Dead Meat

Schlimmer als Kickboxer Filme? Der wahre Abschaum des Films -> bitte keine Comicverfilmungen.
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freeman
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Dead Meat

Beitrag von freeman » 12.12.2005, 20:24

Dead Meat

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Originaltitel: Dead Meat
Herstellungsland: Irland
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Conor McMahon
Darsteller: Marian Araujo, David Muyllaert, Eoin Whelan, David Ryan, Amy Redmond, Kathryn Toolan u.a.

Bald hat wohl jedes Land seinen eigenen Zombiestreifen, wie mir scheint:
Neuseeland: Braindead
USA: Zombie
GB: Shaun of the Dead
Griechenland: Evil
Deutschland: Die Nacht der lebenden Loser (Muhar har har)

Tja und jetzt ziehen die irren Iren (den konnte ich mir nicht entgehen lassen) nach und präsentieren uns Dead Meat, kein schlechter Name für einen Zombiestreifen, gelle?

Ein junges Pärchen fährt durch die irische Pampa. Einen Moment der Unaufmerksamkeit nutzt ein Versicherungsbetrüger und stellt sich mitten auf die Straße. Ob er wirklich eine Versicherung prellen wollte, erfährt man leider nicht, denn er überlebt den Unfall nicht. Helena und Martin verfrachten die Leiche auf ihren Rücksitz, um ihn irgendwo abzuliefern. Kaum hat man den Wagen gestartet, verbeißt sich der vermeintlich Tote in Martins Hals, der ihm daraufhin mit dem Lenkerschloss den Schädel zertrümmert. Danach kippt Martin um und Helena macht sich auf, um Hilfe zu holen.

Kaum hat sie einen Bauernhof gefunden, steht auf einmal Martin wieder vor ihr und geht ziemlich unvermittelt auf sie los. Nachdem Helena Martins Hirn durch dessen Augenhöhle mit einem Staubsauger abgesaugt hat (kein Witz!) macht Martin die Hufe endgültig hoch. Nun sind ja die Zombies vor allem eines, nämlich Herdentiere und so hat Helena bald die nächste Horde Untoter an den Hacken. Sie flieht und trifft Desmond, den Totengräber der Gegend, der seine Schaufel elegant zu schwingen versteht. Gemeinsam will man der Zombiebrut entkommen ...

BSE geht uns alle an ... Und so ist der Auslöser der Untotenepidemie des McDonaldfans liebster Burgerbelag: Das Rind. Einige Bauern hatten an ihre Kühe Kadaver anderer Kühe verfüttert (warum auch immer). Irgendwann begannen die Kühe sich gegenseitig aufzufressen, um dann irgendwann die Menschen anzugreifen. Tja, und diese machen es nun den Rindern gleich, sie fressen einander auf ... Was für eine Idee, aber endlich mal keine Außerirdischen oder irgendwelche Meteoriten, die das Unheil auslösen. Eine Storyentwicklung oder mehr Handlung gibt es eigentlich nicht. Man trifft auf Zombies, macht sie platt. Man trifft neue Mitstreiter, erfährt was über diese und macht nebenher Zombies platt. Dann kommen wieder ein paar Zombies und dann noch mal welche ... Wer mehr Story braucht, kann sich gerne melden, ich lache ihn dann aus.

Die Optik ist ein Zwischending zwischen billigen Digitalkameralook, über den man immerhin einen ziemlich coolen und effektiven Braunfilter gelegt hat, und daraus resultierender Freiheit bei der Bildgestaltung. Denn so gibt es einige interessante Perspektiven und strange Kameramoves. Dass der Film aber eher im Amateursektor angelegt ist, kann er zu keiner Sekunde wirklich leugnen.

Den Effekten kann man einen gewissen trashigen Charme ebenfalls nicht absprechen. Für mehr fehlte wohl das Geld. Dementsprechend sind die Effekte allesamt handgemacht. Das Repertoire ist insgesamt recht umfangreich und gut über den Film verteilt: Schädelspaltungen, Fressszenen, Durchbohrungen, Absatzschuhe in den Nischel, Rübe runter, Auge raus, Schraubenzieher durchs Ohr ins Hirn ... alles drin, was der Zombiefan sehen will. Das Zombie-Make-Up ist nicht sooooo gelungen. Es wirkt, als seien fertige Masken einfach auf Gesichter aufgelegt wurden. Was aber derbe rockt, ist der Showdown, hier würden vermutlich sogar Ittenbachfans 10 Minuten lang ordentlich frohlocken, denn hier wird ohne jeden Anflug von Humor gemetzelt und verhackstückt, dass es eine wahre Freude ist! Ohnehin sind die letzten 15 Minuten die stärksten des Filmes, die ihm einen fast schon zu ernsten Einschlag verpassen, gemeinsam mit einem sehr krassen Schlussbild sorgen sie für eine deutliche Aufwertung des zuvor Gesehenen.

Der Humor des Filmes ist ungemein trocken: „Pater O’Brien torkelte auf uns zu. Naja, das war schon häufiger vorgekommen. Aber er sah irgendwie komisch aus, da hab ich ihm die Rübe runtergeschossen.“ Wirklich offensiv auf Witz angelegte Szenen gibt es abgesehen von den Splatterszenen nicht wirklich. (Ihr kennt doch sicher die böse Jungs Aktionen aus den Amistreifen, wenn sie mit Baseballschlägern an Briefkästen vorbeifahren und aus dem fahrenden Auto die Dinger zertrümmern? Nun, hier geschieht das mit Zombieschädeln, begleitet von begeisterten Gejohle der restlichen Mitfahrer.) Insgesamt hätte aber die Inszenierung ruhig etwas abseitiger geraten können, vor allem bei DER Grundidee! Der Burner ist aber dann der Auftritt der Zombiekuh, bei dem man ausgiebig Jurassic Park (und den ersten Auftritt vom T-Rex) zitiert.

Grundsolide ist der Score, der in seiner minimalistischen Art an die alten Carpenter Klassiker erinnert und auch die Schauspieler (insofern man sie so nennen darf) machen ihren Job durchaus respektabel. Vor allem der Schaufelschwinger ist ne coole Sau. Da kaum Geld für Locationshoots dagewesen zu sein schien, hat man bei dem Film auch mal Gelegenheit ausgiebig die Natur Irlands zu studieren und was man da zu sehen bekommt, weiß durchaus zu gefallen. Saftige Wiesen, Burgruinen, man hätte es wahrlich schlechter treffen können ...

Abschließend kann man den Film durchaus als eine Art Bad Taste Irlands bezeichnen. Die Effekte sind noch nicht vollkommen ausgereift, die Story herrlich abstrus, das Figureninterieur komplett bekloppt und der Humor (wenn vorhanden) nicht jedermanns Sache und dennoch hat man hier wie dort ordentlich Spaß.
:liquid6:

Die DVD von Sunfilm bietet den Film in ordentlicher Bild und Tonqualität und vor allem uncut. Sehr krass ist der Kurzfilm The Braineater im Bonusmaterial von dem gleichen Filmteam.

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 12.12.2005, 20:39

Hmmm ... könnte nett sein - wenn er mal billig zu haben ist, schlag ich zu! :wink:

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Beitrag von SFI » 13.12.2005, 06:22

oh denn muss ich für Sunfilm auch noch reviewen! :?
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Beitrag von freeman » 13.12.2005, 10:01

Oha? Ich denke ja ganz ehrlich, dass der bei DIR genau richtig ist ... Vor allem wegen dem Ende ... Gib dir vor allem den Kurzfilm, der auf der DVD drauf ist, der hat seit langem mal wieder nen Effekt drin, wo ich nur da saß und sich mir alles zusammengezogen hat: Ich sage nur Stift im Auge. Finde es eh krass, was man in so Filmen geboten bekommt, was einen null berührt, aber dann gibt es immer mal eine Szene wo man nur denkt: IIIIIIIIIh, bei dem Kurzfilm ist das echt der Fall, zumal es eben KEINE Augenausstechszene ist, wie sie im Film so geil zelebriert wird ...

In diesem Sinne:
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