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Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Beitrag von freeman » 26.12.2005, 22:45

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Originaltitel: Timeline
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Richard Donner
Darsteller: Paul Walker, Frances O'Connor, Gerard Butler, Billy Connolly, David Thewlis, Anna Friel, Neal McDonough, Matt Craven, Ethan Embry, Michael Sheen, Lambert Wilson, Marton Csokas u.a.

Ein Team von Archäologen entdeckt in einer Ausgrabungsstätte eine mehr als 600 Jahre alte Nachricht. Das wundersame daran: Es ist eine Nachricht des Professors, der dem Archäologenteam vorsteht! Da der Professor in der Jetztzeit obendrein nicht aufzufinden ist, ist die Verwunderung groß. Der Auftraggeber hinter der Ausgrabung lädt das Team zu sich ein und offenbart ihnen Wunderbares: Die Firma arbeitet an einer Möglichkeit Gegenstände von einem Punkt zu einem anderen zu transportieren, ohne die üblichen Hilfsmittel wie Flugzeug oder Auto ... im Star Trek Universum nannte man das Beamen, hier Faxen ;-). Im Rahmen ihrer Forschung bauten sie eine Maschine, die ein Wurmloch öffnete, das knapp 650 Jahre in der Zeit zurückreicht und zu dem französischen Ort Castlegart führt. Durch dieses ging der Professor (warum auch immer) und sitzt nun da fest. Um ihn zurückzuholen soll das in Geschichte geschulte Archäologenteam seinerseits durch das Wurmloch gehen. Für die Reise erhalten alle einen sogenannten Marker, der - einmal aktiviert - den Wissenschaftlern in der Jetztzeit verdeutlichen soll, dass man die Zeitreisenden zurückholen kann. Von der Maschine in ihre Moleküle zerlegt, landet das Team in einem Stück (ohne irgendein maschinelles Gegenstück korrekt zusammengesetzt!!!) im Frankreich von 1357 wo sie prompt von Engländern angegriffen werden. (100 jähriger Krieg und so ;-) ). Die Marines, die zum Schutz des Teams mitgeschickt wurden, überleben diese Attacke nicht und schlimmer noch, einer der Marines drückt seinen Marker, während er gleichzeitig eine Granate zückt. Zurückgeholt in die Jetztzeit explodiert die Granate und zerstört die Zeitmaschine. Mitten in dem Konflikt zwischen Franzosen und Engländern „gefangen“, gilt es nun den Professor zu finden und wieder nach Hause zu kommen, wobei man von der zerstörten Zeitmaschine freilich nichts weiß. Dabei plessiert es unglaublich, denn Castlegart und das angeschlossene Schloss La Roque wird – und das lehrt uns die Geschichte ;-) - an dem gleichen Abend noch fallen und dem Erdboden gleichgemacht und obendrein besteht eine Rückreisemöglichkeit nur solange wie die Marker des Teams Energie haben und diese ist auf 6 Stunden begrenzt ...

Tjoar, was soll man zu diesem Film sagen? Einst zermalmt in einer Blockbusterschlacht (Herr der Ringe, Harry Potter, James Bond), die noch ganz andere Opfer verlangte, hat der Film nie die Aufmerksamkeit erhalten, die man bei den Machern hinter dem Film hätte erwarten können: Richard Donner, Schöpfer von Lethal Weapon, der berühmtesten Buddy Movie Reihe ever, verfilmt einen Roman von Michael Crichton, dem Kopf hinter Jurassic Park! Was sich auf dem Papier hervorragend liest, muss auch Hollywoodintern einige Ohren zum Klingeln gebracht haben. Natürlich schielte man auch deutlich in Richtung anderer Fantasy Hits und hoffte daraufhin sein Stück vom Kuchen abzweigen zu können. Also bedachte man die Produktion mit einer erklecklichen Summe Dollar, um Richard Donner einen Ritterfilm von altem Schrot und Korn basteln zu lassen. Dazu stellte man ihm eine recht namhafte Besetzung an die Seite und verlangte eigentlich nicht viel mehr als: Bleib Jugendfrei Richard!

Tja, und da liegt dann auch schon der Hase im Pfeffer. Wuchtig sollte der Film werden, keinesfalls zu düster und eben recht handzahm. Die erste Zielsetzung klingt dabei noch sehr gut, die beiden letzteren lassen sich mit guter Flesh and Sorcerer Unterhaltung nicht vereinbaren. So wird nicht einmal ansatzweise angekratzt, wie es damals zugegangen sein mag. Stattdessen liegt der Fokus überdeutlich auf den doch recht blassen Hauptfiguren, denen man auch noch diverse Liebeleien ans Bein genagelt hat! Dennoch funktioniert der Film innerhalb seines vorgegebenen Rahmens recht gut und bietet auch storytechnisch solide Unterhaltung, die man aber – wie immer bei Zeitreisegeschichten – lieber nicht auf Logik abklopfen sollte.

Die Darsteller machen einen insgesamt recht soliden Job, rangieren einzeln gesehen aber zwischen unterirdisch und ziemlich gut. Da wäre Paul Walker (2 fast 2 furious), dieser Gesichtsverleiher, der wieder einmal beweist, dass es nicht die Schauspielerei ist, die ihn immer neue Jobs bekommen lässt, sondern eben sein Aussehen, dass wohl auch der Hauptgrund für seine Besetzung gewesen sein sollte – inklusive erklecklicher Teeniefanbase! Frances O’Connor (A.I.) war selten so blass wie hier und muss auch noch schrittweise Paul Walker verfallen. Gibt es schlimmeres? Gerard Butler (Tomb Raider 2) liefert die sympathischste Vorstellung und spielt im Rahmen seiner Möglichkeit recht gut. Zudem funktioniert seine Liebesgeschichte auch, da zwischen ihm und seiner Partnerin Anna Friel (ne Süße) die Chemie stimmt. Billy Connolly (The Boondock Saints) ist als Professor ideal besetzt, darf aber nicht viel machen. David Thewlis (Dragonheart) agiert zunächst recht zurückhaltend, um dann formidabel mehr und mehr zum Mad Scientist zu werden. Des weiteren an Bord: Neal McDonough (der Bäddie aus Walking Tall), Michael Sheen (der Ex von Kate Beckinsale und ihr vermeintlich ärgster Feind in Underworld), Lambert Wilson (der Merowinger ;-) ) und Marton Csokas (Königreich der Himmel). Wie man sieht, hat man hier eine recht prominente und interessante Mischung gefunden, wobei aber zumeist den einzelnen Figuren zu wenig Zeit bleibt, um sich zu etablieren oder eine Kontur zu erhalten.

Story ok, Besetzung ok, Score insgesamt arg schwach, was ist es nun, dass den Film ein wenig aus der Masse herausheben kann? Es ist seine charmante Antiquiertheit, seine konsequente Verweigerung gegenüber CGIs und somit seine handwerkliche Beschaffenheit. Denn auch wenn die Ritterszenen vor allem zu Beginn wie Stuntshows bei irgendwelchen Ritterspielen wirken und in Zeiten von Herr der Ringe eher ein Lächeln, denn beeindruckte Reaktionen hervorrufen, erstaunt insbesondere die Schlacht am Ende mit tollen Schauwerten. Katapulte, Flächenbrände, Pfeilhagel, Schwertergeklirre und eine megafette Explosion, die eine halbe Burg in Schutt und Asche legt, wirken in ihrer Bodenständigkeit wie ein Gegenentwurf zu den gigantischen CGI Spektakeln, die zu jener Zeit angesagt waren. Das Problem ist halt nur, es wirkt alles zu klein, zu behäbig und vor allem eben nicht ruppig genug. Denn wenn man sich schon auf die althergebrachten Techniken verlässt, um eine beeindruckende Schlacht zu kreieren, sollte man dabei vor einem halbwegs vernünftigen Gewaltlevel nicht zurückschrecken. So wird hier erschreckend sauber gestorben. Dennoch weiß die Endschlacht zu überzeugen und bildet denn auch das Highlight des Filmes.

Unterhaltsame Old-School Fantasygeschichte, die sogar den Zeitreiseeffekt fast ausschließlich mit Kameraspielereien visualisiert und auf handgemachte Action setzt, was anfangs nicht den Effekt hat, den das Ganze haben sollte, am Ende aber umso mehr zündet. Nette Unterhaltung für zwischendurch.
:liquid5:

Die DVD von Concorde ist freilich uncut.

In diesem Sinne:
freeman
Zuletzt geändert von freeman am 30.03.2006, 15:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 26.12.2005, 22:52

Feines Review.. wobei ich dem Film noch etwas mehr abgewinnen konnte und Anna Friel war ein Traum! :4of5:
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
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Beitrag von StS » 26.12.2005, 22:55

Review ist gut, der Film war öde und zurecht ein großer Flop. :wink:

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 26.12.2005, 23:00

StS hat geschrieben:Review ist gut, der Film war öde und zurecht ein großer Flop. :wink:
Bääääähhh! :wink:
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
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Beitrag von McClane » 04.02.2014, 15:41

Vor rund 10 Jahren im Kino und in der Videothek ignoriert, dann vor ca. 3,5 Jahren die DVD im Sonderangebot abgegriffen, jetzt aber erst geguckt - hätte ich auch bleiben lassen können. Kommen wir zuerst zu den "redeeming qualities" des Films: Die lassen sich in erster Linie in der finalen Schlacht finden, in der mit gigantischem Aufwand der Sturm auf eine Festung gezeigt wird, antike Belagerungsmethoden, (jugendfreie) Schwerthaueren und sonstige Kampfhandlungen inklusive und mit wenig Hilfe von Kollege Computer. Michael Sheen als Klischee-Schmierlappen ist ganz gut drauf, Butler ist okay, wobei sein sehr starker Akzent eigenwillig wirkt - hat er sich den später abtrainiert oder hier damit total übertrieben? Die Frauen sind in erster Linie der Optik wegen da, Paulchen Walker ist leider total blass, was man allerdings auch über sämtliche Figuren sagen kann, die allesamt kaum über ein oder zwei Eigenschaften hinaus entwickelt werden - insofern lässt es den Zuschauer erschreckend kalt, wenn dann mal einer von den Guten verreckt. Ebenfalls kalt lässt die spannungsarm runtergespulte Geschichte, die eigentlich nichts weiter als ein Abwechslung von Gefangengenommenwerden und Entfliehen ist, nie Spannung aufbaut und stellenweise vorhersehbar, manchmal auch noch unglaubwürdig daherkommt. Eine teuere Big-Bugdet-Schlaftablette im Mittelalterformat, kreuzlangweilig, wenn auch mit ganz gutem Showdown.

:liquid3:,5
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von SFI » 04.02.2014, 16:47

Sehe die Kritikpunkte ähnlich, dank Zeitreisethematik und gutem Score, kommt er aber bei mir etwas besser weg.
Der Pfalzbote

"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

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