Deadpool & Deadpool 2

Filme die viel kosten aber meistens nicht das halten, was der Trailer verspricht
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McClane
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Deadpool & Deadpool 2

Beitrag von McClane » 09.02.2016, 11:43

Deadpool

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Originaltitel: Deadpool
Herstellungsland: USA/Kanada
Erscheinungsjahr: 2016
Regie: Tim Miller
Darsteller: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, Ed Skrein, T.J. Miller, Gina Carano, Rachel Sheen, Stefan Kapicic, Stan Lee, Brianna Hildebrand, Taylor Hickson, Jed Rees u.a.

Der etwas andere Superheld in einer etwas anderen Comicverfilmung: Als titelgebender Deadpool durchbricht Ryan Reynolds in diesem Film nicht nur laufend die vierte Wand, sondern reißt politisch wenig korrekte Sprüche, verteilt blutige Kopfschüsse und schreckt vor keiner Anzüglichkeit zurück. Nebenbei will Mutant Deadpool Rache an den für sein entstelltes Äußeres verantwortlichen Lumpen nehmen.

:liquid7:

Hier geht's zur Kritik
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Deadpool 2

Beitrag von McClane » 09.02.2016, 11:44

Freeman poolt herum...

Deadpool 2

Bild

Originaltitel: Deadpool 2
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Regie: David Leitch
Darsteller: Ryan Reynolds, Josh Brolin, Morena Baccarin, Julian Dennison, Zazie Beetz, T.J. Miller, Brianna Hildebrand, Jack Kesy, Bill Skarsgård, Terry Crews u.a.

Deadpool ist am Boden zerstört. Er hat einen geliebten Menschen verloren. Zum Trauern bleibt allerdings nicht viel Zeit, denn eventuell gibt es da einen Weg, wieder mit der Person zusammen zu kommen. Visionen offenbaren Wade Wilson, dass Firefist, ein fetter Mutanten-Teen, und Cable, ein Zeitreisender, die Schlüssel zu seinem Glück sein könnten... Unterhaltsame Fortsetzung des Überraschungshits.
:liquid7:

Zur "Deadpool 2" Kritik

In diesem Sinne:
freeman
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von McClane » 09.02.2016, 11:44

Platzhalter für einen eventuellen dritten Teil
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von MarS » 09.02.2016, 12:58

Sehr fein. Da freu ich mich drauf.

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Beitrag von StS » 09.02.2016, 15:50

MarS hat geschrieben:Sehr fein. Da freu ich mich drauf.
Jip, ich mich auch. O-Ton ist bei dem Pflicht - und englische Vorstellungen sind hier ebenfalls vorhanden. Am WoE geht´s also rein. :D
Zuletzt geändert von StS am 09.02.2016, 18:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von C4rter » 09.02.2016, 17:51

Ich gehe am Montag in den O-Ton. Ist da auf jeden Fall noch viel mehr Pflicht als bei allen anderen Filmen.

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Beitrag von freeman » 16.02.2016, 09:06

Um mal im "Germanys Next Top Model"-Duktus zu bleiben: Der Film hat mal richtig fett abgeliefert. Großartiger Spaß. Weder in Sachen Story noch Erzählweise irgendwie originell, verfliegt die Zeit dennoch im Nu. Reynolds merkt man in jeder Sekunde an, wie sehr er für das Projekt brennt... und wie gut er und die Macher sich mit der Vorlage auskennen. Zwar wirkt der Film im Vergleich immer noch gebremst, aber prinzipiell ist man dem Wesen des Söldners mit der großen Klappe verdammt nahe gekommen. Vor allem in den zig Metawitzen, bei denen man mit Zählen irgendwann gar nicht mehr nachkommt. Ein Ermüdungseffekt (wie McClane es andeutet) stellte sich da bei mir auch nicht ein, eher die Erkenntnis, dass bei diesem Dauerbombardement die einen Gags zündeten und die anderen nicht. Wenngleich die, die zündeten, umso genialer waren. Die Action ist gar nicht mal so umfangreich, wie man meinen sollte, macht aber Spaß und ist sauber inszeniert, wenngleich mit zahlreichen CGI-Einlagen gepimpt. Interessant sind die dramatischeren Einschübe, bei denen man sogar richtig mit den Figuren mitfühlt, was man bei so einem flotten, auf Entertainment ausgelegten Vehikel so gar nicht erwartet hätte.

Das einzige, was ich schade fand, war, dass Deadpool nicht gegen Frau Carano ran musste. Die hatte wenigstens Power, im Gegensatz zu dem öden Skrein-Charakter Ajax... Allgemein, und da gehe ich mit McClane definitiv mit, sind die Bäddies der große Schwachpunkt des Streifens. Da kaum präsent und wenig gefährlich.
:liquid8:

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Beitrag von The Punisher » 20.02.2016, 10:36

Deadpool
:liquid3:

Paar nette Gags, ein zwei brauchbare Szenen aber der rest ist für die Tonne. Die besten Szenen waren btw im Trailer bereits zu sehen.
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Negan: "Wo willst du denn hin? Ich dachte du willst meine Hilfe"Judith: "Ja aber nur bei Mathe"
Negan: "Warum nur bei Mathe?" Judith: "Weil es den Zahlen egal ist ob du ein guter oder böser Mensch bist"

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Beitrag von StS » 22.02.2016, 19:15

„Deadpool“ – standesgemäß im O-Ton geschaut – macht eine Menge Spaß und überlagert dabei seine sehr dünne (und nicht sonderlich originelle) Origin-Story (samt klassischem „Einführungs-Fall“ in die beabsichtigte Franchise) mit allerlei Gags, Gewalt und „gezielt auf kultig getrimmten“ Musik-Einspielungen – aus deren Reihen (glücklicherweise) allerdings die Mehrzahl erfreulich gut funktioniert. Die beiden Autoren Rhett Reese und Paul Wernick sind also tatsächlich „the real Heroes“ – während Tim Miller´s Regiearbeit kaum mehr als „zweckdienlich“ daherkommt. Ryan Reynolds meistert die Hauptrolle erwartungsgemäß prima und Morena Baccarin kommt überraschend heiß daher – wohingegen der Streifen auf Seiten der Baddies leider nicht ganz so stark zu punkten vermag: Ed Skrein´s Ajax (Schrägstrich Francis) mutet bspw. eher wie ein „Henchman“ als ein würdiger „Main Villain“ an. Der große Erfolg dieses deutlicher in die „Kick Ass“- anstelle der ansonsten inzwischen ja recht genormt-lahmen „Marvel“-(Mainstream)-Kerbe schlagenden Projekts freut mich, ganz ohne Frage – nur hoffe ich, dass es die Verantwortlichen bei der nun ja unvermeidbaren Fortsetzung nicht prompt unvorteilhaft (in Sachen „größer, lauter, abgedrehter“) übertreiben…

:liquid7:

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Beitrag von freeman » 23.02.2016, 08:49

nur hoffe ich, dass es die Verantwortlichen bei der nun ja unvermeidbaren Fortsetzung nicht prompt unvorteilhaft (in Sachen „größer, lauter, abgedrehter“) übertreiben…
Ich würde "jugendfreier" ergänzen. Sprich, dass man das mal als kleinen Siegeszug des R-Ratings begreift und nicht rumrechnet, wieviel der Film wohl als PG 13er hätte stemmen können. Witzigerweise, und das habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt, wurden in meinem Kino nämlich diverse Jugendliche ohne Karte von den Kassen weggeschickt! Sprich, da war definitiv das Potential da, noch mehr Kohle zu machen.

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Beitrag von MarS » 23.02.2016, 13:52

The Punisher hat geschrieben:Deadpool
:liquid3:
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Beitrag von SFI » 23.02.2016, 17:21

Sprich, da war definitiv das Potential da, noch mehr Kohle zu machen.
Sicher? Vielleicht war er auch gerade wegen dem r-rated samt den damit verbundenen inszenatorischen Möglichkeiten so erfolgreich. Man ging bei den Prognosen von einem US-Start von 50 Mio. $ aus, möglich, dass es bei PG13 genauso gekommen wäre. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mehr PG13 Verweigerer als dazuströmende PG13 Kids gegeben hätte.
Der Pfalzbote

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Beitrag von freeman » 24.02.2016, 08:46

Das Problem ist, dass BWLer nicht wie Fans denken ;-)

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Beitrag von kami » 01.03.2016, 07:53

Hab mich buchstäblich seit Jahren nicht mehr so im Kino amüsiert. Bombe! Ich lasse mal meinen Bauch sprechen. And happy International Women’s Day!
:liquid9:

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Beitrag von LivingDead » 15.03.2016, 13:20

Durch den bitterbösen Humor, der überkandidelten Inszenierung, die auch vor derben Splattereinlagen nicht Halt macht und sich in keiner Situation für einen frechen Spruch zu schade ist, kommt dieser Marvel-Film einem Comic so nahe wie kaum zuvor. Immer wieder widmet sich Deadpool dem Publikum - sich dessen sehr wohl bewusst, Comicheld in einem Comicfilm zu sein - und bietet dem Film eine zusätzliche Metaebene, auf der sich der "Held" austoben darf und Witze über Marvel, den X-Men, Hugh Jackman und dem Publikum reißen kann. Ryan Reynolds scheint auch endlich seine perfekte Rolle in Sachen Comic gefunden zu haben und lässt es sich auch nicht nehmen, im entscheidenden Moment einen kleinen Seitenhieb auf seinen Ausrutscher ins DC-Comic-Universum zu bringen. Zwar lassen sich offensichtliche Kritikpunkte auch hier nicht wegdiskutieren, so ist die Geschichte sehr mager und dient infolgedessen nur als Aufhänger, um Deadpool so zu inszenieren, wie es sich viele Studios im Vorfeld wohl nicht getraut hätten. Doch im Ergebnis bietet "Deadpool" unglaublich unterhaltsame Filmminuten, die durch das selbstreflexive Element und dem bitterbösen, ungehobelten Humor ein Unikum im Marvel-Universum bieten.
:liquid8:
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von Vince » 10.07.2016, 11:49

Ironisch, dass Ryan Reynolds nun doch die Idealbesetzung ist, nachdem seine erste Verkörperung des Deadpool in "X-Men Origins: Wolverine" viel Kritik einstecken musste. Aber Ironie ist nun einmal das Hauptwerkzeug, mit dem Deadpool seinen Gegnern auf die Nüsse geht.

So profitiert der Soloauftritt des schwarzroten Clowns von der absoluten Fokussierung auf dessen Eigenschaften als tödliche Meta-Feuerungsmaschine im großen Marvel-Zirkus. Die Bereitschaft des Films, mit ihrer Figur die Vierte Wand zu durchbrechen, führte letztlich zu ihrem Erfolg - zu einem Zeitpunkt, da Superheldenposen das Publikum zu nerven beginnen, kommt deren Dekonstruktion gerade richtig. Die multiperspektivisch gedrehte Green-Screen-Slo-Mo-Sequenz auf der Brücke, zu unmittelbaren Post-Matrix-Zeiten wäre sie ein Ausdruck cineastischer Coolness gewesen, doch heute bohrt sich ein freches Männchen im Neoprenanzug durch die Zeitlupe und entblößt die Stylishness mit albernen Gesten aus dem anarchischen Early-Simpsons-Kanon. Nicht umsonst gehören auch bei den jüngsten beiden Episoden der "X-Men" die Auftritte Quicksilvers zu den Highlights, gehen diese doch nach einem ähnlichen Schema vor, während der Rest der Truppe von nichtssagenden Runen und Artefakten geblendet ist und blaue Explosionen aus Energie auf die Erde niederregnen lässt, die längst nichtssagend geworden sind. Kein Wunder, dass Xavier, Logan & Co. eines der bevorzugten Ziele dieser Selbstparodie Marvels ist.

Regiedebütant Tim Miller ist all das tief ins Hirn gebrannt und so lässt er Deadpool immer wieder selbst in typische Superheldenposen stapfen oder selbige kommentieren – und spricht dem Zuschauer, der längst selbst auf sich wiederholende Muster des Comicfilms aufmerksam geworden ist, damit aus der Seele. So lässt sich der Erfolg dieses Comedy-Actionfilms erklären, dessen Drehbuch eigentlich zum unteren Mittelmaß gehört und der in seiner ganzen Aufmachung budgetbedingt sogar halbfertig wirkt, weil große Konflikte auf der Leinwand vermieden werden. Reynolds muss nicht einmal besonders gut sein (er hat beispielsweise in "The Voices" eine deutlich bessere Leistung mit ähnlich ausgeprägter Doppelbödigkeit gezeigt), sondern passt einfach von Natur aus exzellent in die Rolle, was es zur richtigen Entscheidung macht, über ein Jahrzehnt nach den ersten Planungen für einen Deadpool-Film immer noch an ihm festzuhalten.

Dass diese kleine, dreckige Produktion dann auch noch den unmittelbaren Einfluss hatte, die Konkurrenz zu Nachdrehs zu zwingen, um den Ton witziger zu gestalten, ist das Sahnehäubchen.
:liquid7:

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Beitrag von MarS » 24.11.2016, 09:16

Deadpool

Action, coole Sprüche und derbe Effekte. Ryan Reynolds rockt zudem als Deadpool. Alles richtig gemacht also diesbezüglich. Wenn man bedenkt, dass "Deadpool" auch eine herbe Enttäuschung hätte werden können, dann darf man sich wirklich glücklich schätzen, dass es anders kam. Trotzdem gibt es durchaus noch Verbesserungspotential. So ist der Antagonist eine ziemliche Flachzange. Hier muss beim nächsten Mal wer anders her. Das war echt nicht viel. Auch an den Sidekicks darf noch etwas gearbeitet werden. So werten Colossus und Negasonic Teenage Warhead zwar das kurzzeitige Team um Deadpool auf. Jemand an dem sich Deadpool so richtig abarbeiten, kann wäre aber wahrscheinlich schöner. Dazu kommt, dass auf der Gegenseite sowie an Deadpools Seite aufgrund der Lizensen nicht gerade bekannte Marvelfiguren stehen, abgesehen von Colossus, welcher aber wieder als reine CGI-Figur Federn lässt (auch wenn am Anfang ein witziger Hinweis diesbezüglich kommt).

"Deadpool" ist trotz der genannten Kritikpunkte absolut sehenswert und hebt sich angenehm vom Disney-Marvel-Filmuniversum ab. Bezüglich Härte hatte ich nichts vermisst und auch die Sprüche fetzten. Da hatte ich bei der Ankündigung, dass ein "Deadpool"-Streifen kommt üble Befürchtungen, welche zum Glück aber ausblieben. Wenn die Kritikpunkte noch beseitigt werden, dann kann das beim nächsten mal ein Mal ein echter Hit werden. Spaß macht "Deadpool" aber in jedem Fall. :liquid7:

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Beitrag von freeman » 22.05.2018, 17:39

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Deadpool ist am Boden zerstört. Er hat einen geliebten Menschen verloren. Zum Trauern bleibt allerdings nicht viel Zeit, denn eventuell gibt es da einen Weg, wieder mit der Person zusammen zu kommen. Visionen offenbaren Wade Wilson, dass Firefist, ein fetter Mutanten-Teen, und Cable, ein Zeitreisender, die Schlüssel zu seinem Glück sein könnten... Unterhaltsame Fortsetzung des Überraschungshits.
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Zur "Deadpool 2" Kritik

In diesem Sinne:
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Beitrag von SFI » 23.05.2018, 04:15

Teil 2 kommt übrigens als bis zu 20 min. längerer DC auf DVD/BD.
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Beitrag von McClane » 23.05.2018, 12:03

Deadpool 2

Respektlos-rasante, erzählerisch unkonventionelle Gaga-Actionknaller können in vielen Fällen nur einmal funktionieren, vergeigte Sequels wie "Crank 2" oder "Charlie's Angels 2" sprechen da eine deutliche Sprache. Umso erfreulicher, dass "Deadpool 2" auf Augenhöhe mit dem Vorgänger spielt. Sicher, der Novitätenbonus ist in Runde zwei aufgebraucht und der Film versucht einerseits noch selbstreferentieller zu sein, auf der anderen düsterer und ernsthafter. Doch der Spagat funktioniert erstaunlich gut: Wenn Deadpool seinen Film mit "Logan" vergleicht bezüglich Rating und Filmtod oder seine Einspielergebnisse in Relation zu "Passion of Christ", dann ist gute Laune garantiert. Auf der anderen Seite funktioniert der (eigentlich X-Men-typische) Handlungsstrang um das Gute in den (vermeintlich) Bösen und umgekehrt erfreulich gut, illustriert moralische Dilemmata auf etwas andere Weise und hat mehr Hintersinn als man angesichts der Verpackung erwartet. Die bietet nämlich die gewohnte Mischung aus Popkulturreferenzen (in noch höherer Schlagzahl als beim Vorgänger), Schwanzwitzen, Selbstparodie, Muschiwitzen, splattrigen Einlagen, Witzen über sonstige Dinge unterhalt der Gürtellinie und Actionszenen. Letzteren sieht man die Handschrift von David Leitch an, der da ein besseres Händchen hat als Miller beim Erstling, auch wenn das CGI (freeman erwähnt es) beim Überfall auf den Mutantentransport manchal suboptimal. Die Besetzung ist super, die Cameos von den kurz durchs Bild springenden Original-X-Men bis hin zur quasi durchweg prominent besetzten X-Force (vor allem bei Vanisher) ein Knaller und die selbstironischen Seitenhiebe ("Big CGI fight coming up" oder "That's just lazy writing") sitzen. Natürlich lebt der Film auch vom Esprit der Macher und dem geschickten Marketing (auch bei uns im Kino wurden die 2D-Brillen aus Pappe verteilt), aber als Ausnahmeerscheinung sind die "Deadpool"-Filme schon eine töfte Sache. Der Plot ist natürlich mal wieder Superheldenstandard, der einfach mit so vielen Sidegags und so viel Eye Candy vollgestopft ist, dass das keinem mehr auffällt.

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Beitrag von freeman » 23.05.2018, 16:41

bis hin zur quasi durchweg prominent besetzten X-Force (vor allem bei Vanisher) ein Knaller
Wirklich in jeder Szene einer der Kinomomente des Jahres. Vom Casting bis zum Grand Finale einfach genial...

In diesem Sinne:
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Re: Deadpool & Deadpool 2

Beitrag von Vince » 24.12.2018, 08:06

Deadpool 2
Der alte Belohnungstrick greift immer noch: Beklatsche ein Kunststück und der Artist wird die gleiche Nummer beim nächsten Mal noch spektakulärer ausführen, um sich unserer Anerkennung ein zweites Mal sicher zu sein. Bei der metareferentiellen Hüpferei durch die vierte Wand, mit der Deadpool sein zahlendes Publikum bei der Stange zu halten pflegt, bedeutet das, hinter dem aufgestoßenen Meta-Türchen des ersten Films noch ein zweites zu finden, ein drittes vielleicht... um sich letztlich so weit von der Basis eines gewöhnlichen Superheldenfilms zu entfernen, dass man gar nicht mehr weiß, worum es bei der ganzen Nummer eigentlich geht. Oder wo man überhaupt gerade ist.

Das ist dann auch das vorbestimmte Schicksal von "Deadpool 2", der mit seinem "höher, weiter, schneller, besser" einerseits alle Klischees einer übermotivierten Fortsetzung zu einem Überraschungserfolg erfüllt, sich damit andererseits aber so sehr in seine Rolle als Off-Kommentator des großen Marvel-Buches hineinsteigert, dass eine Spaltung des Publikums unumgänglich wird. Wie könnte man es ihm auch verübeln; es wird immerhin von Gagsalven getroffen, die zu schnell abgefeuert werden, als dass man sie alle verarbeiten könnte. Filmgesetze werden nach außen gekehrt, um sich über ihr Innerstes lustig zu machen (alleine, wie im Einstieg der Noir-Comicfilm "Logan" zerfleddert wird, um den Funken eines Gags aus ihm zu ziehen, ist beispiellos). Reale Geschichte der Filmproduktion wird in die fiktive Handlung eingebunden, so dass insbesondere Hauptdarsteller Ryan Reynolds mit Selbstironie glänzen kann. Ständig wird irgendwas in Zeitlupe zu Opernmusik massakriert oder ein geschmackloser Witz für zwischendurch kommt zum Schuss. Kurz, es vergeht kaum eine Sekunde, in der man nicht versuchen würde, den ersten Teil mit allen erdenklichen Mitteln zu toppen.

Diese permanente Ablenkung durch autonome Witzbomben, zu denen auch so mancher Sekunden-Cameo gehört, beansprucht unsere unmittelbare Aufmerksamkeit so stark, dass das Langzeitgedächtnis einfach mal zwei Stunden Urlaub macht. Der übergreifende Story Arc um einen orientierungslosen Jungen mit Feuerkräften (eine der schlechtesten Kinder-Darstellungen, die man in den letzten Jahren zu sehen bekam: Julian Dennison als Firefist) und einen humorlosen Kabelmann (eigentlich viel zu viel Charisma für eine platte Sketchparade wie diese: Josh Brolin als Cable) lohnt die Aufmerksamkeit ohnehin nicht. Man ist also besser damit bedient, die Kabinettstücken einfach auf sich niederprasseln zu lassen, auch wenn das bedeutet, dass man am Ende nicht mehr weiß, was am Anfang passiert ist.

Schwer zu sagen also, was man von "Deadpool 2" halten soll, einem Film, der sich schlüssigen Argumenten entzieht wie ein glitschiger Aal. Ohne Frage lässt David Leitchs Fortsetzung die Ungezwungenheit des ersten Films vermissen. Mit starker kreativer Beteiligung des Hauptdarstellers und Produzenten hockt die wandelnde Superhelden-Parodie im roten Strampler diesmal sinnbildlich mit Verstopfung auf dem Klo. Als diese sich endlich löst, schwindet der verkrampfte Gesichtsausdruck hinter der Maske reiner Erleichterung, aber die Schüssel ist prall gefüllt mit allerhand Gekröse, von dem man mehr als die Hälfte niemals hätte sehen wollen. Und doch, irgendwie muss man dem konsequent zu Tage gebrachten Endresultat ob seiner Konsequenz Respekt zollen.
:liquid5:

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