Mord ist ihr Hobby (Season 5, Episode 18)

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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John Woo
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Mord ist ihr Hobby (Season 5, Episode 18)

Beitrag von John Woo » 08.06.2015, 21:54

Mord ist ihr Hobby

Mord in Montana (Staffel 5, Folge 18)

Bild

Originaltitel: Murder, She Wrote: Trevor Hudson's Legacy
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1989
Regie: Walter Grauman
Darsteller: Angela Lansbury, Georgia Brown, Steve Forrest, Don Galloway, Robert Klein, Michael Learned, Yvette Nipar, Robin Strand, Barrie Youngfellow, David Bradley u.a.

Jessica Fletcher reist nach Montana um einem Freund dabei zu helfen, am letzten Manuskript eines Buches des verstorbenen Schrifstellers Trevor Hudson zu arbeiten.
Doch kurz nachdem der Freund behauptet, er hätte den Grossteil des Buches selber geschrieben, wird er ermordet aufgefunden.
Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, denn viele Leute aus der Familie von Trevor Hudson hätten ein Motiv...da kann nur Hobbydetektivin Jessica Fletcher helfen!

Beachtliche zwölf Staffeln und vier anschliessende Spielfilme kann die Krimiserie "Mord ist ihr Hobby" vorweisen und bewies auch hinsichtlich der Einschaltquoten stets Standhaftigkeit. Erst eine Programmplatzänderung für die letzte Staffel seitens des Fernsehsenders liess die Quoten zurückgehen, sodass die Serie danach beendet wurde.

Die Serie um die Krimiautorin Jessica Fletcher, die ständig in Mordfälle verwickelt wird und diese mit ihrem Spürsinn selber zu lösen versucht, wurde von niemand geringeren als den Erfindern von "Columbo", einer der beliebtesten Krimiserien, erschaffen.
Gewisse Parallelen zu "Columbo" sind dabei durchaus auszumachen: Nebst der ruhigen Machart und regelmässig eingestreutem Humor kann man viele Leute aus der Cast- und Crew -Liste in beiden Serien finden.
Das Konzept an sich ist aber grundverschieden. Kennt man bei Columbo meistens schon den Mörder -und ist damit dem Ermittler einen Wissenssprung voraus-, bietet "Mord ist ihr Hobby" klassische Krimistruktur im Stile von "Agatha Christie": Ein Mord geschieht und es gibt eine Reihe von Verdächtigen.
Auch die Inszenierung ist passend dazu sehr ruhig gehalten, und wirkt dabei auch irgendwie zeitlos. Eine Anbiederung an den typisch schrillen Stil der 80er gibt es beispielsweise eher selten. Auch die Musik ist sehr klassisch gehalten, sehr selten kann man anhand der Musik ausmachen aus welchem Jahrzehnt die Serie stammt.
Viele bekannte Schauspieler, oder solche die es noch werden sollten, kann man in der Serie finden: George Clooney, James Coburn, Martin Landau, Ricardo Montalban, Leslie Nielsen, Jerry Stiller, Rod Taylor, Janet Leigh, Andy Garcia, Joaquin Phoenix, Bryan Cranston, Neil Patrick Harris, Billy Zane oder Jim Caviezel sind nur einige dieser bekannten Namen.
Selbst ein "Crossover" mit der Detektiv-Serie "Magnum" gab es zu sehen.

Die Serie bietet insgesamt vergnügliche Krimiunterhaltung, aber leider ist dann doch nicht alles Gold, was glänzt: Während der fünften und sechsten Staffel gibt es einige Folgen ohne Jessica Fletcher, die manchmal ziemlich unpassend wirken. Nicht selten gab es auch Episoden, die etwas langatmig und höhepunktlos wirken und eher den Eindruck einer Füll-Folge erwecken.
Mit der achten Staffel wechselten auch die Showrunner und man versuchte die Serie etwas neu auszurichten. Während dies in der achten Staffel mehrheitlich dank ziemlich gelungenen Drehbüchern von unter anderem "Babylon 5"-Erfinder J. Michael Straczynski noch relativ gut funktionierte, wurden später leider einige Probleme bemerkbar: So geschah ein Mord nicht selten erst nach über einer halben Stunde, manchmal blieben gerade noch 10 Filmminuten für Ermittlungen übrig. Darüberhinaus entzog man der Serie ihren Charme und Witz. Am schlimmsten ist aber, dass oftmals so viele Verdächtige präsentiert wurden, dass man sich am Ende fragen musste: "Wer ist das überhaupt?". Das ist etwas, was in einer Krimiserie definitiv nie passieren sollte. So wirkten die Drehbücher zusehends problematisch. Nichtsdestotrotz finden sich auch in den späteren Staffeln noch einzelne sehenswerte Folgen.

Die hier zu besprechende Folge "Mord in Montana" befindet sich aber in der fünften Staffel und damit noch in einer sehr guten Phase der Krimireihe. Für viele Fans gehört diese Staffel sogar zu den besten der Serie. Es gibt zum Beispiel einen sehr gelungenen Zweiteiler, einige Folgen beleuchten die Vergangenheit von Jessica Fletcher und eine Episode wird zu grossen Teilen in Schwarz-Weiss präsentiert und ist an klassische Film Noir-Filme angelehnt.
Dazu gibt es auch wieder einige Folgen, die im Heimat- und Wohnort der Hauptfigur spielen, dem fiktiven Ort "Cabot Cove" an der Ostküste in Maine. Für viele Fans gehören die Folgen in Cabot Cove zu den Highlights, da diese eine spezielle Kleinstadt-Atmosphäre abbilden.
Leider aber kann die Folge "Mord in Montana" nicht an die Highlights anknüpfen, vielmehr wirkt sie wie eine relativ routiniert inszenierte Füll-Episode ohne echte Höhepunkte.
Es werden auch verhältnismässig viele Verdächtige aufgefahren und wie Jessica das Rätsel löst, ist nicht ganz logisch nachzuvollziehen.
Darstellerisch gibt es nicht viel auszusetzen, alle Schauspieler erbringen ordentliche Leistungen und auch der spätere Actionfilm-Held David Bradley ("American Samurai") hat einen kleineren Auftritt und sorgt unter anderem als Liebesaffäre eines Familienmitglieds für einige Verwirrung.
Angela Lansbury spielt gewohnt gelungen, der Erfolg der Serie ist sicher auch ihrer überzeugenden Darstellung der Jessica Fletcher zu verdanken.
Die Folge ist ordentlich inszeniert ohne spezielle inszenatorische Höhepunkte und der Soundtrack bleibt relativ zurückhaltend im Hintergrund.
Auch der Verlauf gestaltet sich ebenfalls recht höhepunktlos und so fühlt man sich am Ende durchaus passabel unterhalten, begeistert ist man aber nicht unbedingt, zumal man vieles schon in anderen Folgen gesehen hat.
Deshalb ergibt sich für die besprochene Folge die folgende Bewertung:
:liquid5:

Die ersten acht Staffeln der Serie sind bislang bei uns auf DVD erhältlich, leider aber jeweils in unnötige Halb-Staffeln aufgeteilt und im Falle der früheren Seasons teilweise auch mit mässiger Bildqualität. Immerhin sind einzelne kleinere Extras in Form von Interviews zu finden.

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