Manhunt (aka Notwehr)

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Manhunt (aka Notwehr)

Beitrag von freeman » 02.05.2018, 18:10

Manhunt

Bild

Originaltitel: Manhunt
Herstellungsland: China, Hongkong
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: John Woo
Darsteller: Zhang Hanyu, Masaharu Fukuyama, Tao Okamoto, Ha Ji-won, Jun Kunimura, Hiroyuki Ikeuchi, Naoto Takenaka, Yasuaki Kurata, Qi Wei u.a.

Anwalt Du Qiu erwacht eines Morgens neben einer Leiche und muss in der Folge feststellen, dass alle ihn als Täter sehen wollen. Er ergreift die Flucht und versucht mit dem Cop Yamura, die Hintergründe des Verbrechens aufzudecken... Eine Rückkehr zu alten Tugenden sollte "Manhunt" für John Woo werden. Ob das geklappt hat, verraten wir euch hier.
:liquid5:

Zur Kritik von "Manhunt"

In diesem Sinne:
freeman
Zuletzt geändert von freeman am 03.05.2018, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von John_Clark » 02.05.2018, 19:29

Seine Passivität auf dem Action-Regiestuhl war für viele Fans eine Katastrophe. Und nun, 18 Jahre nach seinem letzten richtigen Actionblockbuster Mission: Impossible II, kehrt John Woo wieder zu dem zurück, was er am besten kann. Menschen mit zwei Pistolen im Anschlag durch die Luft zu wirbeln.

Inhalt:
Der Anwalt Du Qiu (Hanyu Zhang) wird des Mordes beschuldigt. Anstelle sich der Polizei zu stellen versucht Du Qiu seinen Namen wieder reinzuwaschen, während der Polizist Yamura (Masahara Fukuyama) ihm dicht auf den Fersen ist.

Der Meister des Heroic Bloodshed ist also wieder da. Weiss John Woo noch, wie er die Tauben fliegen, das Blut spritzen und die Helden Treppen hinunter fliegen lassen muss?

Gebannt sassen wir vor der weissen Wand, auf welche der Beamer sein scharfes Bild projezierte und versuchten die typischen Merkmale eines John Woo-Films zu erkennen. Weisse Tauben flogen in Slow Motion durch das Bild, Gangster und Helden mit zwei Pistolen im Anschlag, Jäger und Gejagter sind sich ähnlich, die Figuren tragen Trenchcoats und Sonnenbrillen – was will der Fan mehr? Alle Markenzeichen eines John Woo Films sind vorhanden.

Und wann immer sich eine filmgeschichtsträchtige Woo-Szene zu entwickeln scheint und sich unsere Köpfe der Aufregung wegen einige Zentimeter näher der Leinwand näherten, vollführte Woo einen sehr merkwürdigen Move. Er zog zurück. Der Ansatz von coolen Actionsequenzen erstickte er immer wieder im Keim. So sahen wir zwei ordentliche Killer-Schwestern, die gleich zu Beginn einen Trupp Bösewichter über den Jordan schickten. Dies jedoch in einer völlig drucklosen und erschreckend normalen Szene. Was war hier nur los? Zudem, war das CGI-Blut?

Auch das erste Aufeinandertreffen von Du Qiu und Yamura hätte alles gehabt, was eine John Woo-Szene ausmacht. Und es flogen wirklich einige Tauben durch das Bild. Aber speziell war die Szene keineswegs.

Die Beziehung zwischen Yamura und Du Qiu kam ebenfalls nie so richtig in die Gänge. Obwohl beide Darsteller gut in ihre Rollen gepasst haben, hat sich hier nie das Gefühl eingestellt, wir sehen einen coolen Leinwandduo zu wie damals Chow Yun-Fat und Danny Lee in The Killer oder Chow Yun-Fat und Tony Leung in Hard Boiled.

Aber, Manhunt ist grundsätzlich kein schlechter Film. Wäre die Erwartungshaltung, welche am Namen des Regisseurs hängt, nicht vorhanden, könnten wir jetzt von einem ordentlichen asiatischen Actionthriller reden. Geht aber leider nicht, ob dem Wissen, was ein John Woo alles schon auf die Leinwand gebracht hatte.

Fazit: Manhunt wirkt als Film eher “soft boiled”. Es scheint so, als ob der Altmeister keine Lust mehr auf sein von ihm geprägtes Genre des Blutballetts hat. Sehr schade. Da hat ein grosser Mann schwach abgeliefert.

:liquid5:

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Beitrag von StS » 03.05.2018, 05:40

Die Tage schau ich mir den auch mal an.
Erwartungen sind (jetzt erst recht) niedrig.

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Beitrag von kami » 03.05.2018, 08:19

Ein paar gute Actionszenen machen eben noch nicht einmal einen soliden Genrefilm aus. Die Story ist einfach zu dumm, das schauderhafte Englisch-Japanisch-Chinesisch-Gemisch auf der Tonspur ist zum Davonlaufen, der blöde Showdown erst recht. Die Optik ist auch eher billig, das hohe Budget sieht man dem Film zu keiner Sekunde an, im Gegensatz zum freeman gefällt mir aber der Soundtrack. Dafür ist die Bootsverfolgungsjagd totale Scheiße.
:liquid3:

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Beitrag von StS » 03.05.2018, 15:51

Warum wird der hier eigentlich nicht unter dem deutschen Titel geführt?

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Beitrag von freeman » 03.05.2018, 17:56

Weil der scheiße ist und mit dem Film nix zu tun hat :lol: (gibt wie gesagt nirgendwo eine Szene, die auch nur im Entferntesten mit Notwehr zu tun hätte) ... hab ihn zumindest in der Kritik in der Überschrift mit hinterlegt und mache hier auch noch ein aka rein. An der Platzierung im Forum ändert sich ja nix.

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 08.05.2018, 19:09

John Woo´s "Manhunt" ... a multi-lingual train-wreck of a movie. Mit diesem losen Remake des 1976er Crime-Films "Kimi yo fundo no kawa wo watare", welcher damals übrigens auch schon "Notwehr" hieß (was im Vorliegenden allerdings einen arg unpassenden Titel markiert), ist Woo nun also zu seinen "Asia-Action-Wurzeln" zurückgekehrt - und beweist mit dem Ergebnis eindrucksvoll, dass er sein "Mojo" inzwischen verloren hat. Eine belanglose Story, schauderhafte Dialoge, ein grauenvoller Sprach-Mix, holpriges Editing, ein teils schwacher und/oder unpassender Score... sowie die regelmäßige Frage auf Seiten des Zuschauers, ob einen das Gebotene denn eigentlich gerade verarschen will oder nicht. Haben wir es bei dem Streifen etwa mit einer zu ernst geratenenen Genre-Parodie zutun? Ich denke: Nein. Vielmehr wirkt vieles einfach unfreiwillig komisch und ärgerlich. Es gibt CGI-Blut, CGI-Tauben (etc.), die Action ist blass und unbeholfen im Vergleich zu dem, was Woo früher so geliefert hat (einfach mal das Boots-Finale von "Face/Off" mit der Jet-Ski-Szene hier vergleichen), die stlistischen Mittel wurden oft schlichtweg überreizt (wie die gewohnten Zeitlupen und Sam Peckinpah-artigen Freeze-Frames), das Ganze ist weder sonderlich aufregend, spannend oder komplex geraten noch kommt es hochwertig gespielt daher - und zu dem ins Sci-Fi-eske tendierenden Finale kann/sollte man eigentlich auch nicht viel sagen (außer dass es einen leider ein Stück weit an "Paycheck" erinnert). Dank einer echt gelungenen, auf einer Farm angesiedelten Action-Sequenz kurz nach der Laufzeit-Mitte gibt´s von mir daher noch...

solide :liquid3:

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Beitrag von SFI » 09.05.2018, 02:49

Glaube da spule ich zu den Actionszenen und gut ist. :roll:
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Beitrag von StS » 09.05.2018, 04:56

SFI hat geschrieben:Glaube da spule ich zu den Actionszenen und gut ist. :roll:
Ein goldener Tipp ist auch: Ton abschalten und einfach nur die Untertitel lesen - dann wird man zumimndest von der "cheesy" Mucke und den fürchterlichen Sprachen-Wechsel verschont... :lol:

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Beitrag von freeman » 09.05.2018, 17:44

Schade, ich hatte ja gedacht, dass Netflix den vielleicht lokalisiert und dabei sowohl das "Sprachproblem" als auch den imo üblen Soundmix "behebt, ausgleicht".

In diesem Sinne:
freeman

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Re:

Beitrag von Cinefreak » 05.08.2020, 00:19

freeman hat geschrieben:
09.05.2018, 17:44
Schade, ich hatte ja gedacht, dass Netflix den vielleicht lokalisiert und dabei sowohl das "Sprachproblem" als auch den imo üblen Soundmix "behebt, ausgleicht".

In diesem Sinne:
freeman
Sprachproblem ist eine harmlose Bezeichnung dafür, dass scheinbar der ganze Film nur untertitelt ist...ich hätte mir den sonst gerne mal angetan trotz magerer Kritiken, aber wenn ich am Stück lesen will, nehme ich mir nen Buch und keinen Film :shock: :00000694
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Re: Manhunt (aka Notwehr)

Beitrag von freeman » 05.08.2020, 19:47

und lässt dir diverse Perlen entgehen, die vermutlich nie auf deutsch kommen werden ;-)

In diesem Sinne:
freeman

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Re: Manhunt (aka Notwehr)

Beitrag von Cinefreak » 06.08.2020, 18:20

freeman hat geschrieben:
05.08.2020, 19:47
und lässt dir diverse Perlen entgehen, die vermutlich nie auf deutsch kommen werden ;-)

In diesem Sinne:
freeman
Perlen wie diese hier? ;) :00000694
Ich sehe ja, wie ihr euch geradezu vor Begeisterung überschlagt hier gerade ;)


Abgesehen davon stelle ich bei mir bisweilen eine gewisse Übersättigung an Action fest, weshalb es gut sein kann, dass nach einem völlig überladenen Fast and the furious 8 erstmal ne Woche gar nichts groß knallen muss ;) :cool:
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Re: Manhunt (aka Notwehr)

Beitrag von freeman » 06.08.2020, 20:03

Wenn ich diesen Film gemeint hätte, würde es drinstehen :wink:

Die Übersättigung stammt sicher von den knallharten ZDF-Serien zuletzt :lol:

In diesem Sinne:
freeman

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Re: Manhunt (aka Notwehr)

Beitrag von Cinefreak » 07.08.2020, 12:16

freeman hat geschrieben:
06.08.2020, 20:03
Wenn ich diesen Film gemeint hätte, würde es drinstehen :wink:

Die Übersättigung stammt sicher von den knallharten ZDF-Serien zuletzt :lol:

In diesem Sinne:
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wohl kaum ;) :00000694
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Re: Re:

Beitrag von kami » 09.08.2020, 10:26

Cinefreak hat geschrieben:
05.08.2020, 00:19
aber wenn ich am Stück lesen will, nehme ich mir nen Buch und keinen Film :shock: :00000694
Dass heutzutage echt noch jemand dieses Armleuchter-Argument verwendetet, hätte ich auch nicht gedacht. Und ja, bei diesem Film verpasst man nun wirklich nichts, aber Netflix hat tatsächlich einige interessante Sachen im Angebot, die es nur untertitelt gibt.

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Re: Re:

Beitrag von Cinefreak » 09.08.2020, 10:46

kami hat geschrieben:
09.08.2020, 10:26
Cinefreak hat geschrieben:
05.08.2020, 00:19
aber wenn ich am Stück lesen will, nehme ich mir nen Buch und keinen Film :shock: :00000694
Dass heutzutage echt noch jemand dieses Armleuchter-Argument verwendetet, hätte ich auch nicht gedacht. Und ja, bei diesem Film verpasst man nun wirklich nichts, aber Netflix hat tatsächlich einige interessante Sachen im Angebot, die es nur untertitelt gibt.
selber Armleuchter...Beleidigungen sind doch arg flach hier, oder? ;)
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