, mündet aber in einem leider zu bekannten und in letzter Zeit häufiger bemühten Schlussakt. Da hätte man sich andere oder vielleicht ganz radikal gar keine wirklichen Motive für die Bäddies gewünscht. Ab und an hat man kleinere Probleme, der Story zu folgen, weil hier und da der Zufall selbige antreibt. Aber im Großen und Ganzen bietet „Sinners and Saints“ nicht viele Gründe, um sich zu beschweren. Die Action rockt und vor allem das dabei aufgefahrene, sehr methodische und taktische Vorgehen der Bösewichter, das auf das brachialere Agieren des Hauptcharakters trifft, sorgt wie nebenbei für eine tolle Choreographie. Daraus resultieren großartige Actionmomente, die gut über den Film verteilt wurden und mit amtlichem Blutzoll aufwarten. Die Story zwischen den Actionszenen funktioniert und die Heldenfiguren des Streifens sind eine absolut sichere Bank. Ein echtes Highlight im DTV Sumpf ... Auf den Regisseur, der kurz darauf mit „The Hit List“ und vorher mit „The Prodigy“ bewiesen hat, dass B-Actionfilme nicht zwingend storytechnischer Bullshit sein müssen, sollte man echt ein Auge haben.
:liquid8:

In diesem Sinne:
freeman


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McClane sinnert mit:

Mit „The Prodigy“ hatte William Kaufman bereits bewiesen, was er aus kleinen Budgets herausholen kann, mit „Sinners and Saints“ empfiehlt er sich nun als neue B-Actionhoffnung.
In bester „The Shield“-Ästhetik steigt der Film mit gritty Handkamerabildern ein, etabliert in einer fragmentarischen Montage den Hintergrund des Helden und den Schauplatz: Sean Riley (Johnny Strong) ist der Heros, ein Veteran aus Irakkrieg, jetzt beim New Orleans Police Department tätig – einer Stadt, die auch Jahre später noch der Hurricane-Katastrophe gekennzeichnet ist wie bereits die Auftaktmontage klarmacht und wie der Film später noch erwähnt. Dass der bei Einheit für Straßenkriminalität tätige Sean zur Elite des NOPD gehört, das sehen wir auch schon bei der knalligen Auftaktballerei, bei der allerdings sein Partner Dave Besson (Kim Coates) sein Leben lassen muss.
Der Fan des Copthrillers kann sich ausmalen wohin das führt – nicht zuletzt, da Seans Sohn starb und seine Frau ihn anschließend verließ, wie man später erfährt: Die Beschwerden wegen überzogener Gewaltanwendung häufen sich im Dienst, trotz guter Verhaftungsquote wird er zum roten Tuch, weshalb sein Chef, Captain Trahan (Tom Berenger), ihm die Chance zur Rehabilitierung gibt: Sean soll Will Ganz (Kevin Phillips) von der Mordkommission bei der Aufklärung einer Reihe besonders brutaler Morde helfen. Klassisches Copthrillerterrain also, auf dem der Genrefan sich direkt heimisch fühlt, eine Zeit in der sich echte Männer auf dem Weg zur Hausdurchsuchung noch dreckige Witze erzählten.

Sean und Will gewöhnen sich schnell aneinander, Buddy-Komik und Reibereien bleiben aus, stattdessen finden sie bald Spuren der Täter. Doch die Killer sind militärisch ausgebildet und mit ihnen ist nicht zu spaßen…
Wer hier Innovationen sucht, der könnte leicht enttäuscht werden, wer hingegen einen klassischen Copactionfilm in der Tradition von „Dirty Harry“, „Lethal Weapon“, „Die City-Cobra“ oder „Excessive Force“ sehen möchte, der ist goldrichtig. Kaufman versucht gar nicht erst seinen Film mehr als das, was er ist, erscheinen zu lassen, inszeniert seinen Film als geradlinige, ehrliche Genreware ohne Mätzchen, wobei des Rätsels Lösung am Ende gerne ein wenig raffinierter hätte ausfallen dürfen. Das macht aber nichts, denn das hohe Erzähltempo, das „Sinners and Saints“ vorlegt, lässt solche Kritikpunkte schnell vergessen.
Kaufmans wortkarger Actionhero Sean Riley ist der Archetypus des vom Leben gebeutelten, aber aufrechten Straßenkriegers, hinter dessen harter Schale ein emotionaler Kern steckt, der z.B. beim Essen mit Wills Familie zum Vorschein kommt. Wie Harry Callahan oder Martin Riggs lebt er zu Beginn des Films vor allem für den Job, da ihm kaum noch etwas bleibt, und gerade deshalb funktioniert diese Figur so gut. Auch die grobschlächtige Killertruppe mit den derben Foltermethoden (bei denen budgetbedingt die wenigen Gore-Effekte vor allem durch die Montage zu Schreckensbildern gearbeitet werden) stammt zwar aus dem Lehrbuch, wird aber genau richtig als hassenswerte Bösewichtsbande präsentiert: Gleich bei ihrem ersten Auftreten werden ein paar unschuldige, zufällig anwesende Teenager beseitigt, sie nehmen die Familien ihrer Gegner ins Visier – kurzum: Genau die Antagonisten, die man gerne verabscheut.

Der Actionfan erfreut sich natürlich vor allem bildgewaltiger Entsorgung ebenjener Fieslinge und da hat „Sinners and Saints“ gleich vier ausgiebigere Ballereien sowie ein paar kleinere Actionszenen wie einen Nahkampf zwischen Sean und einigen Henchmen parat. Die Shoot-Outs sind nicht nur hart, sondern vor allem wunderbar choreographiert, im Stil klassischer Actionregisseure inszeniert und zeichnen sich durch einen beachtlichen Munitionsverbrauch aus, der das Fanherz höher schlagen lässt. Im Vergleich zu den Copfilmen der 80er fällt der höhere Realismus auf: Natürlich besiegen ein oder zwei Mann immer noch wahre Gegnermassen, doch Helden wie Fieslinge benutzen Militärtaktiken, zielen anstatt nur aus der Hüfte zu ballern und wissen die Umgebung für sich zu nutzen.
Johnny Strong wird kein neuer Eastwood oder neuer Bruce Willis, zum einen überzeugender Actiondarsteller der B-Klasse reicht es aber auf jeden Fall – er darf gern öfter in solchen Rollen auftauchen. Kevin Phillips braucht sich als Partner nicht vor Strong zu verstecken, Tom Berenger und Kim Coates erledigen ihre kleinen Rollen mehr als ordentlich und mit Costas Mandylor, seinem Bruder Louis Mandylor und UFC-Legende Bas Rutten sind ein paar herrlich fiese Übeltäter dabei. Sean Patrick Flannery hat eine kleine Rolle (und darf als In-Joke mit Strong in der Kneipe „The Boondock Saint“ einen heben), aus „The Prodigy“ sind Matt Beckham, Holt Boggs und Jay Moses in Nebenrollen dabei.

Innovationspreise gewinnt „Sinners and Saints“ vielleicht keine, aber William Kaufmans Film hat alles dabei, was einen schönen, geradlinigen Copactionthriller auszeichnet: Hohes Tempo, charismatische Helden, hassenswerte Übelwichte und dynamische Shoot-Outs – gerne mehr davon.
:liquid8:

Ein eigenwilliger Fall: Ist bisher weder in den USA noch in UK offiziell erschienen, kam zuerst in Skandinavien und ist seit kurzem in Deutschland erhältlich. Die deutsche DVD von Eurovideo ist uncut, bietet eine gute Qualität und ein paar Deleted Scenes als Extra, die ganz nett anzuschauen sind, die man im Film aber auch nicht vermisst.
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Beitrag von SFI » 05.11.2011, 15:03

Danke fürs Review, hab ihn mal auf die Leihliste gesetzt!
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Beitrag von freeman » 07.11.2011, 08:47

Sodale, mein Review zum McClane gepackt ;-) ... Streifen rockt mal so richtig!

In diesem Sinne:
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Beitrag von kami » 07.11.2011, 09:25

SFI hat geschrieben:Danke fürs Review, hab ihn mal auf die Leihliste gesetzt!
Vielleicht motiviert dich ja, dass Jolene Blalock eine kleine Rolle hat. :D

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Beitrag von freeman » 07.11.2011, 09:29

Hat aber trotzdem keine Raumschiffe :lol: Und ich glaube, Treknerds sehen "ihre" Helden geschlechtslos :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von SFI » 07.11.2011, 14:53

:lol: Ja das stimmt sogar irgendwie! 8-)
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Beitrag von MasonStorm » 07.11.2011, 16:04

Na Seven of Nine fand ich früher aber ganz und garnicht geschlechtslos :wink:

:sabber:

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Beitrag von StS » 11.11.2011, 07:51

Bei „Sinners and Saints“ handelt es sich zugleich um einen inhaltlich mäßigen wie handwerklich kompetent realisierten Cop-Thriller, bei dem der Begriff „gritty“ wie die Faust aufs Auge passt. Angesiedelt in der noch immer von den Folgen „Katrinas“ sichtlich gezeichneten Stadt New Orleans, erzählt der Film zwar (leider) eine weitestgehend altbekannte Geschichte – doch wird diese seitens ihrer Umsetzung (Regie, Kameraarbeit, Score etc.) zum Glück in positiver Weise „überstrahlt“. In der Hauptrolle liefert der recht unbekannte Johnny Strong eine überraschend starke Performance ab, während die übrigen Cast-Reihen von verschiedenen erfahrenen (und durchweg anständig agierenden) B-Movie-Akteuren „ausgefüllt“ werden – unter ihnen Tom Berenger, Sean Patrick Flanery, der hier erneut eher nervige Kim Coates sowie die beiden Brüder Costas und Louis Mandylor, welche zwei fiese Killer mimen. Sogar „unser“ Jürgen Prochnow tritt mal wieder als Gangsterboss im Rahmen zweier Szenen in Erscheinung – auch wenn diese im Grunde vollkommen überflüssig sind. Fraglos punktet der Streifen primär im Bereich seiner hervorragend (und zudem schön übersichtlich) arrangierten Shoot-Outs, die jeweils kraftvoll, hart und direkt daherkommen. Dazu dann noch eine stimmige Atmosphäre und einige markante Gewaltspitzen (resultierend aus Einschüssen und Folter) – fertig ist ein (für entsprechende Fans) durchaus sehenswerter Genre-Vertreter, der sich angenehm vom sonst eher üblichen (gern im Ostblock gedrehten sowie meist von „verbrauchten Recken“ á la Seagal, JCvD, Lundgren oder Snipes bevölkerten) „08/15-DtV-Einheitsbrei“ abhebt…

starke :liquid7:

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Beitrag von SFI » 14.11.2011, 15:15

Gelungener Streifen, bei dem der eher unbekannte Hauptdarsteller eine sehr gute Figur macht und vor allem in den Actionszenen kompromisslos und furchtlos zu Werke geht. Trotzdem nimmt man ihm die Heldenrolle nicht so ganz ab, was aber nicht an seiner Erscheinung etc. sondern vielmehr an dem für den Zuschauer fehlenden Background liegt. Bis zur "Aufösung" ist er nicht mehr als ein "einfacher" Polizist, dessen Vorgehensweise im Hinblick auf die diesmal wirklich fiesen und brutalen Lumpen, zudem mit ordentlich Sölndnern bestückt, z.B. eher zur CIA Vergangenheit eines Seagal Charakters passen würde. Gerade die gegenteilige und ängstliche Verhaltensweise seines Partners makiert eine realistischere Herangehensweise und zeigt die eigentlich vorhandene Überforderung mit der Situation. Vielleicht wollte der Regisseur hier einfach mal das gebräuchliche Klischee des Polizisten mit hochdekorierter Spezialausbildung Vergangenheit im Vorfeld nach hinten stellen, rein von der Good Guy-Bad Guy Konstellation tut er sich damit aber vielleicht keinen Gefallen. Das erwähnte äußerst brutale Verhalten der Lumpen schreit einfach förmlich nach einem Gegenspieler, der zumindest auf dem Papier von Anfang an (wie etwa bei "96 Hours") überlegen ist und bei dem man sich sicher sein kann, dass er Vergeltung übt. Die übt der Gute dann zwar auch und zwar stellenweise richtig "Punisher" like, dazu schön choreographiert und heftig in Szene gesetzt, letztendlich stellt man sich aber immer die Frage ob der Held dem nächsten Szenario gewachsen sein wird. Positiv fallen auch die Sets und Kulissen auf, die zwar leider Kathrina geschuldet sind, aber gerade dadurch ein enorm realistisches Umfeld schaffen. Für einen Actionfilm der B-Movie Garde wird man zudem mit einem sehr gelungenen Score/Soundtrack belohnt.

:liquid7: +
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Beitrag von McClane » 15.11.2011, 08:36

SFI hat geschrieben:Gelungener Streifen, bei dem der eher unbekannte Hauptdarsteller eine sehr gute Figur macht und vor allem in den Actionszenen kompromisslos und furchtlos zu Werke geht. Trotzdem nimmt man ihm die Heldenrolle nicht so ganz ab, was aber nicht an seiner Erscheinung etc. sondern vielmehr an dem für den Zuschauer fehlenden Background liegt. Bis zur "Aufösung" ist er nicht mehr als ein "einfacher" Polizist, dessen Vorgehensweise im Hinblick auf die diesmal wirklich fiesen und brutalen Lumpen, zudem mit ordentlich Sölndnern bestückt, z.B. eher zur CIA Vergangenheit eines Seagal Charakters passen würde.
Naja, ich fand die Anfangsmontage mit den Bildern aus dem Irak-Krieg usw. eigentlich schon recht deutlich, für mich war sein militärischer Hintergrund von Anfang an klar.
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Beitrag von tech-c » 15.11.2011, 09:57

Ok, ist durchaus ein Argument, letztendlich lässt dies über seine Fähigkeiten aber auch nur Vermutungen zu, handfeste Aussagen á Liam in Taken sind IMO einfach viel geiler und steigern die Erwartungshaltung im Umgang mit den Lumpen! :lol:
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Beitrag von Orco » 26.11.2011, 14:23

Guter Film, kam keine Langeweile auf :)
Aber Flannery macht mir Sorgen, der sieht immer ausgeschwemmter aus.
Alles in allem reichts es für eine
:liquid8:
Und wenn sich deine Schulter bewegt, dann seh ich das.

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Beitrag von Jimbo Jones » 21.12.2011, 20:04

Öhm … ja kurzum gesagt: Ich fand den richtig, richtig Klasse! :)
Und endlich hab ich die Gewissheit, das Costas Mandylor ne ziemlich gute Bösewichtfresse hat, wo ich mir bei der Saw-Reihe noch skeptisch war.

Grüße
Jimbo

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Beitrag von Dr Dolph » 14.08.2012, 01:04

Letztens wieder gesehen... Einfach genial das Ding. Fantastische Action, super Besetzung und ein superber Handlungsort, machen einem diesen Film sehr schmackhaft.

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Beitrag von John_Clark » 17.10.2013, 01:43

Ich gehe mit!! 8-)


Die Suche nach einer Filmperle kann sich als schwierig entpuppen. Viel Trash wurde auf diesem Weltenrund bereits gedreht. Dementsprechend viel Müll mussten meine Augen schon ertragen. "Sinners and Saints" erinnert mich daran, warum ich überhaupt angefangen habe Texte wie diese zu schreiben.

Inhalt:
New Orleans Police Detective Sean Riley (Johnny Strong) ist gebrochen. Sein Sohn verstarb an Leukämie, daraufhin verliess ihn zudem noch seine Frau. Da Riley bei seinen Einsätzen gerne ein wenig über die Stränge schlägt, wird ihm ein unerfahrener Partner zur Seite gestellt, Detective Will Ganz (Kevin Phillips). Zusammen versuchen die beiden eine Mordserie aufzuklären und geraten dabei ins Kreuzfeuer einer äusserst brutalen Bande.

"Sinners and Saints" ist grossartiges und geerdetes Actionkino und irgendwie überhaupt nicht dem Trend entsprechend, dass kleinere Actionfilme einfach nur schwache Stories oder abgewrackte Darsteller aufweisen können.

Regisseur William Kaufman, ehemaliger US Navy Recon Scout, ist ein Experte für Filme mit kleinen Budgets. Sein Erstlingswerk "The Prodigy" kostete anno 2005 etwas mehr als 100'000 Dollar. Das Budget für "Sinners and Saints" wird auch nicht wahnsinnig hoch gewesen sein.

Johnny Strong. Der Name ist irgendwie voll Porno. Who's that guy? Strong hatte zwischen 1996 und 2001 diverse Nebenrollen in grösseren Hollywood-Produktionen wie "The Glimmer Man", "The Fast and the Furious" oder "Black Hawk Down". Nach 2001 war Schluss mit Schauspiel und Strong widmete sich seiner Musikkarriere. Neun Jahre später kam Strong mit der Hauptrolle im vorliegenden "Sinners and Saints" ins Filmbusiness zurück. Strong ist der perfekte Hauptdarsteller für einen knallharten B-Kracher. Sein Look, sein Gesichtsausdruck und auch seine Martial Arts-Erfahrung, Strong bringt alles mit um auch zukünftig in hochwertigeren Actionproduktionen fungieren zu können.

William Kaufmann war jedoch klug genug um auch in den Nebenrollen gestandenes Filmpersonal von der Leine zu lassen. Bad Boy-Fresse Kim Coates, Tom Berenger, Star Trek-Star Jolene Blalock, Jürgen Prochnow, Method Man, Ex-MMA-Star Bas Rutten, Costas und Louis Mandylor und der kultige Sean Patrick Flannery, dessen Figur ganz passend in einer Bar namens "The Boondock Saint" eingeführt wird. Eine richtig geile Ansammlung von Darstellern von welchen jeder Vollgas gibt.

Bei kleineren Produktionen sind oft Drehbuch und Dialoge grosse Schwachpunkte. Nicht in diesem Fall. Die Dialoge wirken stimmig und das Drehbuch existierte wohl wirklich. Die Story geht ähnliche Wege wie "Lethal Weapon", lässt zwei gegensätzliche Charaktere zu einem Team verschmelzen, verzichtet aber auf jeglichen Humor und eine Freundschaft ähnlich Riggs-Murthaugh wird angedeutet.

Gedreht in New Orleans verschweigt der Film keineswegs die Auswirkungen, die Hurrikan Katrina auf die Stadt hatte. Die Verwüstungen geben dem Film und der dreckigen Story den richtigen Touch und den perfekten Hintergrund für die Action, welche sehr brutal visualisiert wurde.

Fazit: "Sinners and Saints" ist eine kleine dreckige Perle, welche ich jedem Freund härterer Kost gerne ans Herz lege.

:liquid8:

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