Hero

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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John_Clark
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Beitrag von John_Clark » 25.08.2016, 00:12

Hero

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Originaltitel: Hero and the Terror
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1988
Regie: William Tannen
Darsteller: Chuck Norris, Jack O'Halloran, Steve James, Brynn Thayer, Ron O'Neal, u.a.

Ich bin kein grosser Fan von Chuck Norris. Keiner seiner Filme hat mir bislang gefallen, wobei ich jedoch zugeben muss, noch einige Lücken in seiner Filmographie ausfüllen zu müssen. Hero aus dem Jahr 1988 fiel mir nun in die Hände.

Inhalt:
Polizist Danny O'Brien (Chuck Norris) hat es geschafft. Der brutale Frauenmörder Simon Moon (Jack O'Halloran) verrotet im Knast - dank Danny, der ihn nach einem blutigen Zweikampf mit viel Glück zur Strecke bringen konnte. Nun versucht Danny sein Trauma zu verarbeiten und sich gleichzeitig auf seine Vaterrolle vorzubereiten, denn Dannys Freundin ist hochschwanger. Und nun bricht auch noch Simon Moon aus dem Gefängnis aus...

Chuck Norris in einem eher ernsten Thriller, das kannte ich so noch nicht.

Hero fängt das Flair der Achtziger perfekt ein. Die Zeiten vor Facebook und Internet, als Cops noch richtig dreckige Arbeit zu verrichten hatten, Männer noch Bärte trugen (also Männer, nicht diese Hipster-Pussys da draussen) und noch keine Parfümsammlungen zu Hause hatten.

Und Regisseur William Tannen hat hier zweifellos sehr ordentliche Arbeit abgeliefert. Saubere Regie, ordentliche Cuts, gutes Editing, Hero ist einer dieser kleinen alten Filme, die man noch geniessen kann ohne sich über miese Drehorte und amateurhafte Darsteller nerven zu müssen. Gedreht wurde Hero in Los Angeles, in einer Zeit, in der man für wenig Knete noch gute Filming Locations bekam. Heutzutage darfst du solche Streifen in Rumänien oder Bulgarien drehen.

Wer einen Chuck Norris-Kracher mit viel Roundhouse-Kicks sucht, der wird mit Hero nicht glücklich werden. Der Film lebt von Atmosphäre, Krimi-Elementen und ja, auch Action. Aber zur grossen Martial Arts-Nummer wird Hero nie.

Und wie überrascht ich doch war, als Norris hier die eher stillen Szenen äusserst souverän aufs Parkett gebracht hat. Ich will ihn hier nicht zum verkannten Oscar-Preisträger hochjubeln, aber das war schon eine sehr ordentliche Leistung der Actionlegende. Als Gegenspieler agierte Jack O'Halloran, bei welchem ich zuerst nicht sicher war, ob dies nicht eher Beisser-Darsteller Richard Kiel war, der da auf dem Screen den naiven Models den Hals umdrehte. Die restlichen Darsteller passen ebenfalls sehr gut in diese Produktion. Erwähnung finden darf noch Brynn Thayer, die hier Chucks schwangere Ehefrau spielt und Norris so immer wieder die Möglichkeit gab seine eher sanfte Seite zu zeigen. Norris goes Feminismus.

Fazit: Hero ist ein sehr anständiger Actionthriller, der dem Publikum den vielleicht besten Schauspieler Chuck Norris bot. Schade, ist das Werk damals an den Kinokassen so dermassen gefloppt.

:liquid6:

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John Woo
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Beitrag von John Woo » 09.04.2018, 13:10

Ich kann mich hier nur anschliessen, hat mir auch überraschend gut gefallen. Wenn man im Vorfeld bereits weiss, dass man kein Actionspektakel zu erwarten hat, dann kann der Film durchaus gut unterhalten. Die Geschichte ist zwar ziemlich vorhersehbar, aber im Gegensatz zu anderen Norris-Filmen hat es wenigstens eine und Norris spielt hier seine Rolle durchaus ordentlich. Die Inszenierung ist gut und die Atmosphäre stimmig. Besonders gefällt auch der Soundtrack.
Etwas gewöhnungsbedürftig war die Synchron-Stimme von Norris, aber dafür kann der Film nichts.
Klar, gegen ein paar Actionszenen mehr wäre nichts einzuwenden gewesen, und mit der ersten Raymond Wagner-Produktion mit Norris ("Cusack") kann der Film nicht mithalten. Dennoch recht ordentlicher Film.
:liquid6:

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McClane
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Beitrag von McClane » 10.04.2018, 07:15

Ich empfand den als ziemlich fahriges Durchschnittskino mit ein paar netten Einzelszenen, etwa die Kloppereien, auf die man doch nicht ganz verzichten wollte, die Mordszenen oder die eine zeitlang offen gehaltene Frage, ob Moon wirklich zurück ist oder vielleicht ein Nachahmungstäter umhergeht. Daneben steht dann ein zäher Ermittlungsplot, jede Menge uninteressante wie ausgewalzte Subplots aus des Heros Privatleben und natürlich Chuck Norris, der für einen derart figuren- und handlungszentrierten Film nicht die nötigen darstellerischen Fähigkeiten mitbringt. Ansonsten werden noch die Cannon-Regulars Steve James und Billy Drago in unwichtigen Parts verschenkt, aber okayes Mittelmaß ist bei "Hero" noch rumgekommen.

:liquid5:
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