Würde den allgemeinen Kritikengleichklang unterschreiben. Sprich: 80 Minuten SEHR dialoglastig. ABER es sind natürlich Quentin Tarantino Dialoge, die das ganze wieder deutlich kurzweiliger machen, als 80 Minuten als reiner Zahlenwert klingen. Dennoch fehlte mir persönlich hier etwas. Ich hätte mir mehr unterschwellige Spannung erhofft. Eben mehr ein Reservoir Dogs im Westernmilieu. Das liefert Tarantino in diesem Abschnitt leider nicht.
Danach geht dann die Post ab. Die Dialoge legen in ihrer Qualität deutlich zu, es wird ultrablutig und die Handlung schlägt den einen oder anderen (gewitzten) Haken. ABER: The Hateful 8 bleibt halt trotzdem ein Kammerspiel. An das Tempo eines "Kill Bill" etwa kommt der Film niemals heran - will er aber freilich auch nie.
Darstellerisch war der Film richtig groß. Michael Madsen mal wieder richtig spielen zu sehen, war eine echte Wohltat. Kurt Russell ist fantastisch als Kopfgeldjäger und Samuel L. Jackson endlich mal wieder eine sichere Bank. Jennifer Jason Leigh spielt sich vor allem zum Ende hin wirklich die Seele aus dem Leib. Und für die Damenwelt gibbet auch noch Channing Tatum. Den hätte ich jetzt net gebraucht, aber hey, seine letzte Szene rockt *zwinker*
Was ich beachtenswert finde, ist die Entscheidung von Tarantino, den Film im 70 mm Format zu drehen und ihn dann beinahe ausschließlich in einem Raum spielen zu lassen. Das passt irgendwie so gar nicht zusammen. Fantastisch sieht es aber trotzdem aus. Dafür wurde ich mit dem allseits gefeierten Score von Morricone wirklich überhaupt gar nicht warm.
In diesem Sinne:
freeman