Metro - Verhandeln ist reine Nervensache

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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John Woo
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Metro - Verhandeln ist reine Nervensache

Beitrag von John Woo » 06.12.2005, 16:08

Metro

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Originaltitel: Metro
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Thomas Carter
Darsteller: Eddie Murphy, Michael Rapaport, Michael Wincott


Eddie Murphy als Verhandlungsspezialist der Polizei von San Francisco für Geiselnahmen kriegt es mit einem Killer zu tun, der erst seinen Partner wie Freund tötet und danach seine Freundin entführt.
Für die Kritiker war das wohl wieder so ein Film zum verreissen, und auch das Publikum reagierte ziemlich abweisend auf diesen Film. Dem Film fehle die Spannung, um wirklich ein guter Thriller zu sein, und er hat zuwenig Action, um als reiner Actionfilm bezeichnet zu werden.

Aber mal der Reihe nach: Eddie Murphy ist eine gute Wahl. Die Idee, ihn als Spezialisten für Geiselnahmen einzusetzen ist wie gemacht für ihn. Das beweist er dann auch in der spannenden Geiselszene am Anfang des Filmes.
Später bekommt er dann einen Partner zur Seite gestellt, welchen er durch seine Ausbildung begleiten muss. Davon sieht man allerdings meiner Meinung nach zu wenig, die paar Szenen mit der Flasche (immerhin nette Idee) und der nachgestellten Geiselnahme-Szene sind eindeutig zu wenig, obwohl Murphy bei letzterer wieder sein Plappermaul einsetzen durfte. Dennoch agiert er -im Vergleich zu anderen Filmen mit ihm- überraschend ernst und nachdenklich, Sprüche und dergleichen sind zwar nicht gerade eine Seltenheit, aber dennoch recht wenig vorhanden.

Die Beziehung zwischen der Hauptfigur und der Freundin ist besonders genau abgehandelt worden. Was für Kritiker davon zu viel war, zeugt für mich von guter Charaktertiefe der Figuren. Endlich mal ein Film, wo nicht nur nebenbei geküsst wird, sondern die Beziehung parallel zur eigentlichen Story konsequent durchgezogen wird. Schön auch, dass beide Teile am Ende zu einer geschlossenen Form finden.
Das alles hebt für mich den Film klar über den Durchschnitt in der Actionthrillerwelt.

Die Action wurde perfekt auf den Film verteilt. Endlich mal nicht so ein Actionkracher, der zwei Stunden Ballereien bietet, sondern die Story perfekt ergänzt.
Der absolute Höhepunkt ist wohl die Jagd über die Strassen von San Francisco. Überhaupt machen Verfolgungsjagden von Filmen in dieser Stadt besonders Spass, vor allem wegen den steilen Strassen. In "Metro" bestechen vor allem die Szenen mit dem führerlosen Cable Car (Strassenbahn). Was hier über den Haufen gefahren wird, ist recht nett anzusehen, einige tolle Stunts gibts zu begutachten.

Sehr spannend auch der Showdown, der mal mehr als nur blutiges Gemetzel zu bieten hat. Hier gefällt der Wortwechsel zwischen Gut und Böse ebenso wie andere kleine Details. (Zum Beispiel der Einfall den Partner nicht unter der Plane des Autos, sondern direkt unter dem Auto zu verstecken). Michael Wincott spielt den "Bösen" überraschend gut und eiskalt. Da gabs in anderen Actionmovies schon viel schlechteres zu sehen was Bösewichte betrifft.

Fazit: Spannender Mix aus Action und Thriller, der seine Versatzstücke perfekt mischt und daher einen überdurchschnittlichen Genrebeitrag abliefert. Abzug gibts für die fehlende Vertiefung zwischen den beiden Partnern. Dank guten Darstellern und auch tiefgehenderen Szenen recht gelungene Unterhaltung.

:3of5: , 5
Zuletzt geändert von John Woo am 01.01.2006, 13:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Metro - Verhandeln ist reine Nervensache

Beitrag von StS » 06.12.2005, 17:03

John Woo hat geschrieben:Für die Kritiker war das wohl wieder so ein Film zum verreissen, und auch das Publikum reagierte ziemlich abweisend auf diesen Film. Dem Film fehle die Spannung, um wirklich ein guter Thriller zu sein, und er hat zuwenig Action, um als reiner Actionfilm bezeichnet zu werden.
Ich hätte es nicht beser sagen können. :wink:

Vor allem von Wincott - ansonsten ein genialer Villain - hätte ich mehr erwartet, obwol er trotzdem noch einen Pluspunkt im Gesamtbild darstellt. Murphy in einem ernsten Film passt ebenfalls nicht so ganz. Und quasi ein Beweis, daß das Skript einfallslos daherkommt, ist klar das Finale: Wenn einem Autor nichts einfällt, jagt man halt viel in die Luft...

Ich würde 4/10 geben - für den netten Anfang (in der Bank) sowie die Pyroarbeit am Schluß.

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Beitrag von John Woo » 06.12.2005, 19:34

Ich weiss nicht, was du gegen das Finale hast, viel wird ja nicht in die Luft geflogen. Im Gegenteil. Meiner Meinung nach ziemlich spannend umgesetzt. Zum Beispiel die Szene wo Murphy immer auf dem Schalter bleiben muss, wenn er seine Freundin noch ganz haben will, wo dann Wincott mit dem Mustang "vorfährt".

Wenn ich deine Aussage so lese, dann müsste man meinen, alle Actionfilme mit einem explosiven Finale seien doof.

Aber deine Meinung akzeptiere ich natürlich dennoch, auch wenn es nicht danach aussieht.^^ Geschmäcker sind nun mal verschieden. :wink:

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Beitrag von freeman » 06.12.2005, 19:35

Das Review ist gut, da könnte ruhig mehr kommen ;-), allerdings solltest du vielleicht hier mal noch ein klein wenig bezüglich des Inhaltes nachsteuern. Worum es eigentlich geht, kommt nicht wirklich rüber. Vielleicht ergänzte da einfach mal irgendwann ein zwei Zeilen.

Den Film selber finde ich nicht sonderlich gelungen. Habe ihn sogar im Kino gesehen und mir hat eigentlich nur die Cable Car Szene gefallen. Viel mehr war da aus meiner Sicht nicht ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 06.12.2005, 20:29

Ich fand den Streifen auch ganz okay, so 5/10 bis 6/10. Denke auch, dass gerade die dezente, gemäßigte und wohldosierte Action ein Pluspunkt ist. Ein paar Actionhöhepunkte gibt es auch, obwohl die Straßenbahn-Sache doch sehr "The Rock"-a-like ist. Michael Wincott ist zwar nie was wirklich Besonderes, aber immer ein solider Bad Guy.

Ich werde übrigens in mittelnaher Zukunft auch mal wieder nen Woo-Film reviewen, und zwar "Hand of Death", den ich mir heute zugelegt habe - kann aber noch ein bisschen dauern, erstmal sind die anderen Filme der JC-Collection dran.

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Beitrag von Hannibal » 06.12.2005, 20:52

Vince hat geschrieben:Ich fand den Streifen auch ganz okay, so 5/10 bis 6/10. Denke auch, dass gerade die dezente, gemäßigte und wohldosierte Action ein Pluspunkt ist. Ein paar Actionhöhepunkte gibt es auch, obwohl die Straßenbahn-Sache doch sehr "The Rock"-a-like ist. Michael Wincott ist zwar nie was wirklich Besonderes, aber immer ein solider Bad Guy.
Sehe das ähnlich, unterhaltsam, aber letztendlich austauschbar und schnell wieder vergessen...

Review ist gut, Inhaltsangabe fehlt halt (wobei ich die meist eh immer überspringe) und der Kritikteil dürfte für meine Geschmäcker noch nen Tick ausführlicher daher kommen, is aber jetzt auch schon besser als vieles, was ich schon gelesen habe. Weiter so!

MFG
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Beitrag von StS » 06.12.2005, 21:17

John Woo hat geschrieben:Zum Beispiel die Szene wo Murphy immer auf dem Schalter bleiben muss, wenn er seine Freundin noch ganz haben will, wo dann Wincott mit dem Mustang "vorfährt".
Das ging ja noch - auf ne 08/15-Art - aber danach... daß der mit dem Wagen noch ins Becken stürzt, ist ja noch erträglich, aber daß dabei so viel in die Luft gejagt wird, nicht, weil vollkommen unnötig.
John Woo hat geschrieben:Wenn ich deine Aussage so lese, dann müsste man meinen, alle Actionfilme mit einem explosiven Finale seien doof.
Das nicht - ein solches Finale sollte aber inspiriert umgesetzt sein...

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 08.12.2005, 18:33

Uuiihh, die Erinnerung an den Film ist schon recht verblasst, hat mich aber soweit ikke weiss, gut unterhalten.
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
Solang bis du erkennst
Dass meine Pisse keine Fanta ist :D
Callejon <3

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Beitrag von TonyTorpedo » 25.09.2007, 00:16

Warte gerade auf Krömer und hab mir den im ZDF angetan, will eben auf der OFDB bewerten und siehe da "Filme die rocken"...

Also für Murphy gar nicht übel und mir fällt grad nicht ein warum der über Jahre an mir vorbeigegangen ist. Aber Montags ist man ja auch nicht ganz so kritisch. :roll:

Ne solide :liquid7: und der Blondinenpopo der auf Tahiti lange durchs Bild dackelt will mir grad nicht aus dem Kopf gehen :lol:

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Beitrag von Cyborg Cop » 26.09.2007, 21:07

Glaub, ich muß mir da auch mal selbst ein Bild machen. Schieb den schon ewig vor mir her.

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Beitrag von LivingDead » 27.09.2007, 17:19

Achja, schönes Review, aber ein eher durschnittlicher Streifen, bei dem mir nur die Autojagden einigermaßen gegenwärtig sind. Ansonsten hab ich so ziemlich alles vergessen, obwohl ich den bestimmt schon 3 mal im TV geillert habe... So 4 bis 5 Punkte von mir...
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von Cinefreak » 25.02.2011, 20:23

gerade mal wieder gesehen. An die Verrisse erinnere ich mich noch zu gut. Ich fand den Film recht solide, streckenweise vielleicht etwas langatmig (man könnte meinen, die Autoren wollten etwas zuviel mit Lovestory, Eifersucht, Suche nach Mörder des Partners, Buddy-Movie-Konstellation und und und...mit 108 min. sicher etwas langgezogen, dennoch, es gab schon deutlich schlechteres und die vier sauberen Actionszenen (Cable-Car-Trümmerjagd a la The Rock und Speed), Parkhaus, Lagerhalle, finale Jagd) können sich auf jeden Fall sehen lassen.
Gewöhnungsbedürftig ist da eher, dass E. Murphy wenig Sprüche bringt und dass - aber das ist in dem Genre nicht gerade selten und deshalb wohl auch kaum verwerflcih - die Emotionen ziemlich unglaubwürdig sind (erst zu Tode betrübt, weil sein Partner starb und dann voll gut drauf, nur weil er beim Pferderennen gewonnen hat...), sonst gibts aber wenig zu meckern, und das High Explosions-Finale ist echt knallig!

Fazit: Erreicht nie die Brisanz von Speed und Co., macht aber trotzdem Spaß und hat sogar Tiefgang

:liquid8:
Mein Herzensprojekt auf www.radiobase.de:Expect the unexpected - Newcomer und Musik und Themen rund um die Menschlichkeit - immer dienstags 20 Uhr (Wdh. sonntags 16 Uhr)

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Beitrag von McClane » 26.02.2011, 10:42

Ich mag den auch durchaus... ist ein durchaus solider Versuch an "Beverly Hills Cop"-Zeiten anzuknüpfen, der vor allem durch die tollen Nebendarstellerleistungen von Michael Rappaport und Michael Wincott gewinnt. Nette Buddykomik, ein solides Maß an Spannung und versiert in Szene gesetzte Action stehen einer ziemlichen Ideenlosigkeit auf Plotseite gegenüber, die der Film aber immer wieder ganz gut zu kaschieren weiß. Nix Großes, aber besser als fast alle folgenden, albern-übdrehten Murphy-Filme, denn hier nimmt sich der Komiker erfreulicherweise ein Stück zurück.

:liquid6:
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