Act of Valor

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Act of Valor

Beitrag von freeman » 20.11.2012, 08:16

Act of Valor

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Originaltitel: Act of Valor
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2012
Regie: Mike McCoy, Scott Waugh
Darsteller: Roselyn Sanchez, Jason Cottle, Emilio Rivera, Nestor Serrano, Alexander Asefa, Gonzalo Menendez, Ailsa Marshall, Alex Veadov, Drea Castro, Sonny Sison, Keo Woolford, Aurelius DiBarsanti u.a.

Die Befreiung einer als Geisel gehaltenen CIA Agentin wächst sich für ein Team von US Navy Seals zur weltweiten Terroristenhatz aus, in deren Verlauf ordentlich blaue Bohnen durch die Luft schwirren und dank Unterstützung des Filmes durch das Pentagon auch ordentlich schweres Gerät aufgefahren wird.
:liquid6:

Hier gehts zum ganzen Review

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 20.11.2012, 09:22

Mochte den Streifen. Inszenatorisch und optisch wirklich gut und durchweg kurzweilig. Dass es ein Werbefilm ist, stört mich persönlich nicht - dürfte eigentlich auch keinen anderen stören, der sich den Film ansieht, denn das war ja von Anfang an bekannt. Die Ausstattung kann sich (dementsprechend) echt sehen lassen, dass im Rahmen bestimmter Szenen mit echten Kugeln geschossen wurde (vom Boot aus) gibt durchaus einen netten "Effekt" her - und dass sich die Umsetzung an PC-Spielen orientiert lässt sich leicht nachvollziehen (ist für viele sicher nochmal etwas ansprechender). Schauspielerisch ist er ebenfalls nicht schlechter als die übliche B-Film-Ware vergleichbarer Art...

gute :liquid6:

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Beitrag von McClane » 20.11.2012, 09:34

Ich sehe den ähnlich wie freeman, würde die Gewichtung aber anders vornehmen. Zähle ich die Yacht-Erstürmung nicht mit, dann sind es genau drei große Schießereien, die fast reißbrettgenau im 40-Minuten-Takt kommen, leider immer wieder durch den übertriebenen Einsatz der Ego-Perspektive gestört werden, dafür aber schon recht gut rocken - vor allem der bereits im Trailer gut ausgeschlachtete Einsatz der Kampfboote dürfte das Highlight des Films sein. Auch inszenatorisch schaut der Film verdammt edel aus, gerade in seiner Präsentation von militärischem Gerät: Das ganze Rumgetauche ums U-Boot ist mehr oder weniger unnötig, aber sieht halt schick aus.
Daneben stehen dann Anti-Schauspieler, die von Chuck Norris und Co. mit Leichtigkeit an die Wand gespielt werden und ein saudummer Patriotismus: Ein Soldat muss mit seiner Familie im Reinen sein, aber nur, damit ihn das nicht im Einsatz ablenkt, an die Söhne gefallener Kameraden salbadert man via Brief noch warme Worte (hier per Voice Over) usw. Noch dazu lernen wir: Amis sterben nur, wenn sie sterben wollen. Ein einziger Seal geht drauf, andere überleben sogar Schüsse durch den Kopf, nach denen ihnen ein Auge raushängt, und der besagte eine, der opfert sich selbst, als er auf eine Granate springt. Denn wie gesagt: Echte amerikanische Helden sterben nur, wenn sie es wollen. Dagegen sind Terroristen alle feiges Pack, die zur Ausschaltung eines Botschafters auch noch Unmengen unschuldiger Kinder in den Tod reißen (die Eiswagen-Szene ist echt zum Kotzen). Dagegen ist es vollkommen okay, wenn die Seals einfache Bodyguards einfach so via Kopfschuss richten, nur weil sie für einen (ehemaligen) Schmuggler arbeiten.
Das ist schon reichlich viel Bullshit, der nur durch die Action und die stylische Inszenierung aufgefangen wird.

:liquid4:
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Beitrag von tech-c » 20.11.2012, 10:36

Wenn es ein reinrassiger Actionfilm mit Seagal wäre, dann könnte man über den Schwachfug imo hinwegsehen, so aber scheint das ein übler Propagandafilm zu sein, den wohl selbst der gute Joseph seinerzeit nicht besser hinbekommen hätte. Pfui Teufel.
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Beitrag von kami » 20.11.2012, 13:05

Quatsch, im Vergleich zum Special-Forces-Kram aus den 80ern ist das hier inhaltlich ein nüchternes Dokudrama.
Mag den auch sehr, holt richtig was aus dem schmalen Budget raus, und die Action rockt. Löst NAVY SEALS als meinen liebsten Seals&Co.-Film ab.
:liquid7:

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Beitrag von StS » 20.11.2012, 13:17

tech-c hat geschrieben:Wenn es ein reinrassiger Actionfilm mit Seagal wäre, dann könnte man über den Schwachfug imo hinwegsehen, so aber scheint das ein übler Propagandafilm zu sein, den wohl selbst der gute Joseph seinerzeit nicht besser hinbekommen hätte. Pfui Teufel.
Ist er absolut nicht. Zwischen Werbung und Propagnda gibt es eh entscheidende Unterschiede. Einfach ansehen und sich unterhalten lassen. Klar ist er pro-US-Militär - aber viel vom Rest (Terroristen sind böse und töten gern auch Unschuldige etc.) ist nicht nur im Action-Film an sich absolut gängig, sondern stimmt obendrein auch mit der Realität überein. ;)

Und wie Kami schon schrieb: Einige der vergleichbaren Streifen aus den 80ern sind (nicht nur vor der "Gesinnung" her) echt merklich mieser...

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Beitrag von McClane » 20.11.2012, 18:00

Da muss ich kami und StS vehement widersprechen: Während die US-Patriotenschinken der 80er gerade durch ihre Stars und die Herausstellung einzelner Heldenfiguren sich immer noch im Reich der Phantasie verorten, da ist "Act of Valor" mit seiner Authentizitätsstrategie wesentlich perfider und ekelhafter. Und an eine vergleichbare Szene zu der erwähnten Eiswagen-Szene aus "Act of Valor" kann ich mich spontan in keinem Film der 1980er erinnern. Da geht "Act of Valor" IMO schon über Actionstandards hinaus, gerade mit Blick darauf, dass viele der ähnlich realistisch gelagerten Actionfilme der letzten Jahre die Terroristen zunehmend menschlicher gestalten, deren Motivation durchaus beleuchten (man denke an "The Kingdom").
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Beitrag von StS » 20.11.2012, 18:06

Hatten wir die Diskussion nicht schon bei unserem Treffen vor einigen Wochen? :lol:

Ich hätte ja fast geschrieben: Bei Terroristen verhält es wie bei Jason oder Freddy - in bestimmten Fällen bzw. Filmen muss das Böse gar nicht mit einer Hintergrundgeschichte "vermenschlicht" werden... :wink:

Nicht ganz vergleichbar - aber im Ansatz eigentlich schon: Bei "Codename: Geronimo" oder "Zero Dark Thirty" wird es mir persönlich auch nicht darum gehen, eine "menschliche Seite" der/des Hauptattentäter(s) des 11. Septembers präsentiert zu erhalten...

Ich kann Deine Einstellung/Meinung aber verstehen. :wink:

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Beitrag von tech-c » 20.11.2012, 19:16

Klar ist er pro-US-Militär - aber viel vom Rest (Terroristen sind böse und töten gern auch Unschuldige etc.) ist nicht nur im Action-Film an sich absolut gängig, sondern stimmt obendrein auch mit der Realität überein.
Deiner Realität vielleicht, die lediglich ein Konstrukt auf Basis deiner Normen und Werte sowie der westlichen Medienpropaganda ist. :wink: Wie man es dreht und wendet, selbst ein Werbefilm hat sich an an gewisse Regeln zu halten, man nennt es dann vielleicht nicht Propaganda sondern unlauterer Wettbewerb. :lol: Den Inhalt mit dem eines Actionfilm zu vergleichen, finde ich wie gesagt nicht passend, denn in einem Film spielt nun einmal die Fiktion eine große Rolle. Hier verhält es sich anders, denn genauso gut könnte man die Message als kurzen Werbeclip vor der Tagesschau als Wahrheit verkaufen. Es bleibt in meinen Augen ein erbärmlicher Versuch, die Welt in schwarz und weiß einzuteilen, in der die US Boys die Helden sind. Zum Glück ist das Ganze so offensichtlich peinlich, dass zumindest die europäischen Zuschauer den Streifen am Boxoffice abstraften. Kriegstreiber!
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Beitrag von StS » 20.11.2012, 20:13

tech-c hat geschrieben:
Klar ist er pro-US-Militär - aber viel vom Rest (Terroristen sind böse und töten gern auch Unschuldige etc.) ist nicht nur im Action-Film an sich absolut gängig, sondern stimmt obendrein auch mit der Realität überein.
Deiner Realität vielleicht, die lediglich ein Konstrukt auf Basis deiner Normen und Werte sowie der westlichen Medienpropaganda ist. :wink:
Jip, CNN und die Tagesschau haben mich geprägt. Aljazeera und die Al-Qaida-Website meide ich dagegen. Sehen die Leute dort die Sache etwa anders? :lol: :wink:

Derzeitig beruht Deine Argumentation im Grunde doch nur rein auf Hörensagen - ich dagegen hab den Film zumindest gesehen. Man könnte also ganz verschmitzt behaupten: Während ich mir (in diesem Fall, wie auch grundsätzlich) ein eigenes Bild der Dinge mache, lässt Du Dich (vielleicht ja nur in diesem Fall?) von Hörensagen (aka: einer gewissen Form von Propaganda) leiten... ;)

Kein klar denkender Mensch würde diesen Film ernsthaft (quasi) mit einer Doku verwechseln - es ist eindeutig ein Spielfilm, der nicht einmal einen Hehl aus seinem Hintergrund macht. Ist also beileibe nicht irgendwie groß "hinterhältig" oder so - und fällt entsprechend in etwa in eine Sparte mit Werken wie "Red Dawn", welcher ja auch aus der politischen Gesinnung von Milius heraus entstand. Ideologisch arg fragwürdig war "Missing in Action" und Co ja ebenfalls - und "Top Gun" macht heute noch Laune, obgleich er ein Werbefilm ist...

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Beitrag von tech-c » 20.11.2012, 20:29

Nun, teilweise hast du sicher recht, aber ich denke man muss den Film nicht gesehen haben um sich auf Basis von McClanes Schilderung, der Marketingkampagne und letztendlich deiner Erklärung wie sich Terroristen verhalten, einen ersten Eindruck zu verschaffen, wohin der Weg geht. :wink: Eine Grundsatzdiskussion was Terroristen nun sind, tun oder nicht tun, soll hier gar nicht entstehen und ist nicht meine Absicht. Ich vermisse, gerade wenn es sich dabei um eine Definition der friedlichen und harmlosen USA handelt, lediglich eine differenziertere Betrachtungsweise.
Sicher könnte man hier noch lange weiter diskutieren, wieviele Actionfilme in Wahrheit eine Werbefilm darstellen, aber selbst bei deinen Beispielen und ja selbst bei Rambo, der nachträglich Vietnam gewinnt, steht doch stets die Fiktion des Mediums Film im Vordergrund und nicht die hier beworbene Authentizität, wie sie vielleicht einige US Militärs gerne hätten. Das ist letztendlich, zumindest aber für mich, der störende Unterschied. Ob der Film einen Hehl daraus macht oder nicht, ist vielleicht für den diesbezüglich etwas weniger naiven Europäer ersichtlich, interessant wäre es zu erforschen, bei welchen Schichten er indessen ein anderes Bild erzeugt. :? Ich bleibe skeptisch!
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Beitrag von StS » 20.11.2012, 20:31

tech-c hat geschrieben:...interessant wäre es zu erforschen, bei welchen Schichten er indessen ein anderes Bild erzeugt. :?
Beginnen wir da einfach mal bei den "Fox News"-Zuschauern und Romney-Wählern... :wink:
tech-c hat geschrieben:Ich bleibe skeptisch!
Klar. Das ist doch mal ne Aussage. Schau ihn Dir aber ruhig mal an. Ich denke, dass Du den letztlich als "so nicht schlimm" ansehen wirst... :wink:

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Beitrag von McClane » 21.11.2012, 16:19

StS hat geschrieben:Hatten wir die Diskussion nicht schon bei unserem Treffen vor einigen Wochen? :lol:

Ich hätte ja fast geschrieben: Bei Terroristen verhält es wie bei Jason oder Freddy - in bestimmten Fällen bzw. Filmen muss das Böse gar nicht mit einer Hintergrundgeschichte "vermenschlicht" werden... :wink:

Nicht ganz vergleichbar - aber im Ansatz eigentlich schon: Bei "Codename: Geronimo" oder "Zero Dark Thirty" wird es mir persönlich auch nicht darum gehen, eine "menschliche Seite" der/des Hauptattentäter(s) des 11. Septembers präsentiert zu erhalten...

Ich kann Deine Einstellung/Meinung aber verstehen. :wink:
Klar, war jetzt auch nicht so gedacht, dass der vermenschlichte Terrorist sein muss, diverse Krach-Bumm-Schinken funktionieren auch ohne eine Schilderung der schweren Kindheit des Oberbaddies. Und natürlich ist es durchaus dem Genre immanent, dass der Held erst auf einen Terrorakt reagiert, der dann die Terroristen als böse für den Zuschauer brandmarkt.

Es kommt halt auf die Darstellung an. Die Bin-Laden-Filme haben natürlich durch das reale Event 9/11 alle Sympathien auf ihrer Seite und vielleicht ist die Akzeptanz gewisser Darstellungen persönliche Sache. Mir persönlich ging die übertriebene Bösewichtszeichnung gepaart mit einer gänzlich unkritischen, überstilisierenden Darstellung der Seals zu weit, hab da eher an den von kami, dir und mir niedergemachten "5 Days of War" denn an die Ballerschinken der 80er denken müssen.
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Beitrag von StS » 21.11.2012, 18:46

McClane hat geschrieben:...hab da eher an den von kami, dir und mir niedergemachten "5 Days of War" denn an die Ballerschinken der 80er denken müssen.
Den fand ich einfach irgendwie deutlich verlogener - spätestens als am Ende auch noch reale Opfer des Konflikts vor die Kamera gesetzt wurden...

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Beitrag von kami » 22.11.2012, 08:38

StS hat geschrieben:
McClane hat geschrieben:...hab da eher an den von kami, dir und mir niedergemachten "5 Days of War" denn an die Ballerschinken der 80er denken müssen.
Den fand ich einfach irgendwie deutlich verlogener - spätestens als am Ende auch noch reale Opfer des Konflikts vor die Kamera gesetzt wurden...
Ich auch. ACT OF VALOR ist ein straighter Actioner, sämtliches Gemenschel unter den Seals ist nicht realistischer als in früheren Genrebeiträgen. Ein Drama um einen realen Konflikt, wie der beschissene Harlin-Film, will das nie sein. Und warum man heutzutage einen Terroristen in einem Actionfilm nicht mehr als platten Bösewicht darstellen kann, ist mir nicht klar.

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Beitrag von McClane » 22.11.2012, 08:59

kami hat geschrieben:Und warum man heutzutage einen Terroristen in einem Actionfilm nicht mehr als platten Bösewicht darstellen kann, ist mir nicht klar.
Das habe ich nie behauptet, jedoch festgestellt, dass viele Actionfilme, die sich um eine ähnliche Authentizität bemühen wie "Act of Valor", eben auch mit zeitgemäßen Charakterzeichnungen daherkommen und nicht mit Scherenschnittfiguren.
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Beitrag von SFI » 22.11.2012, 09:07

Und warum man heutzutage einen Terroristen in einem Actionfilm nicht mehr als platten Bösewicht darstellen kann, ist mir nicht klar.
Eben genau darum ging es auch bei der obigen Diskussion! Es mag ein Vorurteil sein, aber Kant und Descartes scheinen gerade bei der dortigen Zielgruppe noch nicht angekommen zu sein, von daher kann eine deratige Schwarz-Weiß Malerei unter dem Deckmantel der BEWORBENEN Authentizität, nicht unbedingt zum Weltfrieden, hingegen wohl aber zu einem blinden Gehorsam beitragen. Vielleicht sehe ich das aber auch zu kritisch! :? Interessant wäre indessen eine Umfrage unter den Kinogängern.
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Beitrag von SchizoPhlegmaticMarmot » 22.11.2012, 13:24

ich habe diesen film noch nicht gesehen,aber wenn ich das review lese,weiss ich eh schon was mich erwarten würde: Patriotische Militär Propaganda made in USA...die stolzen amerikaner,deren US regierung gerne in den krieg zieht für mehr öl & macht...krieg ist auch ein profitables geschäft für die waffenindustrie... jaaa der "militärisch-industrielle komplex" ist wirklich eine tolle sache für die US regierung,und es sind ja genug blinde idioten im volk die gerne in das ach so tolle militär wollen ,um für eine gute sache und ihr vaterland zu kämpfen..mit diesem film werden sie sicherlich wieder ein paar rekruten dazugewonnen haben !
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Beitrag von kami » 22.11.2012, 14:21

McClane hat geschrieben:
kami hat geschrieben:Und warum man heutzutage einen Terroristen in einem Actionfilm nicht mehr als platten Bösewicht darstellen kann, ist mir nicht klar.
Das habe ich nie behauptet, jedoch festgestellt, dass viele Actionfilme, die sich um eine ähnliche Authentizität bemühen wie "Act of Valor", eben auch mit zeitgemäßen Charakterzeichnungen daherkommen und nicht mit Scherenschnittfiguren.
Die Authentizität von ACT OF VALOR ist die eines MODERN WARFAREs, sprich nur oberflächliches Gepose, während der Kern doch einfach nur eine dumme, unrealistische Ballerei ist. Sind denn tatsächlich so viele auf die Werbe-Masche des Vertriebs hereingefallen?

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Beitrag von Seemi » 07.01.2013, 21:08

Act of Valor mag zwar authentisch sein (wollen), aber filmisch/künstlerisch geht hier recht wenig. Die Story ist lahm, da sich die einzelnen Szenen ziemlich hinziehen und keine Spannung erzeugt wird. Die Charaktere sind einem auch ziemlich egal, obwohl man sich an Charakterzeichnung versucht. Mehr Patriotismus als in anderen Kriegsfilmen findet sich hier aber nicht. Die Action wird durch die wilde Kameraführung und den Schnitt unübersichtlich und die Settings wirken oft ziemlich leer, obwohl versucht wird, wenig von der Umgebung zu zeigen (Bar, Molkerei).
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Beitrag von Joker6686 » 09.01.2013, 13:11

Für mich im mitlerweile doch sehr rar gewordenen Special Forces Genre eines der Highlights:

Natürlich ist die Story mehr als dünn und zwischen den Actionsequenzen kommt doch durchaus Langeweile auf, allerdings rockt die Ausstattung und die Action ungemein. Vorallem die leider schon im Trailer verheizte Verfolgungsjagd samt Minigun Einsatz hat bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Beitrag von Seemi » 09.01.2013, 21:25

Inwiefern hat dich denn die Ausstattung beeindruckt?
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Beitrag von Joker6686 » 09.01.2013, 22:49

Mit Ausstattung meinte ich die sehr detailgetreue Ausrüstung, die benutzten Fahrzeuge /Boote / Helikopter etc. Der Halo Jump war kein Stock Footage soweit ich weiss, das machte schon was her.

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Beitrag von Hannibal » 09.01.2013, 23:06

Ich bin immer wieder entsetzt wie blind und Stammtisch-mäßig bei so einem Film immer wieder auf die USA eingedroschen und gleichzeitig StS zu differenzierter Betrachtung aufgerufen wird..
Hat schonmal irgendjemand darüber nachgedacht, dass die europäische Medienlandschaft stellenweise auch manipulativ und propagandistisch vorgeht, wenn es gegen den "taumelnden Riesen" auf der anderen Seite des Atlantiks geht?
Ich will nicht alles was die US-Regierung in den letzten Jahrzehnten "verbrochen" hat in Schutz nehmen, aber gleichzeitig finde ich es auch genauso traurig, wie oft viele Leute hier gern in diesen Anti-Chorus einstimmen, der hin und wieder (nicht immer!) auch Teil gezielter Nachrichtenstreuung und bewusster Manipulation ist.

Back to topic: "Act of Valor" hat mich durchaus positiv überrascht, da er im Actionbereich vieles richtig macht und aus dem Budget das Maximum herausholt. Das die Schauspieler platt waren, war ja schon im Voraus abzusehen und das es ein Army-Werbeclip werden würde genauso. Der Authentizität-Anspruch, der in der Vorberichterstattung bzw. Marketing-Kampagne so groß geschrieben wurde, findet eigentlich wesentlich weniger als erwartet in den Film. Ideologisch sehe ich keinen so großen Unterschied zu entsprechenden Bay-Produktionen, wo auch ohne mit der Wimper zu zucken in Kuba einmarschiert und massiver Schaden angerichtet wird, um die eigene Schwester zu befreien. "Bad Boys 2" legt keinen Wert auf Authentizität, aber das filmische Endprodukt "Act of Valor" tut das auch nicht mehr wirklich...schon die erste große Actionsequenz macht das ziemlich eindeutig klar. Insofern ist der Film nicht wirklich mehr Militär-Werbeclip als der klassische Bay-Output oder Blockbuster-Sülze a la "Battleship".
Das die Terroristen als skrupelloses Feindbild herhalten müssen...ehm...so what? In den 80ern waren es die Russen, nun sind es Terroristen. Wie kann man das auf der einen Seite tolerieren und auf der anderen Seite drauf einhauen? Actionfilme sind seit je her simpel gestrickt, Bösewichte sind in diesem Genre schon immer eindimensional und skrupellos...wo ist die Überraschung? Das der Film unter einem authentischen Deckmantel fungiert? Seriously? Was hätte man dann nehmen sollen? Terroristen sind nunmal seit über einer Dekade das Nummer 1-Feindbild in der westlichen Welt und das nicht von ungefähr, wenn man sich die Bilder der kollabierenden Hochhäuser nochmal vor Augen ruft. Natürlich sind die Hintergründe komplexer und werfen oft nicht das beste Licht auf die USA, aber wer kann ernsthaft von einem Film wie "Act of Valor" eine derartige Aufarbeitung erwarten. Bleibt man im Horizont des Genres macht der Film überraschend viel richtig und zeigt lediglich gravierende Schwächen beim Charisma der Schaupieler..
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Beitrag von SchizoPhlegmaticMarmot » 10.01.2013, 01:02

Hannibal hat geschrieben: Hat schonmal irgendjemand darüber nachgedacht, dass die europäische Medienlandschaft stellenweise auch manipulativ und propagandistisch vorgeht, wenn es gegen den "taumelnden Riesen" auf der anderen Seite des Atlantiks geht?
Das würde mich jetzt schon genauer interessieren...Nenn mal konkrete Beispiele!Hoffe du meinst mit "europäische Medienlandschaft" nur (Kino-)Filme! Wenn nicht,ist meine Frage eh sinnlos... :wink:
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