Akte X - Deep Water, TV-Serie & Kinofilm

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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Vince
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Akte X - Deep Water, TV-Serie & Kinofilm

Beitrag von Vince » 16.11.2005, 19:15

Akte X: Deep Water

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Originaltitel:The X-Files: Nothing Important Happened Today
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Kim Manners, Tony Wharmby
Darsteller: Robert Patrick, Gillian Anderson, Annabeth Gish, Lucy Lawless, Cary Elwes, Mitch Pileggi, James Pickens Jr., Tom Braidwood, Dean Haglund, Bruce Harwood, Sheila Larken, Jeff Austin, John Casino, Nicholas Walker, Adam Baldwin, Ryan Cutrona u.a.

Inhalt: Agent John Doggett (Robert Patrick) trifft unerwartet auf eine alte Bekannte: Nach vielen Jahren taucht seine Ex-Army-Kollegin Shannon McMahoon (Lucy Lawless) wieder auf und behauptet, Teil eines Militärexperimentes zu sein und zu Versuchszwecken mißbraucht worden zu sein. Man habe sie zu einer Art Amphibienwesen gemacht, um so die Entwicklung von Supersoldaten voranzutreiben.
Dana Scully (Gillian Anderson), als Neumutter soeben von ihrem Partner Fox Mulder (David Duchovny) getrennt, macht erste Erfahrungen mit ihrem Kind William - und muss erkennen, dass es außerirdische Gene in sich trägt! Zu allem Überfluß scheint jemand das Video ausgetauscht zu haben, das beweist, dass Unbekannte hinter dem damals noch ungeborenen Kind Scullys her waren. Doggett verdächtigt den leitenden FBI-Director Kersh (James Pickens Jr.), der zur Verstärkung Brad Follmer aktiviert, seines Zeichens Assistent Director - und Ex-Freund von Doggetts Partnerin Monica Reyes (Annabeth Gish)...

“You ever hear of King George III? He was King of England when America declared independence in 1776. King George III kept a diary. On July 4, 1776, he made an entry in it:
Nothing important happened today.”

Director Kersh, “Nothing important happened today, Part II”

Spoiler zur TV-Serie.

Die X-Akten gehen in die neunte und letzte Runde. Viel ist passiert in acht Jahren der Ermittlungen von Fox “Spooky” Mulder, der seit der Entführung seiner Schwester auf der Suche nach Beweisen für außerirdische Existenzen ist, und von seiner kritischen Partnerin Dana Scully, die sich mit ihrer wissenschaftlichen Art in all den Jahren als feste Stütze erwiesen hat. Autarke Fälle von höchster Kuriosität wechselten sich ab mit einem niemals enden wollenden Strang der Verschwörung auf höchsten Regierungsebenen. Beweise für außerirdisches Leben schienen mal definitiv zu sein, bevor das Licht der Erkenntnis wieder auf neue Felder schlug und jegliche Alien-Geschichten als Ablenkungsmanöver entlarvte. Erst nach dem fünften Jahr stand es hundertprozentig fest: Aliens gibt es auf der Erde schon seit Jahrtausenden, und durch zunehmende Entführungen und Experimente steuert die Welt auf den Punkt X zu, den Moment der vollständigen Kolonisierung. Das Ziel der wenigen Rebellen um Mulder, Scully und Skinner: “Fight the Future”.

Bedingt durch David Duchovnys zunehmende Unzufriedenheit mit dem Schattendasein als TV-Serien-Darsteller wurde die Season 7 zu seinem letzten kompletten Amtsjahr als Fox Mulder, bevor er im Season 7-Finale selbst Opfer seiner langjährigen Suche wurde und gleichzeitig am Ziel seines Weges angelangt war. Am Ende von “Alles beginnt in Oregon” wird er entführt.
Aus Sicht der Drehbuchautoren wie auch der sonstigen Filmemacher war das der einzige richtige Schritt, denn wo Duchovny im zwischen Season 5 und 6 angesiedelten Kinofilm noch mit voller Frische dabei war, machten sich schon in Season 6 teilweise Ermüdungserscheinungen bemerkbar, bevor er in Season 7 vollkommen die Lust verlor. Für die Serie bedeutete sein Verlust aber den Anfang vom Ende. Es folgten zwar immerhin noch zwei Staffeln, die teilweise sogar noch mit Duchovnys Präsenz abliefen, jedoch verloren die Folgen zunehmend an Qualität.
Dabei hatte man mit Robert Patrick als Darsteller von Agent John Doggett, Scullys neuem Partner für die Suche nach Mulder, noch ein dickes Ass im Ärmel. Patrick, der bis heute immer noch mit seiner Lebensrolle des T-1000 aus “Terminator 2" in Verbindung gebracht wird, vermochte es tatsächlich, dem Konzept von Chris Carter eine neue Facette hinzuzufügen. Schließlich stieß noch Annabeth Gish als spirituell veranlagte Agent Monica Reyes zum Ensemble.

Zur Doppelfolgen-Premiere der Season 9 “Deep Water” - oder im weitaus tiefergehenden Originaltitel gesprochen “Nothing important happened today” - sind daher erwartungsgemäß Annabeth Gish, Robert Patrick, Gillian Anderson (Dana Scully) und Mitch Pileggi (Direktor Skinner) die zentralen Figuren. Unterstützt werden sie von zwei Gaststars: Cary Elwes (“Der Dummschwätzer”, “Saw”) spielt den neuen FBI-Agent Brad Follmer, einen früheren Vertrauten von Monica Reyes, und Lucy Lawless (“Xena”) verkörpert eine inzwischen zum Supersoldaten mutierte frühere Army-Kollegin von John Doggett.

Die achte Staffel, um noch kurz die Ausgangsposition zu klären, endete nicht wie gewöhnlich mit einem Cliffhanger, sondern die Doppelepisode “William” wurde noch vor der Pause abgeschlossen. Es ging um die Austragung von Scullys Schwangerschaft, während Unbekannte Scully jagten, um an ihr Kind William zu gelangen. In einem aufwändigen Beschützungsszenario, das deutlich durch Camerons “Terminator”-Reihe inspiriert ist, konnte Scully schließlich ihr Neugeborenes in den Händen halten. Viele Fragen wurden beantwortet, einige Charaktere fanden ihr unrühmliches Ende und ein provisorischer Schlussstrich wurde gezogen: nicht zuletzt durch das endliche Zusammenfinden von Mulder und Scully, auf das die Fans so viele Jahre gewartet haben.

“Deep Water” eignet sich nun ganz klar die Ausgangslage nach der achten Season an, um sie für die Zwecke des Plots zu verwenden. Mulder ist inzwischen wieder ins Nichts verschwunden, während Scully sich als Mutter einer ganz neuen Situation ausgesetzt sieht, die der Dynamik vollkommen entgegenläuft, welche in ihrer Ermittlungsarbeit als FBI-Agent zu einem Teil von ihr geworden war. Den aktiven Part übernehmen nun Doggett und Reyes, für die sich die Drehbuchautoren deutlich sichtbar bemühten, persönliche Komponenten ins Spiel zu bringen.

Der Prolog ist trotz des vollständigen Eintauchens in den Hauptstrang der Serie jedoch wie gehabt im Stil der “Monster of the Week”-Stories gehalten. Lucy Lawless, bislang in der Serie noch nicht aktiv gewesen, wird mit der kühlen Ausstrahlung beinahe einer Terminatrix vorgestellt, womit die stilistische Brücke zur “William”-Doppelfolge schon gelegt wäre. In einer (nicht auf der DVD enthaltenen) geschnittenen Szene wird dies noch deutlicher, wenn der Mann am Tresen mit dem Drink in der Hand aus dem Augenwinkel glaubt, eine nackte Frau vorbeigehen zu sehen, als er plötzlich bemerkt, dass es nur eine Frau in rückenfreiem Abendkleid ist. Lawless’ Figur ist unmenschlich, unwirklich gezeichnet und mit eiskalter Erotik versehen, die Wärme jeglicher Art vermissen lässt. Sie ist tatsächlich auf den ersten Blick ein “Monster of the Week”, angelegt wie eine Männer verschlingende Nymphe, die wie durch Sirenengesang ihren Partner auf sich zulocken kann, um ihn schließlich zu töten. Das Schicksal des verträumt im Drink rührenden Mannes an der Bar ist in dem Moment besiegelt, wo er versucht, ein Gespräch einzuleiten. Schließlich machen sich beide auf den Weg zu seinem Haus (hier wird man an “Species” erinnert), als der deutsche Titel der Doppelepisode erstmals seine Wirkung entfaltet: Auf einer Brücke drückt Lucy Lawless das Bein ihres Begleiters auf das Gas und stürzt mit ihm zusammen in den Fluss. Im sinkenden Auto bleibt sie regungslos sitzen, während er panisch versucht, sich aus seinem Sitz zu befreien. Kaum hat er es geschafft, packt sie ihn blitzschnell am Bein und zieht ihn mit in die Tiefe.

Hier beginnt nun normalerweise der übliche Vorspann, jedoch wurden die beiden Folgen auf der DVD-Auskopplung zu einem abendfüllenden Spielfilm zusammengeschnitten, so dass ein veränderter Abspann (der allerdings die komplette neunte Staffel begleitet) bereits vor dem Prolog abläuft. Es ist deutlich erkennbar, dass die Folgen nicht auf das Spielfilmkonzept ausgelegt sind, denn anfangs sowie in der Filmmitte ergeben sich kleinere strukturelle Sprünge, die “Deep Water” als Doppelfolge einer Serie entlarven.

Was folgt, ist die Klärung der Ausgangspositionen. Nacheinander wird die aktuelle Situation der drei Protagonisten - Agent Reyes, Agent Doggett und Dana Scully - dargestellt. In Dialogen und Handlungen der Figuren werden die zurückliegenden Geschehnisse aus “William” verarbeitet. Wir erfahren erneut davon, dass Doggett eine Ermittlung gegen Direktor Kersh hat anlaufen lassen. Neue Beweismittel ergeben sich, die das zuvor Gesehene verfälschen: Ein Videoband zeigt nichts von dem, was in der Tiefgarage vor sich gegangen ist.
Gleichzeitig werden Reyes und Doggett von ihrer Vergangenheit eingeholt. Reyes muss sich mit ihrem früheren Freund Brad herumschlagen, den Kersh zur Klärung des Falls hinzugezogen hat. Cary Elwes ist mal wieder in seinem Element, wenn er eine Figur spielt, die zwar das Richtige tun will, aber in ihrem Stursinn immer nur das Gegenteil macht.
Für Agent Doggett bedeutet die Recherche in der Vergangenheit eine Verknüpfung mit dem Prolog, denn Shannon McMahon (Lawless) ist eine Kollegin aus seiner Zeit in der Army. Hier entwickelt sich der Plot dann am stärksten weiter, denn sie ist der Schlüssel für eine erneute Regierungsverschwörung um die Züchtung von Supersoldaten - ein Handlungsstrang, der bis zum Ende der Staffel beibehalten werden sollte und im Finale endgültig aufgelöst wird.

Problematisch ist nun die Zuteilung der Figuren, was gerade auf Annabeth Gish - und dies nicht zum letzten Mal - zutrifft. Man versuchte, eine Art Beziehungsviereck um die neuen Agenten und ihre Anhänge aufzubauen. Doggett wird mit Shannon konfrontiert, Reyes mit Brad, während man zu allem Überfluss versuchte, eine implizite Beziehung zwischen Doggett und Reyes heraufzubeschwören. Das Resultat sind streckenweise schrecklich dumme Dialoge mit Soap-Niveau (“Glaubst du etwa, er würde mich während der Arbeit im Büro betatschen? So ist das nicht.”). Der komplette Subplot um Cary Elwes ist vollkommen unnötig, hat er doch nicht wirklich etwas Sinnvolles zur Story beizutragen, was nicht auch auf Kersh oder sonstige Akteure hätte übertragen werden können. Darüber hinaus erweist sich ausgerechnet Scully als fünftes Rad am Wagen, steht sie doch kurz nach der Geburt ihres Sohnes ganz klar im Hintergrund. Ihre Passivität ist für Akte X-Fans erdrückend, zumal nicht einmal mehr Fox Mulder zur Verfügung steht, um als Ausgleich auf Ermittlung zu gehen. Der komplette Ur-Cast wurde also in den Hintergrund gedrängt, womit “Deep Water” einen Eindruck von fehlender Dynamik vermittelt.
Dabei ist das Geschehen eigentlich ganz klar dynamisch. Es gibt groß angelegte Stunts wie das Versenken des Autos im Fluss oder die finale Explosion des Schiffs. Zwischendurch sorgen subtile Momente wie das schattenhafte Auftauchen des geheimnisvollen Hinweisgebers für Intensität, die Terminator-Bewegungsweise der Supersoldaten für Spannung. Nur sind es eben Robert Patrick und Annabeth Gish, die auf Entdeckungsreise gehen, nicht David Duchovny und Gillian Anderson. Ein unvorbelasteter Zuschauer mag diesen Kritikpunkt nicht so sehr nachvollziehen können, aber wer in der Materie drin ist, wird sich so fühlen, als würde er mit der zweiten Wahl abgespeist werden - ohne die Leistungen von Patrick oder Gish schmälern zu wollen.
Überhaupt ist Patrick das kleinere Problem. Es ist Gish, die zwar nicht durch ihre Performance, aber durch ihre geschriebene Rolle wie ein Fremdkörper wirkt. Sie ist schlichtweg überflüssig, und zwar in der kompletten Serie, was erstmals in “Deep Water” deutlich wird. Konzipiert war sie laut Making Of als eine Art Schwestern-Ersatz für Scully, die ja bekanntlich in einer früheren Staffel ihre Schwester verlor. So richtig funktionieren mag das Konzept aber nicht, was jedoch keinesfalls Gishs Schuld ist.

Dass “Deep Water” trotz aller Kritikpunkte doch noch ein würdiger Einstieg in die letzte Staffel geworden ist, liegt vor allem an dem optischen und effekteversierten Aufwand, der betrieben wurde. Für die Wassertanks wurden Studiobauten errichtet, die denkwürdige Szenen im Wasserwerk ermöglichten. Lucy Lawless gibt darin wirklich alles, so dass man ihren Charakter im Rückblick auf die Serie nicht vergessen wird, wenn es auch ihr einziger Akte X-Auftritt blieb. Das explodierende Schiff ist ein pyrotechnisches Highlight der Serie, das nicht ganz an die Ölturmexplosion aus der achten Staffel herankommt, aber dennoch beeindruckend ist; zumal die Darsteller selbst vor dem Schiff agieren.

Von höchster Intensität ist dann der abschließende Dialog zwischen Direktor Kersh und Agent Doggett, der mitunter an die Wirkung der flammenden Rede von Skinner gegen den Kettenraucher erinnert, als der ihn mit einem Navajo-Code erstmals in der Hand hält und das Blatt wenden kann. Hier wird nun die Bedeutung des Originaltitels deutlich. “Nothing important happened today” - eine Phrase, die das volle Ausmaß der Revolution verbildlicht, die vor den Augen von Millionen von Menschen abläuft und doch von niemandem gesehen wird - nicht mal von den höchsten Positionen.

Fazit: Neue Spannungen haben sich aufgebaut, neue Untersuchungsfelder haben sich ergeben. Insofern macht “Deep Water” den optimalen Auftakt in die letzte Staffel perfekt. Dass trotzdem diverse Schwächen zu erkennen sind, die auch Schlimmes für die weiteren Episoden befürchten lassen, kann aber nicht geleugnet werden. So macht schon diese Doppelfolge deutlich, dass für eine Agent Reyes eigentlich nie ein Platz in der Serie gewesen ist. Ebenso wird klar, dass das Konzept ohne die liebgewonnenen Hauptdarsteller Mulder und Scully nach neun Jahren nicht mehr funktioniert. Hilflos muss man mit ansehen, wie sich Scully durch ihre neue Aufgabe als Mutter in der Passivität verliert, während ihr Kollege wieder ins Nirvana eingetaucht ist und aus diesem längere Zeit nicht mehr auftauchen wird. Technisch bleibt jedoch alles weiterhin auf gewohntem Niveau, so dass “Deep Water” im Endeffekt doch noch zufrieden stimmt.
:liquid6:

Die DVD erschien noch vor der Veröffentlichung der Staffelboxen mit durchschnittlicher Bild- und Tonqualität sowie sehr spärlichen Extras, die vor allem die Deleted Scenes vermissen lassen. Diese findet man nur auf der Season 9 - nicht nur deswegen sollte man besser zu den Staffelboxen greifen.

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Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI

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Ääh, quatsch...

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Originaltitel: X-Files, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1993
Regie: Gillian Anderson, Cliff Bole, Rob Bowman, Chris Carter, Richard Compton, Kim Manners, David Nutter, James Wong, David Duchovny, James A. Contner, Dwight H. Little, Robert Mandel, Frank Spotnitz, Glen Morgan, William A. Graham
Darsteller: Gillian Anderson, David Duchovny, Robert Patrick, Annabeth Gish, Mitch Pileggi, William B. Davis, Bruce Harwood, Tom Braidwood, Dean Haglund, Nicholas Lea, James Pickens Jr., Zachary Ansley, Jeff Gulka, Brian Thompson, Chris Owens, Bruce Campbell, Brad Dourif, Giovanni Ribisi, Adam Baldwin, Tony Todd, Jack Black, Bokeem Woodbine, J.T. Walsh, Jesse Ventura, Ken Foree, Kurtwood Smith, Lucy Liu, Cliff De Young, Seth Green, Barry Primus, Xander Berkeley, Ed Lauter, Marshall Bell, Amanda Pays, Raymond J. Barry, Steve Railsback, Terry O'Quinn, Lance Guest, Peter Boyle, Robert Ito, Sam Bottoms, Roy Thinnes, Carl Lumbly, Kristen Cloke, Fritz Weaver, Veronica Cartwright, Mimi Rogers, Katharine Isabelle, Emily Perkins, Luke Wilson u.a.

Zwei entscheidende Verdienste für die Fernsehwelt sind Chris Carters Serie anzuschreiben. Erstens hat sie das Mystery-Genre salonfähig gemacht - sowohl im TV- als auch im Kinobereich. Zweitens hat sie den Serienstandard angehoben wie kaum eine andere Serie vor ihr, weswegen wir heute in den Genuß qualitativ erstklassiger TV-Serien kommen wie etwa "24".

Dabei war das Anfang der 90er weder Hype noch Kult. Nur wenige können von sich behaupten, seit der ersten Staffel dabei gewesen zu sein. Und viele derer, die es können, werden ein Liedchen davon singen können, dass sie oftmals, ähnlich wie die Trekkies, als Freaks abgestempelt wurden. Die können jetzt stolz sagen: ich hab`s schon damals gewusst.

Erst mit etwa der vierten Staffel hatten die Geschichten um "Spooky" Mulder und seine Partnerin Dana Scully vom FBI Einzug erhalten in den Mainstream der TV-Landschaft.

Worum geht es? Wir lernen eine ganz spezielle Abteilung des FBI kennen: die der X-Akten, bei der unerklärbare Phänomene untersucht werden. Geleitet wird diese Abteilung von Fox Mulder (David Duchovny), der auch persönliche Interessen verfolgt: schliesslich glaubt er, dass seine kleine Schwester Samantha von Ausserirdischen entführt wurde, als er noch ein Junge war.
Da man ihm beim FBI nicht so ganz über den Weg traut, stellt man ihm eine Wissenschaftlerin als Partnerin zu: Dana Scully, die ihn überwachen soll.
Doch bei ihren Ermittlungen führt Mulder sie in eine Welt, bei der es irgendwann schwierig wird, alles rational zu erklären. Und wie steckt die Regierung in der ganzen Verschwörung, allen voran der kettenrauchende Krebskandidat?

Die 20 bis 24 Episoden jeder Season lassen sich alle in zwei Kategorien gliedern. Zum einen gibt es die sogenannten "Monster-of-the-week"-Stories, die vor allem für Neueinsteiger geeignet sind und schätzungsweise 65 bis 70 Prozent aller Folgen ausmachen. Hier handelt es sich um geschlossene Handlungsstränge, bei der es einen von allem anderen unabhängigen Fall zu klären gibt. Da gäbe es Formwandler, Werwölfe, Menschen mit Psi-Kräften oder auch Hinterwäldler... alles, was man sich so vorstellen kann.

Zum anderen wird ein zentraler Handlungsstrang verfolgt, bei dem es hauptsächlich um Aliens geht sowie die Regierung, die jegliche Existenz Ausserirdischer auf der Erde dementiert. Die wichtigsten Charaktere der Serie - Mulder, Scully, Samantha, Skinner, der Krebskandidat, Deep Throat, Alex Krycek usw. - sind hier von Bedeutung, genauso wie ihre Entwicklung. Die Episoden dieser Kategorie sind für die Serie bedeutender.

Wer nur sporadischer Akte X-Gucker ist, wird mit letzteren Episoden nicht viel anfangen können. Kein Wunder, gibt es hier doch dermassen viele Erzählstränge und Wendungen, dass selbst eingefleischte Fans manchmal nicht mehr mitkommen. Ich habe kürzlich innerhalb weniger Monate alle Folgen von Season 1 bis 7 chronologisch hintereinander angesehen und hatte dennoch teilweise Schwierigkeiten, der Geschichte zu folgen. Hier ist für mich auch der größte, allerdings nahezu einzige Kritikpunkt einzuwenden: der Hauptplot ist zu verstrickt, tritt sich sozusagen auf die eigenen Gedärme.

Dennoch kann man nicht bestreiten, dass die ganze Alien-Entführungsgeschichte trotz einer sehr klischeehaften Grundlage und einem ebensolchen Beginn ("Ausserirdische haben meine Schwester entführt, und ich werde sie suchen und finden, auch wenn ich mein ganzes Leben damit verbringe") irgendwann sehr vielschichtig und episch wird. Auch wenn man zwischendurch die Orientierung verliert, am Ende steht doch die dichteste Verschwörungsgeschichte der Fernsehgeschichte.

Es ist natürlich nicht so, dass die Verschwörungsepisoden nur aus unverständlichen Dialogen bestehen. Auch hier wird was fürs Auge geboten. Man denke nur an das schwarze Öl, die UFO-Landungen oder die Männer mit den zugenähten Augen und Mündern.

Wer aber auf tolle Effekte und verrückte Ideen aus ist, sollte dennoch seine Aufmerksamkeit auf die Motw-Folgen konzentrieren. Hier gibt es teilweise wirklich abstruse Einfälle zu bestaunen. Klassische Monster wie Vampire oder gar das Monster von Loch Ness (!) wechseln sich ab mit eigenen Ideen (bei der Geschichte um die hyperschnellen Teenies wird sogar eine Idee aus "Matrix" vorweggenommen) und Filmhommagen ("Blutschande", eine der brutalsten, umstrittensten und besten Episoden).

Egal ob Motw oder Verschwörungstheorie, der Aufbau der Folgen ist immer relativ ähnlich. Im Prolog wird der Zuschauer Zeuge eines Vorfalles des in der kommenden Episode zu klärenden Phänomens. Der Clou ist folgender: noch hat der Zuschauer keine Ahnung, was er da gerade eigentlich gesehen hat. Es war definitiv gruselig oder zumindest seltsam, aber man weiß noch nicht, worum es geht. Ein Beispiel gefällig? Bitte:
Ein Arbeiter wird von seinem Chef gezwungen, seine Pause zu beenden und weiterzumachen. Der genervte Arbeiter geht in einen Schuppen und beginnt dort aufzuräumen. Als er einen Teppich weglegen will, bewegt dieser sich plötzlich. Er rollt ihn aus und findet darin eine Frau.
Schnitt. Man sieht den Chef. Er geht in den Schuppen und sucht nach dem Arbeiter. Der ist aber nicht da. Plötzlich fängt der Chef - mit dem Rücken zum Zuschauer - an, zu wimmern. Er dreht sich um... und hat keinen Mund mehr!

Was soll das nun? Das wird dann nach dem (inzwischen fast legendären) Vorspann geklärt. In diesem Fall war die im Teppich eingerollte Frau eine Dschinn (ihr wisst schon, wie Barbara Eden in "Bezaubernde Jeannie") und der Arbeiter hat sich von ihr gewünscht, dass sein Chef endlich mal die Klappe halten würde.
Ein derart konstruierter Prolog macht aber Spass, weil er eben den Zuschauer im Ungewissen lässt, was den Aspekt des Unerklärlichen noch heraushebt.

In den folgenden 40 Minuten gehts dann meist so weiter: Mulder und Scully kommen am Tatort an, finden Beweise, nisten sich am Ort des Geschehens ein. Dann gibt es wieder einen Vorfall zu bestaunen, bevor am nächsten Tag wieder Mulder und Scully aufkreuzen. So kommen sie der Sache immer näher, bis sie sich irgendwann auflöst. Hört sich so etwas spröde an, wird es aber aufgrund der kreativen Plots fast nie.

Unterstützt wird das Ganze durch ebenso kreative Variationen bezüglich der Inszenierung. So wird z.B. eine Episode als Huldigung an Hitchcocks "Cocktail für eine Leiche" ohne sichtbare Schnitte gedreht. Eine andere wiederum zeigt die Ermittlungen des FBI in Blair Witch-Manier, mit Handkamera gedreht, um so Realismus einzufangen.

Bei all den unglaublichen Stories steht aber eines immer im Vordergrund: die Beziehung zwischen dem glaubenden Mulder und der kritischen Scully. Glaube gegen Wissenschaft, das gibt es nicht erst seit Akte X. Hier steckt ein ungemeines Spannungspotential drin. Das hat sich wohl auch Chris Carter gedacht, und in der Tat hält das Konzept immer wieder bei der Stange. Als aufgeklärter Rationalist schliesst man sich doch meistens Scullys Ansichten an, um dann doch wieder von Mulder eines Besseren belehrt zu werden. Man kann jetzt fragen: lernt diese dämliche Scully jetzt nicht endlich mal, dass sie mit ihrer Wissenschaft hier nicht weit kommt? Aber auch als Zuschauer sucht man immer erst nach der einfachsten Erklärung, weshalb Scullys Skeptizismus niemals unangebracht erscheint. Ausserdem wird in der Serie mehrmals betont, dass sich Glaube und Wissenschaft ergänzen und Mulder seine sieben Leben ohne Scullys rationale Weltsicht schon alle verloren hätte.

Ein weiteres Spannungselement: Mulder ist ein Single-Männlein, Scully ein Single-Weiblein. Und was haben wir noch in der Schule über Bienchen und Blümchen gelernt? Richtig, da muss doch was gehen. Aber wir wollen das hier mal nicht ins Lächerliche ziehen, denn immer wieder gelingt es Carter & Co., wirklich berührende Momente zwischen Beiden zu schaffen, bei denen sich Freundschaft und Liebe vermischen, wie man es noch selten gesehen hat. Auf einen Kuss mussten die Fans lange warten. Beim Akte X-Film, der zwischen den Seasons 5 und 6 angesiedelt ist, hätte so mancher eine ganz bestimmte Biene am liebsten in den Bienenhimmel befördert.

Wie bedeutend die Beziehung zwischen Mulder und Scully für den Erfolg der Serie war, wurde dann mit Duchovnys Ausstieg nach der siebten Staffel deutlich. Nach zwei weiteren Staffeln mit einem sehr guten Robert Patrick als Agent Doggett und einer überflüssigen Agent Reyes (habe den Namen vergessen) kam das Ende der Serie. Obwohl auch hier noch überdurchschnittliche TV-Kost geboten wurde, war das Besondere einfach verloren gegangen.

Fazit: Die unheimlichen Fälle des FBI sind zurecht als Meilenstein in die Geschichte der TV-Serien eingegangen. Jede nachfolgende Serie wird sich mit ihr messen müssen, egal ob Mystery oder nicht. Erst Jack Bauer und die schlimmsten Tage seines Lebens brachten ähnliche Innovationen zurück ins Wohnzimmer.
Jeder sollte zumindest einmal ein paar Folgen um Mulder und Scully gesehen haben. Man muss es nicht mögen, wird es aber wahrscheinlich, wenn man sich drauf einlässt.
Mehr als verdiente
:liquid8:

Alle neun Staffeln der Serie gibt es inzwischen komplett auf DVD - die Erstauflage im attraktiven Digipak.

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Akte X - Der Film

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Originaltitel: X-Files - The Movie, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Rob Bowman
Darsteller: Gillian Anderson, David Duchovny, William B. Davis, Mitch Pileggi, John Neville, Martin Landau, Jeffrey DeMunn, Blythe Danner, Terry O'Quinn, Armin Mueller-Stahl u.a.

Dieser Text kann Spoiler für diejenigen beinhalten, die sich noch nicht ausgiebig mit der TV-Serie beschäftigt haben, dies aber in Zukunft noch tun wollen. Alle anderen dürften die Ergebnisse sowieso von vorneherein angenommen haben.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Mutter aller Mystery-Serien ihren eigenen Kinofilm bekommen sollte. Nach fünf Staffeln war es soweit: Serienschöpfer Chris Carter und Frank Spotnitz lieferten das Drehbuch zu einem abendfüllenden Spielfilm, das ganz speziell auf die Fans ausgelegt war und ihnen einige der im Akte X-Universum so seltenen und begehrten Antworten zur Verschwörungsgeschichte versprach.

Regie führte Rob Bowman („Elektra“, „Die Herrschaft des Feuers“), der nicht nur Regieerfahrungen in massenweise älteren TV-Serien sammeln durfte, sondern auch bei „Akte X“ zu den Stammregisseuren gehörte. Dementsprechend ist es nur wenig überraschend, dass sich Bowman voll an Carters Vorgaben hielt und das Drehbuch so adaptierte, dass es konsequent die Serienfans ansprach.
Ich kann und will gar nicht beurteilen, inwiefern Nicht-Serien-Kenner auf ihre Kosten kommen. Das steht auch eigentlich gar nicht zur Debatte, denn dieses Publikum zu ignorieren, war ganz klar die richtige Entscheidung – auch wenn das verständlicherweise ein Punkt ist, der gerne kritisiert wurde. Aber mal ehrlich, thematisch musste sich der Plot ganz einfach um die Verschwörungstheorie drehen, und mit einer solchen kann der Nicht-Fan sowieso nichts anfangen. Warum also die Story massenkompatibel für jemanden abändern, der sich ohnehin nicht dafür interessiert?

„Akte X – Der Film“ fungiert nun als Bindeglied zwischen den Staffeln fünf und sechs und steht zwischen der Doppelepisode „Das Ende“ und „Der Anfang“. Die komplette fünfte Staffel hatte mit einem Glaubensumschwung des Fox Mulder (David Duchovny) zu kämpfen, der jahrelang an Außerirdische geglaubt hatte, nun aber annahm, dass die Regierung all dies absichtlich inszeniert hatte, um damit abzulenken und hinter dem Rücken der Bevölkerung mit militärischen Kampfstoffen zu experimentieren. Dieser radikale Glaubensumschwung basierte auf scheinbar unwiderlegbaren Beweisen: perfekte Nachbildungen von Alien-Leichen, Dokumente von höchster Geheimhaltungsstufe und mysteriöse Informanten. Derweil schien ausgerechnet Scully nach ihrem durch die Regierung verursachten Krebs zum Glauben gefunden zu haben und findet in ihrem Unterbewusstsein auch Bruchstücke, die auf Raumschiffentführungen hinweisen und sie mit Cassandra, der Mutter des neuen FBI-Agenten Spender, verbinden.
Die abschließende Episode „Das Ende“ wirft nun mit einem Schach-Wunderkind, das offenbar Gedanken lesen kann, die scheinbar sicher geglaubten Erkenntnisse wieder über den Haufen, denn irgendjemand will dieses Kind töten – und der Grund dafür kann nur die Vertuschung sein. Die Vertuschung eines Beweises, dass es eben doch außerirdische Substanzen gibt; wie hier bei dem Kind, das durch solche außerirdische Substanz auf „schlafende Gene“ Zugang hat, die zwar jeder Mensch besitzt, aber nur bei ihm aktiv sind. Die Episode schließt mit einem Star Wars-artigen Zugeständnis des kettenrauchenden Krebskandidaten an Agent Spender und schließlich mit einem brennenden Büro von Agent Mulder. Die X-Akten sind verbrannt, die langjährige Arbeit von Mulder und Scully zerstört.
Das Ende?

Hier beginnt Rob Bowmans Verfilmung. Diese gibt sich von Beginn an epischer als die TV-Serie, denn der Prolog gibt bereits einige Wahrheiten frei. Von vornherein steht nun definitiv fest: es gibt Außerirdische. Dies kann so eindeutig gesagt werden, weil der Prolog in der Eiszeit spielt und das Aufeinandertreffen von Höhlenmenschen und Außerirdischen dokumentiert, und zwar frei jeglicher Schachfiguren auf dem Feld des Mulder-Kreuzzuges, die das Gesehene verfälschen oder dementieren könnten.
Ein großzügiger Jump Cut befördert uns schließlich in die Gegenwart, wo ein kleiner Junge in eine Erdaushöhlung stürzt und sich dort mit dem aus der TV-Serie bekannten Schwarzen Öl infiziert, welches dem Vorspann zufolge das Blut der Außerirdischen ist.

Dann sehen wir erstmals unsere Titelhelden. Inzwischen zur Anti-Terror-Einheit versetzt, befinden sich Mulder und Scully auf dem Dach eines Hochhauses, um nach einer Bombe zu suchen. Allerdings auf dem Dach des mutmaßlich falschen Gebäudes, aber Mulder hat mal wieder seine Ahnungen und findet dann auch tatsächlich die Bombe. Agent Michaud (Terry O'Quinn, „Millennium“) soll sich um ihre Deaktivierung kümmern, doch das Vorhaben mißlingt: die Bombe explodiert und reißt den Agenten, zwei Feuerwehrmänner und ein kleines Kind in den Tod.
Fortan werden Sündenböcke gesucht und in Mulder, Scully und ihrem Vorgesetzten Skinner (Mitch Pileggi) gefunden. Mulder gibt sich damit jedoch nicht ab und schickt Scully illegalerweise zur Untersuchung der Bombenopfer. Und es stellt sich heraus, dass diese schon vorher tot waren – gestorben an einer Zellauflösung des kompletten Körpers. War die Bombenexplosion also nun beabsichtigt, um gewisse Fakten zu vertuschen?

Hier beginnt ein dichtes Verschwörungskonstrukt, das vorwiegend aus Dialogen und ominösen Treffen zwischen den einzelnen Schachfiguren besteht. Wir sehen das Treffen der ominösen Hintermänner um den Krebskandidaten, wo fortan die Handlungen beschlossen werden, wir sehen den betrunkenen Agent Mulder, wie er einer Barkeeperin seine komplette absurde Geschichte ausplaudert und schließlich draußen gegen ein Independence Day-Poster pinkelt, wir sehen den zwielichtigen Autoren Alvin Kurtzweil (Martin Landau), der sich möglicherweise als wichtiger Informant herausstellt, ja selbst die Einsamen Schützen (Dean Haglund, Bruce Harwood, Tom Braidwood), die Mulder mal wieder aus der Klemme helfen. Wenngleich die Wahrheit im eigentlichen Sinne schon von Beginn an offen dargelegt wurde, ergibt sich dennoch wieder das alte Spiel, das im Wesentlichen aus Irrlichtern und Verwirrungen besteht. „Trust No One“ ist der Leitsatz, der nach wie vor gilt.

Der angestrebte Status des Films als „Fragenbeantworter“ funktioniert durchaus, denn die Akteure werden in Gelegenheiten gezeigt, in denen man sie vorher nie zu Gesicht bekam. Die Dialoge wirken trotz der Verwirrungen aus Sicht Mulders viel klarer und bemühen sich, Lücken zu schließen, gleichzeitig aber auch wieder neue Fragen aufzuwerfen.
Der eigentliche Unterschied zur Serie jedoch besteht darin, endlich das Wesen der außerirdischen DNA zu offenbaren. Gab es in der TV-Serie stets nur Andeutungen und isolierte Ausschnitte, so werden die hier zu einem zusammenhängenden Zyklus verbunden. Einige Doppelfolgen befassten sich beispielsweise mit dem Schwarzen Öl, andere wiederum mit den Formwandlern, wieder andere mit Raumschifflandungen oder Alienobduzierungen. Nun werden all diese Elemente zur Freude der Fans ihrer Autarkie beraubt und beinahe im Stil der „Alien“-Reihe miteinander in einen kausalen Zusammenhang gesetzt, der viele Aha-Effekte beinhaltet, je weiter sich das Mosaik zusammensetzt. Ob nun das Schwarze Öl, die sich auflösenden Körper, die Aliens, die Bienen, das Virus oder das finale Raumschiff – alles erfüllt seinen Zweck und baut aufeinander auf.

Inszenatorisch hatte man nun die Gelegenheit, eben jene Elemente so darzustellen, wie es sich Carter wirklich vorgestellt hat, wo die Serie doch ab und zu mit monetären Beschränkungen zu kämpfen hatte. Orientieren sich die Dialoge in düsteren Gassen atmosphärisch abgesehen vom neuen Cinemascope-Format doch deutlich an der grauen Tristesse der kanadischen TV-Serien-Umgebung, lassen sich in Sachen Effekte deutliche Fortschritte verzeichnen. Als direktes Beispiel lässt sich wieder das Schwarze Öl anführen, das nun deutlich besser zur Geltung kommt als im Fernsehen, wo die Verschwärzung der Augen oft wie eine bloße Montage von sich aufbauschender schwarzer Tinte wirkte.
Das betrifft auch die Aliens: konnte man in der Serie die menschlichen Körper unter den Alienkostümen erahnen, sind die Movie-Aliens kompromisslos fiese, schwarze, schleimige Geschöpfe, die Gottseidank Einflüsse von „Alien“ aufweisen und deswegen nie in ihrer vollen Montur gezeigt werden, sondern sich stets auch im Schatten bewegen, womit das Mysteriöse deutlich an Zugkraft gewinnt.
Die Bienen- und Maisfeld-Szene geizt dagegen nicht mit Gigantismus, der in der Form außerhalb des Spielfilmgerüstes einfach nicht möglich gewesen wäre. Gleiches gilt für gesamte Arktis-Szene: das unterirdische Raumschiff-Set ist einfach grandios, das finale Abheben aus den Tiefen des Eis ein wahrer Leckerbissen für jeden Fan.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern musste zu diesem Zeitpunkt eigentlich überhaupt nicht hinterfragt werden. Die Lustlosigkeit von David Duchovny stellte sich erst so langsam nach dem Kinofilm ein, während Gillian Anderson weiterhin mit ihrer wackeren Rationalität und Treue erfreute. Hier jedoch gibt sich das Spiel zwischen beiden einmal mehr perfekt. Mulders trockener Humor kommt in diversen Szenen voll zur Geltung und scheut sich auch nicht davor, hin und wieder frühere Episoden zu zitieren („In all den Jahren, in denen wir uns kennen, wie oft habe ich mich da geirrt? Einmal. Zumindest, was das Autofahren betrifft.“). Mulders Eigenimitation seines Gesichtsausdrucks bei Panik ist brillant und selbstironisch, seine plumpen Antworten auf die philosophischen Monologe von Scully herzerfrischend. Auf der dramatischen Seite haben wir eine weitere Verdickung des Bandes zwischen beiden zu verzeichnen, das sich durch das gemeinsame Schicksal wegen der geschlossenen X-Akten ergibt. Den ersten Kuss hatte hier jeder Fan erwartet, doch mehr als zum Ansatz kommt es nicht, denn dieser wird gestört durch den Stich einer Biene, symbolisch auch durch den Stich des Lebenswerkes von Mulder und der Treue seiner langjährigen Partnerin, der jegliche privaten Hingaben verbietet.

Schließlich werden die Verhältnisse wieder zurechtgerückt: Mulder bekommt seinen Beweis (zumindest für sich selbst), Scully sieht ihn mal wieder nicht, und echte Beweise gegenüber den Vorgesetzten fehlen auch mal wieder. Wie Mulder so schön sagt, ist man mal wieder an dem Punkt, an dem man schon 1000 Mal war: so nah und doch so fern. Die Serie kann weitergehen. Und das tut sie mit „Der Anfang“.

Rob Bowmans erste Verfilmung lässt dem Fan kaum Wünsche offen. Ohne Kompromisse eingehen zu müssen, werden die Handlungsstränge um die Verschwörung optimal mit der gegenüber der Serie mehrwertigen Action verknüpft und gehen in einem nahezu perfekten Spannungsbogen auf. Sicherlich ist der Plot selbst für hartgesottene Seriengucker recht komplex, geht aber zumindest bei mehrmaligem Ansehen voll auf. Das Hauptziel, einen Knotenpunkt zu erstellen, an dem sich viele Fragen beantworten und neue Fragen aufgeworfen werden, wird jedenfalls erreicht. Einige logische Schwächen sind zwar erwartungsgemäß da, können aber verkraftet werden.
Für den Nicht-Kenner der Serie mag der Film recht uninteressant sein. Die stimmende Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern und die gelungenen Effekte sollten aber selbst von ihnen anerkannt werden. Ansonsten sollte „Akte X – Der Film“ aber eben den Serienguckern vorbehalten werden. Es wird ja niemand gezwungen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
:liquid8:

Die so genannte "Special Edition" von Fox bietet nur wenige Specials, dafür aber eine ordentliche technische Umsetzung.

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Akte X – Jenseits der Wahrheit

Beitrag von nerös » 13.09.2006, 13:41

freeman tut total rummysterien ;-)

Akte X – Jenseits der Wahrheit

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Originaltitel: The X-Files: I Want to Believe
Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 2008
Regie: Chris Carter
Darsteller: David Duchovny, Gillian Anderson, Amanda Peet, Billy Connolly, Xzibit, Callum Keith Rennie, Nicki Aycox, Mitch Pileggi u.a.

Mulder und Scully … oder besser: Mulder, Scully und der freeman ... eine Bestandsaufnahme. Im September 1994 startete mit „Gezeichnet“ die erste Folge einer Serie im deutschen Fernsehen, die in den folgenden Jahren das Gesicht der TV Landschaft nachhaltig verändern sollte. Doch das konnte damals noch niemand absehen. Freeman schon gar nicht. Aliens? Entführungen durch Aliens? Eine Type, die diese Aliens jagt? Der freeman war alles, nur nicht interessiert. So gingen die ersten Folgen ins Land, ohne dass ich auch nur ansatzweise Notiz von der Serie nahm. Dann ergab es sich eines Tages, dass des freemans Mutter meinte: „Sag mal, schaust du heute auch in Akte X rein? Die Serie finde ich wirklich gut. Sie ist spannend und irgendwo auch witzig.“ Da der freeman immer auf Muttern hört, war die Neugier geweckt. Mein Einstieg: Die am 19.9.1994 ausgestrahlte Episode Das Nest. Bis heute eine der bedeutendsten und besten Episoden der gesamten Reihe, die immer genannt wird, wenn es darum geht, Highlightfolgen der Serie zu benennen!

Damit geriet mein Einstieg mit Folge drei zum einzigen Triumph für den Serienschöpfer Chris Carter und Co. Denn ich war sofort infiziert und mehr noch, ich wurde zum Hardcore X-Phile! Ich sah fortan jede Folge, mehrfach, und mein Zimmer floss vor Akte X Merchandise über. Als angehender Abiturient war für mich vor allem das Pinup für Intelligenzbestien interessant: Dana Scully aka Gillian Anderson. So sah dann mein Zimmer auch aus ... Gillian hier und Gillian da. Und ein freeman, der dank Akte X auch abstruse Vorträge zu halten begann, in deren Verlauf sogar Erich von Däniken Theorien zum Pyramidenbau in Ägypten, der nur mit Hilfe von Außerirdischen möglich gewesen sein konnte, allen Klassenkameraden sinnig erschienen ... der Lehrer selber erwies sich aber als sehr ignorant ... meine erste und einzige 4 in Geschichte war die Folge. Aber hey, Akte X war ja da, um zu trösten ;-).

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Dabei erwies ich mich schnell als Fan der Monster of the Week Episoden. Die Mythologieepisoden waren natürlich auch Highlights und boten mit ihren staffelübergreifenden Storyarcs etwas vollkommen Neues in der Serienlandschaft, allerdings spürte man, dass es für die Mythologie keinen Masterplan gab und sie mehr oder weniger von Staffel zu Staffel vorangetrieben wurde. Das heillose Chaos war vorprogrammiert und wurde dann auch in Staffel 7 weitestgehend aufgeklärt und über Bord geschmissen. Man installierte eine neue Mythologie, doch Duchovny war bereits ausgestiegen und man spürte an allen Ecken und Enden die Akte X Müdigkeit der Verantwortlichen. Dies galt glücklicherweise eben fast nie für die Monster of the Week Episoden, die Akte X vor allem nutzte, um zu experimentieren. Bad Blood, der Zirkus, der große Mutato oder ein Zusammentreffen mit Wehrmachtsoffizieren auf einem dahintreibenden Luxusliner ... Akte X versuchte immer, niemals still zu stehen. Dementsprechend erfreut war ich, als ich erfuhr, dass Akte X – Jenseits der Wahrheit als Monster of the Week Episode angelegt war.

Eine absolut schlüssige Entscheidung, denn sechs Jahre nach dem Ende der Serie wird wohl niemand erwarten, dass sich noch irgendwer an die großen Zusammenhänge in Akte X erinnern würde. Die Marschrichtung war also klar: Einen Versuch starten, ein neues Kinofranchise zu installieren.

In diesem Neuanfang wird das FBI von einer Entführungsserie beschäftigt, bei der man nicht wirklich weiterkommt. Als gar eine FBI Agentin entführt wird, wendet man sich an einen „Hellseher“, der erklärt, er habe Visionen von den Entführungsopfern. Da in FBI Reihen keiner an diesen Humbug glaubt, der Hellseher aber dennoch inmitten einer riesigen Schneelandschaft einen abgetrennten Arm punktgenau findet, kommt in den Reihen des FBI der Wunsch nach einem Ex-Agenten auf, der mit seiner Bereitschaft zu Glauben, den Ermittlungen dienlich sein könnte. Also tritt man an Dana Scully heran und bittet sie, Fox Mulder aus seinem Versteck herauszubeordern und ihn zu bitten, die Entführungsreihe aufzuklären. Mulder ziert sich zwar anfangs, doch wir alle kennen ja unseren Mulder. Wenige Augenblicke später ist er wieder Feuer und Flamme für das, was er am besten kann: Verstiegene Theorien entwickeln und Scully nerven ...

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Willkommen zurück! Das möchte man Mulder und Scully zurufen, wenn sie das erste Mal im Film wiedervereint sind. Und obwohl der Funke beim X-Phile SOFORT überspringt, könnte das neueste Leinwandabenteuer für das Gros der Kinozuschauer eine echte Belastungsprobe darstellen. Denn objektiv betrachtet hat Chris Carter riesige Probleme das Monster of the Week Szenario aus dem Pantoffelkino auf die große Leinwand zu transferieren. Vor allem merkt man, dass Carter nicht viel zu erzählen hat und er sich darauf versteigt, falsche Fährten zu legen, die nicht wirklich spannend sind. Auch die Abtrennung Scullys von den Ereignissen um die Entführungen ist keine gute Idee, da die Chemie zwischen Duchovny und Anderson gewohnt exorbitant ist und über diverse Längen hinwegzutäuschen vermag. Die Installation des Agentenpärchens Dakota Whitney (Amanda Peet) und Mosley Drummy (Xzibit) ist dann nur noch peinlich, denn hier lanciert Carter einfach nur noch einmal ein Mulder und Scullypaar unter umgedrehten Geschlechtsvorzeichen. Wobei vor allem Rapper Xzibit als männliche Scully im Zuschauer nur Aggressionen hervorruft, was auf seine enorm limitierte Darstellerleistung zurückzuführen ist. Auch fällt auf, dass Carter zwar enorm atmosphärisch und versiert inszeniert, dabei aber Atmosphäre und Spannung gleichsetzt. Beides kann sich zwar gegenseitig bedingen, ist aber eben NIEMALS ein und dasselbe. Und so geht dem zweiten Kinoausflug unserer Lieblings FBI Beamten vor allem eines ab: Eine echte Spannungskurve und allgemein wirkliche Höhepunkte. Vor allem der Showdown verpufft geradezu wirkungslos auf der Leinwand ...

Das sind alles Punkte, die dem X-Phile definitiv auffallen, doch ganz ehrlich, die werden wohl kaum wegen den Qualitäten des Filmes ins Kino strömen. Wir wollen vor allem eines sehen: Mulder und Scully ... und wie sie interagieren. Und es funktioniert! Von Minute eins an ist es wieder da: Dieses Knistern zwischen den beiden Figuren, diese unergründliche erotische Anziehung, diese Energie ... dieser magische Funke, der schon einer der größten Pluspunkte der Serie war. Und als hätte diese nie pausiert, gehen Duchovny und Anderson hier wieder umgehend in die Vollen und lassen ihre Figuren leben und nehmen den Zuschauer umgehend wieder gefangen. Anderson mit ihren kühlen Erotik und ihrem unbedingten Willen, nicht zu sehr zu einem Mulder Nummer zwei zu werden und Duchovny mit dem Humor, den er in der Serie erst recht spät richtig integrieren konnte, der aber herrlich trocken und lapidar daherkommt. Und dass er irgendwann in den Entführungen Parallelen zu seiner Schwester sehen würde, war ja sicher jedem von Anfang an klar. Mulder, wie er leibt und lebt ...

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Wie er leibt und lebt? Moment! Denn genau bei Mulder gibt es auch ein riesiges Problem: Mulder klingt wie ... Ben ... Assleck!!! Und damit ein großes Dankeschön an die Fox! Leute, wir reden hier nicht von einem Scheißfranchise, das nach zwei Staffeln abgesetzt wurde. Wir reden von einem Franchise, das 9 Staffeln erlebte, dank Wiederholungen mehr als 10 Jahre präsent war, einen sehr erfolgreichen Kinofilm lancieren konnte und mit Millennium, Harsh Realms, Pretender, Dark Skies, Third Wave und Co. unzählige Ableger und Nachahmer fand. Wie kann man glaube, dass ein Sprecherwechsel hier nicht so schlimm sein könnte? Vor allem, da Benjamin Völz „seinen“ Mulder mit seiner langsamen und ruhigen Stimme prägte! Und jetzt steht da David Duchovny und klingt nach Ben Assleck ... und der Sprecher spricht so verzweifelt, so gepresst, dass man das Bemühen aus jeder einzelnen Silbe heraushört, es aber einfach nicht funktioniert! Zu keiner Sekunde! Und wo wir gerade die Fox bashen: Akte X – Jenseits der Wahrheit ... Was ist denn jenseits der Wahrheit? Die Doppelwahrheit? Eine Metawahrheit? Die Lüge? Hallooooooo? Irgendwie scheinen Aliens ein paar Hirne in den Fox Etagen entführt zu haben ...

Doch zurück zum Film. Dieser gerät für den echten X-Phile zu einem anspielungsreichen Akte X – Trivia, das vor Verweisen auf die Serie förmlich überläuft. Seien es Hinweise zu serienimmanenten Inhalten wie die Suche nach Mulders Schwester, das Schicksal von Scullys und Mulders Sohn William oder das Auftauchen von Skinner gegen Ende des Filmes. Diesen ganz ofensichtlichen „Anbiederungen an die X-Philes“ stehen dann kleine und kleinste Momente gegenüber. Einmal fährt man die Manners Street hoch. Kim Manners trat in Staffel zwei als Produzent und Regisseur in Erscheinung und blieb dem Franchise jahrelang erhalten. Dann befragt man einen Zeugen in Nutters Feed. David Nutter war Regisseur der ersten Stunde bei Akte X und erschuf mit „Dich kriegen wir auch noch“ einen Paranoia Teenslasher im Akte X Fahrwasser. Wenn Mulder sein Handy anschaltet, sehen wir, wen er da so gespeichert hat: Shiban und Gilligan fallen dem Kenner sofort auf: John Shiban und Vince Gilligan stießen als Drehbuchautoren und Produzenten zu der Show, als sich Chris Carter vermehrt mit seinem Zweitfranchise Millennium beschäftigte. Und irgendwann sitzt sogar Chris Carter himself mit einer Tasse Suppe in einem Krankenhausgang. Kurzum, die Anspielungen sind Legion und als X-Phile wird man hier mehr als nur ein wenig fündig!

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Und man muss auch umgehend schmunzeln, wenn der Film endet, denn Carter lässt sich nach wie vor nicht so recht in die Karten schauen. Viel muss man sich selber zusammensuchen, vor allem das Wie und Warum bleibt vollkommen rätselhaft und was aus Scullys Storystrang wird, ist auch alles andere als klar. Und auch wenn die Monster of the Week Story zu einem Ende gebracht wird, stellt sich eben sofort der Wunsch nach mehr ein. Fragen müssen geklärt werden und vor allem wollen wir sehen, was aus Mulder und Scully wird ... Hier sei ALLEN empfohlen, bis nach den Abspann hocken zu bleiben. Hier gibt es eine sehr witzige Szene mit den Beiden zu sehen.

Was bleibt, ist ein Film, der objektiv gesehen vor Problemen überläuft. Es fehlt an Höhepunkten, an Spannung, einer stringenten Geschichte und es wird viel zu viel gelabert und zu wenig gehandelt. Dementsprechend wird das Franchise mit diesem Film definitiv KEINE neuen Fans hinzugewinnen. Doch für den wahren X-Phile ist dieser Film ein anspielungsreiches Geschenk und ein Wiedersehen mit Charakteren, die man über die Jahre lieb gewonnen hat. Dabei wird jeder Fan zugeben müssen, dass Akte X – Jenseits der Wahrheit im Vergleich zu den echten Serienhöhepunkten deutlich abfällt … egal wie sehr man die Erwartungen anzupassen und die nostalgischen Erinnerungen abzumildern versucht. Und so wurde auch bei dem alten X-Phile freeman die Sucht nicht wirklich neu entfacht, aber für knapp zwei Stunden fühlte sich eben alles ganz gut an.
:liquid6:

In diesem Sinne:
der die Akte X Melodie summende X-Phile freeman ...

____________________________________________________________
____________________________________________________________

Vince seufzt:

Das zwischen den X-Akten und uns Phillies, das ist Liebe und Romantik. Wir sind nostalgisch verklärt. Nachdem wir von unserer großen Liebe aus den 90ern schon seit sechs Jahren nichts gehört haben, wird plötzlich wie aus dem Nichts ein erstes Lebenszeichen gesendet. Als würde Mulder von seiner Schwester unverhofft eine SMS bekommen: “Mach dir keine Sorgen, mir geht’s gut. Wir sehen uns schon bald wieder, verlass dich drauf”. Erste Trailer werden veröffentlicht, man sieht praktisch nichts, bloß diese typisch fröstelnde Chris-Carter-Atmosphäre und einen David Duchovny, der im Anzug einen Gang entlanggeht, ein paar FBI-Büros, etwas Schnee.

Das genügt, unsereins ist längst am Haken. Die Forschesten von uns gieren ungefragt ins Kino, die meisten jedoch kehren mit hängendem Kopf zurück und warnen die weniger Forschen. Was ist passiert?

Ein Wiedersehen stellt man sich halt einfach anders vor. Man hörte ja schon im Vorfeld, dass das Skript zu “Jenseits der Wahrheit” in sich abgeschlossen sein sollte. Wie die Monster-of-the-Week-Episoden eben. Dass die Mythologie der Serie allerdings derart brutal abgebunden werden würde, hatte sich der größte Pessimist nicht zu träumen gewagt. Ein komplettes Jahrzehnt lang knisterte das Feuer zwischen Agent Mulder und Agent Scully. Inzwischen macht Scully aber schon Witze über Mulders Penis und anschließend gibt’s Beziehungsstress pur (aber nicht wegen der Witze). Der Serie wird gewaltsam ausgerechnet das Standbein weggerissen, das man gerade nach dieser langen Zeit der Abstinenz gebraucht hatte. Beziehungsprobleme sind unromantisch, das Wiedersehen mit den alten Bekannten ist es folglich auch. Dumm gelaufen, statt der Déjà Vu-Schauerzyklen, die man sich schon mal insgeheim ausgemalt hatte, gibt’s bedröppelte Blicke des Fragens. Und das trotz der hochwertigen, herrlich kühlen, geerdeten Bilder, die Chris Carter da einfangen lässt und die für sich genommen normalerweise schon Anstoß genug sein müssten, in Nostalgie zu ertrinken.

Aber wir Freaks haben noch den geringsten Grund zu jammern. Auch wenn vieles, für das die X-Akten stehen, mit Füßen getreten wird, es sind halt immer noch Gillian Anderson und David Duchovny (minus Synchronsprecher Benjamin Völz), die uns da durch ihre Reunion führen, und denen ist man einfach nicht böse. Als dann Mitch Pileggi in einer schönen Introduktion auch noch die Leinwand betritt, ist man ja irgendwie doch ganz glücklich. Billy Connollys pädophiler Ex-Priester schmiegt sich ebenfalls ganz herrlich in das Universum ein und Amanda Peet ist eben auch mit ernster Miene eine Augenweide, hat allerdings so wenig zu tun, dass sie nur noch vom vollkommen arbeitslosen Xzibit unterboten wird. Und doch, wir Phillies, wir können wenigstens sagen, dass wir nicht unter Langeweile litten - zumindest wenn wir richtig Hardcore sind.

Das mag neben den atmosphärischen Bildern auch daran liegen, dass der Plot doch recht stimulierende Fragen aufwirft, die zwar kaum Extraterrestrisches an sich haben, aber doch Übersinnliches oder wenigstens Philosophisches im weitesten Sinne. Dahingehend ist Connollys Figur die Interessanteste. Pater Joe ist Signum einer Aufspaltung von Trieb und freiem Willen, was die Überlegung aufwirft, wer oder was für den Trieb verantwortlich ist (Gott?). Dass im Verlauf der Geschichte die Menschen es sind, die Gott spielen, verankert die um diesen Themenkomplex kreisenden philosophischen Grundfragen mit realistischen Themen (Stichwort Organhandel). Der Subplot um Scullys Patienten, ein todkrankes Kind, soll sich damit verbinden. Was sich in der Theorie aber so reizvoll anhört, dem versagt die Umsetzung in der Praxis oftmals eigentlich schon fast das Existenzrecht; die Ansätze bleiben zu vage, um intensiv zum Nachdenken anzuregen. Der Mythologie, ganz nebenbei, wird dann auch kaum mehr Neues hinzugefügt.

Doch genug von uns Phillies, sollte der zweite Kinofilm nach dem verschachtelten ersten Film doch schließlich vor allem die Gelegenheitsgucker und Abstinenzler anlocken. Paradoxerweise war aber “Akte X - Der Film” wesentlich mitreißender inszeniert. Da hatte es fiese Alienbiester, eine in besten Breitbildpanorama eingefangene Bienenfarm in einem Maisfeld und ein gigantisches Raumschiff. Das Budget ist das eine, die Spannungsschraube das andere; Fakt ist, hat man nicht den Strohhalm des Bekannten, an dem man sich festklammern kann, so wird man als Fremdling von den beiden Ex-Agenten nicht gerade zum Ringelpiez eingeladen. Die Schauwerte fehlen komplett, es sei denn, man versteht das Unspektakuläre als Schauwert, und das können bloß jene, denen es reicht, die fachgerecht kostümierten Scully (Hosenanzug) und Mulder (Anzug mit Mantel) in Carter’sche Bildsprache integriert zu sehen. Weshalb man eine derart ereignisarme und unspektakuläre Storyline auswählte, die sich als 45-Minüter vielleicht gar nicht so schlecht gemacht hätte, bleibt das Geheimnis der Macher. Hätte man dagegen den Sternstunden der Monster-of-the-Week-Geschichte nachgeeifert, wäre die Anbiederung an den Mainstream möglicherweise offensichtlicher gewesen, doch wir Phillies hätten es sicher verziehen.

So nun aber riecht das Comeback mehr nach Kompromiss als nach der propagierten Konsequenz. Dagegen hilft nicht mal das alte UFO-Poster, das, während sein Besitzer unter Gesichtsbehaarung verwildert, immer noch so matt glänzt wie im Piloten. Einer der wenigen Augenblicke, in denen die Romantik doch noch entflammt.
:liquid4:
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Beitrag von Vince » 13.09.2006, 13:49

nerös hat geschrieben:Boah, viel Lesestoff. Hat sich aber durchaus gelohnt. Man sieht, dass du ein Fan der Serie bist, auch wenn ich im Gesamtkontext die Note 10 vergeben hätte.

Darüber hinaus bin ich einer der Glücklichen, der die kompletten Staffeln im Digipak besitzt. Würde ich die bei ebay verhökern, wäre ich reich... :lol:

Danke fürs Lesen! :D

Ja, 8 ist schon hart, überlege auch schon länger, auf die 9 umzusteigen. Ich glaube, die letzten nicht so gelungenen Staffeln haben mich da ein wenig mitgeprägt, etwas tiefer zu gehen mit der Note... es gibt jedenfalls viele klare 10er-Folgen in der Serie.

Ich hab auch alle Digipacks... hab da jeweils rund 60€ für bezahlt damals.

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Beitrag von freeman » 13.09.2006, 13:52

Dabei war das Anfang der 90er weder Hype noch Kult. Nur wenige können von sich behaupten, seit der ersten Staffel dabei gewesen zu sein.
*meld*

Ich weiß noch, damals, als das keiner geguckt hat, bin ich mal ausm Schulbus raus, direkt rein in den Kiosk, der da war. Schau mich so um und finde auf einmal ein Akte X Special, dass sich mit der ersten Staffel der Serie befasste. Ich also die 10 Euro hingelatzt und noch tagelang später von meinen Kumpels schräg dafür angeguckt wurden, wie ich denn mein Geld für so einen Scheiß raushauen kann ... Und naja, zwei Jahre später, als das Akte X Fieber grassierte, wollte es jeder mal leihen ... Kults halt ...

Ansonsten is da ja einiges dazugekommen! Feines Ding! Mehr davon ;-) Also auf zu Millennium ;-). Oder war das schon Ewigkeiten da und keiner hats gemerkt? Mir is aber das Bild mitm nackschen Arsch so neu ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 13.09.2006, 14:14

Das ist schon ewig da, nix Neues dabei. Inklusive nackscher Arsch. Hier hat einfach nur nie einer neiguggt. :wink:

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Beitrag von freeman » 13.09.2006, 14:19

Dann eben jetzt nochmal das Lob. Die Serienzusammenfassung ist 1 A!!! Hättste halt mal was gesagt. Du machst aber auch immer alles so heimlich, still und leise ... ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 13.09.2006, 14:21

freeman hat geschrieben:Dann eben jetzt nochmal das Lob. Die Serienzusammenfassung ist 1 A!!! Hättste halt mal was gesagt. Du machst aber auch immer alles so heimlich, still und leise ... ;-)
Nein, du hast sogar schon mal (irgendwo anders, bei den Narren glaub ich) dazu deinen Kommentar abgegeben. Das war glaub ich dein erstes richtiges Lob mir gegenüber zu einer Kritik, als es da hieß, die Einleitung könne ich mir schon mal für ne Doktorarbeit oder so aufbewahren. Davor hatteste mich noch für das zu analytische Simpsons Season 1 Review gerügt. :wink:

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Beitrag von freeman » 13.09.2006, 14:40

Das war aber nur Deep Water ... imo ;-)

Und du merkst dir auch vor allem das Negative, wa? ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von nerös » 13.09.2006, 17:02

Vince hat geschrieben:Danke fürs Lesen! :D

Ja, 8 ist schon hart, überlege auch schon länger, auf die 9 umzusteigen. Ich glaube, die letzten nicht so gelungenen Staffeln haben mich da ein wenig mitgeprägt, etwas tiefer zu gehen mit der Note... es gibt jedenfalls viele klare 10er-Folgen in der Serie.

Ich hab auch alle Digipacks... hab da jeweils rund 60€ für bezahlt damals.
60 €? Nee, ich hab die immer am Erstverkaufstag gehabt und noch 199,00 DM, bzw 99,95 € dafür hingelegt. Bin halt ein richtiger Fanboy. Deine Einschätzung, dass die letzten Staffeln schwächer waren, teile ich nicht ganz. Für mich lam mit Staffel 8 nochmal ein richtiger Aufschwung. Und diese Staffel steckt imho die schwachen Staffeln 6 und 7 locker in die Tasche.

Für ein Review zu Millennium könnte ich mich bereit erklären. Nur denke ich, dass ich für so lange Texte keine Ausdauer habe.
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Beitrag von Vince » 13.09.2006, 17:19

freeman hat geschrieben:Und du merkst dir auch vor allem das Negative, wa? ;-)
Na logo. :wink:

@nerös: Ja wie gesagt, ich sehe die Season 8 auch klar stärker, als sie immer gemacht wird. Nur die letzte Staffel ist doch bei aller Liebe über weite Strecken ziemlicher Käse.

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 13.09.2006, 22:24

Ähm :liquid10: für die Serie im allgemeinen....

Zum Lesen hab ich heute abend keinen Bock mehr, das mach ich morgen... ;)
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Beitrag von kaiserfranz » 13.09.2006, 22:31

An dem Review-Festival gibt's eigentlich nix auszusetzen, außer dass es sich eben um Akte X dreht. :wink: Die Serie ist wie jeglicher Mystery Kram komplett an mir vorbeigelaufen. :oops: :wink: Einfach nicht mein Fall!

Gruss
kaiserfranz
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Beitrag von Vince » 13.09.2006, 22:47

Irgendwie geil, dass ihr plötzlich alle antwortet, nachdem der nerös den Thread aus der Versenkung geholt hat... ich glaube, ich antworte nochmal auf alle meine alten Threads. :lol:

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Beitrag von nerös » 13.09.2006, 22:59

Vince hat geschrieben:Irgendwie geil, dass ihr plötzlich alle antwortet, nachdem der nerös den Thread aus der Versenkung geholt hat... ich glaube, ich antworte nochmal auf alle meine alten Threads. :lol:
Hey, wenn du für jeden Klick auf deinen Thread bezahlt wirst, möchte ich ne Provision haben 8-)

Nein, soviel Arbeit sollte schon gewürdigt werden. Und wenn es um Akte X, Millennium, etc geht, dann lese ich sowieso alles, was mir unter die Finger kommt. Und die Abhandlung da oben ist schon sehr schön zu lesen. Was haltet ihr von einem Episodenguiden-Review?
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 13.09.2006, 22:59

Öhm... kihi :)
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Beitrag von Vince » 13.09.2006, 23:51

nerös hat geschrieben:
Vince hat geschrieben:Irgendwie geil, dass ihr plötzlich alle antwortet, nachdem der nerös den Thread aus der Versenkung geholt hat... ich glaube, ich antworte nochmal auf alle meine alten Threads. :lol:
Hey, wenn du für jeden Klick auf deinen Thread bezahlt wirst, möchte ich ne Provision haben 8-)
Ich glaub, der Liquid ist zu geizig, um mich zu bezahlen. :wink:
Nein, soviel Arbeit sollte schon gewürdigt werden. Und wenn es um Akte X, Millennium, etc geht, dann lese ich sowieso alles, was mir unter die Finger kommt. Und die Abhandlung da oben ist schon sehr schön zu lesen. Was haltet ihr von einem Episodenguiden-Review?
Von dir? Na klar, sehr gerne! Wobei das wohl eher weniger hier in die Liquid-HP reinpasst, die obigen Reviews sind ja eigentlich nur wegen Robert Patrick drinne.

Ich hatte das auch mal vor, Akte X würde sich dafür einfach sehr gut eignen, merke aber schon an den Simpsons-Reviews (hab ja jetzt alle Episoden von Season 1 bis 5 besprochen), das kostet verdammt viel Kraft. Bis ich die Simpsons durchhabe und dann vielleicht noch Futurama, bin ich alt und gebrechlich, da hab ich keine Kraft mehr für Akte X. :wink:

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Beitrag von nerös » 13.09.2006, 23:55

Vince hat geschrieben:
nerös hat geschrieben:
Vince hat geschrieben:Irgendwie geil, dass ihr plötzlich alle antwortet, nachdem der nerös den Thread aus der Versenkung geholt hat... ich glaube, ich antworte nochmal auf alle meine alten Threads. :lol:
Hey, wenn du für jeden Klick auf deinen Thread bezahlt wirst, möchte ich ne Provision haben 8-)
Ich glaub, der Liquid ist zu geizig, um mich zu bezahlen. :wink:
Nein, soviel Arbeit sollte schon gewürdigt werden. Und wenn es um Akte X, Millennium, etc geht, dann lese ich sowieso alles, was mir unter die Finger kommt. Und die Abhandlung da oben ist schon sehr schön zu lesen. Was haltet ihr von einem Episodenguiden-Review?
Von dir? Na klar, sehr gerne! Wobei das wohl eher weniger hier in die Liquid-HP reinpasst, die obigen Reviews sind ja eigentlich nur wegen Robert Patrick drinne.

Ich hatte das auch mal vor, Akte X würde sich dafür einfach sehr gut eignen, merke aber schon an den Simpsons-Reviews (hab ja jetzt alle Episoden von Season 1 bis 5 besprochen), das kostet verdammt viel Kraft. Bis ich die Simpsons durchhabe und dann vielleicht noch Futurama, bin ich alt und gebrechlich, da hab ich keine Kraft mehr für Akte X. :wink:
Wir können ja teilen. Du 100 Folgen, ich 100 Folgen :wink:

Ist trotzdem harter Tobak.
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Beitrag von freeman » 29.07.2008, 10:27

Ein klein wenig umgebaut und mein Review zum neuen Kinofilm in den Beitrag von nerös neigeflackt ;-)

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Beitrag von Vince » 29.07.2008, 12:36

Oh, oh, da war aber einer als Hardcorefan ganz schön im Zwiespalt und hat dabei trotzdem ein Highlight von Kritik gesetzt, obwohl man quasi nix über den Film erfährt, sondern eigentlich nur über Atmosphäre und Chemie zwischen den Darstellern (was aber auch gar nicht so verkehrt ist).
Leider ist bei mir die Magie irgendwie beinahe schon wieder verfolgen und ich weiß noch gar nicht, ob ich überhaupt ins Kino gehen soll. Vielleicht mal nächste Woche irgendwann. Aber leider spricht man ja doch eher von einer durchschnittlichen Episode ohne Höhepunkte. Ich befürchte, die Qualität des ersten Kinofilms wird wohl nicht ansatzweise erreicht werden. Schade.

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Beitrag von freeman » 29.07.2008, 12:42

Im Vergleich zum ersten Kinofilm fehlt es eben wirklich an Knallerszenen, wie die Angst um Scully, weil sie entführt wurde, die Szenen ums Raumschiff usw. Zu derartigen echten Höhepunkten fehlt in dem neuen Film wirklich jede Form von Äquivalent ... Auch wenn ich gerne zugebe, dass mit den finanziellen Mitteln vermutlich net viel mehr drin war ...

Dennoch fällt schon auf, dass beispielsweise ein Mark Snow nicht einmal das fette Thema der Akte X richtig fährt ... am Ende gibt es einen UNKLE Remix ... das wars. Und so geht es eben den ganzen Film durch. Viel wird einfach verschenkt ... Und wie gesagt, als nicht X-Phile wird der Film sicherlich ein echter Lamer ... Möchte net wissen, wie da gelitten wird ...

Zumindest gibt es aber einen megafetten Gag um George Bush ... der zündet bei JEDEM ;-)

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Beitrag von Cyborg Cop » 19.08.2008, 13:35

hab ja neulich den ersten Kinofilm gesehen (wobei mir grade einfällt, ob ich den hier überhaupt in mein Filmtagebuch eingetragen habe, sonst müßte ich das noch tun und würde den Beitrag dann hierher verlinken) und war doch recht angetan, weil mich das Phänomen Akte X neulich doch gereizt hat. Sehe den Film so bei 7/10, ohne vorher irgendwas von Akte X gesehen zu haben. Jedenfalls habe ich mir gestern mal die erste Staffel geordert und bin mal sehr gespannt, was da auf mich zukommt. :)

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Beitrag von The Punisher » 22.11.2008, 16:17

Da war er nun im Blu Ray Player, der lange erwartete - und schon abgehakte - Film nach dem aus der genialsten Serie der 90er Akte X: Jenseits der Wahrheit.

Leider war es kein richtiger Mystery sondern nur ein "normaler" Fall den Mulder und Scully da lösen durften. Die erste hälfte war deutlich schwächer aber zum schluß wurde es richtig gut, fast wie in alten Zeiten. Da in der Serie ja etliche Storylines vieler Figuren "abgeschlossen" wurde (z.B. Lone Gunman, der Raucher, Crycheck...) konnten die leider keinen Auftritt mehr haben was schade ist denn mit denen wäre sicherlich mehr altes Feeling der Serie aufgetreten. Mulders Synchro ging ja mal gar nicht, zwar gewöhnt man sich nach einer 3/4 Stunde ein wenig daran aber das macht noch einiges kaput da Benjamin Völz einfach DIE Stimme von Mulder ist. Ich bin für ein ReRelease mit Mulder neusynchro durch den Herrn Völz :mrgreen: .

Als Fanboy bekommt er trotz der schwächen :liquid8: ;)
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Beitrag von Vince » 25.11.2008, 22:34

Als alter Romantiker, der ich bin, musste ich ja zu meiner alten Liebe doch noch ein paar Worte verlieren... auch wenn die etwas beleidigt klingen mögen... nachzulesen oben.

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Beitrag von freeman » 26.11.2008, 08:50

Oller Beleidigtman ;-) - wobei ich ja meine, dass Carters Intention gar net so sehr die Neugewinnung von Fans war. Ich meine, in einem Interview gelesen zu haben, dass das vor allem ein Geschenk für die Fans sein sollte. Dass auch die ein wenig betröppelt aus der Wäsche schauten, war dann zwar sicher auch net intendiert, aber naja, so isses nunmal ... Ich wüßte derzeitauch gar net, was ich lieber sehen würde: Einen neuen Akte X Film im Gigastyle oder doch ne Kinoadaption von Hank Moodys Abenteuern :lol: zumal Mulder da echt wie Mulder klingt.

PS zum Thema Pimmelwitze von Scullys Seite: Gestern erfuhren wir in House, dass der Verzehr von Sonnenblumenkernen impotent machen kann ... nun denk das mal weiter ;-)

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